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S&P 500: Macht dieser Turnaround die Bären nervös?

In den US-Börsensendern wurde es wie das Wunder der Wall Street gefeiert. Der Dow Jones hatte schon wieder 500 Punkte im Minus gelegen, als er um 19:30 Uhr unserer Zeit scheinbar aus dem Nichts nach oben drehte. Der marktbreite S&P 500 drehte – natürlich – mit. Nach einer Eröffnung im Plus war auch er bis knapp zwei Prozent ins Minus gefallen und lag kurz vor Handelsende plötzlich sagenhafte 2,2 Prozent vorne, bevor der dann mit +1,5 Prozent ins Wochenende ging. Der Fokus der Beobachter lag dabei auf dem bekannteren Dow Jones. Aber war er die Basis des scheinbar wundersamen Richtungswechsels? Das war er nicht, die lag beim S&P 500. Und das wundert nicht, denn:

In Bezug auf den Derivatebereich ist der S&P 500 der weitaus bedeutendere US-Index. Und dort werden momentan die Impulse losgetreten, bei den Futures und Optionen der US-Terminmärkte. Und betrachtet man sich den S&P 500 im kurzfristigen Chart auf Stundenbasis über den Future und danach auf Tagesbasis im Index selbst, wird deutlich, dass dieser Schwenk der Kurse ins Plus keineswegs so wundersam war, wie es schien.

Die Chart-Datenbank zeichnet nur die Futures-Kurse während des regulären US-Handels auf, aber wir haben eingezeichnet, wo der S&P 500-Future am Morgen des 6. Februar, als die Notierungen nach dem massiven Kursrutsch des Montags in der Nacht weiter und weiter fielen, gedreht hatte: bei 2.530 Punkten. Und genau dort drehte der Future auch am Freitagabend. Es wurde also nur versucht, ein vorheriges, markantes Tief zu verteidigen, um zu verhindern, dass der Kurs unkontrolliert weiter einbricht. Was auch passiert wäre. Vor allem deswegen, weil diese 2.530 Punkte-Marke nicht nur das Tief des Dienstagmorgens war, sondern weit, weit bedeutsamer ist, wie der Chart auf Tagesbasis zeigt.

Chart vom 09.02.2018, Kurs 2.619,55 Punkte, Kürzel SPX

Genau dort verlaufen auch noch die April-Aufwärtstrendlinie und, wichtiger noch, die 200-Tage-Linie. Dass versucht wird, diese Linie im zweiten Anlauf (wobei der erste eben über die Futures lief und so im Kursbild des Index selbst nicht zu sehen ist) zu verteidigen, ist völlig klar, denn ein derartig schneller Re-Test dieser Linie hätte, wäre der Index unter 2.530 Punkte gefallen, einen noch intensiveren Abverkauf bis hin zum Crash auslösen können. Aber:

Damit sehen wir hier keine Wende aus Überzeugung, sondern aus der Angst vor den Konsequenzen, wenn sie nicht zustande gekommen wäre. Also eine Defensiv-Aktion. Die Bären müssten erst dann nervös werden, wenn diesem Turnaround des Freitags weitere, markante und vor allem mehr als kurzlebige Käufe folgen sollten. Die Chance, auf derartig wichtigen Unterstützungen tatsächlich den Boden zu finden, ist zwar gegeben. Aber erst Schlusskurse über 2.700 Punkten, die damit über dem Closing des vergangenen Dienstags liegen (den man ja auch schon als Wendepunkt nach oben ausgerufen hatte), würden eine kurzfristig bullische Indikation generieren. Und klar wird dadurch: Sollte diese Marke von 2.530 Punkten jetzt doch noch fallen, wäre das genau das Signal, das den wackligen Deich brechen ließe, denn jetzt wurde dieser „Punkt X“ glasklar vorgezeichnet. Jeder kann ihn sehen – auch die Bären.

Chart vom 09.02.2018, Kurs 2.619,55 Punkte, Kürzel SPX

 

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