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Wirecard: Laufen die Analysten der Aktie nur hinterher?

Wirecard bietet Lösungen im Bereich elektronischer Zahlungsabläufe an. Und das ist ein Wachstumsmarkt – was an der Bilanz des Unternehmens nicht vorüberging. Seit Jahren wachsen Umsatz und Gewinn sehr kontinuierlich. Und derzeit spricht nichts dagegen, dass sich diese Entwicklung auch in diesem und dem kommenden Jahr fortsetzt. Dementsprechend optimistisch sind die Analysten, die die Aktie mit großer Mehrheit auf „Kaufen“ eingestuft haben. Aber zwischen einer kontinuierlich positiven Entwicklung und immer schneller steigenden Kursen ist dennoch ein Unterschied. Selbst auf Basis der für 2019 geschätzten, deutlich höheren Gewinne würde das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Aktie auf aktuellem Kursniveau bei 30 liegen. 2013 bis 2015 lag es zwar mit 40 noch höher. Aber das errechnete sich auf Basis der tatsächlich erzielten Gewinne, nicht auf Gewinnen, die in zwei Jahren in der Bilanz stehen könnten. Und ein derart hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis würde voraussetzen, dass dieses rapide Wachstum im selben Tempo über Jahre, über 2019 hinaus, fortgesetzt wird. Das kann man zwar einfach unterstellen, aber man sollte besser als Investor daran denken: Die Zukunft hat, auch in der Wirtschaft, die unangenehme Eigenschaft, nie sicher vorhersehbar zu sein. Wie sollte man angesichts dessen mit den erneuten Rekordhochs umgehen, die Wirecard am Donnerstag erzielt hat?

Expertenmeinung: Mit der nötigen Vorsicht, die drei Aspekte berücksichtigt: Die Wirecard-Aktie kommt von 91,50 Euro per Jahresende 2017. Sie ist also bereits äußerst weit in kurzer Zeit gelaufen. Und diese neuen Rekorde hatten Rückenwind. Denn mit Goldman Sachs und Kepler Cheuvreux hoben per Donnerstagfrüh gleich zwei Analysten ihre Kursziele an. Kepler erhöhte von 95 auf 120 Euro, Goldman Sachs schoss wie auch bei Infineon (siehe die heutige Analyse zu Infineon) mit einer Anhebung des Ziels von 98 auf 135 den Vogel ab und liegt damit 12,5 Prozent über dem zweithöchsten Kursziel, das wiederum Kepler Cheuvreux ausweist. Da beide vorherigen Kursziele längst vom Aktienkurs übertroffen wurden, wirkt das, als würde man das Kursziel der Aktie anpassen statt umgekehrt. Darüber hinaus kamen diese Anhebungen einen Tag vor dem heute stattfindenden Abrechnungstermin an der Terminbörse. Da Wirecard einen intakten Aufwärtstrend ausweist, ist es normal, dass große Adressen am Terminmarkt solche Aktien zur Abrechnung tendenziell höher ziehen. Was hieße: Eine Korrektur kann jederzeit einsetzen. Solange die Aktie dabei nur die am 8. Januar entstandene Aufwärts-Kurslücke schließt, indem sie auf die auf die aktuell bei 99,37 Euro verlaufende 20-Tage-Linie zurücksetzt, würde da nichts anbrennen. Aber sollte der Kurs da durchgehen, kann es sehr schnell auf die bei 92 Euro verlaufende Juni-Aufwärtstrendlinie zurückgehen, so dass aggressive Long-Trades hier eher eng, knapp unterhalb der vorgenannten 20-Tage-Linie, abgesichert werden sollten. Mit einem unmittelbaren Zukauf oder gar einem Neueinstieg sollte man hingegen angesichts der überkauften Markttechnik und der offenen Frage, wie lange solche dramatischen Kursziel-Anhebungen vorhalten, vorsichtig sein.

Chart vom 18.01.2018, Kurs 109,45 Euro, Kürzel WDI

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