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Goldman Sachs: Nur auf den ersten Blick gute Zahlen

Liest man nur die Überschriften, ist alles in bester Ordnung. Da konnte man überall lesen, dass der Investmentbank-Riese Goldman Sachs im vierten Quartal 2017 5,68 US-Dollar pro Aktie verdient und damit die Analystenschätzung von 4,95 US-Dollar weit übertroffen habe. Auch der Umsatz lag mit 7,83 Milliarden über der Analystenprognose von 7,64 Milliarden. Doch das war nur die halbe Wahrheit. Denn was die Analysten schätzen, ist eine Sache. Wie sich die Entwicklung zum Vorjahresquartal darstellt, eine ganz andere. Und die zählt. Da stellt man zunächst fest: Gegenüber dem vierten Quartal 2016 ist der Umsatz um vier Prozent gefallen. Und darüber hinaus war dieser scheinbar grandiose Gewinn gar keiner. Denn diese in den Medien herumgereichte Zahl wäre dann richtig, wenn es nicht durch die Neubewertung von Steuerbelastungen eine erhebliche Wertberichtigung gegeben hätte. Und die zu ignorieren, weil es ein voraussichtlicher Einmaleffekt ist, wäre leichtfertig. Denn für jede Kostenbelastung ließe sich ein „ja, aber“ anführen, ohne dass die Belastung deswegen verschwinden würde. Und damit nicht genug: Man zeigte sich offenbar wenig erfreut, dass das Investmenthaus plant, 2018 weniger eigene Aktien zurückzukaufen als es dürfte. Ist das überhaupt von Belang?

Expertenmeinung: Das ist es insofern, als sich der erzielte Gewinn auf umso weniger Aktien verteilt, je mehr vom Unternehmen selbst zurückgekauft werden. Dass die Investoren steigende Aktienrückkauf-Volumen und steigende Dividenden als Effekt der US-Steuerreform längst eingepreist haben, weil sie darauf bauen, dass der Markt wenig Spielraum für organisches Wachstum lässt und die US-Firmen daher mit dem gesparten Geld die Investoren bedenken, zeigt die Reaktion der Marktteilnehmer auf dieses Zahlenwerk: Die Aktie war gerade erst am Dienstag an das 2017er-Hoch bei 262,14 US-Dollar, zugleich das Allzeithoch, herangelaufen. In der festen Erwartung herausragender Ergebnisse wollte man unmittelbar mit dieser Quartalsbilanz den Sprung auf neue Rekorde vollziehen. Dass da keine Vorsicht, sondern blinder Optimismus dominierte, zeigte sich auch darin, dass die Goldman-Aktie am Dienstag ein Plus hielt, während der Dow Jones insgesamt seine Gewinne wieder abgab. Und so fiel die Reaktion am Mittwoch umso negativer aus. Goldman Sachs war neben General Electric der einzige größere Verlierer, während der Gesamtmarkt wieder anzog. Bis hinunter auf 227 US-Dollar wäre die Aktie sehr gut unterstützt und damit erst darunter mit einem guten Chance/Risiko-Verhältnis für einen Short-Trade versehen. Aber sollte Goldman unter 247 US-Dollar schließen, wäre eine kurzfristige Toppbildung vollendet, die nahelegen würde, auf der Long-Seite erst einmal die Gewinne zu realisieren.

Chart vom 17.01.2018, Kurs 253,65 US-Dollar, Kürzel GS

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