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Dow Jones: Angezählt, aber noch nicht ausgezählt

So dynamisch der Dow Jones in den letzten Monaten auch war, eine Handelsspanne von knapp 300 Punkten sieht man hier nicht allzu oft. Und wie sie zustande kam, macht deutlich: Die Börse ist eben doch keine Einbahnstraße. Kurzfristig mag es immer mal wieder so aussehen. Aber irgendwann taucht eben doch Gegenverkehr auf. Die Bullen sollten gewarnt sein … aber ob sie jetzt vorsichtiger werden, muss sich erst herausstellen. Was war passiert? Es war verblüffend, aber die meisten derjenigen, die mit hohen Hebeln auf Nonstop-Kursgewinne beim US-Index-Flaggschiff setzen, dürften das nicht allzu sehr hinterfragt haben: Die Wall Street hatte am Montag zwar geschlossen, aber die Indizes stiegen trotzdem – über die weltweit gehandelten US-Index-Futures. Und allen voran legte der Dow Jones zu. Am Montag stieg der Future gut 200 Punkte, am Dienstag lief er vor dem Start des regulären Handels weiter. Das führte dazu, dass nach nur sieben Handelstagen nach dem erstmaligen Anstieg über 25.000 Punkte am Dienstag die 26.000er-Linie überboten wurde. Aber nachdem es in der ersten halben Handelsstunde bis auf den Verlaufsrekord von 26.087 Punkten nach oben ging, tauchten erstmals in diesem Jahr Gewinnmitnahmen auf. Und denen hielten die Bullen nicht stand: Das war ein Warnschuss vor den Bug!

Expertenmeinung: In zwei Wellen von jeweils gut einer Stunde Dauer kamen die Verkäufe. Und die waren, während sie liefen, nicht aufzuhalten. Um 20:45 dann kam Gegenwehr auf, die dazu führte, dass der Dow Jones wenigstens nicht nennenswert unter dem vorherigen Schlusskurs des Freitags ins Handelsende ging. Aber wie viel ist diese Mini-Aufholjagd wert? Beim Nasdaq 100 reichte es nicht, diesen aus dem Minus zu holen. Der marktbreite Russell 2000 verlor sogar 1,2 Prozent. Und die wahrscheinlichen Beweggründe, die die Gewinnmitnahmen ausgelöst hatten, sind nicht vom Tisch: Der Dow Jones war über den super-steilen Aufwärtstrendkanal, den er Ende November initiiert hatte, hinausgelaufen. Der Relative-Stärke-Index (RSI) war weit in die Überhitzungszone gelaufen. Und das Kurs/Gewinn-Verhältnis hatte auf Basis der tatsächlich erwirtschafteten Gewinne (nicht der unterstellten zukünftigen Gewinne, womit man allgemein in den Medien aufwartet) mit knapp 23 ein extrem hohes Niveau erreicht. All das ist mit dem Abverkauf einer Riesen-Kurslücke von 200 Punkten aber noch nicht bereinigt. Die Bullen sind angezählt, das Risiko nimmt zu, dass jetzt auch Short-Trader vermehrt prüfen, wie stabil der angeblich „unfallbare“ Index wirklich ist. Aber noch sind die Bullen nur an-, nicht ausgezählt. Übermorgen steht der Verfalltermin am Optionsmarkt an. Man darf davon ausgehen, dass das bullische Lager zumindest alles versuchen wird, um den Index am Freitag zur Abrechnung der Optionen an oder sogar über das gestern markierte Verlaufshoch von 26.087 Punkten zu ziehen. Aber danach könnte es ernst werden – vorausgesetzt, den Bullen gelingt es überhaupt, den Dow Jones bis Freitag noch einmal nach oben in Marsch zu setzen. Würde der Index unter 25.100 Punkten schließen und damit den kurzfristigen Trendkanal sowie wie die heute in diesen Bereich steigende 20-Tage-Linie brechen, wäre die nächste Unterstützung erst um 23.900 Punkte zu finden. Und das wäre ein Angebot, das die Bären wohl kaum ablehnen würden.

INDU_2018_01_17

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