Börsenblick

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Nasdaq 100: Unverwundbar trotz Zinsanstieg?

Am Dienstag markierte der Nasdaq 100 mit 6.696,34 Punkten den fünften Tag in Folge einen neuen Verlaufsrekord, am Mittwoch ging es dann mit einem Minus von 0,23 Prozent aus dem Handel. Das ist unter normalen Umständen kaum der Rede wert. In diesem Fall jedoch darf man sich darüber streiten, ob es sich um den Beleg der Unverwundbarkeit handelt, wie es die Bullen proklamieren … oder um den letzten Beweis dafür, dass die bullischen Trader völlig außerhalb der Realität agieren und damit ein böses Ende der Hausse nahe ist, wie es die Bären sehen würden. Denn am Morgen meldete der Nachrichtensender Bloomberg, in China würde man darüber nachdenken, die Käufe von US-Staatsanleihen zurückzufahren, eventuell sogar ganz einzustellen. Wenn, wäre das die Quittung für das aggressive Verhalten der US-Politik gegenüber China. Bei dem man vergaß, dass die Refinanzierung des Groschengrabs namens US-Staatshaushalt ohne China als mit Japan größten ausländischen Käufer der US-Staatsanleihen immens problematisch würde. Es wäre mit einem spürbaren Anstieg der Zinsen zu rechnen, der das Wachstum bremsen und Projekte wie das Infrastrukturprogramm erschweren oder blockieren würde. Und US-Bonds würden zudem erst recht eine attraktive Alternative zu Aktien, vor allem, weil deren Gewinnperspektiven bei einem spürbaren Anstieg des Zinsniveaus weit weniger rosig wären, als man es derzeit noch unterstellt.

Expertenmeinung: Dass die US-Anleiherenditen daraufhin weiter stiegen, der Aktienmarkt aber nahezu nicht reagierte, ist in der Tat verblüffend. Aber ist das nun ein Warnsignal oder sollte es beruhigen? Dass der Nasdaq 100 seit Ende September in der Spitze fast 15 Prozent zugelegt hat und nur wenige auch nur die Möglichkeit einer Korrektur einplanen, obwohl die Erwartung, dass diese US-Steuerreform immens höhere Gewinne der Unternehmen nach sich ziehen wird, bislang nur eine Unterstellung ist, ist an sich schon ein Grund, vorsichtig zu werden. Immer dann, wenn die Masse davon ausgeht, dass nichts passieren kann, ist es angeraten, umso wachsamer zu sein. Dass die Aktientrader die Risiken am Anleihemarkt trotz dieser China-Meldung ignorieren, unterstreicht diese Notwendigkeit zusätzlich. Aber das impliziert keine Basis, um hier Short zu sein. Der Trend des Index ist unverändert intakt. Und es kann durchaus sein, dass diese Rallye alleine deshalb weitergeht, weil die derzeitige Sorglosigkeit auch die vermeintliche Gewissheit beinhaltet, dass die Schwergewichte des Index Ende Januar ohne jeden Zweifel herausragende Quartalsbilanzen liefern werden und man daraufhin unbesorgt vorkaufen könne. Dass sich das von einem Tag auf den anderen ändern kann, weil extreme Stimmungen auch immer extrem fragil sind, ist zwar richtig. Aber erst, wenn der Nasdaq 100 neuralgische Punkte bricht, hätte man auch aus charttechnischer Sicht grünes Licht, um auf die „Rache der Vernunft“ zu setzen. Solange die recht massiv wirkende Auffangzone zwischen der September-Aufwärtstrendlinie bei 6.420 Punkten und dem Dezember-Hoch bei 6.524 Zählern nicht unterboten ist, wären Long-Positionen noch haltenswert.

Chart vom 10.01.2018, Kurs 6.662.66 Punkte, Kürzel NDX

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