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Euro/US-Dollar: Ausbruchsversuch – was steckt dahinter?

Normalerweise ist bei einem Währungspaar diejenige Währung die stärkere, in deren Bereich die Investoren das stärkere Wachstum und in dessen Schlepptau die höheren Anleiherenditen vermuten. Denn die Faustregel lautet: Je besser die Anleiherenditen, desto mehr ausländisches Kapital wird dort investiert. Und eine steigende Nachfrage nach Anleihen bedeutet, dass auch die Nachfrage nach der Währung, die man zu deren Kauf benötigt, zunimmt. Wenn man sich die Aktienindizes in den USA und in Europa ansieht, wird auf einen Blick klar: Dort, am Aktienmarkt, geht man davon aus, dass die USA stärker wachsen werden. Und auch das Niveau der Anleiherenditen spricht dafür: Rentieren deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit momentan gerade einmal um 0,4 Prozent, bekommt man bei US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit 2,4 Prozent. Kurz: Der US-Dollar müsste im Vergleich zum Euro der stärkere sein. Aber der Chart zeigt: Es ist der Euro, der immer weiter steigt, der US-Dollar verlor binnen eines Jahres deutlich an Wert. Vor einem Jahr zahlte man für einen Euro unter 1,04 US-Dollar, derzeit sind es über 1,20 US-Dollar. Aber wieso?

Expertenmeinung: Weil fundamentale Erwägungen zu Wachstum, Leitzinsen und Anleiherenditen eine Sache sind, politische und wirtschaftliche Interessen eine andere. Natürlich gibt es offiziell keine „Währungskriege“; dergleichen wurde seit jeher von allen Seiten vehement abgestritten, obwohl sie gar nicht so selten sind und meistens der US-Dollar mit von der Partie ist, ob nun im Verhältnis zum Yen, zum Yuan oder zum Euro. Für die US-Wirtschaft ist ein schwacher US-Dollar ideal: Er begünstigt die Exportchancen der US-Unternehmen gegenüber denen aus Europa. Der unausgesprochene politische Wille wird von den Devisenmarkt-Tradern gerne erspürt und umgesetzt. Und da über 90 Prozent aller Transaktionen dort kurzfristige Spekulation sind, können solche Impulse auch sehr intensiv und weitreichend ausfallen. Insbesondere, wenn Euro/US-Dollar das Vorjahreshoch von 1,2092 US-Dollar, das das Währungspaar am Dienstag mit im Hoch 1,2082 schon fast erreicht hatte, überwinden sollte. Dann wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht erst einmal frei, die nächste markantere Widerstandslinie erst wieder in Form des langfristigen Abwärtstrends um 1,2870 US-Dollar zu finden. Momentan ist der Euro, so sehr das auch vom Kopfschütteln vieler Volkswirte begleitet wird, klar bullisch. Und bei Schlusskursen über 1,21 US-Dollar ließe sich sogar angesichts der dann kurzfristig „freien Bahn“ erwägen, bestehende Long-Trades noch ein wenig aufzustocken.

Chart vom 02.01.2018, Kurs 1,2064 US-Dollar, Kürzel EUR.USD

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