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RWE: Profiteur der politischen Bauchlandung?

Im Vorfeld ging bei den RWE-Aktionären die Angst um. Was, wenn die Sondierungsgespräche dazu führen, dass eine neue Bundesregierung ein zeitnahes Aus für die Kohle-Energie beschließen würde? Gerade RWE wäre da betroffen gewesen. Doch als am frühen Montagmorgen klar wurde, dass die Sondierungsgespräche geplatzt sind, atmete man auf. Wenn die Grünen nicht mehr dabei sind, werde schon nichts anbrennen. RWE war am Morgen noch der größte DAX-Gewinner, zumal Goldman Sachs sofort reagierte, das Kursziel der Aktie von 26,50 auf 27,60 Euro anhob und die Aktie in die „Conviction Buy List“, sprich die Liste der Aktien, von denen man besonders überzeugt ist, aufnahm. Und damit nicht genug: Es wurde das Gerücht herumgereicht, es gebe Interessenten für die Ökostrom-Tochter innogy. Und da RWE noch gut drei Viertel der Anteile an diesem Unternehmen hält, wäre das nach der Rückzahlung der Brennelemente-Steuer der nächste warme Regen für die Kassen des Konzerns, der derzeit alles tut, den gewaltigen Schuldenberg so schnell als möglich zu reduzieren. Das klingt gut – ist RWE damit wieder ein Kauf?

Expertenmeinung: Aus rein charttechnischer Sicht noch nicht. Die Aktie war am Freitag massiv unter die Räder gekommen und rutsche dadurch signifikant unter die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und das Zwischenhoch vom Juni im Bereich 20,33/20,50 Euro. Das kräftige Minus des Freitags wurde zwar am Montagmorgen zur Eröffnung egalisiert. Aber zum einen bröckelten die Gewinne danach langsam wieder ab. Zum anderen lägen weitere Widerstände in Reichweite, selbst, wenn RWE die Zone 20,33/20,50 Euro zurückerobern würde. Erst ein Schlusskurs über dem Zwischenhoch des Septembers bei 21,69 Euro würde wirklich ein bullisches Signal liefern. Aus rationaler Sicht wäre ein umgehender Einstieg in einen Long-Trade nicht minder problematisch, denn zum einen ist mit der Bauchlandung bei den Jamaika-Sondierungen nicht gesagt, dass die Grünen nicht Teil der nächsten Bundesregierung sein werden. Zum andern wäre zu hinterfragen, ob es wirklich eine gute Idee wäre, sich von der Tochter innogy, die die Zukunftstechnologien im Energiesektor beinhaltet und damit nicht wie Uniper bei E.ON eine Art „Bad Bank der Altlasten“ ist, zu trennen. Fazit: Noch sehen wir hier nur eine Gegenreaktion im Zuge eines noch jungen Abwärtsimpulses der, würde die nächste charttechnische Auffanglinie bei 19,06 Euro fallen, weiteres Abwärtspotenzial bis zur momentan bei 17,83 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie erhalten würde.

Chart vom 20.11.2017, Kurs 19,98 Euro, Kürzel RWE

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