Börsenblick

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LEONI: Im Kielwasser der Auto-Aktien

Der bisherige Verlaufsrekord der LEONI-Aktie wurde im Frühjahr 2015 bei 63,57 Euro erreicht. Genau dorthin ist die Aktie jetzt unterwegs. Aber wird sie diese letzte charttechnische Hürde erreichen, überwinden und darüber auch noch ansehnlich zulegen können? Immerhin war diese Aktie gerade erst gewaltig unter Druck geraten, als man am vergangenen Mittwoch mit der Bilanz des dritten Quartals aufwartete. Und das, obwohl nicht nur die Ergebnisse des Vorjahresquartals, sondern auch die Prognosen der Analysten übertroffen wurden. Das war offenbar gut nicht gut genug, selbst die Aussage nicht, dass man auf Basis der aktuellen Lage die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht anhebt. Nur eine schnelle Welle an positiven Analysteneinschätzungen als Reaktion auf das Ergebnis verhinderte, dass LEONI den mittelfristigen Aufwärtstrend brach. In der ersten, negativen Reaktion wurde das Papier da auf 53,04 Euro durchgereicht. Heute, nur wenige Tage später also, notierte die Aktie in der Spitze bei 62,25 Euro, sagenhafte 17,35 Prozent höher. Wieso? Gab es eine erneute Anhebung der Prognosen?

Expertenmeinung: Nein, es gab überhaupt keine neuen Nachrichten vom Unternehmen. Die kräftigen Käufe, die zum Wochenstart für diesen Anlauf an die bisherigen Rekordstände sorgten, basierten auf der Unterstellung, dass die Automobilindustrie doch deutlich stärker wachsen werde als gedacht und Zulieferer wie LEONI automatisch davon profitieren werden. Der Haken dabei ist, dass schon die Basis dieser Überlegung auf eher unsicherem Boden steht. Denn sie basierte auf den Meldungen von VW (siehe auch unsere Analyse zur Volkswagen-Aktie), dass man dort bis einschließlich 2020 ein höheres Umsatz- und Gewinnwachstum erreichen werde als noch im Frühjahr vorausberechnet. Der Haken dabei ist, dass man die Entwicklung in einer derart zyklischen Branche wie der Automobilindustrie nicht seriös über einen derart langen Zeitraum vorhersagen kann, sondern nur unterstellen könnte, was wäre, wenn sich die Rahmenbedingungen alle so weiter entwickeln wie das derzeit der Fall ist. Was grundsätzlich nicht passieren wird, wie die Erfahrung lehrt. So betrachtet ist auch der kräftige Zugewinn der LEONI-Aktie im Kielwasser der Automobil-Titel eine rein emotionale Reaktion, die charttechnisch mit dem Anstieg auf ein neues Jahreshoch zwar bullisch, aber zugleich mit Vorsicht zu genießen ist. Und bei 63,57 Euro wartet, wie eingangs erwähnt, noch die bisherige Rekordmarke als widerstand. Demnach wären Zukäufe Long hier spekulativer, als es auf den ersten Blick wirkt.

Chart vom 20.11.2017, Kurs 60,93 Euro, Kürzel LEO

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