Rückblick: Die Bullen schlagen zurück

Die Gold-Anleger konnten letzte Woche aufatmen – endlich wieder steigende Kurse. Danach sah es aber zunächst gar nicht aus. Denn als das Edelmetall zu Beginn der letzten Handelswoche bei 1.767,20 USD ein neues Verlaufstief markierte, befürchteten viele Investoren einen weiteren Abverkauf.

Doch irgendwann ist dann auch genug, dachten sich wohl die Gold-Bullen. Schließlich gab es Gold zuletzt Anfang Juli so günstig zu kaufen. Der Preissturz lockte die ersten Gold-Käufer an. Als im Bereich 1.770 USD über mehrere Stunden alles aufgekauft wurde, zog das im weiteren Wochenverlauf neue Käufer an. Das Resultat: Ein Preisanstieg von 85 USD oder fast fünf Prozent. Doch damit nicht genug…

Nach kleineren Gewinnmitnahmen zum Ende letzter und zu Beginn dieser Handelswoche, gewannen die Bullen wieder die Oberhand und trieben den Goldpreis weiter nach oben. Bei 1.879,80 USD war dann aber erstmal Schluss. Knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt, der bei 1.882 USD verläuft, wurden Gewinne mitgenommen. Die Folge: Ein Preisrutsch von über 50 USD auf unter 1.830 USD (vgl. Chart unten).

Jetzt fragt man sich, ist der Preisanstieg von letzter Woche bereits ein Kaufsignal und kann der aktuelle Rücksetzer als Einstieg genutzt werden?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Gesunde Korrektur nach Rekordhoch

Ein Blick auf den Monatschart oben zeigt: Der Goldpreis hat das bisherige Rekordhoch aus dem Jahr 2011 im ersten Anlauf überwunden. Wenn solch markante Chartmarken im ersten Versuch genommen werden, dann ist das schon sehr bullisch.

Der übergeordnete Aufwärtstrend, in Form von höheren Hochs und höheren Tiefs (im Chart oben grün markiert), ist weiter intakt. Daran ändert auch die deutliche Korrektur seit dem Rekordhoch im August bei 2.089,20 USD nichts. Zwar hat sich der Preis für eine Feinunze seitdem über 250 USD verbilligt, was aber nach einer fast 700 USD starken Preisrallye auch gesund ist und Raum für weitere Kursanstiege bietet.

Die technische Großwetterlage ist somit „bullisch“.

Aktuell befindet sich der Goldpreis bei 1.837 USD, also deutlich über der im Chart grün eingezeichneten Unterstützungszone. Genau dort liegt der bisherige Umkehrpunkt im Chart.

Damit ist klar…

Solange der übergeordnete Aufwärtstrend intakt ist, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoller Kursschwäche zu kaufen, als Kursstärke zu verkaufen.

Denn auch an den fundamentalen Rahmenbedingungen hat sich nichts geändert.

Die mauen Konjunkturaussichten und die weltweite Liquiditätsflut der Notenbanken, dürften die Renditen für Staatsanleihen weiterhin gedrückt halten. Gleichzeitig schüren die milliardenschweren Konjunkturpakete der Regierungen, der damit verbundene rasante Anstieg der Staatsverschuldung und die Aussicht auf Leitzinsen nahe Null die Furcht vor der Geldentwertung. Das dürfte die Anleger weiter in die Edelmetalle treiben.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Fortsetzung der Rallye wahrscheinlich

Wenn wir anhand eines Tagescharts des Gold-Futures weiter in das aktuelle Marktgeschehen hinein zoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.841 USD notiert. Also deutlich unter dem Rekordhoch im Future von 2.089,20 USD. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, müssen zunächst die technischen Widerstände im Bereich von 1.975 bis 2.000 USD und danach bei 2.025 USD aus dem Weg geräumt werden.

Die Unterstützung im Bereich von 1.800 USD könnte dafür die Basis sein. So könnte Gold schon recht zeitnah den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Dafür gibt es derzeit einige Anzeichen…

Das Saisonale Muster im Gold

Wie an den Aktienmärkten gibt es auch beim Goldpreis eine Saisonalität. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Goldpreis ist derzeit höher als für fallende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen, dann sehen wir, dass im gelben Edelmetall statistisch gesehen von Mitte Dezember bis Mitte Februar eher mit steigenden Kursen gerechnet werden kann. So konnte der Goldpreis in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich um gut sechs Prozent zulegen.

Die euphorische Stimmung an den Aktienmärkten

Die Marktteilnehmer, private wie auch institutionelle Anleger, sind derzeit sehr optimistisch gestimmt. Während der letzten fünf Handelstage blieb das Volumen der Put-Optionen um 68,14 Prozent hinter dem Volumen der Call-Optionen zurück, da die Anleger in ihren Portfolios bullische Wetten abschließen. Dies gehört zu den niedrigsten Put-Käufen der letzten zwei Jahre, was auf extreme Euphorie der Anleger hinweist. Marktteilnehmer sichern sich somit kaum noch gegen fallende Kurse ab. Es kann also gut sein, dass diese Anleger von einer plötzlichen Korrektur überrascht werden. Wenn dies so kommt, könnte Gold als „sicherer Hafen“ wieder vermehrt nachgefragt werden.

Der US-Dollar weiter im Sinkflug

Legte der US-Dollar zu Beginn der Krise gegenüber fast allen Währungen deutlich zu, verliert der USD seit Wochen auf breiter Front immer mehr an Wert. Die wichtige Marke von 1,20 USD zum Euro scheint nachhaltig gebrochen zu sein. Analysten der Citigroup halten im Extremfall sogar eine weitere Abwertung von 20 Prozent für möglich. Da Gold in USD gehandelt wird, verbilligt ein schwächerer Dollar das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums. Das dürfte sich positiv auf die Goldnachfrage und damit auch auf den Goldpreis auswirken.

Dieses technische Kaufsignal sollten Sie auf dem Radar haben

Derzeit befindet sich der Kurs im Gold-Future noch unter dem einfachen 50-Tage-Durschnitt. Dieser verläuft derzeit bei 1.882 USD, Tendenz fallend. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bearish interpretiert. Kurzfristig könnte es somit zu weiteren Kursabgaben kommen.

Doch ein Test des 200-Tage-Durchschnitt, könnte wie auch schon Anfang Dezember, wieder neue Käufer anziehen. Der 200er SMA im Gold-Future mit Laufzeit Februar 2021 (Kürzel: GCG1) verläuft bei 1.811 USD. Von hier könnte dann die nächste Bewegungswelle nach oben starten.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,2 für einen Long-Einstieg im Gold-Future

Ein Test einer wichtigen Unterstützung im Bereich von 1.800 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart des Gold-Futures für eine mögliche Unterstützung im Bereich 1.800 USD. Knapp darüber, nämlich bei 1.811 USD, verläuft aktuell der einfache 200-Tage-Durchschnitt und könnte eine weitere Aufwärts-Bewegung einleiten.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.811 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.741 USD, also unter dem Verlaufstief von Ende Juni, absichern. Damit berücksichtigen wir auch die aktuelle Volatilität im Gold-Future.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 1.965 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,2.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.870 USD erreicht werden, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse

Die aktuelle Analyse des Gold-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.811 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,2 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass auch der Goldpreis im Rahmen eines Risk-On-Sentiments und den damit verbundenen höheren Renditen an den Rentenmärkten weiter unter Druck gerät.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Februar Gold-Future (Symbol: GCG1) oder den kleineren Micro-Gold-Future (Symbol: MGCG1) dafür einsetzen. Diese Kontrakte haben derzeit das größte Handelsvolumen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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