Goldanleger schöpfen neue Hoffnung. Mit den Kursanstiegen in dieser Handelswoche weist der Goldpreis für das Jahr 2022 wieder eine positive Performance aus. Reicht das Momentum für einen charttechnischen Ausbruch, oder droht schon bald der nächste Kursrutsch? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer attraktiven Trade-Idee in dieser Gold-Analyse.

Rückblick: Goldpreis noch unentschlossen

Das neue Jahr 2022 startete so, wie das alte Jahr aufgehört hat. Seitwärts, hin und her. Auf einen Kursrutsch zu Beginn des Jahres folgte in dieser Handelswoche die Kehrtwende.

Insgesamt stieg der Goldpreis, gerechnet vom Verlaufstief bei 1.781 USD, in den letzten Tagen um 2,64 Prozent. Denn am gestrigen Donnerstag wurden für einen Gold-Kontrakt mit Laufzeit Februar 2022 (Kürzel: GCG2) bereits wieder 1.828 USD gezahlt. Also 47 USD mehr als noch letzte Woche (vgl. Chart unten).

Chart vom 13.01.2022 Kurs: 1.820 USD Kürzel: GC Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Nach dem Anstieg fragt man sich: Reicht das Momentum der Käufer für neue Jahreshochs, oder prallt der Kurs, wie schon letzte Woche, erneut im Bereich von 1.830 USD nach unten ab?

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große fundamentale und technische Bild einfügt.

Überblick: Gold kurz vor Ausbruch aus der Konsolidierung?

Chart vom 13.01.2022 Kurs: 1.820 USD Kürzel: XAUUSD Monatskerzen | Online Broker LYNX

Charttechnische Großwetterlage spitzt sich zu

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) des Rohstoffes Gold (Kürzel: XAUUSD) oben zeigt eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs. Grundbestandteile eines übergeordnet intakten Aufwärtstrends. Große Kursanstiege, wie im Gold von 914 USD oder 78,85 Prozent, werden generell entweder über den Preis oder über die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für die nächsten Kursschub gefunden werden. Aktuell konsolidiert Gold diesen enormen Preisanstieg aus.

Diese Konsolidierung dauert bereits 17 Monate an. Dabei hat sich der Preis für eine Feinunze seit dem Rekordhoch bei 2.089 USD in der Spitze um 400 USD verbilligt. Das klingt erstmal viel. Ist es aber nicht! Denn das derzeitige Verlaufstief der Korrektur liegt nur knapp unter dem 38,2er Fibonacci Retracement. Das zeigt, dass die Korrektur im Goldpreis, gemessen an der voran gegangen Aufwärtsbewegung, auf einem relativ hohen Preisniveau stattfindet.

Ein mögliches Signal für ein Ende der Korrektur wäre der Ausbruch aus der bullischen Flagge (vgl. Chart oben). Ein Versuch im November 2021 die Abwärtstrendlinie zu durchbrechen, konnte jedoch nicht genügend neue Käufer anziehen. Das höhere Angebot der Bären führte damals zu einem Fehlausbruch. Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.820 USD, also ziemlich genau an dieser Trendlinie. Hier wird es spannend…

Denn sollte der Goldpreis die Hürde im Bereich von 1.835 USD überwinden, könnte der Ausbruch Fahrt aufnehmen. Anlaufziel wäre der Kursbereich zwischen 1.880 und 1.920 USD.

Schaffen es die Bullen jedoch nicht aus der Konsolidierung auszubrechen, könnte es aufgrund von Verkaufssignalen schnell wieder in Richtung 1.700 USD gehen.

Die technische Großwetterlage ist somit als „leicht bullisch“ zu bewerten. Kurzfristig könnte ein Ausbruch aus der Konsolidierung einen weiteren Kursanstieg einleiten.

Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Inflation auf Rekordniveau

Ein Preistreiber für das gelbe Edelmetall sind unbestritten die anhaltend hohe Inflation und die damit verbundenen Risiken. Im Dezember hat in den USA die jährliche Inflationsrate mit 7,0 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht. Die US-Preissteigerung lag damit im letzten Monat so hoch wie zuletzt im Juni 1982. Gleichzeitig liegt die Inflation damit den zehnten Monat in Folge über dem von der Fed anvisierten Ziel von 2 Prozent. Am stärksten dazu beigetragen haben die Energiepreise. Diese stiegen im Dezember um 29,3 Prozent.

Auch in Europa haben wir mit massiven Preissteigerungen zu kämpfen. Im Dezember lag die jährliche Inflationsrate bei 5,0 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Juli 1991. In Deutschland lag die Inflationsrate im Dezember bei 5,3 Prozent. Beide Werte liegen auch hier über dem Inflationsziel der EZB von 2 Prozent.

Steigende Nominalzinsen

Angesichts der Rekord-Inflation strafft die US-Notenbank ihre Geldpolitik. Ihre Prognosen deuten darauf hin, dass die Fed in diesem Jahr dreimal die Zinsen erhöhen könnte. Die erste Zinserhöhung dürfte dabei, aufgrund der Daten von den Fed-Funds-Futures, zu 83,1 Prozent bereits am 16. März 2022 erfolgen. Laut einem Bericht des Wall Street Journals hat sich James Bullard, Chef des Zentralbankbezirks St. Louis, sogar schon für eine vierte Erhöhung ausgesprochen. Ein deutlicher Sinneswandel, wenn man bedenkt, dass Bullard im November noch zwei Zinsschritte für 2022 als angebracht sah.

Im Zuge dessen steigen die Renditen für US-Bonds weiter an. Seit Jahresbeginn schoss die Rendite für zweijährige US-Bonds um 19,3 Prozent nach oben. Die Rendite für zehnjährige US-Bonds zog im gleichen Zeitraum um 6,7 Prozent an. Für US-Bonds mit einjähriger Laufzeit liegt der Nominalzinssatz aktuell bei 0,46 Prozent.

Realzinsen weniger negativ

Der entscheidende Punkt für den Goldpreis ist die Entwicklung der Realrenditen. Gemeint ist hier die Nominalrendite kurzlaufender US-Bonds abzüglich der Inflationsrate. Je tiefer der Realzins, desto weniger attraktiv sind Zinspapiere und umso interessanter ist ein Edelmetall-Investment als Inflationsschutz, welches ja keine Zinsen abwirft. Eine negative Realrendite von derzeit ca. -6,54 Prozent sollte entsprechend dem Goldpreis unter die Arme greifen. Gerade wenn die Inflation auf Rekordniveau bleibt.

Schwächerer US-Dollar stützt den Goldpreis

Eine Korrektur im US-Dollar könnte den Goldpreis stützen. Denn die meisten Rohstoffe, wie auch Gold, werden in USD gehandelt. Ein schwächerer US-Dollar würde damit das Edelmetall für Anleger außerhalb des Dollarraums verbilligen. Das dürfte sich positiv auf die Goldnachfrage und damit auf den Goldpreis auswirken.

Messen kann man die Stärke des US-Dollars mit dem Dollar-Index (DX). Zur Erklärung: Der DX ist eine Kennzahl, die den Wert des USD gegenüber einem ausgewählten Währungskorb aus sechs Währungen (EUR, JPY, GBP, CAD, SEK, CHF) misst.

Mit Blick auf den Chart unten können Sie erkennen, dass die Leitwährung zwischen 96,00 und 97,00 mehrere Monate lang konsolidierte. Ein Ausbruch aus dieser Zone nach unten zeigt uns, dass eine Distribution stattgefunden hat. Charttechnisch könnte sich somit eine größere Korrektur im US-Dollar anbahnen (vgl. Chart unten).

Chart vom 13.01.2022 Kurs: 94,81 Kürzel: DX∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Eine weitere Dollar-Abwertung könnte den oben beschriebenen charttechnischen Ausbruch aus der Bullenflagge beschleunigen. Wo könnte für Trader also ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade sein?

Ausblick: Unterstützungszone als Long-Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei 1.825 USD notiert. Also noch deutlich unter dem letzten Verlaufshoch bei 1.879 USD. Bevor das Rekordhoch bei 2.089 USD erneut erreicht werden kann, muss zunächst eine Reihe von horizontalen Widerständen durchbrochen werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 13.01.2022 Kurs: 1.825 USD Kürzel: GC∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend unterstützt möglichen Flaggen-Ausbruch

Die Chancen für ein neues Rekordhoch steigen deutlich, sobald der übergeordnete Abwärtstrend in der laufenden Konsolidierung gebrochen ist. Ein Trendbruch wäre mit einem Tagesschlusskurs über 1.919 USD bestätigt. Bis dahin sind es, vom aktuellen Kurs gerechnet, ca. 100 USD. Das scheint machbar zu sein, jedoch müssten die Bullen dafür die horizontalen Widerstände bei 1.835 und 1.880 USD überwinden.

Ein seit August 2021 laufender untergeordneter Aufwärtstrend gibt den Bullen dafür Rückenwind. Eine Abfolge von höheren Verlaufshochs und höheren Verlaufstiefs (vgl. grüne Rechtecke im Chart oben) veranschaulicht Ihnen diesen untergeordneten Aufwärtstrend. Dieser könnte sich mit dem Ausbruch aus der bullishen Flagge beschleunigen.

Ist der Sprung über die 1.835 USD geschafft, wäre ein Angriff des letzten Verlaufshochs bei 1.880 USD möglich. Sollten hier dann diesmal die Bullen die Bären in die Flucht jagen können, könnte der Goldpreis recht schnell in Richtung 1.920 USD ansteigen. Darüber sind Kursziele von 2.000 USD und 2.100 USD denkbar.

Sollte der Goldpreis hingegen die Marke von 1.780 nicht halten können, steht ein Test der ehemaligen Unterstützung bei 1.750 USD auf dem Plan. Sollte diese Marke gebrochen werden, wäre ein schneller Kursrutsch in den Bereich 1.720 USD zu erwarten. Hier befindet sich eine wichtige horizontale Unterstützung.

Neben einem untergeordnet bestätigten Aufwärtstrend und einem möglichen Flaggen-Ausbruch, gibt es weitere Kaufsignale.

Saisonales Muster im Goldpreis

Wenn wir einen Blick auf den Kursverlauf vom 13. Januar bis zum 11. April der letzten 20 Jahre werfen, sehen wir…

Chart vom 13.01.2022 Saisonalität im Gold | Online Broker LYNX

Nach einer schwächeren Phase bis Mitte Januar, haben die Gold-Bullen bis Mitte Februar wieder statistischen Rückenwind. Denn von Mitte Januar bis Mitte Februar konnte der Goldpreis in den letzten 20 Jahren im Schnitt um ca. 3 Prozent zulegen.

Schnäppchenjäger, die für ihren Gold-Einstieg ein gutes Timing suchen, sollten das im Hinterkopf behalten.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Mit dem Kursanstieg in dieser Handelswoche notiert der Goldpreis wieder über dem einfachen 50-Tage sowie 200-Tage-Durchschnitt. Beide Trendindikatoren steigen wieder, was von vielen Marktteilnehmern als bullish gesehen wird.

Sollte es im Gold in den nächsten Tagen zu einem kleinen Rücksetzer kommen, könnte der Preisbereich um die 1.800 USDfür solide Unterstützung sorgen. Denn bei 1.800,90 USD verläuft aktuell der 200-Tage-Durchschnitt. Ein Test dieser Kursmarke könnte von Trend-Tradern zum Kauf genutzt werden. Zugleich verläuft bei 1.799,30 USD das 61,8er Fibonacci-Retracement der dynamischen Aufwärtsbewegung der letzten Handelstage. Hier könnten Käufer in den Markt kommen, die aus der Korrektur in den Markt einsteigen wollen.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,34 für einen Long-Einstieg in den Gold-Future

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützungszone könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Gold liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Gold profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 13.01.2022 Kurs: 1.822 USD Kürzel: GCG2 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 1.800 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 1.774 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern. Damit berücksichtigen Sie auch die aktuelle Schwankungsbreite in Gold.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 1.861 USD liegen. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,34. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Weitere Ziele wären 1.879 USD und danach 1.920 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 1.823 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko für den Trade auf null reduziert.

Fazit der Gold-Analyse:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Die Korrektur im derzeit untergeordnet laufenden Aufwärtstrend könnte eine attraktive Chance für einen Long-Trade eröffnen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 1.800 USD liegen.

Falls es im Gold-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,34 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass die Nominalzinsen weiter steigen und der US-Dollar weiter an Wert gewinnt.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Februar 2022 Kontrakt des Gold-Futures (Symbol: GCG2), oder den kleineren Micro-Future (Symbol: MGCG2) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit hat derzeit das größte Handelsvolumen. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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