Der Kupferpreis hat Anfang Oktober den Turbo gezündet. Über 18 Prozent schoss das rote Metall am Terminmarkt innerhalb von zwei Wochen nach oben. Was waren die Auslöser für diesen Preissprung? Geht die Kursrallye weiter? Wenn ja, wie könnte man davon profitieren? Eine Antwort erhalten Sie anhand einer aussichtsreichen Trade-Idee in dieser Kupfer-Analyse.

Rückblick: 18-Prozent-Rallye im Kupfer

Seitdem Jahreshoch bei 4,8880 USD hat der Kupferpreis in der Spitze fast 20 Prozent verloren. Nach der monatelangen Kupfer-Korrektur folgte genau das, worauf die Bullen schon lange gewartet haben – eine zweistellige Preisrallye.

Fast 20 Prozent schoss der Kurs in den ersten beiden Handelswochen im Oktober nach oben. Am 18. Oktober wurden für einen Kupfer-Kontrakt mit Laufzeit Dezember 2021 (Kürzel: HGZ1) 4,8230 USD gezahlt (vgl. Chart unten).

Chart vom 27.10.2021 Kurs: 4,4513 Kürzel: HGZ1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

In den letzten Handelstagen wurde dieser impulsive Anstieg korrigiert. Über acht Prozent hat der Kupferpreis dabei in der Spitze verloren.

Jetzt fragt man sich: Geht die Preisrallye weiter? Wenn ja, ist das hier schon ein interessantes Einstiegslevel?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große technische und fundamentale Bild einfügt.

Überblick: Konsolidierung auf hohem Kursniveau

Chart vom 27.10.2021 Kurs: 4,4415 Kürzel: HG Monatskerzenkerzen | Online Broker LYNX

Verschnaufpause nach impulsiver Preisrallye

Ein Blick auf den Monatschart (Logarithmische Darstellung) im Kupfer oben zeigt eine impulsive Aufwärtsbewegung von 147 Prozent seit März 2020. Dieser dynamische Anstieg endete im Mai dieses Jahres mit einem neuen Rekordhoch bei 4,8880 USD. In der letzten Handelswoche wurde das Rekordhoch mit einem Wochenhoch bei 4,8230 getestet, konnte aber nicht überwunden werden. Die technische Großwetterlage im Rohstoff Kupfer ist damit als bullish zu bewerten.

Daran ändert auch die derzeitige Konsolidierung nichts. Impulsive Kursanstiege, wie hier im Kupfer, werden generell entweder über den Preis oder die Zeit konsolidiert. Nur so können genügend Käufer für den nächsten Kursschub gefunden werden.

Das diese Konsolidierung in der Kursregion der 2011er Hochs stattfindet ist nicht verwunderlich. Denn das ist aktuell der Bezugspunkt für Kurse knapp unter der 5 USD Marke. Damals gewannen die Verkäufer bei Kursen zwischen 4,5500 USD und 4,6500 USD die Überhand. Ein größeres Angebot sorgte damals für eine Trendumkehr. Ob das wieder passiert, bleibt abzuwarten.

Schauen wir uns an, ob die technische Großwetterlage zu den fundamentalen Rahmenbedingungen passt.

Kupfer Lagerbestände sinken rasant

Das Angebot an Kupfer wird immer knapper. Laut einem Bericht aus dem Handelsblatt vom 21. Oktober kauften Anfang Oktober Rohstoffhändler fast die kompletten Lagerhäuser leer, in denen die Londoner Rohstoffbörse (LME) ihren Bestand an Kupfer aufbewahrt. Von Ende August bis Mitte Oktober ist der Lagerbestand an Kupfer von 240.000 Tonnen auf 14.000 Tonnen zusammengeschrumpft. Das ist ein Rückgang von 94 Prozent! Die knappe Versorgungslage ist kein regionales Phänomen. Weltweit sinken die Lagerbestände an den Rohstoffumschlagplätzen. In Chicago fielen die Kupferbestände im gleichen Zeitraum um 45 Prozent.

Stark gestiegene Energiepreise als Auslöser der Kupferrallye

Preistreiber der Kupferrallye sind die rasant gestiegenen Preise für Energie. Der Kohlepreis hat sich in den letzten drei Monaten fast verdoppelt und auf Jahressicht mehr als vervierfacht. Rund 60 Prozent von Chinas Strom werden aus der Verfeuerung von Kohle gewonnen. Weil die höheren Kosten von den Energieversorgern aufgrund von strengen Regulierungen jedoch nicht weitergegeben werden können, lohnt es sich wirtschaftlich nicht mehr die nachgefragte Menge an Strom zu produzieren. Die Folge: Versorgungsengpässe. China reagiert darauf mit einer Rationierung der Stromversorgung von energieintensiven Industrien. Den Metallschmelzen in China bleibt daraufhin nichts anderes übrig, als ihre Produktion zu drosseln. In Europa ist es nicht anders. Bei den gestiegenen Gaspreisen lohnt sich die Metallproduktion nicht mehr. Das knappe Angebot dürfte den Kupferpreis weiter stützen. Denn um den vollständigen Abbau der Lagerbestände zu verhindern, muss der Kupferpreis deutlich steigen.

Angebotsknappheit verstärkt die Kupfernachfrage

Ausmaß und Tempo der aktuellen Kupferrallye zieht immer mehr Käufer in den Markt. Viele Spekulanten wollen von der Rohstoff-Hausse profitieren. Zum Einsatz kommen hier Terminkontrakte auf Kupfer sogenannte Futures. Normalerweise sind Finanzinvestoren nicht an der physischen Lieferung interessiert. Bei den geringen Lagerbeständen könnten jedoch immer mehr Kupferhändler auch an einer physischen Lieferung interessiert sein. Da mittels Futures viel mehr Kupfer gehandelt wird, als derzeit an Lagerbestand vorhanden ist, kann das im Falle einer hohen Auslieferungsquote zu enormen Marktverwerfungen führen. Die Folge wäre wohl ein gewaltiger Short-Squeeze und ein explodierender Kupferpreis.

Terminkurve verdeutlich die riesige Kupfernachfrage

Kupfer-Kontrakte werden an der Terminbörse mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Lagerkosten kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Gibt es diese Preisaufschläge nicht, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau das ist die aktuelle Situation im Kupfer-Future und verdeutlicht die starke Nachfrage nach dem roten Metall. (vgl. Grafik unten).

Chart vom 27.10.2021 Terminkurve Kupfer Future | Online Broker LYNX

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Korrektur als Einstieg nutzen?

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Kurs derzeit bei ca. 4,4370 USD notiert. Also deutlich unter dem bisherigen Jahreshoch bei 4,8880 USD. Bevor dieses erneut erreicht werden kann, muss der Widerstand am letzten Verlaufshoch aus dem Weg geräumt werden (vgl. Chart unten).

Chart vom 27.10.2021 Kurs: 4,4370 Kürzel: HG∞ Tageskerzen | Online Broker LYNX

Aufwärtstrend signalisiert weiteren Kursanstieg

Aktuell haben die Kupfer-Käufer das Ruder in der Hand. Die Kursgewinne der letzten Wochen haben dazu geführt, dass sich auf einer untergeordneten Trendebene in der Seitwärtsrange ein Aufwärtstrend gebildet hat. Das signalisiert uns einerseits die Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs, welche im Chart oben grün markiert sind. Andererseits wurde im Zuge des laufenden Aufwärtstrends der 50-Tage-Durchschnitt und der 200-Tage-Durchschnitt nach oben durchbrochen. Diese Vorzeichen machen weitere Kursgewinne wahrscheinlicher.

Solange der Kupferpreis nicht unter dem letzten Verlaufstief bei 4,0545 USD schließt, ist der untergeordnete Aufwärtstrend (vgl. grüne Quadrate im Chart) intakt.

Erst mit Kursen unter 3,9615 USD wäre ein Test des größeren Verlaufstiefs bei 3,8490 USD denkbar. Darunter könnte es schnell in Richtung 3,5000 USD gehen.

Aber nach diesem bearishen Szenario sieht es derzeit nicht aus. Denn der Kupferpreis ist trotz der Korrektur in den letzten Tagen immer noch über den gleitenden Durchschnitten. Der laufende Aufwärtstrend ist weiterhin intakt. Alles schaut nach einem Test des Jahreshochs bei 4,8880 USD aus. Vor allem wenn man die fundamentale Situation im Hinterkopf hat.

Neben den Aufwärtstrends gibt es weitere Signale, die für einen steigenden Kupferpreis sprechen:

Das Saisonale Muster im Kupfer spielt den Bullen in die Karten

Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Grafik vom 27.10.2021 Saisonaler Verlauf Kupfer | Online Broker LYNX

Die Wahrscheinlichkeit für einen steigenden Kupferpreis ist von Mitte November bis zum Jahresende hin höher als für fallende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen, dann sehen wir, dass im roten Metall statistisch gesehen ab Mitte November eher mit steigenden Kursen gerechnet werden kann. So stieg der Kupferpreis in den letzten 20 Jahren in diesem Zeitraum durchschnittlich ca. 3,7 Prozent an.

Anleger, die ein gutes Timing suchen, sollten das im Hinterkopf behalten.

Diese technischen Kaufsignale sollten Sie auf dem Radar haben

Erstens notiert der Kupferpreis über dem 50-Tage- und 200-Tage-Durchschnitt. Beide gleitenden Durchschnitte steigen an. Diese Tatsache wird von vielen Markteilnehmern als bullish interpretiert.

Zweitens befindet sich bei 4,3750 USD eine horizontale Unterstützungszone (vgl. Chart oben). Hier drehte der Kurs in der Vergangenheit mehrmals nach unten ab. Mit einem Rollentausch könnte aus einem Widerstand nun eine Unterstützung werden. In dieser Zone, genau bei 4,3495 USD, befindet sich auch das 61,8er Fibonacci-Retracement der letzten Abwärtsbewegung. Diese startete am 30. September bei 4,0545 USD. Ein Test dieser Zone könnte Käufern, die bis jetzt noch nicht dabei sind, die Chance zum Einstieg geben. Der daraus entstehende Nachfrageüberhang könnte dann erneut zu steigenden Kursen führen.

Einblick: Attraktive Trade-Idee mit einem CRV von 2,4 für einen Long-Einstieg im Kupfer

Ein Test der oben beschriebenen Unterstützung im Bereich 4,3500 USD könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade in Kupfer liefern. Damit würden Sie von einer möglichen Aufwärtsbewegung im Kupfer profitieren (vgl. Chart unten).

Chart vom 27.10.2021 Kurs: 4,4210 Kürzel: HGZ1 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterherzurennen.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, können Sie bei 4,3500 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 4,0395 USD, also unter dem letzten Verlaufstief, absichern. Gleichzeitig wird damit auch die aktuelle Volatilität im Kupfer-Future berücksichtigt.

Ein mögliches Gewinnziel wäre bei 5,0955 USD. Daraus ergibt sich für die Trade-Idee ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,4. Natürlich können Sie bei einem hohen Momentum auch versuchen die Gewinne weiterlaufen zu lassen. Ein weiteres Ziel wäre bei ca. 5,2880 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 4,6350 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Das Restrisiko wird damit auf null reduziert.

Fazit der Kupfer-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Kupfer-Futures zeigt: Eine mögliche Fortsetzung des Aufwärtstrends eröffnet eine attraktive Chance für einen Long-Trade. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte im Bereich von 4,3500 USD liegen.

Falls es im Kupfer-Future von dort weg zu einer weiteren Aufwärtsbewegung kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,4 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig. Bei Marktverwerfungen kann es zu einer extremen Volatilität kommen.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem darin, dass der Konjunkturmotor ins Stocken gerät. Die Nachfrage entsprechend stark einbricht. Oder das Angebot kurzfristig erhöht werden kann.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellung können Sie z.B. den Dezember 2021 Kontrakt des Kupfer-Futures (Symbol: HGZ1) oder den kleineren „Mini-Copper“ Future (Symbol: QCZ1) dafür einsetzen. Der Kontrakt mit dieser Laufzeit, hat derzeit ein ausreichend großes Handelsvolumen und steht nicht kurz vor der Fälligkeit. Bitte denken Sie daran, falls der Trade länger laufen sollte, den Future rechtzeitig zu rollen.

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