In diesem Beitrag stellen wir einen ETF vor, der in europäische Wertpapiere aus dem Food & Beverages-Sektor investiert. Der ETF bildet dabei die Entwicklung von Aktien aus 17 Ländern ab.

Informationen zum Referenzindex – STOXX Europe 600 Optimised Food & Beverages Net Total Return Index

Der dem ETF zugrundeliegende Referenzindex STOXX Europe 600 Optimised Food & Beverages Net Total Return Index (NTR) (ISIN: CH0100460846 / Symbol: SXO3R) ist ein Sektorindex, der vom STOXX Europe 600 Index abgeleitet wird. Der vorliegende Referenzindex beinhaltet die größten, mit am meisten Liquidität gehandelten und nach Streubesitz und Marktkapitalisierung ausgewählten Aktien der europäischen Lebensmittel- und Getränkebranche.

Ein Indexkomitee überwacht die Zusammensetzung des Index und überprüft die Zusammensetzung quartalsweise im März, Juni, September und Dezember. Der Referenzindex wird in der Kurs- und Performancevariante (Net Return) in Euro in Echtzeit berechnet und ist in der Haupthandelszeit von 09:00 bis 18:00 Uhr (CET) handelbar. Die Basis des Index liegt bei 1.000,00 Punkten und stammt vom 31. Dezember 2000. Der Referenzindex selbst wurde am 14. Juli 2009 veröffentlicht. (Daten gemäß Stoxx Europe – Stoxx Europe 600 Optimised Food & Beverage Index – Factsheet vom 26. Februar 2021)

Sektor, Währungs- und Länderallokation

Der Referenzindex besteht zu 93,19 Prozent aus Wertpapieren des Sektors Basiskonsumgüter und zu 6,81 Prozent aus Aktiengesellschaften, die dem Sektor Materialien zuzuordnen sind.

Die Länderallokation weist der Schweiz mit einem Anteil von 19,78 Prozent den ersten Platz zu. Nachfolgend finden sich mit 19,30 Prozent Frankreich, mit 18,27 Prozent Großbritannien, mit 14,19 Prozent die Niederlande, mit 11,82 Prozent Belgien, mit 4,94 Prozent Norwegen, mit 4,50 Prozent Dänemark, mit 4,31 Prozent Irland, mit 1,12 Prozent Italien, mit 0,88 Prozent Schweden und mit 0,88 Prozent die Färöer Inseln.

Allein durch die Wertpapiere aus der Schweiz, aus Großbritannien und Norwegen reduziert sich der Währungsanteil des Euros in Bezug auf den Referenzmarkt um 47,5 Prozent, denn die jeweiligen Wertpapiere werden an ihren Heimatbörsen in Schweizer Franken, britischen Pfund und in der norwegischen Krone gehandelt. Außerdem gibt es noch Wertpapiere im Index, die ihre Basiswährung in dänischen und schwedischen Kronen haben. (Daten gemäß Invesco mit dem Stand vom 01. April 2020)

Die Top-Positionen des Referenzindex

Unter den zehn größten Positionen des Referenzindex finden sich die bekanntesten Lebensmittelkonzerne und Getränkekonzerne Europas, die die meisten Verbraucher kennen dürften.

Die drei größten Positionen sind Nestlé mit 15,47 Prozent, Diageo mit 13,81 Prozent und AB Inbev mit 11,82 Prozent. Auf den weiteren Plätzen finden sich noch Danone mit 9,82 Prozent, Pernod Ricard mit 8,60 Prozent, DSM mit 6,81 Prozent, Heineken mit 5,46 Prozent, Kerry Group mit 4,31 Prozent, Carlsberg mit 3,53 Prozent und Associated British Foods mit 2,69 Prozent.

Diese Top-10-Positionen haben bereits eine Gewichtung von 82,32 Prozent. Eine hohe Diversifikation ist dies definitiv nicht. Der Index bietet jedoch zumindest noch 15 weitere Einzeltitel. (Daten gemäß Invesco vom 01. April 2020)

Invesco STOXX Europe 600 Optimised Food & Beverage UCITS ETF im Detail

Der ETF kann über die Xetra erworben werden. Die Fonds- und Handelswährung ist der Euro. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt 0,30 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist thesaurierend. Der ETF nutzt die indirekte, swap-basierte Replikationsmethode. Die Auflage der Anteilsklasse wurde am 07. Juli 2009 lanciert und hat mit dem Stichtag des 12. April 2021 ein verwaltetes Vermögen von 2,628 Millionen Euro.

Die wichtigsten Einzeltitel des ETFs

Da der ETF die swap-basierte, synthetische Replikationsmethode verwendet, ist die Zusammensetzung des Portfolios des ETFs im Vergleich zu der des Referenzindex nahezu komplett unterschiedlich.

Durch den swap-basierten Abbildungsansatz befinden sich im ETF-Portfolio beinahe völlig andere Wertpapiere, nämlich insgesamt 132 Einzelpositionen, die die 25 im Referenzindex enthaltenden Einzeltitel mit einer möglichst geringen Abweichung (möglichst geringer Tracking-Error) abbilden sollen. Die Länder-, Währungs- und Sektorenallokation des ETF-Portfolios unterscheidet sich demnach ebenso erheblich von der des Referenzindex.

Aufgrund der swap-basierten Replikation hat der ETF mindestens einen Swap-Counterpart. Im hier vorliegenden Fall sind es sogar vier bekannte Gesellschaften, nämlich zu 34,71 Prozent die Société Générale, zu 28,48 Prozent JP Morgan Chase 6 Co, zu 26,93 Prozent Morgan Stanley und zu 9,88 Prozent Goldman Sachs – quasi das Who-is-Who der Investmentbankenbranche.

Die größten Einzelpositionen im ETF sind mit 5,51 Prozent SAP, mit 4,01 Prozent Fresenius SE, mit 3,03 Prozent Allianz, mit 2,76 Prozent Volkswagen, mit 2,68 Prozent Deutsche Post, mit 2,61 Prozent Semapa, mit 2,27 Prozent ASML Holding, mit 2,23 Prozent DSM, mit 2,05 Prozent Terveystalo und mit 1,88 Prozent Delivery Hero. Die Gewichtung dieser Top10-Positionen liegt bei 29,03 Prozent. (Daten in Bezug auf den ETF stammen vom 09. April 2019 gemäß Invesco)

Referenzindex und ETF nur mit leichter Performancedifferenz

In 2016 konnte der ETF mit einem Plus von 4,13 Prozent überzeugen, der Index stieg in dieser Zeit um 4,44 Prozent (Betrachtungszeitraum vom 29.02.2016 bis zum 28.02.2017 – damals wies Invesco die Performance noch von Februar zu Februar aus).

Von 2017 bis 2020 wies der ETF ein Plus von 6,93 Prozent auf. Im Vergleichszeitraum erreichte der Index ein Plus von 7,90 Prozent, was einen Tracking-Error von 0,90 Prozent innerhalb von drei Jahren entspricht. In 2020 fiel der ETF allerdings um 8,13 Prozent zurück, während der Index um 7,85 Prozent absackte.

Die Performancedifferenzen liegen überwiegend im Rahmen und sind hauptsächlich mit den Gebühren zu erklären. (Performancedaten in Bezug auf den Referenzindex und den ETF gemäß Invesco-Factsheet vom 28. Februar 2021)

Expertenmeinung – Referenzindex weist sehr viele global agierende Player auf

Der vorliegende ETF bildet mit dem STOXX Europe 600 Optimised Food & Beverages Net Total Return Index zwar einen europäischen Index ab, doch die darin enthaltenen Konzerne sind unschwer auch Weltkonzerne mit einem global ausgerichteten Markenportfolio. Ob man nun diesbezüglich die Weltkonzerne Nestlé, Anheuser-Busch-InBev, Danone, Heineken, Diageo, Pernod-Ricard oder kleinere im Index enthaltene Player als Beispiele heranzieht, sie alle sind global ausgerichtet und sie alle sind mehr oder weniger sensitiv für Entwicklungen, Krisen oder waren eben wie in jüngster Zeit auch von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen.

Ein optimistisches Szenario: Eine Reihe von Wiedereröffnungsszenarien wichtiger Volkswirtschaften, wie beispielsweise der USA oder auch Großbritannien könnten als Paradebeispiel herhalten, wobei deren Auswirkungen auch für den Bereich der Lebensmittel- und Getränkeindustrie nicht zu unterschätzen sind. Wenn zum Beispiel in der Breite die Restaurants und Bars & Pubs wieder öffnen, Veranstaltungen und auch Großveranstaltungen wieder erlaubt sind, dann könnte vor allem auch der Umsatz der Getränkeindustrie wieder erheblich anspringen. Dies wäre beispielsweise auf Sicht von mehreren Monaten auch an der Produktion der Großbrauereigesellschaften AB InBev, Heineken oder Carlsberg (alle drei hier im ETF enthalten) abzulesen und in erster Linie in deren Quartalsberichten zu registrieren.

Wer die gesamte Branche sichtet und dabei auch den Referenzindex allein technisch unter die Lupe nimmt, der wird ohnehin unschwer erkennen, dass der Index noch ein Stück weit von seinen Hochs vom Frühjahr 2019 entfernt ist. Zumindest könnte für den Index demnach das Potenzial gegeben sein, diese alten Kursstände noch zu erreichen. Dies wären in direktem Bezug zum hier vorgestellten ETF zum Zeitpunkt dieser Analyse immerhin respektable 10 Prozent bis zu den Kursständen rund um 475,00 Euro.

Mögliches Setup

ETF Tipp: Mit einem ETF von der Performance der europäischen Lebensmittel- und Getränkebranche profitieren | Online Broker LYNX

Der vorliegende ETF bietet sich neben einer Einzelpositionierung auch für mehrfache Positionierungen an. Für einen längerfristig geplanten Anlagehorizont könnte ein schrittweiser Positionsaufbau im direkten Vergleich zu einer Einmalanlage sogar zielführender sein. Akkumulierungen bei Tages- oder Wochenschwächen wären dann Teil der Positionierungsstrategie. Im Fall einer Einmalanlage könnte nach einer mehrtägigen Kurskorrektur eine Positionierung eingegangen werden.

Ein Kauf wäre zum Beispiel bei 420,00 Euro zu lancieren, wobei das Kursziel bei 475,00 Euro liegen könnte. Die Position könnte zudem mit einem Stoploss bei 400,00 Euro abgesichert werden. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei diesem Setup bei 2.75.

Über den Emittenten des ETFs – Invesco: Die Invesco Ltd. mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia ist ein Finanzdienstleistungskonzern und Asset-Manager. Die Aktien des Unternehmens sind an der NYSE gelistet und Mitglied im S&P500. Invesco ist mit über 8.000 Beschäftigten in 25 Ländern vertreten, verwaltet mit dem Stand November 2020 über 1,294 Billionen US-Dollar an Anlagevermögen und hat Kunden in über 120 Ländern. Im Jahr 2006 erwarb Invesco den US-ETF-Anbieter Powershares und im Jahr 2010 das Privatkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft von Morgan Stanley. Invesco baute mit einer weiteren Übernahme von Source Mitte 2017 sein ETF-gGeschäft nochmals aus. Ende September 2017 kaufte man zusätzlich das ETF-Geschäft von Guggenheim Investments. In Europa bietet Invesco derzeit rund 80 ETFs an.

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