Mit dem in diesem Beitrag präsentierten ETF können Investoren die größten Aktiengesellschaften aus den USA und Kanada in ihr Depot buchen und neben der reinen Performance auch von den wiederangelegten Dividenden profitieren.

Referenzindex – FTSE North America Index

Der dem ETF zugrunde liegende Referenzindex FTSE North America Indexist ein von der FTSE Global Equity Index Series (GEIS), die insgesamt 98 Prozent der globalen Marktkapitalisierung abdeckt, abgeleiteter Index. Der Referenzindex ist ein die Marktkapitalisierung gewichtender Index, der die Performance der nordamerikanischen Large- und Mid Caps misst. In den Index werden demnach kanadische Wertpapiere und US-Aktien aufgenommen. Die Dominanz der USA ist mit beinahe 96 Prozent jedoch mehr als deutlich.

Die Top 10 Positionen wiesen mit dem Stand des 26. Februar 2021 eine Marktkapitalisierung in Höhe von 8,547 Billionen US-Dollar auf. Der aus 632 Einzeltiteln bestehende Index wies im Vergleichszeitraum eine Marktkapitalisierung von 35,023 Billionen US-Dollar auf, davon entfielen lediglich umgerechnet 1,469 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung auf kanadische Wertpapiere. Die durchschnittliche Dividendenrendite betrug im Vergleichszeitraum 1,60 Prozent. Der Index hat eine Basis vom 31. Mai 2000 mit einem Startwert von 200,00 Punkten. Die Berechnung des Index erfolgt als end-of-day. Der Index wird in US-Dollar, britischen Pfund, japanischen Yen, Euro und weiteren lokalen Währungen angeboten und auf seine Zusammensetzung halbjährlich im März und September überprüft. (Daten gemäß FTSE North America Index-Factsheet vom 26. Februar 2021)

Vanguard FTSE North America UCITS ETF im Detail

Der ETF kann über die Börse London in US-Dollar (USD) erworben werden. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt nur 0,10 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist thesaurierend. Zusätzlich zu der in diesem Artikel vorgestellten Variante, gibt es den Fonds auch in der ausschüttenden Variante. Die Fonds- und Handelswährung ist in unserem Beispiel der US-Dollar. Für Euro-Investoren addiert sich somit zum allgemeinen Kursrisiko auch noch das Währungsrisiko hinzu. Der ETF nutzt die vollständige physische Replikationsmethode und erwirbt die Aktien demnach direkt. Der ETF wurde am 23. Juli 2019 aufgelegt und das Volumen der Anteilsklasse betrug mit dem Stichtag des 28. Februar 2021 rund 257,7 Millionen US-Dollar.

Die Top 10 Positionen des ETFs

Die größten Positionen sind mit 5,57 Prozent Apple, mit 4,96 Prozent Microsoft, mit 3,74 Prozent Amazon.com, mit 1,76 Prozent Facebook A-Aktien, mit 1,73 Prozent Alphabet A-Aktien, mit 1,69 Prozent Alphabet C-Aktien, mit 1,45 Prozent Tesla, mit 1,30 Prozent Berkshire Hathaway B-Aktien, mit 1,27 Prozent JPMorgan Chase & Co. und mit 1,19 Prozent Johnson & Johnson.

Diese Top 10 bringen es somit auf eine Gesamtgewichtung von 24,66 Prozent. Aufgrund dieser Gewichtung ist von einer ausreichenden Diversifikation auszugehen. Das Gesamtportfolio weist noch 626 weitere Positionen auf. (Daten gemäß des Vanguard-Factsheets vom 28. Februar 2021)

Einzelheiten zur Sektoren-, Währungs-, und Länderallokation

Die wichtigsten Sektoren sind mit 27,7 Prozent IT, mit 16,1 Prozent Nicht-Basiskonsumgüter, mit 13,1 Prozent Industrie, mit 12,2 Prozent Gesundheitswesen, mit 12,1 Prozent Finanzwesen und mit 5,0 Prozent Basiskonsumgüter. Auf den weiteren Plätzen finden sich hier noch die Sektoren Telekommunikation, Energie, Versorgungsbetriebe, Immobilien, Basismaterialien und Sonstige.

Die Länder- und Währungsallokation weist zu 95,8 Prozent die USA und den US-Dollar und zu 4,1 Prozent Kanada und den kanadischen Dollar auf. (Daten gemäß Vanguard vom 28. Februar 2021)

Referenzindex mit langfristig sehr starker Performance

Da der Fonds erst am 23. Juli 2019 aufgelegt wurde, gibt es erst für das Jahr 2020 eine Gesamtjahresperformance auszuweisen. Betrachtet man diese, konnte der ETF in 2020 um 19,71 Prozent und der Referenzindex um 19,51 Prozent zulegen. Die Performance des Referenzindex in 2019 betrug +30,75 Prozent.

Seit der Auflage konnten der ETF um 31,7 Prozent und der Referenzindex um 31,3 Prozent zulegen. Da der Referenzindex Performancedaten bis zum 31. Mai 2000 bietet, sind langfristige Angaben jederzeit auf allen Zeitebenen verfügbar. Auf Sicht von 10 Jahren gewann der Referenzindex um 216,72 Prozent hinzu. (Performancedaten in Bezug auf Referenzindex gemäß Vanguard vom 28. Februar 2020)

Expertenmeinung – billiges Geld, Stimuli und ein hohes Impftempo könnten den US-Markt treiben

Der Anteil der USA im vorliegenden ETF ist mit rund 96 Prozent sehr klar dominierend. Aus diesem Grund soll hauptsächlich auf die US-Wirtschaft eingegangen werden.

Die jüngsten ausgewiesenen US-Daten vom Dienstag, den 16. März 2021 weisen auf die jüngste Schwächephase der US-Wirtschaft hin. Die Februar-Kapazitätsauslastung lag mit 73,8 Prozent unterhalb des erwartenden Wertes von 75,4 Prozent und auch die Februar-Industrieproduktion fiel schwächer aus, denn sie sank um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat Januar, anstatt um 0,4 Prozent zu klettern.

Viel wichtiger war kurz zuvor aber die Veröffentlichung des US-Einzelhandelsumsatzes, welcher durch das veröffentlichende United States Census Bureau publiziert wurde. Danach zeigen die Februar-Einzelhandelsdaten Folgendes. Der US-Einzelhandelsumsatz fiel von 579,1 Milliarden US-Dollar auf 561,7 Milliarden US-Dollar erheblich zurück. Vom Monat Januar 2021 zum Monat Februar 2021 ergab sich somit ein Minus von 3,0 Prozent. In der etwas längerfristigen Betrachtung stieg der Einzelhandelsumsatz von Dezember 2020 bis Februar 2021 aber im Vergleich zum Zeitraum vom Dezember 2019 bis zum Februar 2020 um 6,0 Prozent. Zusätzlich wurden die Vormonate Dezember 2020 und Januar 2021 von 5,3 Prozent auf 7,3 Prozent Wachstum nach oben revidiert.

Die Aufteilung der Einzelhandelsumsätze verwundert indes nicht unbedingt, denn der Online-Handel wies seit Februar 2020 ein Umsatzplus von 25,9 Prozent auf, während beispielsweise Restaurants und Bars ein Minus von 17,0 Prozent im Vergleichszeitraum zu verbuchen hatten. Die Corona-Krise schob demnach den Online-Handel kräftig an und rettete damit auch vielen Produzenten die Umsätze. Man stelle sich einmal vor, wo die US-Wirtschaft ohne die großen Online-Unternehmen wäre. Ob dies auf Dauer gut ist, bleibt abzuwarten, denn das Sterben des US-Einzelhandels geht weiter und mit ihm die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien.

Dem US-Verbraucher kommt in den USA eine Schlüsselrolle zu, denn die Wirtschaft ist mit einem sehr hohen Anteil vom Binnenmarkt abhängig. Der US-Verbraucher steht für den wichtigsten Anteil am US-BIP. Fällt der US-Verbraucher aus, dann steht die US-Wirtschaft sehr schnell auf tönernen Füßen. Deshalb werden die gigantischen Konjunkturpakete, erhöhte Arbeitslosenhilfen, Hilfspakete mit Schecks an Privatpersonen und vieles mehr ja auch aufgelegt. Mit den gegenwärtigen Stützungsmechanismen, wie dem 1,9 Billionen US-Dollar schweren US-Konjunkturpaket der Regierung Biden, steuert man in Washington ja bereits kräftig gegen und treibt die Erholung der Wirtschaft voran.

Die Börsen mögen diesbezüglich schon recht viel eingepreist haben, doch jüngst nochmals nach oben revidierte BIP-Prognosen der bekannten US-Investmentbanken und auch der Fed weisen auf eines besonders hin, nämlich auf ein sehr starkes Jahr für die Volkswirtschaft USA. Wenn man nun auch noch ein mehrere Billionen US-Dollar schweres Infrastrukturprogramm in den USA auflegt (die Regierung Biden bastelt Meldungen zufolge bereits daran), dann dürften insbesondere die großen Aktiengesellschaften der USA davon überproportional profitieren. Diese Wertpapiere sind im hier vorgestellten ETF hauptsächlich enthalten.

Zusätzlich wäre die US-Notenbank Federal Reserve stützend für die weitere Wirtschaftsentwicklung anzuführen, denn die Fed könnte den gegenwärtig an den Terminmärkten eingepreisten Wahrscheinlichkeiten von Zinserhöhungen zufolge, bis in das Jahr 2022 nicht an der Zinsschraube drehen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von 0,00 bis 0,25 Prozent auf 0,25 bis 0,50 Prozent liegt zum Zeitpunkt dieser Analyse gerade einmal bei rund 11 Prozent.

Ein weiterer Bonuspunkt für eine stärkere Erholung der US-Wirtschaft ist das bereits sehr hohe Impftempo. In den USA wurden mit dem Stand des 15. März 2021 schon über 108 Millionen Impfstoffdosen verimpft. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bis dato nur 9,7 Millionen Dosen gespritzt. Je schneller die Bevölkerungen durchgeimpft werden, desto eher können die Volkswirtschaften wieder in den Regelbetrieb umschalten. Für die USA sieht das derzeit im direkten Vergleich zu Deutschland recht komfortabel aus.

Mögliches Setup

Eine Neupositionierung wäre erst nach einer Konsolidierung anzuraten. Ein Kauf wäre beispielsweise bei der Marke von 92,50 US-Dollar zu lancieren. Die Position wäre mit einem Stop-Loss bei 89,50 US-Dollar abzusichern. Das Ziel wäre bei 100,00 US-Dollar zu sehen. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei diesem Setup bei 2,50.

Der Emittent Vanguard Group: Die Vanguard Group Incorporated ist 1975 gegründet worden und verwaltet mit dem Stand des 31. Januar 2021 ein Kundenvermögen in Höhe von 7,2 Billionen US-Dollar. Insgesamt bietet die Gesellschaft 440 Fonds für seine weltweit über 30 Millionen Kunden. Vanguard hat den Firmensitz in Valley Forge im US-Bundesstaat Pennsylvania und hat über 17.600 Mitarbeiter. Die Eigentümerstruktur des Konzerns ist genossenschaftlich.

Über den Indexanbieter FTSE Russell: Der Indexanbieter FTSE Russell ist der London Stock Exchange Group zuzuordnen. FTSE Russell gehört wie Dow Jones oder zum Beispiel STOXX zu den bekannten Indexanbietern der Finanzindustrie. Das Produktportfolio umfasst Indizes quer durch alle Anlageklassen in über 70 Ländern. Diese Indizes decken rund 98 Prozent des investierbaren Marktes ab. Quer durch alle Assetklassen werden Indizes für rund 350 institutionelle Kunden angeboten. Angaben von FTSE Russell nach werden derzeit Wertpapiervolumina mit einem Gesamtwert von rund 16 Billionen US-Dollar in FTSE-Russell-Indizes zusammengefasst.

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Dirk Friczewsky, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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