Mit dem vorgestellten ETF kann sich ein Anleger ein aus 87 Einzelpositionen bestehendes, taiwanesisches Wertpapierportfolio in sein Depot holen und somit direkt und ohne hohe Gebühren von der Entwicklung der Wirtschaft Taiwans profitieren.

Informationen zum Referenzindex – MSCI Taiwan 20/35 Index (USD)

Der dem ETf zugrundeliegende MSCI Taiwan 20/35 Index (USD) (Bloomberg-Ticker. NU727318) beinhaltet die Large-Cap- und Mid-Cap-Aktien des taiwanesischen Aktienmarktes. Die Gewichtung des größten Einzelwertes ist mittels der Indexmethodik auf 35 Prozent beschränkt. Die weiteren Einzeltitel dürfen die Schwelle von 20 Prozent Einzelgewichtung nicht überschreiten. Deshalb auch der Zusatz beim Titel des Index mit den Angaben 20/35.

Der Referenzindex besteht aus 87 Einzeltiteln, die nahezu 85 Prozent der streubesitzadjustierten Marktkapitalisierung des taiwanesischen Aktienuniversums abdecken. Der Index wurde am 15. Oktober 2019 veröffentlicht, bietet aber rückgerechnet (back-tested data) eine Kurshistorie bis zum Jahr 2009 an. Der Index wird in US-Dollar berechnet und wird quartalsweise im Februar, Mai, August und November ausbalanciert.

Zum 31. Mai 2021 wies der Referenzindex eine Marktkapitalisierung in Höhe von 1,199 Billionen US-Dollar auf. Bei einem genaueren Blick stellt man jedoch schnell fest, dass diese durch einen Wert wesentlich beeinflusst wird, denn allein der Spitzenwert Taiwan Semiconductor Manufacturing hatte am Stichtag des 22. Juni 2021 eine Marktkapitalisierung von 591,94 Milliarden US-Dollar.

Top-Positionen des Referenzindex

Die größten Positionen des Referenzindex sind mit 31,17 Prozent Taiwan Semiconductor Manufacturing, mit 5,53 Prozent Mediatek, mit 5,28 Prozent Hon Hai Precision Industry, mit 2,36 Prozent United Microelectronics, mit 2,18 Prozent Delta Electronics, mit 1,8 Prozent Fubon Financial Holding, mit 1,64 Prozent Nan Ya Plastics, mit 1,63 Prozent Chunghwa Telecom, mit 1,6 Prozent Cathay Financial Holding und mit 1,57 Prozent China Steel.

Diese Top 10 Einzeltitel weisen eine Gewichtung von 54,76 Prozent auf. Aufgrund der Gewichtung könnte zwar von einer noch ausreichenden Diversifikation ausgegangen werden, da der Referenzindex insgesamt aus 87 Einzeltiteln besteht, doch die Einzelgewichtung von Taiwan Semiconductor ist schon sehr hoch und könnte ein herbes Einzelpositionsrisiko für den Index darstellen. (Daten in Bezug auf den ETF gemäß LYXOR vom 17. Juni 2021)

Sektoren-, Länder- und Währungsallokation des Referenzindex

Der vorliegende ETF verfolgt als Ziel die Abbildung eines Index, der sich beinahe vollständig aus taiwanesischen Aktien zusammensetzt. In Bezug auf die Länderallokation ist der Anteil Taiwans bei einem taiwanesischen Aktienindex logischerweise sehr hoch und liegt hier bei 99,00 Prozent. Das restliche Prozent entfällt auf China.

Die Referenzwährung für Wertpapiere, die an der taiwanesischen Börse in Taipeh gehandelt werden, ist der taiwanesische Dollar.

Die Top-Sektoren sind mit 66,02 Prozent IT, mit 14,71 Prozent Finanzdienstleistungen, mit 7,18 Prozent Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, mit 4,04 Prozent Industrie und mit 2,7 Prozent Nicht-Basiskonsumgüter. Der Rest verteilt sich auf Kommunikation, Basiskonsumgüter, Energie, Gesundheitswesen und Andere. (Daten in Bezug auf den ETF gemäß LYXOR vom 17. Juni 2021)

Lyxor MSCI Taiwan UCITS ETF im Detail

Der ETF (ISIN: LU1900066033 – WKN: LYX018) kann mittels des Handelssymbols TWN über die Xetra erworben werden. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt 0,45 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist thesaurierend. Die Fonds- und Handelswährung ist der Euro.

Der ETF nutz die swap-basierte, synthetische Replikationsmethode. Die Swap-Gegenpartei ist die Société Générale. Die Anteilsklasse wurde am 28. März 2007 aufgelegt und hat mit dem Stichtag des 21. Juni 2021 ein NAV in Höhe von 70,3 Mio. Euro.

Top-Positionen des ETFs

Aufgrund der swap-basierten (synthetischen) Abbildungsmethode weist der ETF im direkten Vergleich zum Referenzindex eine beinahe vollständig abweichende Portfoliostruktur auf.

Die Top-10 sind hier mit 9,85 Prozent Amazon.com, mit 9,14 Prozent Facebook, mit 9,09 Prozent Tesla, mit 8,00 Prozent Alphabet A, mit 4,75 Prozent Apple, mit 4,66 Prozent S&P Global, mit 4,56 Prozent Microsoft, mit 4,54 Prozent Exxon Mobil, mit 4,45 Prozent Boeing und mit 4,41 Prozent Air Products & Chemicals. Diese Top10 weisen eine Gewichtung von 63,45 Prozent auf. (Daten in Bezug auf den ETF gemäß LYXOR vom 17. Juni 2021)

Performance kurz- und langfristig mehr als zufriedenstellend

In der kumulierten Betrachtung konnte der ETF seit der Auflage 301,28 Prozent zulegen, während der Index um 344,55 Prozent kletterte.

Seit Jahresanfang wies der ETF einen Zugewinn von 22,92 Prozent auf, während der Index ein Plus von 23,14 Prozent erreichte. Insbesondere 2019 war ein sehr gutes Jahr – der ETF zog um 38,38 Prozent an, der Index um 38,91 Prozent. Die Performancedifferenz zwischen Index und ETF ist mit Gebühren und Transaktionskosten ausreichend darzustellen – der Tracking-Error ist nicht zu hoch.

Expertenmeinung – Taiwans Halbleiterindustrie könnte weitere Schubkraft für Taiwans BIP sein

Projektionen für eine Volkswirtschaft gehörten schon immer zu einer nicht ganz einfachen Disziplin. Besonders in Zeiten der Corona-Krise konnte man mit der ein oder anderen Prognose in den letzten Monaten immer wieder kolossal danebenliegen. In Bezug auf Taiwan und die taiwanesische Wirtschaftslage kommt dann noch das geopolitische Risiko hinzu, denn Taiwan könnte zwischen den Interessen von Peking und Washington zerrieben werden. Peking betrachtet Taiwan als abtrünnigen Teil der Volksrepublik. Das sieht man in Taipeh natürlich anders und reicht in vielen Belangen eher Washington die Hand. Dies konnte man jüngst auch wieder bezüglich der aus China angebotenen Impfstoffe für Taiwan erkennen. Die Regierung in Taipeh winkte dankend ab und akzeptierte die Offerte der USA Impfstoff zu liefern.

Die Corona-Infektionen waren in den letzten Monaten immer mal wieder in Taiwan lokal aufgeflammt. Gerade aktuell verbreitet sich offenbar die Delta-Variante recht schnell. Die Rede ist zunächst nur von Altenheimen, doch man sieht anhand der recht breiten und schnellen Ausbreitung in China in den Provinzen Guangdong und Shenzhen, die schon zu Hafenschließungen und starken Reglementierungen führte, den Erst der Lage. Demnach kann es auch für Taiwan schnell wieder problematisch werden. Es steht daher zur Debatte, inwieweit dies den taiwanesischen Binnenkonsum und auch den Dienstleistungssektor treffen könnte. Die BIP-Daten für das zweite und dritte Quartal werden dies erst zeigen können. Noch wäre beispielsweise gemäß den Schätzungen der DBS aus Singapur ein BIP-Plus für 2021 in Höhe von 5,0 Prozent möglich. Sollte sich die Delta-Variante stärker ausbreiten, dürfte dies das BIP möglicherweise bis auf ein Plus von etwa 4,0 Prozent Richtung Süden drücken. Über dieses Abwärtsrisiko kann leider nicht hinweggedacht werden. Von Seiten der Regierung stehen die Zeichen für fiskalische Maßnahmen noch auf Expansion.

Taiwan spielt eine große Rolle in der weltweiten Versorgung mit Halbleitern. Das sieht man ja auch an der recht gewaltigen Größe von Taiwan Semiconductor Manufacturing Incorporated. Allein dieser Konzern steht ja auch für einen erheblichen Anteil am taiwanesischen Aktienmarkt. Aufgrund der derzeit angespannten Versorgungslage könnte Taiwan zumindest von der erhöhten Nachfrage und somit von einer erhöhten Produktion profitieren. Gut dabei ist auch, dass Taiwans Halbleiterkonzerne zu einem nicht ganz geringen Anteil auch in Festlandchina produzieren lassen. Sollte China diesen Wirtschaftszweig Taiwans aufgrund zunehmenden politischen Drucks beschneiden wollen, würde sich Peking wenigstens ins eigene Fleisch schneiden. Alles in allem könnte aber gerade dieser Wirtschaftszweig in den nächsten beiden Quartalen hohe einstellige, bis zweistellige prozentuale Wachstumsraten erzielen, wie es noch in einem Research der DBS von Mitte Mai 2021 heißt. Aufwärtspotenzial wäre zudem noch vorhanden, sollte Taiwan die Ausbreitung der Delta-Variante größtenteils unterbinden können.

Mögliches Setup

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Neupositionierungen wären nach einem weiteren Rücksetzer als sinnvoll zu erachten. Alternativ zur hier vorgestellten Positionierung wäre ein schrittweises Akkumulieren möglich. Eine Position könnte bei 23,50 Euro eröffnet werden. Das Kursziel könnte bei 26,50 Euro liegen. Die Position könnte mit einem Stoploss bei 22,950 Euro abgesichert werden. Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt bei diesem Setup bei 3.00.

Über den Emittenten LYXOR: Der Emittent LYXOR und Lyxor Asset Management sind eine Marke der Société Générale Group. Der erste ETF von LYXOR wurde bereits 2001 lanciert. Mit der Verschmelzung von Comstage (Lyxor erwarb die EMC-Division der Commerzbank) bietet Lyxor eine Auswahl aus über 300 Fonds an. Lyxor Asset Management weist ebenfalls mit dem Stand April 2021 insgesamt ein AUM in Höhe von 213,3 Mrd. US-Dollar auf (darin sind auch 23,5 Milliarden US-Dollar in Assets under Advisory enthalten).

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