TUI Aktie Prognose TUI: Wie verliere ich in kürzester Zeit die Hälfte meines Geldes

News: Aktuelle Analyse der TUI Aktie

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TUI
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Wie erkennt man, was einem wirklich droht? Volatilität und dauerhafter Kapitalverlust sind schließlich nicht dasselbe. Vor dem einen sollte man wirklich Angst haben, vor dem anderen nicht. Wie sieht es bei TUI aus?

Und täglich grüßt das Murmeltier

Es gibt Themen, bei denen fühle ich mich wie eine Schallplatte in Endlosschleife. Ich kann nicht zählen, wie viele warnende Artikel ich zu TUI über die Jahre veröffentlicht habe.

Wenn Sie weiterscrollen, werden Sie ein halbes Dutzend entsprechender Artikel aus den letzten Monaten finden. Zuletzt vom 17. Mai bei einem Kurs von 2,87 Euro:
Anlegerliebling TUI

Vor wenigen Tagen notierte die Aktie am Tief bei 1,45 Euro, was nahezu einer Halbierung entspricht. Es waren also nur wenige Wochen notwendig, um die Hälfte des Geldes zu verlieren.

Hoffentlich hat keiner unserer Leser, und davon gehe ich aus, diese schmerzhafte Abwärtsbewegung mitgenommen.
Lernen können wir alle etwas daraus, egal ob man an Bord des sinkenden Schiffs mit dem Namen TUI ist, oder nicht.

Machen Sie sich das Leben einfach

Man sollte sich das Leben an der Börse einfach machen und nicht versuchen, schlauer zu sein als der Markt.
Und glücklicherweise gibt es simple Methoden, die den Großteil ernstzunehmender Probleme verhindern.

Was meine ich mit „ernstzunehmenden Problemen“? Damit meine ich dauerhaften Kapitalverlust.

Volatilität ist nicht das Problem. Es kann durchaus vorkommen, dass man ein Top-Unternehmen kauft und der Kurs anschließend um 50% sinkt.

In diesen Situationen hat man eben zu viel bezahlt. Das ist unerfreulich, aber kein Genickbruch.
Wer in den letzten Jahrzehnten Berkshire Hathaway gekauft hat, musste vom Hoch zum Tief mehrfach einen Verlust von 50% hinnehmen.
Am Ende hat die Aktie aber immer wieder ein neues Hoch erreicht.

Es kam also nicht zu einem dauerhaften Kapitalverlust.

Ganz andere Situation

Bei TUI sieht das anders aus. Selbst wenn man das Jahrestief von 2019, 2014 oder meinetwegen 2002 getroffen hätte, wäre man heute erheblich im Minus.

Es droht nicht nur ein dauerhafter Kapitalverlust, er ist bereits eingetreten, egal ob man die Verluste realisiert hat oder sich noch davor sträubt.

Bei schlechten Unternehmen hilft es nicht, einen Crash auszusitzen. Die Kurse erholen sich zwischenzeitlich zwar, aber langfristig droht ein neues Tief.
Und selbstredend schneiden die Aktien von erfolgreichen Unternehmen langfristig besser ab – das ist gar keine Frage, sondern Fakt.

Versuchen Sie also nicht, schlauer zu sein als der Markt. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum man mit TUI in den letzten 5, 10 oder 20 Jahren kein Geld verdienen konnte.

Mittel und Wege

Kommen wir zu der einfachsten Methode, um uns solche Aktien wie TUI zu ersparen. Wir hatten es bereits in unzähligen Artikeln thematisiert. Schauen Sie sich einfach den Trackrecord an.

Der war bei TUI bereits vor Corona miserabel. Die Branche verzeichnete erhebliches Wachstum, bei TUI war der Umsatz allerdings rückläufig. Je nach Betrachtungszeitraum hätte man bestenfalls argumentieren können, dass er stagniert.

Für mich persönlich hätte sich die Aktie bereits an diesem Punkt erledigt. Sie haben richtig gelesen, das hätte bereits ausgereicht.
Warum sollte man sich mit einem offensichtlichen Branchenverlierer beschäftigen?

Dafür sollte Ihnen ihre Zeit zu schade sein.

Wer die Zeit dennoch aufgewendet und sich näher mit dem Unternehmen beschäftigt hat, wäre sicherlich nicht bullischer geworden.

Niedrige Margen, unstetige Gewinne, hohe Schulden, steigende Aktienzahl und so weiter.

Erosion

Durch Corona hat sich die Lage nicht verbessert. Während Krisen stehen Branchenverlierer plötzlich mit dem Rücken zur Wand und die Gewinner der Branche können ihre Stärke ausspielen. Sie bauen ihren Vorsprung weiter aus.

Diejenigen mit hohen Margen verzeichnen sinkende Gewinne, die mit niedrigen Margen wie TUI fahren Milliardenverluste ein, müssen vom Staat gerettet werden und sind zu Kapitalerhöhungen gezwungen.

Um zu verdeutlichen, wie extrem sich all das auswirkt, hilft vermutlich ein Blick auf die Daten je Aktie.
Vor zehn Jahren erzielte TUI einen Umsatz von 73 Euro je Aktie, heute sind es 9 Euro. In einigen Jahren könnte der Umsatz wieder bei 11-12 Euro je Aktie liegen.

Es hat also eine dramatische Verschiebung zuungunsten der Anleger stattgefunden. Wenn man bedenkt, dass TUI heute auch noch erheblich mehr Schulden hat als vor der Corona-Krise, wird es nicht besser.

Denn natürlich fallen für diese Schulden Zinsen an, was die Investitionskraft des Unternehmens unterminiert und die Profitabilität zusätzlich belastet.

Die operative Marge von TUI lag 2019 übrigens bei 2,20%. Wird es zukünftig noch weniger sein?

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Vorherige Analysen der TUI Aktie

Seit etlichen Jahren tauchen in den Listen der meistgesuchten Aktien auf allen möglichen Internetportalen dieselben Aktien auf.

TUI ist einer dieser Stammgäste, ebenso wie E.On, RWE, Thyssen oder die Deutsche Bank.
Was die Aktien eint, ist das große Anlegerinteresse und die Tatsache, dass sich mit ihnen kein Geld verdienen ließ.

Das erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Warum interessieren sich so viele Anleger für Aktien wie TUI, warum beschäftigen sie sich mit derartigen Problemfällen, statt sich das Leben einfach zu machen?

Fragen, auf die ich keine Antwort kenne. Vermutlich ist den meisten Anlegern gar nicht bewusst, was sie sich ins Depot laden.

Einfache Nummer

Dabei ist es in vielen Fällen so einfach, die Probleme aufzuspüren und zu erkennen. Der Tourismus-Sektor hat vor Corona über Jahre hinweg enormes Wachstum verzeichnet.

Reisen und schöne Bildchen, die man auf Instagram & Co. teilen kann, sind das Statussymbol der jüngeren Generation.

Daher sollte es bei TUI eigentlich laufen, so vermutlich die These. Wer allerdings einen Blick in das Zahlenwerk des Unternehmens wirft, konnte auch vor Corona kaum zu einem positiven Ergebnis kommen.

In den Geschäftsjahren von 2012 bis 2019 stagnierte der Umsatz und pendelt weitgehend zwischen 18 und 20 Mrd. Euro.
Was konnte man also realistischerweise für die Zukunft erwarten? Auf was zielte ein Investment ab?

Der Teufel und das Weihwasser

TUI war bereits damals ein Branchenverlierer und kaum profitabel. Die operative Marge pendelte in all den Jahren zwischen 2,4 und 4,0%.
Ein klarer Aufwärtstrend war nicht zu erkennen.

Das gilt natürlich auch für den Gewinn, der in diesem Zeitraum zwischen -0,09 und +0,94 Euro je Aktie schwankte, ab 2016 aber rückläufig war.

Auch hier stellt sich wieder die Frage, was man realistischerweise für die Zukunft erwarten konnte?

Als Anleger müssen wir vor solchen Aktien schützen, hier gibt es nichts zu gewinnen, auch ohne Krise.
Das galt vor 5 Jahren und das gilt heute.

Denn die Situation von TUI hat sich durch Corona keineswegs verbessert. Man hat Milliarden an Schulden angehäuft und gigantische Kapitalerhöhungen durchgeführt.
Das schwächt die Investitionskraft des Konzerns dauerhaft und mindert die Profitabilität.

Man darf und muss die Frage stellen, ob TUI jemals dazu in der Lage sein wird, seine Schulden ohne weitere Kapitalerhöhungen, wieder zurückzuzahlen.

Da der Konzern in den letzten 2 Jahren mehr Schulden gemacht hat als man zuvor in 10 Jahren verdient hat, ist das sehr fraglich.

Chart vom 17.05.2022 - Kurs: 2,87 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 17.05.2022 – Kurs: 2,87 Kürzel: TUI1 – Wochenkerzen

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Wochen sind viele Aktien der Reisebranche ordentlich nach oben geschossen. Während in den USA Titel wie Booking oder Airbnb eine gute Performance ablieferten, ging es hierzulande mit der TUI-Aktie deutlich Richtung Norden.

Nachdem sich im Januar eine überaus solide Seitwärtskonsolidierung bildete, wurde diese mittlerweile durch einen Breakout über die Marke von rund 3.22 EUR gebrochen. Ein klares Kaufsignal aus technischer Sicht, welches das Wertpapier mittlerweile wieder in einen technischen Aufwärtstrend zurückkatapultiert hat.

Expertenmeinung: Auch der Pullback im gestrigen Handel konnte gut verarbeitet werden und erneut zeigten die Bullen rund um die Breakout-Marke erhöhtes Kaufinteresse. Zudem war das Volumen im gestrigen Handel wieder überdurchschnittlich hoch – ein klares Zeichen erhöhter Nachfrage.

Solange die Ausbruchsebene nicht mehr nach unten gebrochen wird, stehen die Chancen auf eine Fortsetzung der Rallye äußerst gut. Das Nächste Kursziel scheint auch klar. Die Bullen werden sich besonders auf die Anfang Oktober entstandene Kurslücke im Bereich bei 3.75 EUR konzentrieren. Immerhin eine gute 20% Chance in den kommenden Wochen.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 14.02.2022 Kurs: 3.22 Kürzel: TUI | Online Broker LYNX

Endlich Licht am Ende des Tunnels? Bringen der TUI -Fonds und das Ende der Pandemie die große Wende? Wir zeigen Ihnen die Knackpunkte und charttechnischen Schlüsselstellen.

Bitte.

Dass die Pandemie und die Einschränkungen bald ein Ende haben mögen, darauf hoffen wohl alle. Das eint sowohl die Kritiker wie auch Befürworter von Maßnahmen, Impfungen und was auch immer.
Hauptsache, die Geschichte ist bald zu Ende und es kehrt wieder Normalität ein.

Trotzdem gibt es einige, für die steht besonders viel auf dem Spiel. Das trifft auf TUI wie auch auf die gesamte Tourismusbranche zu.
Noch stärker hat wohl niemand unter der Pandemie gelitten.

Dementsprechend beflügelt die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie hier besonders die Fantasie der Anleger.
Schließlich äußert sich ein Experte nach dem anderen zunehmend optimistisch.

Omikron scheint zwar extrem ansteckend zu sein, allerdings zu sehr viel weniger schweren Verläufen und Krankenhausaufenthalten zu führen.
Das bewirkt eine schnellere Durchseuchung der Bevölkerung, ohne das Gesundheitssystem zu überlasten.

Bei TUI hat das zu einem regelrechten Kaufrausch geführt. Die Aktie ist in kürzester Zeit von 2,30 auf über 3,00 Euro geschossen und aktuell sieht es so aus, als könnte die Rallye noch weitergehen.

Chart vom 10.01.2022 Kurs: 3,15 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.01.2022 Kurs: 3,15 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

Kann der heutige Anstieg über 3,10 Euro per Tagesschluss bestätigt werden, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 3,25 und 3,50 Euro.
Einzig der Abwärtstrend bei 3,17 Euro scheint die Aktie noch im Zaum zu halten.

Gelingt der Ausbruch allerdings nicht und TUI fällt wieder unter 3,10 Euro zurück, müssen Kursverluste in Richtung 3,00 – 2,95 Euro eingeplant werden.
Fällt die Aktie unter 2,90 Euro, haben die Bullen ihre Chance vertan.

Zwei Welten

Die Raison der Anleger dürfte recht einfach sein. Ein Ende der Pandemie dürfte bedeuten, dass das Geschäft von TUI wieder so läuft, wie vor der Krise. Daher könnte doch auch der Kurs wieder auf dieses Niveau zurückkehren?

Das Problem ist allerdings, dass man zwischenzeitlich enorme Schulden angehäuft hat, für die Zinsen fällig werden, die natürlich den Gewinn mindern.
Darüber hinaus wurden erhebliche Kapitalerhöhungen durchgeführt, wodurch das Ergebnis je Aktie noch weiter sinkt. Daher ist es rational betrachtet sehr unwahrscheinlich, dass die Kurse auf absehbare Zeit wieder das Vorkrisenniveau erreichen werden.

Es ist fraglich, ob das allen Anlegern bewusst ist.

Zurück auf Wachstumskurs

Vielen Anlegern dürfte auch nicht klar sein, dass TUI schon vor Corona ernstzunehmende Probleme hatte.

Gemeinhin wird TUI als Marktführer in einer interessanten Branche wahrgenommen. Tatsächlich ist der Tourismus-Sektor in den Jahren vor Corona auch überproportional stark gewachsen, leider ist bei TUI davon rein gar nichts angekommen.

Der Umsatz stagnierte seit mehr als einem Jahrzehnt.
Die Margen waren notorisch niedrig und der Konzern verdiente kaum Geld.

Daher stand man in der Krise auch sofort mit dem Rücken zur Wand, benötigte Staatshilfen und musste massive Kapitalerhöhungen durchführen.

Ist das die Wende?

Daher ist der Konzern auch hoch verschuldet und gar nicht in der Lage, größere Investitionen in die Zukunft zu stemmen.

Daher möchte TUI jetzt einen Fonds auflegen, um Gelder von Investoren einzusammeln. Berichten zufolge gibt es bereits erste Interessenten und tatsächlich würde es mich nicht wundern, wenn TUI ausreichend Kapital zur Verfügung gestellt wird.

Doch denken wir kurz einen Moment darüber nach. Im Endeffekt ist es ein Armutszeugnis, dass TUI diesen Umweg gehen muss.
Das offenbart, dass man es allein nicht kann, nicht stark genug ist.

Man scheint keine andere Möglichkeit mehr zu haben, um an Kapital zu kommen.

TUI selbst stellt die Sache natürlich als Win-win-Situation dar. Der Konzern erhält das notwendige Kapital, um in Kreuzfahrtschiffe, Hotels & Co. zu investieren und die Anleger erhalten eine gewisse Rendite.

Doch denken wir kurz einen Moment darüber nach. Sollte diesen Zweck nicht die TUI -Aktie selbst erfüllen? Wofür sind Aktien sonst da?
Gründet TUI gerade einfach noch eine TUI, nur im Kleid eines Fonds? Es scheint so.

Abschließend stellt sich die Frage, ob TUI oder der Fonds nun ein interessantes Investment sein könnte.

Die Investoren sollen es richten: Mehr Geld

Schaut man sich an, wie gut TUI bisher Geld verwaltet hat, wäre ich äußerst zurückhaltend. Selbst ohne Details zu kennen, sollte das jeden Investor abschrecken.

Doch womöglich werden die Konditionen für die Fonds-Anleger auch herausragend gut sein. Das würde dann aber wiederum TUI schaden.
Sind die Konditionen hingegen schlecht, würde das TUI natürlich helfen.

Ist es überhaupt möglich, dass beide Seiten gewinnen?

Am wahrscheinlichsten erscheint eher, dass sich beide langfristig als schlechtes Investment herausstellen werden.
Denn eins ist sicher: Turnarounds sind schwierig und sehr selten. Das gilt vor allem für Unternehmen, die eine lange Geschichte von Fehlentscheidungen und -Investitionen hinter sich haben.
Das gilt umso mehr für margenschwache, hoch verschuldete Branchenverlierer.

Am Ende stellt sich auch die Frage, wie TUI die Fonds-Anlegern noch nennenswert entlohnen möchte, wenn man auf Konzernebene nur auf eine operative Marge von um die 3% kommt.

Damit das irgendwie aufgeht, müssten die neuen Geschäftsfelder von TUI sehr viel profitabler sein, als das bisherige Geschäft.
Wenn das aber so wäre, warum sollte TUI dann andere daran beteiligen?

So richtig will die Sache keinen Sinn ergeben. Auf mich wirkt die Sache wie eine Mischung aus Publicity-Stunt und Taschenspielertrick.

Wieder Verkaufssignale bei TUI. Wird jetzt das Tief aus dem Corona-Crash angesteuert? Wie sieht die langfristige Prognose aus?

Genug.

Zu TUI ist eigentlich alles gesagt. Wenn man in anderthalb Sätzen zusammenfassen möchte, sieh es aus meiner Sicht so aus:
Wir hatten es bereits vor Corona mit einem Underperformer und Branchenverlierer zu tun, der durch die Krise noch weiter beschädigt wurde.
Durch massive Kapitalerhöhungen und die Schulden, wird der Gewinn je Aktie auf unabsehbare Zeit, oder nie wieder, das Vorkrisen-Niveau erreichen.
Darüber hinaus ersticken die überbordenden Schulden auch die Zukunftsfähigkeit und Investitionskraft des Unternehmens.

Wer sich hier engagiert, spielt russisch Roulette mit dem eigenen Konto.
Im Endeffekt sollte TUI abgewickelt werden. Für die werthaltigen Teile des Unternehmens werden sich bessere Betreiber finden lassen.

Statt TUI mit Staatshilfen zu retten, hätte man lieber die Mitarbeiter direkt unterstützen sollen. Das wäre günstiger gewesen.

Ende der Geschichte

Falls sie weitere Informationen zum Unternehmen suchen, finden Sie sie in einem halben Dutzend von Warnungen, die ich über die Jahre hinweg auf Lynxbroker.de veröffentlicht habe – auch vor Corona.

Aktuell am wichtigsten, ist vielleicht die folgende Analyse, in der ich eine Rechnung angestellt hatte, was TUI noch wert sein könnte:
TUI: Die nächste Ohrfeige

Einige Lehren, die man daraus ziehen kann, finden Sie womöglich hier:
TUI: -30% in 10 Tagen. Hört das auch wieder auf?

Mit Unterschreiten von 2,70 und 2,50 Euro ist es jeweils zu prozyklischen Verkaufssignalen gekommen.
Mögliche Kursziele liegen bei 2,20 und 2,10 Euro. Darunter wäre dann der Weg in Richtung 1,80 Euro frei.

Chart vom 19.11.2021 Kurs: 2,45 Kürzel: TUI1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 19.11.2021 Kurs: 2,45 Kürzel: TUI1 – Tageskerzen

An dieser Stelle wäre die Aktie aus meiner Sicht dann fair bewertet. Ob das ein Engagement rechtfertigt, wage ich dennoch zu zweifeln.
Warum sollte man sich diese Kopfschmerzen ins Depot holen?

In der Vergangenheit hat es langfristig auch nichts gebracht, wenn man einen „guten“ Preis für TUI gezahlt hat. Am Ende ist die Aktie auf ein noch tieferes Niveau gefallen. Selbst die Kurse aus den 1990er Jahren sind Lichtjahre entfernt.

Es wäre gut möglich, dass der Boden aus dem Vorjahr bei 1,50 Euro oder sogar das Crash-Tief bei 1,26 Euro nochmal angesteuert wird.

Die nächste Runde

Dazu muss es nicht kommen, aber die derzeitige Entwicklung der Corona-Zahlen gibt wenig Grund zur Hoffnung.
Die Bundesregierung hat heute wieder neue Reisewarnungen ausgesprochen. Darunter wichtige Reiseländer wie Griechenland.

Unterdessen verbrennt TUI jeden Tag Geld und niemand weiß, wann und ob der Reisekonzern wieder profitabel sein wird.
Die operative Marge von TUI lag 2019 bei 2,4%. Viel Störfeuer ist also nicht nötig, um den Konzern in die roten Zahlen rutschen zu lassen.

Und es scheint nahezu sicher zu sein, dass der Reiseverkehr auf Jahre hin nicht mehr das Vorkrisen-Niveau erreichen wird.

Bis dahin dürfte TUI weiter rote Zahlen schreiben. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres musste man einen Verlust von 2,44 Mrd. Euro einstecken. Im vierten Quartal und Anfang kommenden Jahres dürfte es nicht besser laufen.

TUI wird entweder noch mehr Schulden aufnehmen müssen, was bei Nettoverpflichtungen von 6,35 Mrd. Euro kaum denkbar ist, oder weitere Kapitalerhöhungen durchführen.
Doch wer wird hier nach dem jüngsten Debakel und kurz nach einer Kapitalerhöhung über 1,1 Mrd. Euro noch mitspielen?

Mein Geld bekommen sie sicherlich nicht.

Man muss es sich doch nur vergegenwärtigen. TUI verbrennt derzeit 800 Mio. Euro pro Quartal, was rund 20% des Börsenwerts entspricht.
Und die Zeit verfliegt…

Die Aktionäre von TUI müssen ein gehöriges Maß Leidensfähigkeit mitbringen. Das gilt für die letzten 10 Tage, die letzten 10 Monate und die letzten 10 Jahre.

Ich hoffe, Sie sind nicht engagiert. Weder seit 10 Tagen oder gar einer Dekade oder mehr. Schmerzhaft wäre es in beiden Fällen.
Doch egal, ob Sie die Aktie im Depot haben, oder in der glücklichen Lage sind, keine TUI -Papierschnipsel zu besitzen: Lernen kann man an dem Beispiel TUI sehr viel.

Der Schein trügt

Da viele Leser aber nur eine kurzfristige Einschätzung möchten, nehme ich die gerne vorweg.
Könnte es mit der TUI -Aktie noch eine ganze Ecke tiefer gehen? Ich würde behaupten ja.

In der letzten Analyse vor kaum mehr als einer Woche, als TUI noch bei 3,20 Euro notierte, hatte ich den fairen Wert der Aktie auf 1,80 Euro beziffert. (TUI: Die nächste Ohrfeige)
Wir werden sehen, ob dieser Kurs bald erreicht wird oder nicht.

Als Anleger sollten Sie sich klarmachen, dass TUI sehr viel teurer ist, als es auf den ersten Blick erscheint.
Es ist zwar richtig, dass der Kurs in den letzten zweieinhalb Jahren massiv eingebrochen ist. Im Gegenzug ist aber die Zahl der Aktien deutlich gestiegen. Darüber hinaus hat TUI Milliarden an Schulden angehäuft.

Das ist bereits die erste Lehre. Nur weil eine Aktie optisch günstig aussieht, ist sie es noch lange nicht.

Ist trotzdem Potenzial vorhanden?

Was die meisten Leser aber wissen wollen, ist, ob trotzdem Potenzial vorhanden ist. Kann oder soll man TUI jetzt kaufen?

Darauf gibt es zwei Antworten: Ja, es ist Potenzial vorhanden. Die Chancen stehen recht gut, dass die Aktie irgendwann in der Zukunft auch wieder auf einem höheren Niveau notieren wird.
Was in 10 Tagen um 30% einbrechen kann, kann auch wieder steigen.

Chart vom 21.10.2021 Kurs: 2,68 Kürzel: TUI1 - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.10.2021 Kurs: 2,68 Kürzel: TUI1 – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht ist die Aktie oversold, ein Bounce ist immer möglich. Selbst wenn es nur ein „dead cat bounce“ ist. Dazu scheint es gerade zu kommen.

Aus meiner Sicht ist es das Risiko aber nicht wert. Egal ob als Trade und umso mehr als Investment.

Sie merken es vielleicht, ich versuche heute mal wieder Überzeugungsarbeit zu leisten. Ich habe schlichtweg die Hoffnung, den einen oder anderen Leser vor Schaden bewahren zu können.

Die Zeit ist dein Feind

Schwach bleibt schwach. Das ist die zweite Lehre.

Charlie Munger hat es womöglich etwas eleganter ausgedrückt: „Time is the friend oft the wonderful company and the enemy oft he mediocre.“
Die Zeit ist also der Freund guter Unternehmen und der Feind mittelprächtiger Unternehmen.

Investieren Sie in Branchenverlierer und schwache Unternehmen, arbeitet die Zeit gegen Sie.
Es ist gar keine Pandemie nötig, um eine Katastrophe in Ihrem Depot anzurichten.

TUI war auch zuvor kein heller Stern, sondern ein ständiger Rohrkrepierer. Man kann nahezu blind einen Zeitpunkt der letzten 20 Jahre auswählen und 5 oder 8 Jahre danach notierte die Aktie auf einem noch niedrigeren Niveau.

Von 2000 bis 2005 ging es beispielsweise um 60% abwärts. In den fünf darauffolgenden Jahren nochmal um 50%.
Seitdem hat sich die Aktie nochmal halbiert.

Selbsttäuschung

Ist die Aktie zwischenzeitlich auch gestiegen? Selbstverständlich. Aber wer trifft schon konstant und immer wieder das Tief und nimmt dann auch noch im richtigen Moment Gewinne mit, bevor einem die Sache wieder um die Ohren fliegt?

Wer mit solchen Aktien hantiert, gegen den spielt nicht nur die Zeit, sondern auch die Statistik.
Ohne die statistischen Wahrscheinlichkeiten auf seiner Seite zu haben, wird man aber weder Erfolg als Trader noch als Investor haben.

Denn um nichts anderes geht es an der Börse.

Falls Sie mit Ihren Resultaten an der Börse vollends zufrieden sind, besteht kein Handlungsbedarf und wahrscheinlich machen Sie die meisten gängigen Fehler nicht. Falls das aber nicht der Fall sein sollte und Sie Ihre Performance verbessern möchten, hilft nur eins:
Das, was man bisher getan hat, kritisch hinterfragen.