Warren Buffett: Der nette Milliardär von Nebenan

Er ist der Mann hinter Berkshire Hathaway, der mit zuletzt 262.350 US-Dollar teuersten Aktie der Welt. Er ist der drittreichste Mensch des Planeten. Man nennt ihn unter Investoren das „Orakel von Omaha“. Warren Buffett, mittlerweile 86 Jahre alt, prägt seit Jahrzehnten die Welt des Investments. Wenn Mr. Buffett spricht, hört jeder zu.

Und doch ist Warren Buffett ein Mann, der ganz ohne Glanz und Glamour auskommt. Er wohnt in demselben Haus, das er im Jahr 1958 als junger Mann mit seiner Frau gekauft hat, wirkt wie der freundliche ältere Herr von Nebenan und geht mit seinen Erfolgen nicht hausieren. Gerade deswegen wird er so bewundert. Er wirkt wie „einer von uns“, nicht wie manche abgehobene Super-Reiche, die in einer anderen Welt zu leben scheinen, in der Recht und Anstand ein Problem anderer Leute ist. Warren Buffet zeigt, dass jeder von uns imstande wäre, so erfolgreich zu sein wie er. Dass nur er es ist und nicht viele andere auch, hat indes seine Gründe.

Waren Buffet: „Businessman“ ab dem sechsten Lebensjahr

Wenn man die Lebensgeschichte von Warren Buffett liest, muss man unwillkürlich lächeln. Zum einen, weil man sich so sehr diesen freundlichen älteren Herren vorstellen kann, wie er mit nur sechs Jahren beginnt, seine ersten „Geschäfte“ zu machen. Zum anderen, weil unwillkürlich der Eindruck entsteht, dass es genau einer wie er sein müsse, der am Ende nicht nur große Erfolge erzielt, sondern sie auch zu bewahren versteht. Ähnlich übrigens ist die Lebensgeschichte der Börsenlegende André Kostolany (1906 – 1999).

Warren Buffett wurde 1930 als zweites Kind eines Brokers geboren. Das mag die Basis gewesen sein, dass er schon in frühester Kindheit erkannte, dass es gar nicht so schwer ist, Geld zu verdienen, wenn man nur Ideen hat. Seine Karriere im Business begann er mit sechs Jahren, in dem er Sixpacks Coca Cola für 25 Cent erstand und die einzelnen Flaschen dann für fünf Cent verkaufte. Fünf Cent Gewinn pro Sixpack – eine Rendite von 20 Prozent … und damals war ein Dollar noch weitaus mehr wert als heute. Später verkaufte er unter anderem auch gebrauchte Golfbälle – alles Dinge, die scheinen, als könnte jeder auf die Idee kommen. Aber irgendjemand muss sie eben als erster haben – und genau so ein Typ ist Warren Buffet.

Er hat zwar auch einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften der New Yorker Columbia University vorzuweisen. Und seine Studien haben zweifellos das Fundament des nötigen theoretischen Wissens für seine Karriere als Investor gebildet. Aber dass Warren Buffet so viel erfolgreicher wurde als alle anderen, basiert auf etwas anderem:

Die „Superkräfte“ des Warren Buffett

Besonnenheit, Geduld und die Fähigkeit, Fehler einzugestehen und daraus zu lernen. Das sind die entscheidenden drei „Superkräfte“, die Mr. Buffett von uns unterscheiden. Richtig, eigentlich können wir alle das auch. Aber Mr. Buffett konnte es nahezu immer. Uns hingegen, bei dem einen öfter, bei dem anderen seltener, funken permanent die Emotionen dazwischen. Wenn plötzliche, extreme Veränderungen auftreten, saust der Adrenalinpegel in die Höhe und wir verfallen ins „Fight-or-Flight“-Syndrom:

Hauptsache etwas tun! Flucht oder Attacke, egal was, nur sofort! An der Börse kommt einen das meist teuer zu stehen. Warren Buffett hingegen behielt ein Jahrzehnt nach dem anderen die nötige Ruhe und machte sogar aus Fehlern Erfolge. Und seine Holding Berkshire Hathaway war dafür das beste Beispiel.

Buffett arbeitete bis 1956 für kurze Zeit nach seinem Studienabschluss als Wertpapieranalyst, verlegte sich dann aber darauf, einen Investmentpool zu betreiben. Diese „Buffet Partnership“ bestand bis 1969 und erzielte in den Jahren ihres Bestehens im Schnitt Renditen von knapp 30 Prozent pro Jahr. Dieser Pool wurde 1969 aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt bot Buffett seinen Anlegern an, ihre Anteile in die neu gegründete Berkshire Hathaway-Holding zu überführen – zu 43 US-Dollar pro Aktie. Was dieser Anteil heute wert ist, zeigt der nachfolgende Chart:

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Die Berkshire Hathaway-Aktie (ISIN: US0846701086) seit 1990. Achten Sie auf die Skalierung links, sie bildet nicht je einen Dollar, sondern jeweils tausend Dollar ab. Aktueller Kurs 262.350 US-Dollar!

Berkshire Hathaway: Vom großen Fehler zur einmaligen Erfolgsstory

Warren Buffett hatte bereits in seiner „Buffet Partnership“ Beteiligungen an Unternehmen aufgebaut, die ihm lukrativ erschienen. Dabei ging es nie um Einflussnahme. Er mischte sich nicht in die Geschäfte seiner Investments ein, weil er ja gerade deswegen dort investierte, weil er sicher war, dass man dort wisse, was zu tun ist. Doch beim Textilunternehmen Berkshire Hathaway musste er erkennen, dass er einen Fehler gemacht hatte.

Mit der Zeit wurde ihm klar, dass sich das Unternehmen nicht gegen die zunehmende Konkurrenz aus dem Süden der USA und aus Asien würde durchsetzen können. Eigentlich wollte er die Beteiligung abstoßen. Doch nach einem Wortbruch des damaligen Geschäftsführers übernahm er Berkshire komplett und begann das Unternehmen in eine Holding zu verwandeln.

Ende der Sechziger Jahre übernahm Buffett eine Versicherung und eine Bank. Über Jahrzehnte hinweg war das Versicherungs- und vor allem das Rückversicherungsgeschäft der größte Gewinnbringer der Holding, während das Textilgeschäft sukzessive verkleinert und Mitte der Achtziger Jahre ganz eingestellt wurde. Interessant dabei: Berkshire Hathaway wurde als Aktie nicht nur nie gesplittet, es wurde auch nie eine Dividende bezahlt. Mit den erreichten Gewinnen vergrößerte Buffett sein Investmentportfolio.

Das einzige Zugeständnis an die Anleger war die Einführung einer „Baby-Berkshire-Aktie“ im Jahr 1996 (ISIN: US0846707026). Seither kann man eine A-Aktie, die „Große Berkshire“ in 1.500 B-Aktien tauschen, die dann weiterbestehen und ebenso an der Börse handelbar sind. Allerdings hat die B-Aktie zwar 1/1.500 Wert der A-Aktie, aber nur 1/10.000 Stimmrechte.

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Dabei sind in den letzten Jahren zwar vor allem Käufe großer Aktienpakete bei führenden Unternehmen wie Apple, Coca Cola, der Washington Post, der Münchener Rück oder American Express durch die Schlagzeilen gegangen. Aber Berkshire Hathaway besitzt auch zahlreiche Unternehmen ganz, wobei einige durchaus bekannt sind. So gehört Berkshire Hathaway unter vielen anderen Fruit of the Loom, Duracell, R.C. Wiley oder Businesswire.

Die Grundregeln des „Buffett-Investments“

In all den Jahren blieb Buffett dabei, sich nicht in die Geschäfte seiner Unternehmen und Beteiligungen einzumischen. Während laut Daten vom Februar 2017 ca. 367.000 Menschen Mitarbeiter der zu Berkshire Hathaway gehörenden Unternehmen sind, beträgt die Zahl der für Berkshire Hathaway an sich arbeitenden Menschen nur 25, Buffett inklusive. Das ist eines der entscheidenden Elemente, die Warren Buffets Erfolg ausmachen. Er selbst fasst das immer wieder sinngemäß so zusammen:

Berkshire Hathaway investiert nur in Unternehmen, deren Produkte wir verstehen können. In Unternehmen, die eine auch langfristig positive Perspektive haben, basierend auf hoher Ertragskraft, guten, attraktiven Produkten und einer ausreichend langen, erfolgreichen Vorgeschichte. Wir müssen der Unternehmensführung vertrauen können. D.h. da müssen kompetente und ehrliche Leute sitzen. Und die Bewertung des Unternehmens muss günstig sein.

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Berkshire Hathaway und Dow Jones im direkten Performance-Vergleich: Berkshire-Aktionäre erzielten über die letzten zehn Jahre gut das Doppelte.

Das klingt simpel. Und das ist es auch. Man könnte auch sagen: Kaufe etwas Gutes, wenn es günstig ist und lass die Finger von Investments, die all diese Kriterien nicht erfüllen.

Eigentlich könnten wir das alle auch. Aber kaum jemand ist imstande, sich so lange so konsequent an seine eigenen Grundsätze zu halten. Immer wieder kommen die Emotionen ins Spiel und werfen uns Stöcke in die Speichen. Und in vielen von uns steckt auch ein heimlicher Spieler, der immer wieder sein Recht fordert. Warren Buffett, der nette Milliardär von nebenan, vereint Geduld, Intelligenz, Ideenreichtum und Vernunft in einem Maß, wie es sonst kaum jemandem gelingt. Und weil er gerade wegen dieser Eigenschaften „einer von uns“ geblieben ist, wird er zu Recht als großes Vorbild gesehen und geliebt.

Gut, dass Mr. Buffett die Anleger an seinen Fähigkeiten teilhaben lässt und dass, seit es die „Baby-Berkshire“ gibt, auch diejenigen, die nicht gerade eine Viertelmillion für eine einzige Aktie übrig haben, von seinen Fähigkeiten profitieren können. Der Erfolg gibt ihm Recht, wie der vorstehende Chart unterstreicht, der die Performance des Dow Jones und der Berkshire Hathaway A-Aktie über die letzten zehn Jahre vergleicht (rechte Skala). Das muss Warren Buffet erst einmal jemand nachmachen.

Weitere Informationen zu Warren Buffetts Investmentstrategie, seiner Aktienwahl und der Depotaufstellung finden Sie hier: Warren Buffett – Der erfolgreichste Investor des 20. Jahrhunderts

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