Passiv investieren: Darauf sollten Sie achten

Tipps um langfristig passiv an der Börse eine Rendite zu erwirtschaften

An den Chancen der Börsen teilzuhaben, ohne den Aufwand zu betreiben, sich das Handwerkszeug eines Investors anzueignen, das Kursgeschehen permanent zu überwachen und sich der Risiken einer falschen Entscheidung oder auch nur eines falschen Timings auszusetzen, das wäre wunderbar. Und ja, es ist möglich, „passiv“ zu investieren. Aber das will richtig angegangen und organisiert sein. Was wäre der beste Weg, um als passiver, nicht nonstop zu Entscheidungen genötigter Anleger eine gute Rendite bei überschaubarem Risiko zu erzielen? Dazu finden Sie in diesem Artikel einige Empfehlungen.

Andere machen zu lassen ist nicht unbedingt der beste Weg

Geben Sie Ihr Geld einfach einem Vermögensverwalter und die machen das dann schon, könnte ein Rat sein. Aber ist der auch gut? Eine Vermögensverwaltung ist keineswegs billig. Und wer Stück um Stück investieren möchte, einen Teil seines Einkommens auf die Seite legen und vermehren will, ist nicht gerade ein Traumkunde der Vermögensverwalter. Da sollte man schon mit einer ordentlichen Summe antreten. Für den Sparer, der über mehrere Jahre, womöglich, wenn er zeitig beginnt, was nie ein Fehler ist, über Jahrzehnte hinweg investieren will, sind andere Wege besser geeignet.

Der übliche Weg ist, sich von seiner Bank einfach Fondsanteile verkaufen zu lassen, die die Bankberater empfehlen (d.h. mangels Fachwissens der Sparer eigentlich alleine aussuchen). Und dann gilt es zu hoffen, dass der nette Berater ein gutes Händchen hatte und die auflaufenden Gewinne die Fondsgebühren übersteigen.

Aber diese beiden Optionen würden eine tatsächlich komplette Passivität bedeuten. So sehr, dass man, da gibt es Fälle genug, über die Jahre glatt vergisst, dass da immer eine kleine Summe in irgendwelche Fonds fließt. Von denen viele, wie die Erfahrung zeigt, gar nicht wissen, was für Fonds das eigentlich sind, in die sie seit Ewigkeiten einzahlen. Das Problem dabei ist nicht, dass man sie vergisst. Denn wer vergisst, dass da eine erkleckliche Summe langsam größer wird, ist in der glücklichen Lage, sie aufgrund eines ausreichenden Kapitalpolsters auch vergessen zu können. Die Erben freuen sich. Das Problem kann sein, dass man damit auf die Nase fällt, denn:

Langfristig steigen Aktien ja sowieso? Vorsicht!

Der Spruch, dass Aktien langfristig immer steigen, ist zwar nicht unbedingt falsch. Aber es kommt sehr darauf an, wann die Charts beginnen, mit denen Experten einem das zu beweisen versuchen. Und es kommt sehr darauf an, wie lang Ihr Atem ist, wenn es um das Investieren geht. So zeigt z.B. der folgende Chart der Börse in Tokio, konkret der Nikkei 225-Index, dass man da seit fast 30 Jahren darauf wartet, irgendwann mal wieder den Einstiegskurs zu sehen, wenn man Ende der Achtzigerjahre eingestiegen wäre. Sicher, da kommt dann immer wieder das Argument des „Averagings“:

Wichtige Regeln für passives Investieren

Wenn man über Jahrzehnte immer dieselbe Summe investiert, kauft man an einem Tief mehr Aktien, Fondsanteile oder ETFs, am Hoch weniger. Daraus errechnet sich dann ein Schnittwert, der starke Ausschläge glättet. Aber davon mal abgesehen, dass niemand auf eine andere Art passiv investieren würde, indem er z.B. stur jeden Monat dieselbe Zahl an ETF-Anteilen kauft: Auch diese Vorgehensweise rechnet sich nur wirklich ordentlich, wenn der Markt, in den man investiert, grundsätzlich in einem Aufwärtstrend verläuft. Das also gilt es als erstes zu prüfen. Konkret:

Machen Sie einen Trendcheck – die Richtung muss stimmen

Läuft z.B. der Aktienmarkt, in den ich investieren möchte, grundsätzlich in einem Aufwärtstrend? Schwankungen in beide Richtungen sind völlig normal, aber es ist kein guter Start, wenn man ausgerechnet mitten in einer Baisse zu kaufen beginnt. Was auch heißt: Ob dieser Aufwärtstrend noch vorliegt, sollte regelmäßig, zumindest einmal im Monat, geprüft werden.

Hierzu sollte man sich den Verlauf z.B. eines Aktienindex als Chart ansehen, idealerweise ganz langfristig, auf Monatsbasis, und prüfen, ob die markanten Tiefs jeweils noch unter den vorherigen liegen, der Index idealerweise in einem Aufwärtstrendkanal verläuft, wie es beim hier als Beispiel gezeigten, marktbreiten US-Index S&P 500, der sich als Basis für ein Investment in US-Aktien gut eignen würde, der Fall ist. Wer kann, legt zudem noch eine Regressionsgerade an, um zu prüfen, ob dieser Durchschnitt womöglich gebrochen wurde. Dazu braucht es keines teuren Chartprogramms, ggf. behilft man sich mit Charts, die im Internet überall zugänglich sind und einem Lineal, das man an den Bildschirm hält. Aufpassen sollte man, wenn diese Regressionsgerade unmittelbar durchbrochen wurde. Das deutet auf steigende Gefahren hin.

Und nicht minder wichtig, um zu beurteilen, ob der langfristige, übergeordnete Trend noch in Ordnung ist und sich die Fortführung des Investments anbietet, ist die 200-Wochen-Linie, d.h. der Durchschnitt der letzten 200 Börsenwochen. Diese Linie wird von den Investoren weltweit beobachtet und dient als eine Scheidemarke zwischen „Kaufen“ und Abstinenz bzw. dem Verkauf von Positionen für langfristige Investments. Für mittelfristige Anleger ist es die 200-Tage-Linie, die bedeutsam ist … aber wer langfristig und tendenziell passiv agiert, für den sind mögliche „Absacker“ von ein paar Wochen uninteressant. Da geht es nur darum, nicht ausgerechnet bei einer jahrelangen Baisse immer weiter Geld zu investieren.

Der Markt, der auf dem Prüfstand steht, muss einen Kurslevel über dieser 200-Wochen-Linie haben, wie im vorstehenden Beispiel des DAX gezeigt. Fällt der Kurs unter die Linie, würde es sich anbieten, mit den Käufen zu pausieren und erst wieder einzukaufen, wenn diese Linie zurückerobert wurde. Auch für die monatliche Überprüfung dieser Linie braucht es keines eigenen Chartprogramms, gleitende Durchschnitte (oft als SMA abgekürzt, d.h. „Simple Moving Average“) können die meisten frei zugänglichen Charts im Internet darstellen.

Streuung der Risiken – auch für passives Investment eine Pflicht!

Es ist völlig egal, ob man als aktiver Trader agiert oder eher passiv investiert: Man darf niemals alles auf ein Pferd setzen! Wer nur einzelne Aktien kauft und die liegen lässt, erlebt meist sein blaues Wunder. Ein im Jahr 2010 überzeugendes, starkes Unternehmen mit einer Aktie in einem klaren Aufwärtstrend kann im Jahr 2015 und auch noch im Jahr 2020 ein starkes Unternehmen sein … muss es aber nicht! Sterne gehen auf und fallen wieder.

Nehmen Sie z.B. die vor wenigen Monaten noch so beliebte Facebook-Aktie, von der die meisten dachten, dass sie eine Einbahnstraße nach oben wäre, dass einem da nun wirklich nichts anbrennen könnte. Der folgende Chart zeigt sie im Vergleich zum vorgenannten, 500 Aktien umfassenden S&P 500-Index. Man kann es nicht übersehen: Der Stern von Facebook befindet sich derzeit erheblich im Sinkflug.

Es wäre daher besser, nicht nur in einzelne Aktien, sondern in marktbreite Indizes zu investieren, so z.B. in den S&P 500 für US-Investments, in den Euro Stoxx 50 für Europa oder den Nikkei 225 für Japan. Damit verteilen, „streuen“ Sie das Risiko, das einzelne Aktien aufweisen.

Und es wäre darüber hinaus auch ratsam, sich dann nicht nur auf einen einzigen Aktienmarkt zu stützen, z.B. ganz ausschließlich in den DAX zu investieren. Denn über langfristige Zeitspannen hinweg entwickeln sich die einzelnen Märkte durchaus sehr unterschiedlich, wie der folgende Chart zeigt, der die Entwicklung von DAX, S&P 500 (USA) und Nikkei 225 (Japan) seit der Jahrhundertwende zeigt.

Wenn Sie sich z.B. je ein Standbein für Europa, die USA und Asien zulegen UND dann immer dann aussetzen, wenn einer der Indizes, auf die Sie sich stützen, unter seine 200-Wochen-Linie rutscht, fahren Sie weitaus besser, als wenn Sie sich nur auf ein „Pferd“ verlassen würden.

Soll man lieber in Fonds oder ETFs investieren?

Bleibt noch die Frage, in was konkret man denn investieren könnte? Welches „Vehikel“ wäre am besten geeignet? Für passive Investoren bieten sich eigentlich nur zwei Wege an: Das Investments in „klassische“, aktiv gemanagte Fonds oder in ETFs, d.h. in sogenannte „Exchange Traded Funds“, die einen Index meist unmittelbar nachbilden, indem sie die im Index enthaltenen Aktien im Verhältnis ihres Gewichts im Index vorhalten.

Die Erfahrung, dass Fondsmanager keine Glaskugel haben und starke Impulse einzelner Aktien daher nicht vorhersehen können, führte dazu, dass die Mehrzahl der aktiv gemanagten, „klassischen“ Fonds über die meiste Zeit hinweg nicht so gut laufen wie der Index, an dem sie sich orientieren. Und gelingt es einem Fonds, den Index in einem Jahr zu schlagen, muss das nicht von Dauer sein. Daher nimmt der Anteil an passiv gemanagten Fonds, den ETFs, sukzessive zu. Damit würde man an der Entwicklung des Index sehr präzise und mit nur geringen Gebühren voll teilhaben, wie der folgende Chart zeigt, der den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 und einen Euro Stoxx 50-ETF über fünf Jahre hinweg abbildet.

Auch ETFs könnten über einen Sparplan, den man mit einer Bank eingeht, abgewickelt werden. Aber wenn man ohnehin vorhat, ein klein wenig sein Investment selbst zu steuern, indem man in einer Baisse zeitweise aussetzt, wäre es ja auch kein Problem, die regelmäßigen Käufe selbst vorzunehmen. Denn ETFs werden ja, wie der Name sagt, an den Börsen gehandelt und sind damit mit zwei, drei Klicks im Depot.

Fazit: Ideal ist „passives Investment“ mit ein klein bisschen „aktiver Überwachung“

Ein klein wenig aktiv muss also selbst die Passivität sein, damit man gute Ergebnisse erzielt. Aber da sprechen wir von einem Aufwand, der weit unter dem liegt, den man über das Jahr hinweg für das Mähen des heimischen Rasens aufwenden müsste. Und das „Mehr“ an Chancen, das sich aus diesen wenigen Aktivitäten ergibt, rechtfertigt diesen geringen Aufwand allemal. Es ist, als würde man ab und an nachschauen, ob der Autopilot noch tut, was er soll und kein rotes Lämpchen blinkt … das reicht, um sich als passiver Investor auf einen guten Weg zu bringen!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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