Ölpreis-Prognose 2019

Der Ölpreis aktuell – Nach unten wäre jetzt nichts unmöglich!

Die Entwicklung der Ölpreise ist heutzutage für viele Investoren eine wichtigere Vorlage für die Richtung des weltweiten Wachstums, als es Konjunkturdaten oder die Trends am Anleihe- und Devisenmarkt sind. Steigt die Rohöl-Nachfrage, brummt der Konjunkturmotor. Jedenfalls wäre das logisch. Nur: Da liegt man oft falsch.

Denn die Rohöl-Kurse gehorchen keineswegs nur der reinen Angebot/Nachfrage-Entwicklung. Eine Prognose ist daher immer ein Abwägen zwischen Realität und Projektion, zwischen der echten Nachfrage und der Spekulation. Dieser Markt hat es in sich. Und eines ist er für uns Anleger damit nie: langweilig!

Eine auffällige Divergenz deutet auf Hochspannung im 2. Halbjahr hin!

Als die Ölpreise im Herbst 2018 massiv einbrachen, basierte das nicht auf einem schlagartigen Rückgang der Nachfrage. Die sank bereits seit Anfang 2018, was sich an einer ganzen Reihe von Konjunkturdaten ablesen ließ. Und auch die Angebotsseite war für die Preisentwicklung negativ, denn während die OPEC, die Organisation erdölexportierender Länder, versuchte, den Preis stabil zu halten, nutzten vor allem die nicht in der OPEC organisierten USA den Preisanstieg, indem die Förderquoten dort von einem Rekord zum nächsten stiegen. Aber die Preisbildung basiert eben nicht alleine auf der Entwicklung der faktischen Angebot/Nachfrage-Situation, sondern ebenso sehr auf reiner Spekulation.

Und diese Spekulation setzte darauf, dass das weltweite Wachstum zurückkehren wird, sobald der Handelskrieg der USA mit China beendet würde. Außerdem setzten die Spekulanten darauf, dass die US-Notenbank die Leitzinsen nicht weiter anheben wird und das Wachstum deshalb wieder anspringt – und das weltweit. Heute wissen wir: Die Spekulanten hatten sich verrechnet. Die US-Notenbank hob die Zinsen im Herbst 2018 noch weiter an … und die Hoffnung auf ein baldiges, gütliches Ende des Handelskriegs zerschlug sich. Der folgende Chart zeigt, dass der Ölpreis (hier zeigen wir die für Europa wichtigste Ölsorte Brent Crude Oil) im Herbst 2018 zusammen mit dem Aktienmarkt einbrach:

Zur Jahreswende 2018/2019 verbesserten sich zwar die Rahmenbedingungen nicht, aber ebenso wie an den weltweiten Aktienmärkten versuchten die Bullen auch bei Rohöl, eine Verbesserung der Lage vorwegzunehmen. Zunächst steigen Ölpreis und die großen Aktienindizes Hand in Hand. Aber seit Juni ist dieser Gleichlauf auffällig unterbrochen. Während die großen Aktienindizes, hier im Chart beispielhaft der Dow Jones, nach einer Korrektur im Mai wieder zulegten, kam der Ölpreis nicht so recht in die Gänge und ist Anfang August aus seinem Aufwärtstrend nach unten ausgebrochen. Jetzt gäbe es zwei Optionen:

Entweder der Ölpreis zieht wieder an und gleicht diese Divergenz, dieses Auseinanderlaufen, zum Aktienmarkt auf diese Weise aus. Oder Rohöl fällt weiter und die Schere schließt sich, indem der Aktienmarkt dem Ölpreis hinterherfällt. Was ist wahrscheinlicher? Wo kann Rohöl Brent am Ende dieses Jahres landen?

Angebot/Nachfrage-Perspektive: bärisch

Seit Anfang des Jahres hat sich die Perspektive der Angebot/Nachfrage-Situation weiter eingetrübt. Die folgenden Charts zeigen exemplarisch, wie markant das Wachstum in den wichtigsten Regionen der Welt nachlässt:

So schrumpft der deutsche Auftragseingang in der Industrie bereits seit Ende 2018 (vorstehender Chart). In China bleibt die Industrieproduktion gedrückt. Das Wachstum ist zwar nach offiziellen Zahlen weiterhin vorhanden, aber andere Konjunkturindikationen deuten an, dass man da besser gleich mehrere Prozentpunkte abziehen müsste (folgender Chart).

Und besonders ernüchternd ist für das bullische Lager, dass das Wachstum auch in den USA immer geringer wird, jederzeit kippen könnte. Der folgende Chart zeigt, dass der US-Einkaufsmanagerindex für die Industrie nur noch minimal über der 50-Punkte-Linie notiert. Deren Unterschreiten ließe erwarten, dass die US-Industrie eine rezessive Tendenz aufweist. Gerade damit hatten zu Jahresbeginn wenige gerechnet. Der Schaden des Handelskriegs ist auch für die US-Wirtschaft markant.

Diese Konjunkturdaten bedeuten derzeit einen massiven Rückhalt für die Rohöl-Bären, zumal: In den USA steigert man die Ölförderung weiter. Und die Ölexport-Sanktionen gegen den Iran werden von den anderen arabischen Ölförderern ausgeglichen. Eine Verknappung des Angebots ist daher nicht zu erwarten, die Nachfrage hingegen kann jederzeit noch weiter unter Druck geraten. Freie Bahn nach unten für Brent Crude Oil und die anderen Ölsorten?

Mehr Fakten und Informationen zum Thema Rohöl finden Sie in diesem Beitrag: „Rohöl – Fakten und Handelsmöglichkeiten

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Der Faktor Spekulation

Würde es alleine nach den Rahmenbedingungen gehen, müsste der Ölpreis unter Druck bleiben. Zumal ja nicht nur die aktuellen Konjunkturdaten auf ein schwaches Wachstum hindeuten. Die vergiftete geopolitische Gesamtlage, vom immer aggressiver werdenden US-Handelskrieg bestimmt und zugleich mit großem Einfluss auf den Devisenmarkt, lässt erwarten, dass sich die Lage noch deutlich zuspitzen kann. Eine weltweite Rezession als Folge dieses politischen Crashkurses der USA wäre keineswegs ausgeschlossen.

Was hieße: Eine noch weit geringere Ölnachfrage wäre möglich. Und die Erfahrung der letzten Jahrzehnte lehrt, dass viele Länder ihre Förderung dann nicht radikal zurückfahren, um den Preis stabil zu halten. Denn wer in Phasen fallender Preise am günstigsten produziert und anbietet, bekommt immer noch das größte Stück vom schrumpfenden Kuchen ab. In einem Umfeld wie diesem müsste der Ölpreis also weiter nachgeben. Oder nicht? Der folgende Chart zeigt, dass in dieser Hinsicht absolut nichts zwingend ist:

Hier sehen Sie den langfristigen Kursverlauf des Ölpreises in Relation zum marktbreiten US-Index Standard & Poor’s 500 (S&P 500). Oft verlaufen die Trends parallel, was logisch ist, da das weltweite Wirtschaftswachstum für beide Assets gleichermaßen eine Orientierung ist. Aber es gibt auch Phasen, in denen der Ölpreis völlig gegensätzlich läuft.

Am extremsten war das 2008 der Fall, als der Aktienmarkt längst einbrach, der Ölpreis aber förmlich explodierte. Das ist ein markantes Beispiel dafür, wie groß die Rolle der Spekulation beim Ölpreis ist. Der Kurs wurde damals förmlich durch die Decke getrieben, stieg auf im Vorfeld ungeahnte Rekorde, bevor er dann 2009 implodierte, den negativen Rahmenbedingungen doch noch folgte. Was bedeutet:

Wäre der Faktor der Spekulation nicht so erheblich, wäre die Ölpreisprognose für Ende 2019 relativ einfach, denn die aktuelle Konjunkturlage und die negativen Perspektiven müssten den Kurs aufgrund einer tendenziell nachgeben Nachfrage drücken. Aber der Spekulationsfaktor IST eben erheblich. Wie sollte man als Trader damit umgehen?

Glaskugel vs. Charttechnik: Folgen Sie dem Trend im Ölpreis!

Als wir Ende Februar erstmals eine Ölpreisprognose für 2019 erstellten, lautete das Fazit, dass der Kurs angesichts der damaligen Konstellation fallen müsste. In der Tat liegt er mittlerweile tiefer als damals, aber vorher war er erst noch deutlich weiter gestiegen. Die Spekulation war stärker als die Rahmenbedingungen. Und das ist sie bei Rohöl meistens. Aber das ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn:

Gerade im Bereich der Commodities (d.h. Rohstoffe) pflegen die charttechnisch orientierten Trader Trends konsequent auszureizen. Wenn sich ein klares charttechnisches Signal zeigt und sich danach ein Trend etabliert hat, kann der sehr weit führen, über das hinaus, das man aus rein rationaler Sicht erwarten würde. Und der erste Schritt für einen solchen, markanten Trend wäre jetzt getan, wie Sie im folgenden Chart sehen:

Dieser Chart auf Wochenbasis zeigt, dass Brent Crude Oil soeben aus einer großen Dreiecksformation nach unten ausgebrochen ist. Dabei bildete die untere Begrenzung des Dreiecks mit der wichtigen 200-Tage-Linie, im Chart dick blau hervorgehoben, eine markante Kreuzunterstützung. Deren Bruch ist ein starkes charttechnisches Signal. Und da das Bären-Lager derzeit hinsichtlich der negativen Perspektiven der Weltwirtschaft fundamentalen Rückenwind hat, ist die Chance, dass sich dieser Abwärtsimpuls verstetigt und intensiviert, recht hoch. Wohin kann ein solcher Abstieg dann führen?

Fazit unserer Ölpreis-Prognose 2019

Wie gesagt: Gerade bei Rohstoffen sind die Tendenzen nicht immer logisch, die Trends aber oft intensiv. Zumindest ließe sich eines festhalten: Aktuell ist die Gemengelage bärisch. Und das Tief zur Jahreswende kann durchaus unterboten werden. Das muss nicht so kommen, sichere Prognosen gibt es an der Börse nie. Aber:

Wenn man bedenkt, dass sich die Erwartungen und Hoffnungen, die den Ölpreis zur Jahreswende erst einmal nach oben zogen, allesamt zerschlagen haben und die Lage heute, Anfang August, noch negativer ist als zu Jahresanfang, so wäre für den Ölpreis in den kommenden Monaten nach unten nichts auszuschließen.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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