Netflix – Eine ebenso rasante wie beeindruckende Entwicklung

Wird die Aktie des Film- und Serien-Produzenten und -Verleihs Netflix das zwanzigjährige Firmenjubiläum mit einem neuen Rekordhoch feiern? Durchaus möglich. Denn es sieht nicht so aus, als würde Netflix das unglaubliche Wachstum und seine faszinierende Erfolgsstory in absehbarer Zeit beenden wollen.

Wie wurde Netflix so erfolgreich?

Am 29. August 1997 startete Netflix als reiner DVD-Verleih. Die Besonderheit war, dass die Filme nicht in Videotheken ausgeliehen werden mussten, sondern der Kunde online bestellen konnte und die Filme per Post geliefert wurden. Knapp 1.000 Filme waren bei Netflix damals zu haben. Hierzulande kannte die Firma da noch niemand. Und das sollte sich auch lange Zeit nicht nennenswert ändern, denn erst 2012 expandierte Netflix auch nach Europa. Damals bereits als ein Unternehmen mit Milliarden-Umsätzen, denn beim DVD-Verleih sollte es nicht bleiben.

2007, zehn Jahre nach dem Start, erweiterte Netflix den Zugang zu den Filmen, indem das Unternehmen auch Online-Streaming anbot, was damals noch ein neues Medium war. Aber das war mehr eine technische Entwicklung. Entscheidend für die heutige Größe war die Expansion in die Breite. Netflix wagte einen massiven Schritt nach vorne, indem man sich nicht nur auf die Bereitstellung existierender Filme und Serien beschränkte, sondern 2013 begann, eigene Serien zu produzieren. Wer weiß, wie dieses kostenintensive, gewagte Projekt ausgegangen wäre, hätte nicht gleich die erste Serie einen gewaltigen Erfolg gehabt: House of Cards.

Die Zahl der Eigenproduktionen stieg in den letzten Jahren deutlich an. Zu den bekannteren gehören neben dem Dauerbrenner „House of Cards“ wohl „Jessica Jones“ und „Better Call Saul“, letzteres ein Spinoff der erfolgreichen Serie „Breaking Bad“. Die folgende Tabelle zeigt: Der Umsatz des Unternehmens steigt stetig und bislang ist man mit dieser Expansionspolitik auf der Erfolgsspur.

Auch die Zahl der Abonnenten steigt – und das in den letzten Jahren stetig. Im ersten Quartal 2012 waren es 24 Millionen zahlende Netflix-Mitglieder, im ersten Quartal 2017 sind es bereits 94 Millionen gewesen. Eine rasante Expansion, die geglückt ist – und die Aktie vollzieht diese Erfolgsstory nach.

Eine Erfolgsstory – auch bei der Aktie

Dieser langfristige Chart der Netflix-Aktie macht deutlich, wie immens dieses Wertpapier zugelegt hat, seit im Jahr 2013 die Phase der Eigenproduktionen begonnen hatte und das Unternehmen zugleich nach Asien und Europa expandierte. Das wirkt, als könnte dieser langfristige, steile Aufwärtstrend nicht mehr brechen. Aber ist das wirklich so sicher? In dieser Hinsicht ist die Zeitspanne vor diesem aktuellen, großen Anstieg interessant.

Entwicklung der Netflix Aktie seit 2010

Entwicklung der Netflix Aktie seit 2010

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Netflix war zwar bereits 2002 an die Börse gegangen, verharrte aber lange Zeit in einem Dornröschenschlaf, was unter anderem auch daran lag, dass sich das Unternehmen auf die USA beschränkte. Dann aber begann 2010 ein beeindruckender Aufwärtstrend. Auch, wenn dieser Anstieg im Vergleich zu der Hausse, die Ende 2012 begann, winzig wirkt:

Damals versechsfachte sich der Kurs binnen 18 Monaten – um dann den gesamten Anstieg in nur fünf Monaten wieder preiszugeben. Das Problem war dabei unter anderem, dass die Investoren befürchteten, dass die nur zögerlich steigenden Abonnentenzahlen dazu führen, dass die Konkurrenz Netflix überrennt und sich die Eigenproduktionen (die im März 2011 erstmals avisiert wurden) als Groschengrab erweisen würden. Ein solcher Stimmungsumschwung, könnte der sich wiederholen?

Durchaus, und zwar dann, wenn die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt werden. Sie sehen in der obenstehenden Tabelle auch die Gewinne pro Aktie seit 2012. Die sind zwar gestiegen. Aber selbst, wenn Netflix die 1,93 US-Dollar, von denen die Analysten im Schnitt für das Jahr 2018 ausgehen, auch verdienen würde, errechnet sich daraus auf Basis des aktuellen Aktienkurses ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von fast 80. Das ist stattlich – und vor allem in die Zukunft gerichtet. Diese Gewinne müssen erst einmal erzielt werden. Und nähme man die Prognose von 1,09 US-Dollar pro Aktie für das laufende Jahr, läge Netflix bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 140!

Große Chancen gehen immer mit Risiken einher

Solange sich die Ertragslage stetig positiv entwickelt, bleiben die Analysten guter Dinge. Die folgende Tabelle zeigt, dass sich die Einstellung zur Netflix-Aktie seitens der sie beobachtenden US-Analysten gegenüber dem Vorjahr noch verbessert hat. Aber:

Das würde sich schlagartig ändern, wenn die Abonnentenzahlen stagnieren oder sogar fallen würden oder aber Netflix die Kosten für die Eigenproduktionen so sehr über den Kopf wachsen, dass die Gewinnentwicklung spürbar darunter leidet. Hinzu kommt ein „klassischer“ Faktor der Filmbranche: Teure Produktionen können sich eben auch einmal als Flop erweisen.

Risikolos ist die Netflix-Aktie also nicht, Erfolgsstory hin oder her. Das zeigt auch die momentane Entwicklung. Der scharfe Rücksetzer, den die Aktie Mitte Juni gesehen hat, resultierte aus einer Studie der Investmentbank Goldman Sachs. Dort weist man auf eine riskante Konzentration der Anleger auf wenige Top-Aktien der Technologiebörse Nasdaq hin … und zu den dabei genannten Top-Aktien zählt auch Netflix.

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Entwicklung der Netflix Aktie seit September 2015

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Mittelfristig hat Netflix große Chancen, das Unternehmen ebenso wie die Aktie. Aber zu erwarten, dass es mit dem Kurs immer nur wie an der Schnur gezogen aufwärts gehen wird, ist nicht realistisch. Dass es auch mal anders kommen kann, zeigt die aktuelle Entwicklung. Aktuell ist eine aus dem Herbst 2016 stammende Aufwärtstrendlinie erreicht, die halten kann, aber nicht muss. Wichtiger ist die sehr massive Unterstützungszone zwischen 129 und 134 US-Dollar. Solange diese hält, bleibt auch Netflix’ Aufwärtstrend intakt.

Fazit: Diese Erfolgsstory kann sich fortsetzen, immerhin gehört die Netflix-Aktie zu den interessantesten des Nasdaq 100-Index. Zu jedem Preis einzusteigen, in bereits schnell und weit gestiegene Kurse hinein, ist aber immer mit einem unnötigen Risiko verbunden. Netflix ist immer dann eine Einstiegschance, wenn wichtige Unterstützungen im Zuge von Korrekturen getestet werden und halten!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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