MA Crossover: Starke Signale für Trader

MA ist das unter Tradern gängige Kürzel für „Moving Averages“, zu Deutsch „gleitende Durchschnitte“. Sie dienen Investoren auf allen Zeitebenen als wichtige Signalgeber, ergänzen dabei die Charttechnik und markttechnische Indikatoren.

Was genau sind „MA“? Eine Definition

Diese MA sind Linien, die den Durchschnittswert der letzten x Handelstage im Kursverlauf abbilden. Sie laufen dem Kurs also rechnerisch hinterher, was bedeutet, dass ihr Über- oder Unterschreiten durch den Kurs selbst einen Wechsel in der Trendrichtung oder deren Bestätigung bedeuten kann. Die Bestätigung eines MA, d.h. ein Anlauf an einen MA von oben, der umgehend zu einem Anziehen der Notierungen führt oder aber ein Anlauf von unten, der umgehend zu erneut fallenden Kursen führt, bestätigen einen Trend und darüber hinaus die Bedeutung des getesteten MA als Unterstützung bzw. als Widerstand.

Beispielhaft sehen Sie in dem folgenden Chart die Nemetschek-Aktie. Dick rot eingezeichnet ist der SMA 200, der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Börsentage. An ihm hat die Aktie zweimal nach oben gedreht. Würde Nemetschek vom aktuellen Niveau aus erneut an diese Linie heranlaufen, gälte: Federt der Kurs dort ein weiteres Mal nach oben, wäre das bullisch; ein Durchbrechen des SMA 200 wäre hingegen ein markantes, bärisches Signal.

Dabei gibt es verschiedene mathematische Varianten. Gängig sind zwei Berechnungsmethoden: Der eben schon erwähnte SMA (Simple Moving Average) gewichtet die jeweiligen, in den MA einfließenden Handelstage jeweils gleich hoch. Bei der Variante des EMA (Exponential Moving Average) haben die näher am aktuellen Zeitpunkt liegenden Kurse ein höheres Gewicht als die, die am weitesten zurückliegen.

Die Verwendung von SMA und EMA ist nicht kategorisiert, die Trader nutzen diese beiden Varianten nach eigenen Vorlieben. Allerdings sollte man sich dann auch jeweils die andere Variante im Chart ansehen, denn natürlich ist diejenige Rechenmethode wichtiger, bei der man anhand des Kursverlaufs erkennen kann, dass die Mehrzahl der Trader diese derzeit als Orientierung nutzt, wie das im Fall der Nemetschek-Aktie mit dem SMA 200 der Fall ist.

Was die Zeitraster angeht, sind der Phantasie natürlich rechnerisch keine Grenzen gesetzt. Aber niemandem nützt ein SMA über 117 Börsentage, wenn ihn niemand sonst verwendet. Man täte also gut daran, sich an die gängigen Zeitraster zu halten, die in der technischen Analyse verbreitet sind und daher die höchste Wahrscheinlichkeit aufweisen, als Trading-Signale dienen zu können. Das sind:

Die wichtigsten gleitenden Durchschnitte

Die SMA oder EMA 20, 50, 100 und 200. Die Varianten über 50 und 100 Tage werden auch in Europa verwendet, besonders wichtig sind sie allerdings für US-Trader, die diese eher einsetzen als die MA 20 und 200. Besonders wichtig sind sie aber in ihrer Kombination, wie wir gleich sehen werden.

Signale durch MA-Crossover

Wie eingangs erwähnt, fungieren die MA als Signalgeber, wenn der Kurs sie kreuzt oder aber an ihnen wieder in die eigentliche Trendrichtung dreht. Aber nicht minder wichtige Signale entstehen, wenn sich nicht Kurs und MA kreuzen, sondern zwei MA selbst. Warum?

Diese sogenannten Crossover spielen sich oft nicht einmal in der Nähe des Kurses des Basiswerts ab, egal, ob es sich da um eine Aktie, einen Index, ein Währungspaar, einen Rohstoff oder eine Anleihe handelt. Aber das ist auch nicht der Punkt.

Wenn sich zwei MA kreuzen, dient das als Trendbestätigung, als verstärkendes Signal eines bereits vom Kurs eingeschlagenen Trends. Das kann z.B. einen Trend von der kurzfristigen auf die mittelfristige Zeitebene heben. Und es dient den Tradern als Bestätigung, dass der derzeitige Trend hinreichend stark ist, um Positionen zu verstärken oder neue in Trendrichtung einzugehen.

Das Regelwerk der MA-Crossover

Die Regeln zur Interpretation der MA-Crossover sind nicht kompliziert. Aber es ist durchaus nicht so, dass alles relevant wäre, was sich da in einem Chart so überkreuzen kann. Folgendes lässt sich als Faustregeln festhalten:

  1. Entscheidend sind nur Crossover über die nächstgelegene MA-Zeitebene. Dass z.B. der SMA 20 den SMA 200 nach unten kreuzt, ist zwar bärisch, ein echtes Signal ist das aber nicht. Dazu gleich Beispielcharts, in denen wir uns das Schritt für Schritt ansehen.
  2. Um wirklich gültig zu sein, müssen beide betroffenen MA zum Zeitpunkt der Überkreuzung bereits in die entsprechende Richtung laufen. D.h. wenn ein kürzerer einen längeren MA nach oben kreuzt, ist das nur dann bullisch, wenn beide MA bereits aufwärts tendieren.

Sehen wir uns dazu entsprechende Beispiele an:

MA-Crossover am Beispiel des DAX

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf des DAX auf Tagesbasis über anderthalb Jahre. Dieser Chart begleitet uns jetzt durch die einzelnen Schritte. Sie sehen hier zunächst die SMA 20 und 50. Grün markiert sind die gültigen, ein Signal auslösenden bullischen Crossover, in rot gehalten die bärischen Crossover.

Sie sehen im Chart, dass es außerhalb der markierten Crossover noch weitere gab. Die aber waren nicht relevant. Sehen wir uns das genauer an.

Im mit „1“ markierten Bereich gab es zwar ein Crossover des SMA 20 unter den SMA 50. Der hatte aber keine Gültigkeit, weil obenstehende Regel 2 nicht zutraf: Der SMA 50 fiel zu diesem Zeitpunkt nicht, sondern stieg. Damit blieb das erste bullische Crossover noch gültig. Dadurch hatte auch der Crossover des SMA 20 über den SMA 50 kurz darauf keine Relevanz, weil die Indikation der beiden SMA bullisch geblieben war.

Im Bereich „2“ sehen wir ähnliches. Hier komm es zuerst zu einem Crossover des SMA 20 über den SMA 50. Der aber nicht gilt, weil zwar der SMA 20 steigt, nicht aber der SMA 50 … und es müssen ja beide gleitenden Durchschnitte in Crossover-Richtung laufen, um gültig zu sein. Daher hat auch der Crossover des SMA 20 unter den SMA 50 danach keine Bedeutung, denn die Indikation war ja bärisch geblieben.

Der nächste Chart zeigt die nächsthöhere Zeitebene. Hier haben wir jetzt den SMA 50 und den SMA 100. Jede Kombination in Reihenfolge der Zeitebenen hat Signalcharakter. Hier wieder in grün bullische, in rot bärische Signale:

Sie sehen, dass wir auf dieser SMA-Zeitebene über anderthalb Jahre nur ein gültiges bullisches und ein bärisches Signal hatten. Die drei anderen Crossover, mit 1, 2 und 3 markiert, hatten alle dasselbe Manko: Der langsamere MA, also der SMA 100, lief noch nicht in Signalrichtung. Jetzt zur langfristigsten Zeitebene mit den SMA 100 und 200:

Hier sehen wir über unseren 18 Monats-Zeitraum nur ein Signal. Und das ist nicht einmal gültig. Warum? Weil der SMA 200 (rot) noch stieg, als der SMA 100 (schwarz) ihn nach unten überkreuzte. Ein Problem? Durchaus nicht. Die Bären hatten ja auf den kürzeren Zeitebenen ein bärisches Signal nach dem anderen. Und nicht nur das, der DAX zeigt im November 2018 noch ein anderes Element der Crossover-Technik, das den Trend als immens stark kategorisiert:

Das „Straight-Szenario“: Ein immens starkes Signal!

Der folgende Chart des DAX zeigt jetzt alle vier SMA, die SMA 20, 50, 100 und 200. Und hier sehen Sie jetzt folgendes Bild: Alle vier SMA laufen im November 2018 in der „richtigen“ Reihenfolge:

Das heißt, dass der SMA 20 unter dem SMA 50 notiert, der wiederum unter dem SMA 100 und dieser unter dem SMA 200. UND, das ist wichtig, alle vier tendieren in Trendrichtung abwärts! Das ist nur dann der Fall, wenn ein Trend äußerst intensiv ist. Seit Anfang September sehen wir beim DAX dieses sehr bärische Bild, nur einmal kurz Anfang Oktober durch einen kurzen „Uptick“ des SMA 20 unterbrochen.

Fallbeispiel S&P 500

Analysieren wir jetzt einfach mal die Lage beim marktbreiten US-Index Standard & Poor’s 500, kurz S&P 500. Wie sähe die Signallage hier für die Crossover-Trader aus?

Wir sehen, dass der S&P 500 noch ein weitaus bullischeres Bild zeigt als der DAX. Der Index war zwar im Oktober durch alle vier SMA, d.h. durch die SMA 20, 50, 100 und 200 gefallen. Aber die SMA an sich stehen noch recht bullisch da. Bis Anfang Oktober lag hier noch ein „bullish straight“ vor. Danach gab es einen bärischen Crossover, indem der SMA 20 unter den SMA 50 rutschte. Aber die anderen Zeitebenen halten noch die Stellung: Die Reihenfolge der SMA 50, 100 und 200 ist noch bullisch.

Der Index selbst ist aber, wie zu sehen ist, bereits durch die einzelnen SMA hindurch gerutscht. Was als Indikation bedeutet: Würden sich hier jetzt noch weitere Abwärts-Crossover auf den höheren SMA-Zeitebenen einstellen UND würde der S&P 500 wieder unter alle vier SMA fallen, wäre das eine Bestätigung für die Bären. Das würde den Abstieg des Index mit recht hoher Wahrscheinlichkeit in einen zweiten größeren Abwärtsimpuls tragen, weil die Trader auf solche Crossover mit erneuten Short-Trades bzw. der Verstärkung bestehender Short-Positionen reagieren würden.

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