Ist der Bitcoin das Geld der Zukunft oder droht ein Absturz?

Vor 12 Monaten notierte die Kryptowährung Bitcoin noch bei knapp über 600 USD. Aber schon vergangene Woche kostet eine Einheit der Internetwährung Bitcoin erstmals mehr als 6.000 USD und das Gesamtvolumen stieg in der Spitze auf rund 100 Mrd. USD. Viel Geld für ein paar Bytes an virtuellem Quellcode. Vieles erinnert bei der Entwicklung an einen gefährlichen Hype – der bald ein Ende finden könnte.

Basis-Technologie: Blockchain

Kryptowährungen (Krypto = versteckt, geheim) wie der Bitcoin basieren auf der sog. „Blockchain“-Technologie. Eine Blockchain (deutsch: Blockkette) ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen (Blöcken), die mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet sind. Jeder Block enthält dabei typischerweise einen kryptographisch sicheren „Hash“ (Schlüssel) des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel sowie Transaktionsdaten.

Manipulationen nahezu unmöglich

Das entscheidende Merkmal ist, dass spätere Transaktionen zum einen mathematisch auf früheren Transaktionen aufbauen und zum anderen durch das Netzwerk bestätigt werden müssen. So wird es unmöglich, Existenz oder Inhalt einer früheren Transaktion zu manipulieren, denn dann würden auch die nachfolgenden Transaktionen ihre Gültigkeit verlieren. Somit können Transaktionen auch unter einzelnen Marktteilnehmern ohne zentrale Instanz (Peer-to-Peer) sehr sicher durchgeführt werden.

Chinesische Unternehmen dominieren das Mining

Die virtuelle Währung Bitcoin ging im Jahr 2009 an den Start und ist damit die älteste Blockchain der Welt. Die so genannten Miner betreiben und sichern das Bitcoin-Netzwerk, indem sie Transaktionen zusammenfassen und validieren. Für die Bereitstellung von Rechenleistung und die Erzeugung neuer Blöcke (dem Schürfen) werden Miner mit neu geschaffenen Bitcoins belohnt. Noch vor wenigen Jahren ließen sich mit fast jedem privaten PC Bitcoins erzeugen. Da die dafür notwendige Rechenleistung jedoch stark gestiegen ist, kann Bitcoin-Mining mittlerweile fast nur noch von spezialisierten Unternehmen profitabel durchgeführt werden. Diese Firmen generieren vor allem in China mit billigem Strom Bitcoins in großem Stil. Aktuell befinden sich von insgesamt 21 Mio. möglichen Bitcoins bereits rund 16,65 Mio. der digitalen Münzen im Umlauf.

Unglaublicher Energieverbrauch

Da die Rechenvorgänge aufgrund der steigenden Anzahl von Transaktionen immer komplexer werden, steigt sowohl die benötigte Rechenkapazität als auch der Energieverbrauch stetig an. So liegt der Strombedarf durch das Bitcoin-Mining mittlerweile bereits auf dem Niveau einer Millionen-Stadt. Berechnungen zufolge verbraucht ein einziger Zahlungsvorgang durch Rechenleistung so viel Strom wie 1,7 amerikanische Durchschnittshaushalte an einem ganzen Tag – mit steigender Tendenz. Denn je mehr Bitcoin-Geschäfte durchgeführt werden, desto höher ist die benötigte Rechenleistung. Von Nachhaltigkeit also keine Spur, denn ob die Transaktion einen Wert von 1,50 Euro oder 1.000 Euro hat spielt dabei keine Rolle. Und die Zahl der Bitcoin-Geschäfte nimmt stetig zu: Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden bereits knapp 250 Mio. Transaktionen durchgeführt.

Der Bitcoin wird zum reinen Spekulationsobjekt

Der Bitcoin sollte ursprünglich als notenbankunabhängiges Zahlungsmittel eingesetzt werden, denn im Gegensatz zur Möglichkeit der Zentralbanken, kann hier keine beliebige Menge neues Geld geschaffen werden. Allerdings ist der Bitcoin mittlerweile fast zu einem reinen Spekulationsobjekt geworden. Zum einen gibt es bislang nur sehr wenige Onlineshops, auf denen sich mit Bitcoins bezahlen lässt. Und zum anderen wollen bis auf einige Computerfreaks die wenigsten Menschen ihre Einkäufe im Internet mit Bitcoins bezahlen – es sei denn um es „einmal auszuprobieren“.

In erster Linie sind die Käufer von Bitcoins an weiter steigenden Preisen interessiert, mit denen sie Geld verdienen. Daher ist der Begriff „Währung“ eigentlich nicht sehr treffend, denn es handelt sich eher um ein stark schwankendes, virtuelles Tauschmittel.

Ungleiche Vermögens-Verteilung

Während die Nachfrage, befeuert durch steigende Kurse, rasant ansteigt, steigt das Angebot recht langsam, da die Zahl neuer Bitcoins begrenzt ist. Derzeit kommen pro Tag rund 1.700 neue Bitcoins hinzu. Dazu kommt, dass es eine sehr ungleiche Vermögensverteilung gibt, denn einzelne Cliquen und Mining-Unternehmen kontrollieren den Markt. So konzentrieren sich laut Bitcoinprivacy.net ca. 95 % aller im Umlauf befindlichen Bitcoins in den Händen von nur 4 % der Bitcoin-Besitzer.

Parallelen zur Tulpenmanie in Holland

Einige skeptische Marktbetrachter vergleichen den Bitcoin-Hype bereits mit der Tulpenzwiebel-Blase die es im 17. Jahrhundert in den Niederlanden gab. Damals wurden einzelne Tulpenzwiebeln für Preise gehandelt, die teilweise sogar den Wert eines Hauses überstiegen. Natürlich platzte diese Blase irgendwann, denn letztendlich ist eine Tulpenzwiebel wohl kein werthaltiges Anlageinstrument. Genau wie bei Tulpenzwiebeln könnten sich die Menschen später vielleicht fragen, wie so viele Leute so dumm sein konnten, für ein paar Bytes an virtuellem Quellcode so viel Geld zu bezahlen.

Psychologie bestimmt den Preis

Da anders als bei realen Währungen keine Volkswirtschaft hinter dem Bitcoin steht, ist die Zuversicht der Marktteilnehmer der einzige Faktor, der über den Wert der Kryptowährung bestimmt. Wie auch bei Aktienkursen steigt dieses Vertrauen nur so lange die Notierungen klettern. Wird das Vertrauen entweder durch externe Einflüsse wie Regulierungsmaßnahmen, Hackerangriffe, großangelegte Bitcoin-Diebstähle oder auch „nur“ durch anhaltende Preisrückgänge erschüttert, so dürfte die Euphorie psychologisch betrachtet rasch in Ernüchterung umschlagen.

Das große Finale, der „Blow Off“

Viele Blasen an den Finanzmärkten zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Preise in der Endphase, getrieben durch die Gier der Anleger, parabolisch nach oben bewegen. In den letzten Wochen oder Monaten vor dem Hoch vervielfachen sich dabei die Kurse oftmals. Dieses Phänomen des finalen „Blow Offs“ findet man in überhitzten Börsenphasen besonders oft bei stark gestiegenen Aktien. Der Absturz folgt natürlich auf dem Fuß, so dass der daraus resultierende Chart oft einem Tannenbaum gleicht. Auf die Party folgt dann zwangsläufig der Kater.

Genauso ein Szenario droht schlimmstenfalls auch beim Bitcoin, wobei sich natürlich nicht abschätzen lässt bis zu welchem Preis die Blockchain-Währung noch steigen wird, bevor der Bitcoin in sich zusammenfällt. Das können 7.000 USD, aber auch 20.000 USD und mehr sein. Schon Isaac Newton sagte: „Ich kann die Bahn von Himmelskörper auf die Sekunde genau berechnen, aber nicht wohin eine verrückte Anlegermasse die Kurse treibt.“

Mögliche technologische Schwierigkeiten bei einer Verkaufspanik

Bei einer möglichen Panik könnte es sich als fatal erweisen, dass von der Datenbank nur drei Transaktionen pro Sekunde unterstützt werden und die Bestätigung durch das Netzwerk zudem mehr als zehn Minuten benötigt. Wenn Tausende Anleger und Spekulanten gleichzeitig durch diesen engen „Ausgang“ möchten, so droht dem System möglicherweise der Kollaps. Es kann also durchaus passieren, dass für Bitcoin-Verkäufer gar keine Möglichkeit besteht die Währung bei fallenden Notierungen zurückzutauschen. Wenn die technischen Systeme auf tiefem Niveau wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ermöglichen, könnten die Verluste bereits groß sein.

Kryptowährungen schießen wie Pilze aus dem Boden

Im Fahrwasser von Bitcoin sind unzählige weitere Kryptowährungen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Kein Wunder, denn die Vorstellung eine eigene Währung unters Volk zu bringen, ist natürlich sehr verlockend und verspricht den Initiatoren schnellen Reichtum. Die Grenze zum Betrug ist bei Initial Coin Offerings (ICOs), dem öffentlichen Angebot neuer Digitalwährungen wohl fließend. Die meisten dieser sogenannten Währungen dürften auf absehbare Zeit wertlos verfallen. Spätestens dann, wenn sich ausreichend unbedarfte Anleger die Finger verbrannt haben.

Gesamtwert aller Kryptowährungen: 170 Mrd. USD

Den Gesamtwert der mittlerweile über 1.200 Kryptowährungen berechnet die Webseite Coinmarketcap.com. Die Entwicklung ist erstaunlich: Waren alle digitalen Münzen Anfang 2017 noch rund 17 Mrd. USD wert, so liegt der Wert heute bereits bei knapp 170 Mrd. USD, also dem Zehnfachen. Der Bitcoin nimmt mit rund 96 Mrd. USD mehr als die Hälfte des gesamten Volumens ein. Auf Platz 2 und 3 liegen mit deutlichem Abstand die Bitcoin-Konkurrenten Etherum und Ripple mit 28 Mrd. USD bzw. 8 Mrd. USD.

Fazit: Beteiligen Sie sich nicht mehr am Bitcoin Hype

Keine Frage, der Bitcoin ist als technologischer Vorreiter ein Wegbereiter für politisch unterstützte Digitalwährungen der Zukunft. Und zugegeben, wer in Bitcoins investiert hat, konnte bislang enorme Gewinne erzielen. Allerdings sollten Sie sich auch vor Augen führen, dass Bitcoins alles andere als ein werthaltiges Anlageobjekt sind. Der Wert orientiert sich einzig und allein an der Fantasie und dem Vertrauen der Marktteilnehmer. Das Thema Bitcoin ist bereits in der breiten Öffentlichkeit angekommen und in fast allen Gesellschaftsschichten ein beliebtes Gesprächsthema. Bei Aktien ist gerade das meist ein Signal für die Endphase einer Hausse.

Viele Menschen werden mit digitalen Währungen Geld verlieren

Da es unregulierte Kryptowährungen zudem ermöglichen, Steuern zu umgehen und Schwarzmarktgeschäfte durchzuführen, ist auch jederzeit mit drastischen Regulierungsmaßnahmen durch die Regierungen zu rechnen. Der Bitcoin ist daher ausschließlich für hartgesottene Zocker, die wissen, dass die Musik jederzeit aufhören kann zu spielen. Normalanleger sollten dem Treiben der Kryptowährungen von der Außenlinie zusehen. Denn viele Menschen werden mit digitalen Währungen noch viel Geld verlieren.

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