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US-T-Bonds (2 Jahre): Historische Analysen der letzten 6 Monate

Portrait und Kursentwicklung: US-T-Bonds (2 Jahre)
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Analysis

Rein von der Dimension der Kursveränderungen her wirken Anleihen ja meist langweilig. Zwischen dem Hoch und dem Tief im Juli lag bei den US-Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit gerade einmal ein Vierteldollar. Doch davon abgesehen, dass es immer eine Frage der Positionsgröße ist, ob man daraus taugliche Gewinne zieht oder nicht, ist es bemerkenswert, dass die Kurse dieser kurzlaufenden US-Treasuries, sprich Staatsanleihen, immer weiter nachgeben. Denn fallende Anleihekurse bedeuten, dass die Verzinsung der Bonds zulegt, die Rendite steigt.

Der Abwärtstrend des Kurses scheint ungefährdet. Erst Mitte vergangener Woche wurden mit den Tiefs vom Mai und Juni die bisherigen Jahrestiefs unterboten. Die Rendite dieser zweijährigen US-Treasuries kletterte mit 2,69 Prozent auf den höchsten Stand seit neun Jahren. Das wirkt für diese kurze Laufzeit wie eine attraktive Alternative zu Aktien. Aber würde sie auch so wahrgenommen, die Nachfrage müsste die Kurse ja wieder höher treiben. Das ist nicht der Fall … die Kurse fallen weiter, die Renditen steigen. Sind lukrative Zinsen also doch keine Gefahr für die Aktien?

Expertenmeinung: Das sind sie erst, wenn die Investoren die Chance sehen, neben einer guten Zins-Rendite auch noch Kursgewinne zu erzielen. Das wäre dann der Fall, wenn sich die Bonds nicht, wie derzeit noch der Fall, in einem Umfeld steigender Leitzinsen bewegen. Erst, wenn bei den Leitzinsen das Topp erreicht oder zumindest dessen Niveau und Zeitpunkt absehbar ist, wäre den Anlegern klar: Ab diesem Punkt ginge es eher abwärts mit den Leitzinsen, abwärts mit den Renditen der Anleihen. Und das hieße: Man könnte nicht nur nahe am Punkt optimal hoher Renditen zugreifen, sondern auch mit Kursgewinnen rechnen, weil sich die Rendite bereits laufender Anleihen einem fallenden Zinsumfeld anpasst, indem deren Kurs steigt und so die Rendite reduziert.

Top-Zinsen und Kursgewinne: Das ist es, worauf die Anleger warten. Noch ist das nicht der Fall, noch bleibt die US-Notenbank auf Zinserhöhungen ausgerichtet. Und da rechnet man mindestens noch mit vier Schritten bis Juni 2019. Sollte das US-Wachstum indes kippen, kann diese Planung hinfällig sein. Dann, aber erst dann, wäre mit einem Run hinein in US-Anleihen und hinaus aus US-Aktien zu rechnen. Bis dahin wäre man hier auf der Short-Seite weiter trendkonform unterwegs, wobei ein Stop Loss knapp über der aktuell entscheidenden Widerstandszone um 105 27/32 US-Dollar in jedem Fall ratsam wäre, denn mit der derzeitigen US-Regierung ist jeder Markt für Überraschungen gut.

Chart vom 02.08.2018, Kurs 105 23/32 US-Dollar, Kürzel ZT

Die US-Anleihemärkte sind derzeit Diener vieler Herren. Auf der einen Seite reflektieren die fallenden Kurse der US Treasury-Bonds (kurz T-Bonds, i.e. US-Staatsanleihen) den Anstieg der Leitzinsen. Aber sie steigen seit Donald Trumps Amtsübernahme schneller als die Leitzinsen. Damit nehmen sich nicht nur die erwarteten, weiteren Anhebungen der Fed Funds Rate durch die US-Notenbank vorweg. Sie symbolisieren auch ein gewisses Misstrauen, das internationale Investoren diesen Bonds entgegenbringen. Und darüber hinaus den Abstieg des US-Dollars, der ebenfalls mit Trumps Amtsantritt begann und den ausländischen Investoren in T-Bonds seither in vielen Fällen mehr Währungsverlust als Verzinsung einbrachte. Das hat die Rendite für T-Bonds mit zwei Jahren Laufzeit sehr deutlich und weit nach oben getragen: Bis 2,58 Prozent zog die Rendite an, der Kurs, hier im Chart der Future der zweijährigen Laufzeiten, fiel entsprechend. Auf der anderen Seite sind diese Anleihen gerade wegen der ungewöhnlich guten Rendite (die Zweijährigen rentierten zuletzt 2008 auf diesem Level) lukrativ, wenn es am Aktienmarkt riskant wird. Dann ziehen die Kurse der Anleihen durch die steigende Nachfrage an, die Renditen kommen wieder zurück. Was wird sich da in den kommenden Tagen und Wochen durchsetzen?

Expertenmeinung: Immerhin gäbe es derzeit genug Anlass für kräftige Impulse. Dabei ist die Frage, ob die Entscheidung der US-Notenbank heute Abend schwerer wiegt als die anderen Einflüsse. Denn mit einer erneuten Leitzinserhöhung um 0,25 Prozent rechnet man ohnehin. Und ob es die „Fed“ wagen wird, ihre Guidance bezüglich der Zahl noch ausstehender Zinserhöhungen im laufenden Jahr zu verändern, ist fraglich. Das könnte die mit 2,54 Prozent schon wieder nahe am bisherigen Hoch liegende Rendite der „Zweijährigen“ auf neue Hochs treiben und damit die bisherigen Tiefs im Kurs (105 23/32 US-Dollar) durchbrechen. Zwingend wäre das aber keineswegs. Da dürfte es interessanter sein, wie die US-Anleihekurse auf eine neue Welle im Handelsstreit reagieren, die jetzt, nach dem Treffen in Singapur, auf dem Programm des US-Präsidenten stehen könnte. Würde es da zu einer Eskalation kommen, wäre es gut möglich, dass es hier tatsächlich auf neue Kurs-Tiefs und damit Rendite-Hochs ginge. Dass der Kurs der „Zweijährigen“ nach dem kurzen, hysterischen Sprung Ende Mai, ausgelöst durch die Aufregung um Italiens Regierungsbildung, schnell wieder in Richtung der bisherigen Tiefs läuft, deutet schließlich an: Die Bären haben hier weiterhin Ambitionen … Long-Trades bieten sich hier unverändert nicht an.

ZT_2018_06_13

Dass die Rendite für US-Staatsanleihen (US-Treasury Bonds oder kurz T-Bonds) mit zehn Jahren Laufzeit am Mittwoch bei 3,03 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit dem Sommer 2011 anlangte, mag nicht wenige Investoren am Aktienmarkt nervös gemacht haben. Aber die eigentliche Gefahr für die US-Aktien findet sich in den kürzeren Laufzeiten. Denn solange die Renditen der Anleihen weiter steigen, weil man damit rechnet, dass die US-Notenbank die Leitzinsen weiter anhebt, bedeutet das, dass bei Anleihen, die man im Vorfeld zu einer niedrigeren Rendite erworben hat, Kursverluste auflaufen, durch die sich diese Anleihen den steigenden Renditen anpassen. Das ist bei zehn Jahren Laufzeit unangenehm. Aber bei kurzen Laufzeiten ließe sich das schon weit eher verschmerzen, denn egal, was in der Zwischenzeit passiert, am Ende muss der Staat dem Anleger dann doch den eigentlichen Nominalpreis der Anleihe zurückzahlen.

Und wenn es dann für relativ wenig Haltedauer Zinsen gibt, die mit den Dividendenrenditen am Aktienmarkt mehr als mithalten können, fällt die Wahl schon leichter, im Zweifel zu den Anleihen zu greifen, wenn der Aktienmarkt instabil wirkt … oder dort auszusteigen, weil sich das Kapital im Gegensatz zu vergangenen Jahren mit einer tauglichen Rendite parken lässt. Aus diesem Grund ist es deutlich brisanter, dass die US T-Bonds mit zwei Jahren Laufzeit am Dienstag eine Rendite von 2,49 Prozent erreicht hatten. Denn das ist nicht der höchste Stand seit 2011, sondern seit August 2008, als die Subprime-Baisse in die heiße Phase überging. Und nur ein halbes Prozent Abschlag für zwei Jahre statt zehn Jahre Haltedauer – das ist in der Tat verlockend.

Chart vom 25.04.2018, Kurs 106,00 US-Dollar, Kürzel ZT

Der langfristige Chart auf Wochenbasis zeigt: Seit September 2017 läuft hier der stetige Abstieg des Kurses der zweijährigen T-Bonds, nachdem sich vorher lange Zeit überhaupt nichts getan hatte. Der Versuch einer Bodenbildung im März wurde abverkauft, neue Tiefs im Kurs und damit neue Hochs in der Rendite erreicht. Der Chart auf Tagesbasis zeigt dabei, dass es am Dienstag, als die Rendite der „Zweijährigen“ ihr bisheriges Hoch von 2,49 Prozent erzielte, zu einer grünen Kerze im Kurs kam, d.h. es kam zu Käufen in diesen Anleihen. Aber das ist für die Anleger am Aktienmarkt keine Beruhigung, im Gegenteil. Denn steigende Kurse bei diesen T-Bonds bedeuten ja nur: Auf diesem Niveau setzen Käufe ein.

Chart vom 25.04.2018, Kurs 106,00 US-Dollar, Kürzel ZT

Anleger sehen diese knapp 2,5 Prozent als lukrativ an. Und das Geld, das hier hinein fließt, fließt entweder nicht in die Aktien oder stammt sogar von dort, d.h. erste Akteure schichten aus Aktien in Anleihen um. Würde daraus mehr als dieser bislang nur kleine Ansatz, würde es also zu einem Run heraus aus Aktien und hinein in US T-Bonds kommen, hieße das: Die Anleihekurse wäre für eine Trendwende gut. Dann, aber auch erst dann, wäre zu überlegen, bislang ja immens gut gelaufene Short-Trades glatt zu stellen und auf die Long-Seite zu wechseln. Auf charttechnischer Ebene würde ein Signal hin zu einer Trendwende nach oben dann entstehen, wenn die „Zweijährigen“ mit Schlusskursen über 108 8/32 US-Dollar die drei kurzfristig entscheidenden Charthürden in Form des März-Tiefs, der 20-Tage-Linie und der September-Abwärtstrendlinie überboten hätten.

 

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