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Sartorius AG - VZ: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Sartorius VZ
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Titel

Analysis

Der Labor- und Prozesstechnologieanbieter Sartorius hatte am Dienstagmorgen seine Bilanz des zweiten Quartals präsentiert. Und was gemeldet wurde, konnte sich sehen lassen: Ein solide um acht Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegener Umsatz, ein bereinigter Gewinn von 80 Millionen nach 70 Millionen im zweiten Quartal 2017, beides über den Analystenprognosen. Hinzu kam die Anhebung der Gesamtjahres-Umsatzprognose von +9 bis +12 auf jetzt +12 bis +15 Prozent.

Das zauberte ein Lächeln auf die Lippen der Investoren, die Aktie sauste über das alte Rekordhoch aus dem Mai (146,30 Euro) hinaus, erreichte in der spitze 150,70 Euro. Doch am Abend hingen die Mundwinkel plötzlich unten. Denn die Aktie beendete den Tag im Minus.

Ein klassischer Intraday-Turnaround. Nicht gut, wenn so etwas auf Rekordniveau passiert. Erst recht nicht, wenn das an einem Tag passiert, an dem man eigentlich mit durchgehend positiver Stimmung hätte rechnen dürfen.

Expertenmeinung: Das Problem ist eines, das Signalwirkung haben könnte, nicht nur im TecDAX, in dem die Sartorius Vorzugsaktie notiert ist, sondern gut und gerne auch beim US-Pendant Nasdaq. Denn auch, wenn die Ergebnisse über den Analystenerwartungen lagen, auch, wenn man daraufhin die Gewinnerwartung für das laufende Jahr in die Region 2,40/2,50 Euro pro Aktie anheben könnte (was aber voraussetzt, dass im zweiten Halbjahr keine negativen Impulse von der Weltwirtschaft kommen), wäre die Bewertung der Aktie mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis bei knapp 60 höher, als sie es bei diesem Gewinnwachstum sein sollte.

Und das gilt für nicht gerade wenige Aktien aus dem Technologiesektor. In solchen Situationen ist manch einem Investor, der die Rallye im Vorfeld mitgemacht hat, bei der sich der Kurs in der Spitze fast verdoppelte, „gut“ einfach nicht gut genug. Gewinnmitnahmen treffen dann auf einen „satten“ Markt, in dem viele längst investiert sind und wenige auf neuen Hochs neu einsteigen oder zukaufen wollen. Solche Intraday-Turnarounds sind dann nicht selten Basis einer auch größeren Korrektur.

Sollte die Aktie die bei 137,50 Euro verlaufende 20-Tage-Linie als nächstliegende Unterstützung nicht halten, kann es schnell in Richtung 110/120 Euro gehen, wo mehrere Umkehrpunkte aus den Monaten April bis Juni einen solideren Halt ermöglichen würden.

SRT3_2018_07_25

Mit dem Namen Sartorius verbinden die meisten Investoren wohl nach wie vor automatisch Waagen. Aber alleine mit der Herstellung von Präzisionswaagen würde die Aktie wohl eher nicht derart kräftige Sprünge vollziehen. Da ist noch einiges mehr dahinter, so vor allem Labor- und Prozesstechnologie verschiedenster Art. Und Wachstum. Der Umsatz des Unternehmens legt seit Jahren regelmäßig zu, der Gewinn pro Aktie, wenngleich mit ein paar Bocksprüngen, desgleichen. Und das soll auch dieses und kommendes Jahr so weitergehen. Dies in Kombination mit einer zukunftsträchtigen Branche macht die Aktie durchaus attraktiv. Aber das feit sie nicht davor, irgendwann auch mal zu teuer, zu hoch bewertet zu sein. Und dieser Punkt war am 25. Mai offenbar erreicht. Mit 146,30 Euro erreichte die im TecDAX notierte Sartorius Vorzugsaktie einen Punkt, an dem kräftige Abgaben einsetzten. Und aus fundamentaler Sicht war das nicht gerade vorschnell. Immerhin erwarten die Analysten, dass das Unternehmen 2019 um die 2,65 Euro pro Aktie verdienen wird. 2017 waren es 2,10 Euro. Gut 25 Prozent Gewinnanstieg innerhalb von zwei Jahren – das ergibt ein auf den (ja erst noch zu verdienenden) 2019er-Gewinnen basierendes Kurs/Gewinn-Verhältnis von 47. Das ist in Relation zum Wachstumstempo zu teuer.

Expertenmeinung: Es bedurfte aber erst eines Auslösers in Form eines bärischen Signals im Candlestick-Chart, um eine Korrektur anzustoßen. Mitte März war es ein markantes „bearish engulfing pattern“ gewesen, diesmal war es ein „evening star“, ein Abendstern. Nach einer Rallye entstand nach einer grünen Kerze ein Doji, wobei dieses Exemplar als „bearish long upper shadow“ besonders auffällig daherkam. Normerweise zeigt ein „evening star“ danach eine lange rote Kerze. Das muss aber nicht zwingend sein, auch eine Kerze mit kleinem Körper und langen Dochten kann die Formation vollenden, solange der Kerzenkörper nur klar unter dem des Doji in der Mitte liegt. Das war der Fall und, besonders wichtig, die Bestätigung dieser Formation durch umgehenden Verkaufsdruck folgte am Folgetag auf dem Fuße. Es folgte der Bruch des April-Hochs, der 20-Tage-Linie und der Februar-Aufwärtstrendlinie im Bereich 128/131 Euro und damit klare, bärische Signale. Nach unten hin finden sich alle fünf Euro Wendepunkte, die theoretisch als Unterstützung dienen könnten, es aber mit Blick auf die hohe Bewertung der Aktie keineswegs müssen. Solange die Sartorius Vorzüge nicht wieder über den derzeit entscheidenden Widerständen bei 128/131 Euro schließen, schlägt die Waage hier zu Gunsten der Bären aus.

Chart vom 04.06.2018, Kurs 125,00 Euro, Kürzel SRT3

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