Zurück Oktober Weiter
Zurück 2018 Weiter

Salzgitter AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Salzgitter
Datum

Titel

Analysis

Vor Handelsbeginn des Donnerstags hob der US-Investmentbankriese Goldman Sachs sein Kursziel für den Stahlkonzern Salzgitter von „Halten“ auf „Kaufen“ an und setzte das neue Kursziel auf 52 Euro (nach 49,50 Euro). Die Analysten priesen eine „historisch günstige Bewertung“ der Aktie. Das klang grandios, immerhin würde das Erreichen dieses Kursziels einen Anstieg von fast 30 Prozent bedeuten (gerechnet vom Schlusskurs des Mittwochs). Also machte der Kurs zum Handelsstart einen gewaltigen Satz nach oben, startete fast vier Prozent höher … und fiel dann den Tag über immer weiter zurück, um am Ende sogar gut 0,8 Prozent im Minus zu landen. Da hatten wohl einige in die Daten geschaut und festgestellt: Das mit dieser historisch günstigen Bewertung ist höchst relativ. Da das Unternehmen erst seit zwei Jahren nach jahrelanger Durststrecke wieder Gewinne schreibt, stimmt es: Angenommen, die durchschnittliche Prognose der Analysten, die im laufenden Jahr mit etwa vier Euro Gewinn pro Aktie rechnen, träfe ein, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) auf dem aktuellen Kursniveau um zehn. Und das wäre weniger als 2016 und 2017 und ungefähr da, wo es 2011 lag, als Salzgitter vor der Verlustphase letztmalig schwarze Zahlen schrieb. Aber was ist denn das für eine Aussage!

Expertenmeinung: Wenn ein Unternehmen mehrere Jahre lang rote Zahlen einfährt, ist es normal, dass das KGV zunächst noch höher liegt, weil die Investoren die sich abzeichnende Gewinnsteigerung im Vorfeld in die Aktie einpreisen. Der Kurs steigt dann erst einmal schneller als der Gewinn, also ist auch das KGV eine Zeit lang recht hoch. Aber jetzt haben wir ja eine Situation, in der sich die Frage stellen muss, ob Salzgitter nicht bereits ein Zwischenhoch bei den Gewinnen erreicht hat. Permanent gilt es, sich gegen Dumping-Preise aus den billiger produzierenden Ländern zu wehren. Und zudem läuft da ja auch noch ein Handelskrieg. Es ist zwar richtig, dass die Unternehmensführung die direkten Auswirkungen der US-Strafzölle für überschaubar hält. Aber die indirekten Folgen sind nicht wirklich kalkulierbar: Ein Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums und noch mehr Billig-Importe nach Europa, die wegen der US-Strafzölle nach Europa „umgeleitet“ werden, beides wäre möglich. Hinzu kommt, dass die Aktie nach der ersten Reaktion auf die Inkraftsetzung der US-Strafzölle bereits um 36 Euro einen Boden gebildet hatte und von dort aus wieder nach oben lief. Das gestrige Tageshoch von knapp 42 Euro erschien nicht wenigen Akteuren da wohl bereits als ausreichende Gegenreaktion. In einen Kurssprung hinein zu verkaufen, am Ende im Minus zu landen, das ist für die Bullen die Höchststrafe. Mit diesem Abverkauf bleibt die Aktie im übergeordneten Bild bärisch. Unter 36 Euro würde dann die nächste Stufe des Abwärtstrends zünden. Erst im Fall eines Schlusskurses über der bei 44 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie wäre Salzgitter als bullisch einzustufen. Aber bis dahin wäre es ein weiter Weg.

SZG_2018_07_20

Die Salzgitter AG gehört zu den führenden europäischen Stahl-Konzernen und ging im Jahr 1998 aus dem Stahlbereich der ehemaligen Preussag AG hervor. Zum Konzern gehören heute über 150 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften weltweit, darunter auch Peiner Träger, Mannesmann und KHS.
Die Kernkompetenz der Salzgitter AG liegt in der Herstellung von Walzstahl- und Röhrenerzeugnissen sowie deren Weiterverarbeitung und weltweiter Vermarktung. Daneben ist das Unternehmen auch im Sondermaschinen- und Anlagenbau tätig.

Salzgitter verfügt darüber hinaus auch über eine ganze Reihe industrieller Beteiligungen. Das Unternehmen hält beispielsweise 16% der Anteile von Aurubis und 51% von Hansaport.

Schwierige Jahre hinter sich

Mit Blick auf die zurückliegende Dekade werden größere Probleme sichtbar. Nach der Finanzkrise konnte das Unternehmen nie mehr an alte Stärke anknüpfen.
Der Umsatz schwankte in den letzten zehn Jahren zwischen 7,8 und 10,4 Mrd. Euro, ein klarer Aufwärtstrend ist dabei leider nicht zu erkennen. In der Vergangenheit lagen die jährlichen Einnahmen darüber hinaus auch schon bei über 12 Mrd. Euro.
Gleiches gilt für das Ergebnis, welches über die Jahre ebenfalls stark schwankte. Je Anteilsschein lagen die Ergebnisse in einem mehr als breiten Korridor von minus 9,11 Euro bis plus 12,11 Euro.

Das zurückliegende Geschäftsjahr kann in diesem Zusammenhang durchaus positiv erwähnt werden. Der Umsatz kletterte um 13% auf 8,99 Mrd. Euro und das Ergebnis je Aktie stieg von 1,00 auf 3,52 Euro.

Quartalszahlen und Ausblick überzeugend?

Es ergibt sich ein gemischtes Bild. Während die Bereiche Flachstahl und Grobblech gute Zuwachsraten erlebten, ging es im größten Geschäftsbereich Handel deutlich rückwärts. Unter dem Strich bleibt auf Jahressicht ein leichter Umsatzanstieg von 1,73 auf 1,77 Mrd. Euro. Das Ergebnis legte jedoch weitaus deutlicher zu und kletterte von 0,87 auf 1,18 Euro je Aktie.

Darüber hinaus hat Salzgitter den Ausblick bestätigt. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen Umsatz von knapp über 9,0 Mrd. nach 9,0 Mrd. Euro im Vorjahr.
Der Jahresüberschuss soll jedoch von 194 Mio. auf 200 bis 250 Mio. Euro steigen.

Salzgitter kommt somit auf ein KGV von 14,0. Dieser Wert könnte im laufenden Geschäftsjahr auf 13,1 fallen. Die Dividendenrendite liegt bei 1,1%.
Das Unternehmen erscheint auf den ersten Blick günstig bewertet. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist aus Sicht des Autors jedoch problematisch.

Man sollte an dieser Stelle durchaus noch einmal den Rückblick wagen, um die Zahlen in Kontext zur Vergangenheit zu setzen und sich noch einmal die zyklische Natur des Geschäfts zu vergegenwärtigen. Selbst in Jahren guter konjunktureller Lage, hat der Konzern immer wieder Verluste erwirtschaftet. Was passiert im nächsten Abschwung?
Man wird voraussichtlich wieder größere Verluste hinnehmen müssen und der Aktienkurs könnte dementsprechend in die Knie gehen.
Gerade für langfristige Investoren stellt sich diese Frage.

Charttechnischer Ausblick

Angesichts der zuletzt gestiegenen Gewinne ergibt sich hier verständlicherweise ein positives Bild. Wie nachhaltig beide Entwicklungen langfristig sind, ist eine andere Frage.
Mit dem Ausbruch über 47,50 Euro ist es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 50,00 und 52,50 Euro gekommen. Darüber würde sich das Chartbild weiter aufhellen.
Unterhalb von 47,50 Euro drohen hingegen Verluste in Richtung 44,00 und 40,00 Euro.

20180516-salzgitter-sind-die-zahlen-wirklich-so-gut

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Monat April brachte der Aktie des Stahl- und Technologiekonzerns Salzgitter die heiß ersehnte Trendwende. Die Bären konnten geschlagen werden und der lang währende Abwärtstrend wurde endlich gebrochen. Die Bullen sorgten für einen beeindruckenden Impuls nach oben und die Kurse schossen um fast 20 Prozent in Richtung Norden. Die zur Mitte der Woche eingeleitete Zwischenkorrektur kann als äußerst gesund und hilfreich für den Trend angesehen werden. Wichtig hierbei ist aber, dass wichtige Niveaus nicht mehr nach unten gebrochen werden. So sind dies die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50, welche derzeit bei 44 EUR eine solide Basis bilden. Der Trend befindet sich derzeit in einer neutralen Kaufphase.

Expertenmeinung: Aufgrund der überaus volatilen Gesamtsituation der Indizes behalten wir uns eine zu positive Aussicht auf die weitere Kursentwicklung der Salzgitter Aktie noch vor. Schaffen es die Kurse jedoch den Boden bei 44 EUR zu halten und von hier aus wieder nach oben zu drehen, könnte sich dies in der kommenden Woche ändern. In Folge könnte es schnell weiter nach oben gehen und der Wechsel in einen neuen Aufwärtstrend wäre durchaus möglich. Es bleibt somit abzuwarten, wie gut sich die Bullen in den kommenden Tagen präsentieren.

Aussicht: NEUTRAL

20180427-salzgitter-dieses-niveau-muss-jetzt-halten

Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN