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ProSiebenSat.1 Media AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

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Aktien-Portrait und Kursentwicklung: ProSiebenSat.1
Datum

Titel

Analysis

Seit acht Wochen fällt die Aktie des Medienkonzerns ProSieben SAT.1 – und das ohne eine einzige Woche einer Gegenreaktion. Begonnen hatte dieser Abstieg mit der Veröffentlichung der Bilanz zum ersten Quartal am 9. Mai. Die war durchaus nicht dramatisch, selbst mit dem Rückgang des Umsatzes gegenüber dem Vorjahresquartal war im Vorfeld mehrheitlich gerechnet worden. Trotzdem begann da ein Abverkauf, der bis heute anhält, am Freitag sogar mit einem Abschlag von 6,3 Prozent eine Beschleunigung erfuhr. Interessant war auch, dass die am 17. Mai ausgezahlte, grandios hohe Dividende von 1,93 Euro natürlich zunächst in den Kurs eingearbeitet wurde, sprich die Aktie um diese Größenordnung drückte, es aber keinerlei Ansätze gab, diesen sogenannten Dividendenabschlag wieder aufzuholen, wie es in einem normalen Umfeld üblich gewesen wäre. Was ist hier los? Immer mehr Analysten senken in Bezug auf europäische Fernsehsender den Daumen, das betrifft auch die RTL Group. Schon Anfang Juni senkte Goldman Sachs den Daumen, stufte ProSieben SAT.1 auf „Verkaufen“ ab und senkte das Kursziel deutlich. Am Freitag folgte der Analyst bei Morgan Stanley:

Expertenmeinung: Morgan Stanley stufte die Aktie von zuvor „Übergewichten“ auf „Untergewichten“ ab und senkte das Kursziel dramatisch von 35 auf 21 Euro. Grund sei der Siegeszug der Serien- und Filmabonnement-Betreiber wie Netflix oder amazon.prime. Sie würden den konventionellen Fernsehkanälen den Rang ablaufen. Und das werde sich deutlich negativ bei den Werbeeinahmen niederschlagen, dem Rückgrat dieser Medienkonzerne wie ProSieben SAT.1 oder der RTL Group. Das klingt nachvollziehbar. Und dass ProSieben noch Anfang vergangener Woche bekannt gab, dass man plane, Netflix mit einer eigenen Streaming-Plattform Konkurrenz zu machen, zeigt: Auch bei ProSieben erkennt man diese Gefahr. Aber wie der Abstieg im Wochenverlauf, gekrönt von diesem schwachen Freitag, deutlich macht, bezweifeln die Anleger sehr, dass es möglich wäre, zu einem derart späten Stadium noch in diesen Bereich einzusteigen. Es wirkt, als würden da hohe Kosten entstehen, die am Ende keine Rendite bringen werden. Der hier abgebildete, sehr langfristige Chart auf Wochenbasis zeigt, dass die Aktie schon Mitte Juni mit dem Jahrestief 2017 bei 24,50 Euro eine wichtige Unterstützung durchbrochen hat, die bis ins Jahr 2011 zurückreicht, wo dieser Level erstmals eine wichtige Wendemarke war. Jetzt taumelt der Kurs auf eine aus den Jahren 2011/2012 stammende, potenzielle Auffangzone bei 20,43/21,00 Euro zu. Aber hier optimistisch die Hand aufzuhalten, davon auszugehen, dass diese Zone schon halten wird, erscheint angesichts der nachvollziehbaren Bedenken der Analysten sehr gewagt.

Chart vom 29.06.2018, Kurs 21,73 Euro, Kürzel PSM

-9,26 Prozent als Quittung für insgesamt im Rahmen der Erwartungen liegende Quartalszahlen und eine bestätigte Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr? Was war denn da gestern bei ProSieben SAT.1 los? Ein Grund, warum die Aktie angesichts dieser eigentlich unauffällig wirkenden Ergebnisse so deutlich abverkauft wurde, mag in der Aussage gelegen haben, dass man seitens des Medienkonzerns für das zweite und dritte Quartal schwächere operative Ergebnisse erwartet. Was aber grundsätzlich so dramatisch nicht werden sollte, wenn das Unternehmen die Gesamtjahresprognose nicht nach unten korrigiert. Ein anderer, wohl schwerer wiegender Grund ist, dass die Analysten ebenso wie die meisten Anleger nicht damit rechnen, dass 2018 ein Jahr mit nennenswertem Wachstum wird. Und was danach kommt, ist bei Medienunternehmen kaum absehbar, denn da kann man planen und hochrechnen, wie man will, gerade der wankelmütige Werbemarkt kann einem da jederzeit einen dicken Strich durch die Hochrechnungen machen. Zwar gibt es andere Aktien im Medienbereich wie z.B. Netflix, bei denen man solche Risiken einfach vom Tisch wischt und immer weiter kauft. Aber zum einen ist Netflix weniger von Werbung abhängig, zum anderen ist Netflix nicht in einem Abwärtstrend unterwegs. Und das ist, was das zackige Minus der Aktie nach diesen Quartalszahlen angeht, der springende Punkt:

Expertenmeinung: Das bärische Lager hat diese Aktie komplett im Griff. Das zeigt sich in diesem längerfristigen Chart auf Wochenbasis besonders deutlich. Denn da sieht man: Die „Wucht“ der Impulse liegt klar auf Seiten der Bären. Sechs Wochen lang hatte sich die Aktie in kleinen, mühseligen Schritten langsam höher gekämpft, jetzt reichte ein schwacher Tag und damit eine voraussichtlich auch schwache Handelswoche, um all das zunichtezumachen und ProSieben SAT.1 genau am unteren Ende der Widerstandszone 31,30/33,05 Euro wieder nach unten abzuweisen. Würde es gelingen, den Kurs auf Wochenschlusskursbasis unter die aus den Tiefs vom November und März zu konstruierende Aufwärtstrendlinie bei 27,30 Euro zu drücken, wäre es nicht auszuschließen, dass die Aktie sogar das Jahrestief 2017 bei 24,50 Euro ansteuert, auch, wenn die Entwicklung bei Umsatz und Gewinn das derzeit keineswegs unterstützen würde. Hielte diese Trendlinie und würde die Aktie hier wieder nach oben drehen, stünde die Chance auf eine Trendwende nach oben angesichts der dann erhalten bleibenden Folge höherer Zwischentiefs zwar weiterhin im Raum. Aber erst, wenn die übergeordnete Abwärtstrendlinie bei 35 Euro bezwungen ist, wäre damit zu rechnen, dass die Bären ProSieben SAT.1 auch nachhaltiger aus ihren Fängen lassen würden.

PSM_2018_05_10

Trendbetrachtung auf Basis 12 Monate: Die Kurse des deutschen Medienkonzerns sind zuletzt deutlich unter Druck gekommen. Nach dem recht positiven Ausbruch über die Marke von 31 EUR, konnten die Bullen nur kurzfristig überzeugen. Die Kurse fielen rasch wieder zurück und die Bären übernahmen das Ruder. Aktuell versucht das Papier wieder eine Wende nach oben einzuleiten, doch es bleibt abzuwarten, ob es auch nachhaltig gelingen wird. Technisch betrachtet befindet sich die Aktie in einer neutralen Gesamtlage. Die nächste wichtige Unterstützung befindet sich bei 26.50 EUR. Hier liegt das Pivot-Tief des Monats März.

Expertenmeinung: Im November des vorigen Jahres war im Chartbild eine große rote Verkaufskerze zu sehen. Diese deutete auf massiven Verkaufsdruck hin und die Hälfte der Kerze markierte ein Widerstandsniveau. Nachdem dieses gebrochen wurde, konnten frische Kaufimpulse die Kurse wieder nach oben bringen. Derzeit sehen wir ein recht ähnliches Szenario, wo ebenfalls eine große Verkaufskerze von Anfang März auf selbigem Niveau getestet wird. Dies dürfte wohl auch Hinweise auf den weiteren Kursverlauf geben. Schlusskurse über dem Niveau von 29.25 EUR wären demnach als positiv anzusehen.

Aussicht: NEUTRAL

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