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OSRAM Licht AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: OSRAM
Datum

Titel

Analysis

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Das bisherige Börsenjahr verlief für die Aktie des Leuchtmittelherstellers Osram bislang katastrophal. Seit Januar verlor der Titel mehr als die Hälfte seiner Marktkapitalisierung und die Bären hatten bislang leichtes Spiel. Erstmals seit neun Monaten konnten die Kurse in den letzten Handelstagen etwas Höhenluft schnuppern und über die 50-Tage-Linie blicken. Der mittelfristige Trendindikator verlief bislang nachhaltig bärisch und die Kurse befanden sich stetig darunter. Das ideale Umfeld für Shortseller. Gelingt der Aktie hier jedoch die Wende, könnte zumindest das letzte Quartal wieder etwas Licht am Ende des Tunnels bringen. Die Vorzeichen dafür stehen gar nicht mal so schlecht.

Expertenmeinung: Die Widerstandsebene rund um das Niveau von 40 EUR ist klar im Chart zu erkennen. Hier wird sich der weitere Weg der Aktie entscheiden. Sollte der Ausbruch nach oben gelingen, könnte dies unter Umständen den Startschuss zu einer neuen Rallye bedeuten. Der nächste größere Widerstand wäre in Folge erst wieder bei 55 EUR auszumachen. Dies würde ein Potenzial von fast 40 Prozent mit sich bringen. Bleiben die Kurse jedoch darunter, könnte sich der Kursverfall auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzen und die erhoffte Trendwende wäre zumindest vorerst wieder auf Eis gelegt.

Aussicht: NEUTRAL

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Das ist schon eine bemerkenswerte Sache mit der OSRAM-Aktie. Die Analysten wurden von den beiden scharfen Reduzierungen der unternehmenseigenen Umsatz- und Gewinnprognose überrascht wie die Anleger auch. Wobei eine noch angegangen wäre. Aber eine im April und dann schon im Juni die nächste, das war zu viel. Die Aktie fiel dramatisch, erreichte mit dem Tief von 31,54 Euro im Juli einen Level, der sagenhafte 60 Prozent unter dem Rekordhoch von 79,58 Euro lag, das die Aktie nur sechs Monate vorher erzielt hatte.

Die Analysten senkten ihre Kursziele im Eiltempo, konnten damit dem Abstieg des Kurses aber nur hinterherlaufen. Zuletzt hoben die ersten ihre Ziele schon wieder an, denn es schien, als habe OSRAM nunmehr genug „gebüßt“, als wäre dieser Kurslevel knapp über 30 Euro doch langsam günstig. Das Interessante ist indes: Die Aktie „gehorcht“ nicht, reagierte auf diese ersten Anhebungen von Kurszielen kaum. Die im Juli laufende Gegenbewegung war nie mehr als das, ließ den Schwung vermissen, den man von einer sich etablierenden Trendwende nach oben hätte erwarten können. Und jetzt kippt der Kurs auch noch den bisherigen Tiefs entgegen. Wieso?

Expertenmeinung: Die abgelaufene Handelswoche war für OSRAM ziemlich unangenehm. Ein Minus von acht Prozent macht die Hoffnung, aus der Wende könnte doch noch etwas werden, erst einmal zunichte. Die übergeordnete, aus dem Januar stammende Abwärtstrendlinie wurde mehrere Tage lang zwar angegangen, aber immer nur angekratzt. Dadurch dürften kurzfristige Trader den Eindruck gewonnen haben, dass der Weg nach unten womöglich der Weg des geringeren Widerstands ist, versuchten sich daran und waren erfolgreich.

Der Grund liegt darin, dass sich niemand recht traut, auch nur zu denken, dass es mit zwei unerwarteten Umsatz- und Gewinnwarnungen getan ist. Die Gewinnprognose wurde zwar derart markant zurückgenommen, dass man den Eindruck haben könnte, dass es damit genug sein müsste. Aber was bei OSRAM schief lief, kann immer noch schief laufen. Und da sitzt dann immer der unangenehme Gedanke, dass diejenigen, die da gerade wieder aussteigen oder Short gehen, mehr wissen, vor dem Einstieg. Diese unklare, aber negativ angehauchte Perspektive bedeutet für das Bären-Lager leichtes Spiel.

Das bisherige Tief bei 31,54 Euro könnte also durchaus angelaufen und sogar unterboten werden. Die Bilanz von OSRAM müsste eine Wende zum Besseren indizieren, dann wäre auch die Wende der Aktie möglich. Aber die nächsten Zahlen stehen erst Anfang November an. Bis dahin hätten die Bären viel Zeit … und das dürfte ihnen bewusst sein.

Chart vom 07.09.2018, Kurs 35,54 Euro, Kürzel OSR

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Monaten hat sich die Talfahrt der Aktie des Leuchtmittelherstellers Osram stark beschleunigt und so verlor das Unternehmen seit Jahresbeginn zeitweise die Hälfte des Börsenwertes. Das Grande Finale des Ausverkaufs war bislang die große rote Kerze vom 28. Juni. Aus technischer Sicht dürfte es sich hier um eine Ermüdungskerze gehandelt haben. Die Kurse waren im Vorfeld bereits stark gefallen und der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt erreichte hier einen neuen Höchstwert. Somit war das Papier zu diesem Zeitpunkt so überverkauft, wie noch nie in diesem Jahr. Gleichzeitig bildete sich hier das vorläufige Tief, denn die Kurse haben sich im Anschluss sichtlich erholen können. Der Trend befindet sich in einer neutralen Phase.

Expertenmeinung: Unsere Aussichten auf Osram heben wir von bärisch auf neutral an. Dennoch sollten Marktteilnehmer noch nicht zu euphorisch werden, denn die Kurse sind nun exakt am 50-Tage-Durchschnitt angekommen. Häufig bildet dieser einen Widerstand und ist ein vorübergehendes Kursziel sogenannter technischer Gegenbewegungen. Wenn die Bullen also eine nachhaltige Bewegung nach oben in Gang setzen wollen, dann muss dieser Indikator bald gebrochen werden.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 08.08.2018 Kurs: 39.35 Kürzel: OSR

Nach zwei unerwarteten Senkungen des Gewinnziels für 2018, die die Prognose von zunächst 2,40 bis 2,60 Euro pro Aktie auf nur noch 1,00 bis 1,20 Euro nach unten schraubten, muss man sich nicht wundern, dass die Aktie des Leuchtmittelspezialisten OSRAM zu Fallobst wurde. Die Anleger stiegen aus, viele Trader gingen Short und die Analysten senkten ihre Kursziele schnell und drastisch. Dabei sind zwei Gewinnwarnungen in kurzer Zeit schon schlimm genug, aber noch problematischer ist, dass dadurch der Eindruck entsteht, die Unternehmensführung sei von dieser Entwicklung selbst überrascht worden. Wenn da eine unsichere makroökonomische Perspektive und ein zu starker Euro als Gründe ins Feld geführt werden, geht natürlich bei den Anlegern ebenso wie bei den Analysten eine Augenbraue hoch. Denn dass diese Faktoren die Perspektive belasten, weiß man nicht erst seit ein paar Monaten. Eine Chance für die Aktie ist, dass man derzeit vorsichtig die Karte spielt, dass sich der Handelskrieg womöglich doch auf kleiner Flamme halten ließe und vielleicht schnell bereinigt wird. Und der starke Euro, der OSRAM’s Margen im außereuropäischen Geschäft belastet, ist ja auch nicht mehr so stark. Aber:

Expertenmeinung: Das Misstrauen dürfte so schnell nicht verschwinden. Und die Hoffnung, dass ein Handelskrieg entweder in einem engen Rahmen bleibt oder bald beigelegt wird, ist eben momentan absolut nicht mehr als das: eine Hoffnung, ein Strohhalm. Dass die Aktie für diese deutliche Reduzierung der Gewinnperspektive jetzt hinreichend „gebüßt“ hat, darf man zwar annehmen. Und damit ist die Chance, dass es gelingt, auf dem aktuellen Kursniveau einen Boden zu bilden, gar nicht schlecht. Bislang ist es gelungen, das markante Jahrestief 2016 bei 34,25 Euro auf Wochenschlusskursbasis einigermaßen zu verteidigen. Und sollte OSRAM auf dem Niveau des Mittwochabends oder höher aus dieser Woche gehen, würde daraus im hier abgebildeten Chart auf Wochenbasis ein kleiner „Morning Star“ entstehen. Aber auch, wenn sich daraus dann grundsätzlich eine Chance für einen Long-Trade ergeben würde: Solange OSRAM nicht wieder mit besseren Prognosen oder einer ermutigenden Bilanz des zweiten Quartals (terminiert für den 1. August) aufwarten kann, sollte man nicht erwarten, dass dieser Boden die Basis einer Super-Rallye werden könnte. Die Aktie wäre auch im Fall eines tragenden Bodens derzeit eher etwas für mittel- bis langfristige Anleger, die ein wenig Geduld mitbringen.

OSR_2018_07_19

Ein Minus von 21,66 Prozent bei einer Aktie, die sich im Vorfeld ohnehin schon gegenüber dem am Jahresanfang markierten Allzeithoch halbiert hatte, das ist ein vernichtendes Urteil der Marktteilnehmer. Aber die Nachricht, die am gestrigen Donnerstag unverhofft über die Ticker lief, war durchaus angetan, einen solchen totalen Ausverkauf zu verursachen. Denn zwei Umsatz- und Gewinnwarnungen innerhalb von zwei Monaten, das deutet zweierlei an: Erstens, dass die Lage in der Tat ernst ist. Und zweitens, dass die Unternehmensführung offenbar die Entwicklung nicht überschauen kann. Ob das jetzt am Vorstand liegt oder an den Rahmenbedingungen, ist den Anlegern dabei egal. Klar ist nur eines: OSRAMs ursprüngliche Jahresprognosen schmelzen dahin wie Eis in der Sonne. Aus der ursprünglichen Prognose eines Umsatzwachstums von 5,5 bis 7,5 Prozent wurden Ende April 3,0 bis 5,0 Prozent, gestern wurden noch +1,0 bis 3,0 Prozent ausgerufen. Und was den erwarteten Gewinn angeht, kam es noch drastischer. Der Korridor sank von 2,40 bis 2,60 Euro pro Aktie zu Jahresbeginn über 1,90 bis 2,10 Euro Ende April auf jetzt nur noch 1,00 bis 1,20 Euro. Und die Ursache für das erneute Kappen der Prognosen ist etwas, das die Anleger insgesamt aufhorchen lassen sollte:

Expertenmeinung: Eine Marktabschwächung im Automobilbereich und die Verschiebung von Projekten seien ursächlich dafür. Was andeutet, dass die Konjunktur – und das weltweit, denn OSRAM agiert ja beileibe nicht nur in Deutschland – bereits jetzt ins Rutschen gerät, auch ohne die befürchteten Strafzoll-Wellen. Solche Nachrichten sind Warnsignale. Aber dass die sich letzten Endes auf die Gesamtwirtschaft ausdehnen, hilf der OSRAM-Aktie natürlich wenig. Die Aktie, die am Morgen noch die Chance hatte, die Unterstützungszone 42,60/43,20 Euro zumindest zum Wochenschluss zu verteidigen, wurde ohne Gegenwehr nach unten durchgereicht. Was angesichts einer solchen Nachricht nicht überraschen darf, denn wer wollte da in ein derart schnell fallendes Messer die Hand aufhalten? Jetzt ist bereits das Jahrestief 2016 bei 34,25 Euro leicht unterboten, der Punkt, von dem aus die große Rallye der Aktie mit dem Rückenwind hervorragender Umsatz- und Gewinnperspektiven gestartet war. Jetzt liegen die in Scherben. Daher wäre es riskant darauf zu setzen, dass es gelingt, dieses 2016er-Tief zu verteidigen. Bevor die Aktie nicht eine glaubwürdige Bodenbildung präsentiert, kann es jederzeit noch ein Stück tiefer gehen.

OSR_2018_06_29

Die Osram Licht AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Lichtelementen. Vor dem Börsengang 2013 war das Unternehmen Teil des Siemens-Konzerns.
Das Portfolio reicht von Hightech-Anwendungen auf der Basis halbleiterbasierter Technologien, wie Infrarot oder Laser, bis hin zu vernetzten intelligenten Beleuchtungslösungen in Gebäuden und Städten.
Das Geschäft mit traditionellen Glühbirnen gehört nach dem Verkauf im Jahr 2017 an ein chinesisches Konsortium hingegen nicht mehr zum Konzern.

Was ist seit der Trennung von Siemens passiert?

Für die ehemalige Siemens-Tochter liegen ab 2012 Unternehmenszahlen vor, die allerdings eher durchwachsen ausgefallen sind.
Der Umsatz ist in diesem Zeitraum von 5,40 auf 4,13 Mrd. Euro gesunken. Seit dem Tiefstwert von 3,57 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2015 geht es allerdings wieder bergauf. Das Umsatzwachstum lag in den beiden Darauffolgenden Jahren immerhin bei knapp über 7% per annum.
Beim Gewinn zeichnet sich ein ähnliches Bild, hier wurde der Höchstwert allerdings erst 2016 mit 3,84 Euro je Aktie erreicht. Im vergangenen Jahr waren es dann nur noch 2,26 Euro je Aktie. Warum die Papiere dennoch eine massive Rallye vollzogen haben, darf man sich getrost fragen.

Quartalszahlen

Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr liegen bereits die Zahlen für die ersten zwei Quartale vor. Leider lösen sie auch keine Freudensprünge aus. Der Umsatz ist von 2,042 auf 2,038 Mrd. Euro leicht gesunken. Die Kosten sind hingegen etwas gestiegen und das operative Ergebnis war somit rückläufig. Der Gewinn je Aktie sank von 1,23 auf 1,07 Euro. Osram führte als Begründung vor allem negative Währungseffekte an.

Der Ausblick war bereits damals nicht besonders optimistisch. Für das Gesamtjahr erwartete der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von 3-5% und ein Ergebnis von 1,90 – 2,10 Euro je Aktie – weit unter den damaligen Analystenerwartungen von durchschnittlich 2,60 Euro je Aktie und dem Vorjahreswert von 2,26 Euro!

Es hagelt

Heute nun der nächste Schock. Die Prognose muss innerhalb weniger Wochen abermals gesenkt werden. Osram erwartet nur noch ein Umsatzwachstum von 1-3% nach bisher 3-5%. Doch jetzt kommt der absolute Tiefschlag, die Gewinnerwartungen müssen von 1,90 – 2,10 Euro auf 1,00 – 1,20 Euro je Aktie gesenkt werden. Das KGV für das laufende Jahr verdoppelt sich also nahezu.

Man muss sich nur noch einmal vor Augen halten, dass der Konsens vor kaum mehr als einem Monat noch bei 2,60 Euro je Aktie lag.
Mit Blick auf das Ergebnis im ersten Halbjahr von 1,07 Euro je Aktie wird darüber hinaus klar, dass der Vorstand für die restlichen sechs Monate faktisch nichts mehr erwartet.

Fragen über Fragen

Kann sich die Lage bei Osram binnen weniger Wochen tatsächlich dermaßen eingetrübt haben? Warum hat der Vorstand nicht schon damals die schwierige Lage kommuniziert? War die gegebene Prognose überhaupt noch zu rechtfertigen?
Die Konzernführung wird den Aktionären wohl noch einige Fragen beantworten müssen. Eine vertrauensbildende Maßnahme sind die Vorgänge sicherlich nicht.

Trotz des Kurssturzes kommt Osram für das laufende Jahr auf ein KGVe von 31,6 und es erscheint äußerst unwahrscheinlich, dass die Ziele für das Folgejahr erreicht werden können. Darüber hinaus droht auch noch eine Senkung der Dividende. Bisher war eine Ausschüttung von 1,07 Euro je Aktie geplant, die jetzt kaum mehr finanzierbar erscheint.

Charttechnischer Ausblick

Der Aufwärtstrend ist ohne jeden Zweifel durchbrochen. Bereits mit dem Schlusskurs der Vorwoche unter 47,50 Euro wurde ein Verkaufssignal generiert.
Osram hat mit dem heutigen Kurssturz ein neues Mehrjahrestief markiert und man muss schon etwas zurück, um noch charttechnische Unterstützungen zu finden. Unterhalb von 35,50 Euro, drohen nun weitere Verluste in Richtung 30,00 Euro.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die hellen Lichter der Aktie des Leuchtmittelherstellers Osram sind längst erloschen und viele Marktteilnehmer fragen sich, wie tief die Aktie noch fallen wird. Dies ist nicht verwunderlich, denn der Trend befindet sich schon seit langem in einer konstanten Abwärtsbewegung und wie wir aus der Charttechnik wissen, halten Trends meist länger, als dass sie gebrochen werden. Alle Ampeln stehen aktuell auf Rot und es gibt in der mittelfristigen Zeitebene keinen Anhaltspunkt für einen baldigen Trendwechsel. Die Bären haben das Zepter fest in der Hand.

Expertenmeinung: Aufgrund fehlender Anhaltspunkte im Tageschart, müssen wir uns dem Wochenchart widmen, um zu sehen, wo denn die nächsten möglichen Böden für die Aktie zu finden wären. Das nächste Pivot-Tief im Wochenchart befindet sich bei 34.25 EUR, dem Tief von Januar 2016. Bis zu diesem Punkt gibt es derzeit keine nennenswerten Unterstützungen, welche den freien Fall der Aktie aufhalten könnten. Ob wir dieses Kursziel wirklich erreichen werden, ist natürlich nicht sicher. Fakt ist aber, dass die Wahrscheinlichkeit hierzu definitiv höher ist, als dass wir in den kommenden Wochen eine neue Rallye in der Aktie sehen werden.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 27.06.2018 Kurs: 42.00 Kürzel: OSR

Man hat es irgendwie so noch im Hinterkopf, aber OSRAM und die alten Glühbirnen sind nicht mehr dasselbe. OSRAM hat die traditionelle Leuchtmittelsparte für den Privatsektor längst nach China verkauft, fokussiert sich auf die zukunftsträchtigeren Bereiche. Dass das Unternehmen hinter der Zeit zurückgeblieben wäre ist also keineswegs der Grund, wieso die Aktie zuletzt so erheblich unter Druck stand, nachdem sie im Januar noch fast bis 80 Euro gelaufen war. Es sind die, so OSRAM, „unsicheren makroökonomischen Bedingungen“, die dazu führten, dass Ende April die Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert werden musste. Ein Problempunkt für das exportlastige Unternehmen ist der feste Euro. Aber nicht das einzige. Dass der Euro zu den wichtigsten Währungen derzeit wieder nachgibt, ist daher für OSRAM zwar erfreulich. Aber ob das davor feit, das nach dieser Prognose-Kappung markierte, bisherige Jahrestief von 47,10 Euro zu unterbieten, ist offen. Derzeit sieht es zumindest danach aus, als könnte es fallen. Zu Recht?

Expertenmeinung: Das weiß man noch nicht, es kommt darauf an, ob OSRAMs Produkte zwischen die Mahlsteine des sich langsam entwickelnden Handelskriegs geraten oder nicht. Der Vorteil der Bären ist, dass sie damit argumentieren können, dass jederzeit passieren könnte, was noch nicht passiert ist. Kurz: Das Risiko bleibt. Auffällig ist, dass es mit dem aktuellen Verkaufsimpuls bereits zum dritten Mal nicht gelingt, die durch die Prognose-Reduzierung entstandene Kurslücke auch nur anzugehen. Deren untere Begrenzung bei 54,38 Euro erweist sich als effektiver Widerstand … und ist momentan deutlich weiter vom aktuellen Kurs entfernt als das vorgenannte Jahrestief bei 47,10 Euro. Würde es lohnen, im Fall neuer Tiefs auf der Short-Seite zuzugreifen bzw. nachzufassen? Solange sich die Bedingungen für den Absatz der OSRAM-Produkte nicht tatsächlich verschlechtern, wäre das wohl nur etwas für rein technisch agierende, kurzfristige Trader. Bei 46,65 Euro findet sich knapp unter dem bisherigen Jahrestief eine markante, von Ende November 2016 stammende Wendemarke, die könnte noch als zusätzlicher Rückhalt diesen. Erst darunter, das zeigt dieser langfristige Chart auf Wochenbasis, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht erst einmal frei. Der nächste potenzielle Haltepunkt läge dann indes schon bei 44,00 Euro (das Tief vom Sommer 2016), erst darunter wäre richtig Spielraum nach unten bis zum Jahrestief 2016 bei 34,25 Euro. Das kann so laufen, wenn der Handelskrieg weiter eskaliert. Aber als Trader sollte man auch die Oberseite im Auge behalten: Ein Schlusskurs über 54,64 Euro, dem höchsten Punkt seit der Umsatz- und Gewinnwarnung Ende April, kann der Start einer kräftigen Gegenbewegung sein.

Chart vom 18.06.2018, Kurs 49,90 Euro, Kürzel OSR

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits seit Beginn des Jahres muss sich die Aktie des Leuchtmittelherstellers Osram mit einem nachhaltigen Abwärtstrend quälen. Selbst die Trendwende im DAX konnte den Kursen keinen Rückhalt bieten und die Talfahrt setzte sich auch im Monat April weiter fort. Erst im Mai war eine erste Stabilisierung erkennbar, welche nunmehr in eine Seitwärtsbewegung zwischen 50 und 55 EUR überging. Der 50-Tage-Durchschnitt als mittelfristiger Trendindikator zeigt dennoch weiterhin in Richtung Süden und trifft aktuell als Widerstand auf diese Kurszone. Es bleibt fraglich, ob die Aktie sich hier ihren Weg nach oben bahnen kann. Der Trend bleibt vorerst auf der neutralen Seite.

Expertenmeinung: Sowohl der Widerstand, als auch die Unterstützung ist derzeit klar und deutlich erkennbar. Hier wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Wochen ein wichtiges Kauf- bzw. Verkaufssignal bilden. Ein Breakout nach oben könnte die Kurse endlich wieder aus dem Keller holen und für neues Impulse sorgen. Sollte die Osram Aktie jedoch nach unten wegbrechen, dürfte der Weg der letzten Monate weiter fortgeführt werden. Hierdurch können sich interessante Trading Möglichkeiten ergeben.

Aussicht: NEUTRAL

20180608-osram-kann-sich-hier-eine-trendwende-entwickeln

Die Osram Licht AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Lichtelementen. Vor dem Börsengang 2013 war das Unternehmen Teil des Siemens-Konzerns.
Das Portfolio reicht von Hightech-Anwendungen auf der Basis halbleiterbasierter Technologien, wie Infrarot oder Laser, bis hin zu vernetzten intelligenten Beleuchtungslösungen in Gebäuden und Städten. Operativ ist der Konzern in vier Sparten gegliedert.

Im Bereich Specialty Lighting wird ein weites Spektrum an Lampen und Systemen für diverse Branchen und Spezialanwendungen angeboten. Dazu gehören Fahrzeugbeleuchtungen, OLED- und Lasertechnologien sowie Speziallampen für Bühnen-, Kino- und Studiobeleuchtung.
Das Segment Opto Semiconductors beinhaltet das Geschäft mit optischen Halbleitern wie LEDs und anderen Optohalbleitern.
Der Geschäftsbereich Digital Systems umfasst unter anderem Light-Engines, elektronische Betriebsgeräte und Lichtmanagementsysteme.
Das Leuchten- und Lösungsgeschäft ist in der Business Unit Lightning Solutions organisiert. Hierzu zählen beispielsweise die Herstellung und der Vertrieb von Leuchten, intelligenten, vernetzten Beleuchtungslösungen sowie Projekte im Bereich Straßen und Architekturbeleuchtung.

Das Geschäft mit traditionellen Glühbirnen gehört nach dem Verkauf im Jahr 2017 an ein chinesisches Konsortium hingegen nicht mehr zum Konzern.

Läuft das Geschäft?

Es ergibt sich durchaus ein gemischtes Bild. Ab 2012 liegen gesonderte Unternehmenszahlen für Osram vor. In diesem Zeitraum ist der Umsatz von 5,4 auf 4,12 Mrd. Euro gesunken. Das Tief wurde jedoch 2015 erreicht, seitdem geht es mit den Einnahmen wieder aufwärts.
Das operative Ergebnis hinkt allerdings hinterher, das Ergebnis je Aktie sank im zurückliegenden Geschäftsjahr von 3,83 auf 2,26 Euro.
Es lässt sich also kein klarer Trend erkennen und die Zahlen sind eher durchwachsen.

Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr liegen bereits die Zahlen für die ersten zwei Quartale vor. Leider lösen sie auch keine Freudensprünge aus. Der Umsatz ist von 2,042 auf 2,038 Mrd. Euro leicht gesunken. Die Kosten sind hingegen etwas gestiegen und das operative Ergebnis war somit rückläufig. Der Gewinn je Aktie sank von 1,23 auf 1,07 Euro. Osram führte als Begründung vor allem negative Währungseffekte an.

Der Ausblick ist auch nicht viel optimistischer. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von 3-5% und einen freien Cashflow von 50-150 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie soll bei 1,90 – 2,10 Euro liegen und somit weit unter den bisherigen Analystenerwartungen von durchschnittlich 2,60 Euro je Aktie und dem Vorjahreswert von 2,26 Euro.

Osram kommt somit für das abgelaufene Geschäftsjahr auf ein KGV von 23,5 und für 2018 auf ein KGVe von 26,7. Die Dividendenrendite liegt bei 2,1%. In Anbetracht der durchwachsenden Zahlen und des schwachen Ausblicks erscheint die Bewertung trotz der erheblichen Korrektur nicht attraktiv.

Charttechnischer Ausblick

Nach dem Börsengang gehörte die Aktie zu den Lieblingen der Anleger und der Kurs verdreifachte sich im Hoch. Dementsprechend wird das Chartbild weiterhin von Aufwärtstrends dominiert, auch wenn die Aktie zuletzt deutlich unter Druck gekommen ist.

Die jüngste Korrektur verlief äußerst steil und erst die Unterstützung bei 47,50 Euro konnte den Bären Einhalt gebieten. Für die Bullen Rettung in letzter Minute, darunter wäre das Chartbild vollkommen gekippt. Gelingt nun ein nachhaltiger Ausbruch über 53,50 Euro, kommt es zu einem Kaufsignal mit einem ersten Kursziel bei 56,00 Euro. Darüber rückt die psychologisch wichtige 60-Euro-Marke in den Fokus der Anleger.
Trotz der fundamental schwierigen Lage ist eine größere Gegenbewegung, schon aus technischen Gründen, wahrscheinlich.

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Wir hatten in den letzten Tagen schon einige Beispiele gesehen, wie gnadenlos und weit Aktien einbrechen können, wenn die Erwartungen der Investoren nicht erfüllt werden oder es zu unangenehmen Überraschungen kommt. Bedenkt man, wie hart z.B. Caterpillar trotz weit überbotener Prognosen am Dienstag abverkauft wurde, nur, weil es möglich sein kann, dass das Wachstum jetzt nicht mehr durch weiter steigende Gewinnmargen gestützt wird, wundert es nicht unbedingt, dass die Osram-Aktie am Mittwoch mit -17 Prozent förmlich „zusammengefaltet“ wurde. Denn der Leuchtmittelspezialist sorgte in der Tat für eine unangenehme Überraschung, als er am Dienstagabend nach dem europäischen Handelsende mitteilte, dass man genötigt sei, die Umsatz- und Gewinnprognose für das am 30.9. endende Geschäftsjahr 2017/2018 spürbar nach unten zu korrigieren. Das Umsatzwachstum werde nur noch im Bereich von drei bis fünf Prozent liegen (vorher 5,5 bis 7,5 Prozent). Für das Ergebnis pro Aktie wurde der Prognose-Korridor deutlich von zuvor 2,40 bis 2,60 Euro pro Aktie auf 1,90 bis 2,10 Euro nach unten genommen. So betrachtet, angesichts der jetzt fast zwanzig Prozent niedrigeren Gewinnerwartung, wirkt das Minus von gut 17 Prozent folgerichtig. Was auch hieße:

Expertenmeinung: Auch, wenn dieser Selloff übertrieben wirkt, ist er es nicht unbedingt. Zwar wäre die Aktie damit kurzfristig grundsätzlich erst einmal überverkauft. Aber ob Osram schnell eine Gegenreaktion startet oder zunächst noch weiter durchgereicht wird, ist derzeit völlig offen. Aus charttechnischer Sicht ist der Kurs in eine Art luftleeren Raum abgestürzt, denn im Bereich des gestrigen Schlusskurses von 48,00 Euro finden sich keine Unterstützungen. Und darunter würde sich nur zwischen 42,50 und 46,50 Euro eine eher diffuse Zone aus Wendemarken des Jahres 2016 finden, die als Unterstützung nicht „funktionieren“ muss. Das Knifflige ist zudem der Grund für diese Anpassung der Prognosen: Der derart hoch gelaufene Euro, der vor allem zum US-Dollar weit höher lief als man von volkswirtschaftlicher Seite hätte vermuten können – nicht zuletzt aufgrund des politisch unterstützten Abwertungsdrucks auf den US-Dollar. Würde der Euro zum US-Dollar eine Abwärtswende hinlegen, wäre das für die Osram-Aktie zweifellos ein Raketen-Treibsatz. Aber ob es dazu kommt, werden erst die kommenden Wochen erweisen. Bemerkenswert ist, wie heftig die Reaktion auf einen Aspekt ist, der für jedermann sichtbar war, auf den aber hier ebenso wie am deutschen Gesamtmarkt bislang kaum reagiert wurde. Der zu feste Euro wird jetzt immer öfter in Quartalsbilanzen als markantes Hemmnis erwähnt. Und erst daraufhin scheinen die Marktteilnehmer bei den betroffenen Aktien zu reagieren. Was bedeutet: Es kann sehr gut sein, dass es zu weit breiter angelegten Verkäufen bei europäischen Aktien käme, sollte die Chance, die der Euro/US-Dollar aktuell auf eine Wende nach unten hätte, nicht umgesetzt werden. Was die Osram-Aktie selbst anginge, wäre derzeit die beste Lösung: Don’t touch!

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Trendbetrachtung auf Basis 12 Monate: Die Aktie des Leuchtmittelherstellers Osram hat im März eine weitere wichtige Unterstützung bei 62 EUR nach unten gebrochen. Im ersten Anlauf konnte diese von den Bullen noch gehalten werden. Als die Aktie am 20-Tage-Durchschnitt begann nach unten zu drehen, wurde der Druck jedoch zu hoch. Der Abwärtstrend bekam somit frische Impulse und die Bären zeigten Stärke. Nach den ersten stärkeren Kursverlusten konnte sich das Papier zwar wieder erholen, doch die jetzt zum Widerstand gewandelte Hürde verhinderte weitere Kursanstiege. Der Trend bleibt auf der bärischen Seite.

Expertenmeinung: Auch unsere Erwartungen hinsichtlich der weiteren Kursentwicklung der Aktie müssen wir vorerst auf der bärischen Seite belassen. Erst wenn hier ein Schlusskurs über dem Niveau von 62 EUR zu sehen wäre, könnten die Bullen langsam versuchen, das Ruder wieder an sich zu reißen. Vorerst sieht es jedoch nicht so aus, sodass die Kurse auch in den kommenden Tagen und Wochen weiter fallen könnten. Über dem eingezeichneten Widerstand würde sich das jedoch ändern.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 17.04.2018 Kurs: 59.92 Kürzel: OSR

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