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Netflix Inc.: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Netflix
Datum

Titel

Analysis

Bei Netflix rechnet man schnell: Schon morgen nach US-Handelsende wird die Bilanz zum dritten Quartal erwartet. Showdown! Die Analysten rochieren im Vorfeld der Zahlen fleißig ihre Erwartungen und Kursziele. Aber all das wird morgen Abend irrelevant sein. Es geht nur um eine Frage:

Zieht das Wachstumstempo bei den Abonnenten wieder an? In diesem Bereich war es im zweiten Quartal zu einer herben Enttäuschung gekommen, auch die von Netflix selbst ausgegebene Perspektive für das nunmehr absolvierte dritte Quartal lag unter den vorherigen Annahmen der Analysten. Das muss jetzt geheilt werden, denn Netflix investiert immense Summen in neue Projekte, um die Marktstellung auszubauen. Das ist ein Wettrennen um die Vormachtstellung, das mit einer heißen Nadel gestrickt ist: Wenn nicht genug zahlende Neukunden hinzukommen, kann man sich da schnell übernehmen.

 Expertenmeinung: So gesehen ist das Bild, das die Aktie am Freitag zum Ende einer hektischen Handelswoche abliefert, zwar grundsätzlich eine Chance. Aber eine, die schnell zu Staub zerfallen würde, wenn diese Quartalszahlen nicht überzeugen. Die Aktie hatte zunächst noch auf der aus dem Dezember stammenden Aufwärtstrendlinie aufgesetzt, war dann aber am Mittwoch doch nach unten ausgebrochen und am Donnerstag sogar knapp unter der 200-Tage-Linie gelandet.

Ebenso wie Netflix‘ Heimatindex Nasdaq 100 eröffnete die Aktie dann am Freitag mit einem Aufwärts-Gap und konnte diese 200-Tage-Linie dadurch umgehend zurückerobern. Aber selbst, wenn es heute gelänge, diese gerade durchbrochene Trendlinie ebenfalls wieder zu überwinden, es wäre ein Signal auf Abruf: Erst, wenn wir am Mittwoch die Reaktion im regulären Handel auf die am Dienstagabend anstehende Quartalsbilanz sehen, wird klar, ob das Tief des Donnerstags auch das Korrekturtief war … oder ob sich, wie vor drei Monaten, für Netflix erneut der Boden auftut.

Chart vom 12.10.2018, Kurs 339,56 US-Dollar, Kürzel NFLX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Gerade erst kehrte bei den Aktionären des Online-Streaming-Dienstes Netflix wieder etwas Hoffnung ein. Die Kurslücke, welche nach den schlechten Quartalsergebnissen im Juli aufgerissen wurde, konnte nahezu geschlossen werden und zudem gelang der Aktie auch vor wenigen Tagen ein äußerst vielversprechender Ausbruch aus einem ansteigenden Dreieck. Jedoch hat die zum Ende der vorigen Woche eingeleitete Korrektur an der Wall Street, vor allem die High-Tech-Welt erschüttert. Der technologielastige Nasdaq gehörte am Freitag zu den großen Verlierern. Nahezu alles was Rang und Namen hat, wurde mit nach unten gezogen. Aus technischer Sicht ist hier ein klarer Fehlausbruch erkennbar und die Verkaufssignale könnten kaum klarer sein. Die Bären scheinen sich langsam wieder ihre Vormachtstellung erkämpfen zu wollen.

Expertenmeinung: Die Wahrscheinlichkeit auf weiter fallende Kurse ist sehr hoch und wir senken unsere Erwartungen hinsichtlich der mittelfristigen Entwicklung der Aktie auf die bärische Seite. Eine kleine Unterstützung ist noch im Bereich von 335 USD zu finden, doch es könnte sogar ein Abschlag auf bis zu 310 USD drohen. Hier hat das Papier zuletzt im August ein wichtiges Pivot-Tief gebildet.  Nach oben scheint vorerst die Luft raus zu sein und mit einer akuten Kehrtwende ist wohl in den kommenden Tagen nicht zu rechnen. Es bleibt abzuwarten, ob die bevorstehenden Quartalsergebnisse, welche am 16. Oktober präsentiert werden, eine Besserung der Lage bringen.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 05.10.2018 mit Kurs: 350.00 Kürzel: NFLX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach den Quartalsergebnissen Mitte Juli kam die Aktie des Online-Streaming-Konzerns in die Bredouille. Es wurde ein Abwärtstrend gestartet, von dem sich die Aktie aber mittlerweile erholen konnte, denn im August kämpfte sich diese zurück und befindet sich derzeit in einer neutralen Phase. Die nächsten Quartalsergebnisse werden mit 16. Oktober erwartet. Dieser Termin sollte im Kalender rot angestrichen werden, da erneut mit einer heftigen Kursreaktion zu rechnen ist. Derzeit bildet sich eine recht interessante Base knapp unter der Marke von 380 USD. Die Bullen werden wohl in den kommenden Tagen einen möglichen Ausbruchsversuch wagen. Davon wird auch die Kursbewegung der kommenden beiden Wochen, bis hin zum Quartalstermin abhängen.

Expertenmeinung: Ein Breakout über das Niveau von 380 USD könnte dazu führen, dass in erster Linie die im Juli aufgerissene Kurslücke wieder gefüllt werden dürfte. Danach könnte sogar eine Rückkehr zu den alten Hochs bei rund 420 USD im Bereich des Möglichen sein. Drehen die Aktienkurse jedoch unter die eingezeichnete Formation, wird aus der erhofften Kursexplosion wohl vorerst nichts. Die Bären würden schnell wieder das Ruder an sich reißen und die Kurse in Richtung der letzten Pivot-Tiefs drücken. Diese befinden sich bei 335.83 USD respektive 310.93 USD.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 25.09.2018 mit Kurs: 369.43 Kürzel: NFLX

Solange genug Anleger fest davon überzeugt sind, dass jeder Rücksetzer eine Kaufgelegenheit ist, weil das zum einen lange genug funktioniert hat und es ihnen zum anderen viele angebliche Experten permanent vorbeten, könnten negative Fakten durchaus zügig unter dem Teppich des Vergessens verschwinden, wenn sie nur lange genug her sind. Und es hat den Anschein, bei Netflix wäre da ein Monat bereits genug gewesen. Die Ergebnisse zum zweiten Quartal zeigten ein großes Risiko auf. Die Wachstumsrate der Neukunden, deren Abonnementgebühren das Rückgrat von Netflix‘ Einnahmeseite sind, fiel spürbar geringer aus als gedacht.

Da es in den Quartalen zuvor genau anders herum war, nahm man ausbleibende positive Überraschungen beim Gewinn pro Aktie damals gelassen und kaufte trotzdem, weil man sich sicher war: Dieser rapide Anstieg der zahlenden Kunden wird dazu führen, dass das mit den Gewinnen schon sehr bald passt. Da neben den enttäuschenden Abonnement-Daten des zweiten Quartals auch noch die unternehmenseigene Prognose zum Kundenwachstum im jetzt laufenden dritten Quartal klar hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb, war es kein Wunder, dass die Aktie heftig in die Knie ging, vom Rekordhoch aus dem Juni bei 423 US-Dollar aus gerechnet um 26 Prozent bis auf 311 US-Dollar am 20. August fiel. Jetzt aber kehren die Käufer zurück. Warum?

Expertenmeinung: Weil dieser Glaube, dass jeder Rücksetzer eine Einstiegschance ist, bislang zu selten bestraft wurde, um Vorsicht walten zu lassen. Man setzt darauf, dass diese Korrektur ausgereicht hat und Netflix bei der nächsten Präsentation einer Quartalsbilanz Mitte Oktober schon wieder mit positiven Überraschungen aufwarten wird. Besser wäre indes zu sagen: Man „wettet“ darauf. Denn solange diese Bilanz des laufenden Quartals nicht auf dem Tisch liegt, sind diese Käufe ausschließlich auf Hoffnung gebaut. Die sich bisweilen schon als Treibsand erwiesen hat. Und diejenigen, die hier auf den nächsten, großen Hausse-Schub setzen, haben unübersehbar nicht nur in den fehlenden positiven Fakten einen Gegner. Genau dort, wo Netflix hätte einen Befreiungsschlag erreichen könnten, wurde die Aktie abgewiesen: An der zuvor durchbrochenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie.

Dieser erneute Schwenk des Kurses nach unten hat eine Abwärtstrendlinie entstehen lassen, die zusammen mit der „alten“ Aufwärtstrendlinie einen Kreuzwiderstand im Bereich 370/380 US-Dollar gebildet hat. Dort – und damit auch über das letzte Zwischenhoch – muss die Aktie durch, erst dann wäre sie rein charttechnisch betrachtet wieder bullisch. Sollte es indes nicht gelingen, die derzeit umkämpfte 20-Tage-Linie zu halten und Netflix schließt unter 335 US-Dollar und damit unter dem Tief der Vorwoche, dürfte die Zuversicht schnell verschwinden und der Blick wieder nach unten wandern, wo die Parallele zur Abwärtstrendlinie ein potenzielles Ziel auf der Unterseite von nur 292 US-Dollar ausweisen und damit die Bären zu einer erneuten Attacke locken würde.

Chart vom 10.09.2018, Kurs 348,41 US-Dollar, Kürzel NFLX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Online-Streaming-Unternehmens Netflix wurde zuletzt im Juli durch äußerst enttäuschende Quartalszahlen stark belastet. Die Kurse gaben kurzzeitig um rund 25 Prozent an Wert nach, bis sich am 20. August ein sogenanntes „Bullish Engulfing“ bildete, welches die Bullen wieder zurück aufs Parkett brachte. Dies war auch der Startschuss zur jüngsten Kursrallye, welche nicht nur zu einer Rückeroberung der wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 führte. Auch das letzte tiefere Pivot-Hoch von Anfang August konnte gebrochen werden. Dadurch wurde der bärische Trend vorerst beendet und die Aktie befindet sich wieder in einer neutralen Phase. Die Marke bei rund 357 USD wird somit zu einer neuen kurzfristigen und nicht unwichtigen Unterstützung im Chart.

Expertenmeinung: Es ist wieder an der Zeit, unsere Aussichten auf die Aktie wieder leicht nach oben zu revidieren. Zu euphorisch wollen wir jedoch auch nicht werden, zumal hier noch jede Menge Arbeit auf die Bullen wartet. Der nächste wichtige Schritt nach vorn wäre die Bildung eines höheren Tiefs, doch hierzu müsste erst eine kleine Korrektur auf höheren Niveaus stattfinden. Danach wären Kursanstiege wieder mit deutlich positiveren Augen zu sehen. Derzeit sollten Anleger noch geduldig abwarten, bis sich wieder solide Kaufchancen in der Aktie ergeben.

Aussicht: NEUTRAL

20180831-netflix-ueberrascht-und-setzt-wieder-positive-impulse-geht-es-wieder-nach-oben

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit den eher enttäuschenden Quartalsergebnissen des Online-Streaming-Unternehmens Netflix, wir haben darüber berichtet, sind die negativen Tendenzen des Kursverlaufs nicht abgerissen: Ende Juli haben wir daher unsere Kursziele der Aktie deutlich nach unten revidiert und die nächsten möglichen Ziele in Richtung der Marken von 270 und 290 USD definiert. Seit Beginn dieser Woche haben sich wieder erste größere grüne Kerzen ergeben, was als erhöhtes Kaufinteresse seitens der Marktteilnehmer einzustufen ist. Derzeit ist der Kursanstieg jedoch wieder einmal nur als technische Gegenreaktion in einem intakten Abwärtstrend einzustufen. Der Trend bleibt vorerst auf der bärischen Seite.

Expertenmeinung: Wie bereits bei der letzten technischen Gegenreaktion Anfang August, gehen wir derzeit eher davon aus, dass die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 weiterhin ihre Arbeit als Widerstandsebenen vollziehen werden. In Aufwärtsbewegungen agieren diese exakt umgekehrt und bilden meist solide Böden. Dies war beispielsweise von April bis Juli sichtlich der Fall. Erst wenn der Aktie der Sprung über das Niveau von 360 USD gelingen würde, hätten wir einen Grund unsere bärische Haltung auf das Papier wieder nach oben zu revidieren. Vorerst bleiben die Ampeln jedoch auf Rot.

Aussicht: BÄRISCH

20180822-netflix-mit-ersten-kaufsignalen-wird-die-rallye-anhalten

Netflix ist der weltweit wohl bekannteste Video-Streaminganbieter. Das Unternehmen bietet TV-Shows und Filme, darunter auch eine Vielzahl selbstproduzierter Serien, Dokumentationen und Spielfilme. Mitglieder haben die Möglichkeit, Streaming-Inhalte über eine Vielzahl von Geräten zu empfangen, vom klassischen TV, über Tablets bis hin zum Smartphone.

Die Gegner schließen sich zusammen

Wie ich bereits in der letzten Analyse und einem Artikel zu Disney ausgeführt hatte, bekommt Netflix langsam immer stärkere Konkurrenz. Amazon Prime Video ist hinlänglich bekannt.

Andere Vorgänge werden vielen Anlegern wohl entgangen sein.
Gemeinsam mit einigen der größten Content-Eigentümern hat sich eine breite Front gegen Netflix gebildet. Disney, Comcast und AT&T haben gemeinsam einen direkten Konkurrenten aufgebaut.
Der Umsatz von Hulu lag im Vorjahr bereits bei mehr als 2,0 Mrd. USD und die Zahl der Nutzer stieg um 40% auf 17 Millionen.

Disney war bisher der größte Contentpartner von Netflix und wird seine Inhalte zukünftig abziehen und nur noch selbst vertreiben.

Das sollte man nicht unterschätzen, denn Disney hat eine weitaus größere Bibliothek als Netflix und gibt auch mehr für Content aus.

Darüber hinaus hat man 21st Century Fox übernommen und die ebenfalls an Hulu beteiligte AT&T hat sich Time Warner gesichert. Immer mehr Content befindet sich im Feindeslager und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis auch Comcast und AT&T die Inhalte abziehen.

Dieser Bereich war für Netflix aber der einzig profitable und hat die Eigenproduktionen mitfinanziert, denn dieses Business ist einfach. Man erhält Material und hat keine Herstellungskosten. Die Angebote werden gestreamt und die Erlöse teilt man sich mit den Eigentümern.

Bei den Eigenproduktionen sieht es allerdings anders. Man muss Milliarden investieren, um mitzuhalten. Zuvor ist aber unklar, ob eine Serie oder ein Film die Ausgaben auch wieder einspielt oder nicht. Und vor allem kommen die Einnahmen erst über Jahre hinweg und nicht sofort.

Am Ende könnte Netlifx wenig außer Eigenproduktionen bleiben. Mit jedem Partner der sich verabschiedetet, wird die Streaming-Bibliothek kleiner und der Service für die zahlenden Kunden unattraktiver.

Die Comcast-Tochter NBC plant gar einen Streaming-Service, der die Zuschauer bezahlt. Es klingt auf den ersten Blick absurd, könnte sich aber durch die Werbeeinnahmen refinanzieren.

Es gibt also durchaus handfeste Gründe, die gegen Netflix sprechen, ebenso wie es handfeste Gründe für das Unternehmen gibt.

Fundamentale Bewertung

Eine Einschätzung ist gar nicht so einfach, denn wie bewertet man ein Unternehmen, dass keinen Gewinn erzielt?

Warum der ausgewiesene Gewinn keiner ist, habe ich in der letzten Analyse ausführlich erklärt. Es ist aber äußerst simpel:
Gibt ein Unternehmen, so wie Netflix, in einem Jahr rund 14 Mrd. USD aus, nimmt aber nur 11,7 Mrd. USD ein, dann hat es keinen Gewinn gemacht. Buchhaltungstricks hin oder her.

Versucht man es mit dem Cashflow, sieht es nicht besser aus. Selbst der operative Cashflow ist negativ und dementsprechend natürlich auch der freie Cashflow.

Man muss die Lage nicht schwarzmalen, es sind die Aussagen und Prognosen des Vorstands selbst. Nachdem im Vorjahr fast 2 Mrd. USD mehr ausgegeben wurden, als eingenommen, sollen es in diesem Jahr rund 4 Mrd. USD werden.

Der erwartete Fehlbetrag oder Verlust wird in diesem Jahr also voraussichtlich bei 4,0 Mrd. USD liegen und der Umsatz bei rund 16 Mrd. USD.

Es fällt sofort auf, wie groß der Verlust auch im Verhältnis zu den Einnahmen ist.

Wie kann man das Unternehmen also bewerten? Da weder ein Gewinn noch ein positiver Cashflow anfällt, bleibt nur das KUV und das liegt aktuell bei 10 und im Hoch waren es 13.

Netflix gehört nach diesem Maßstab auch nach dem Kurssturz noch zu den 25 teuersten Unternehmen im S&P 500. Doch fast alle anderen Unternehmen in dieser Riege erwirtschaften enorme Gewinne und haben mit die höchsten Margen überhaupt. Oder sind ebenfalls gehypte Börsenstars.

Doch vielleicht ist Netflix schlichtweg nicht mit anderen Unternehmen vergleichbar und nur an sich selbst messbar? Versuchen wir auch das. In den Jahren 2008 bis 2012 lag das KUV fast durchweg unter 2 (!!!) und im Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag der Wert bei 6,3. Trotz Kurssturz beträgt das KUV derzeit fast 10.

Es gibt also keinen Maßstab, wonach Netflix nicht teuer ist, nicht mal an sich selbst gemessen.

Es kam wie es kommen musste

In der letzten Analyse habe ich eindringlich vor den Gefahren bei Netflix gewarnt.

Zitat: Die Aktie ist „priced to perfection“, doch wehe dem Tag, an dem das Wachstum nachlässt.

Das Top vorauszusehen ist nahezu unmöglich, doch der Mechanismus ist am Ende immer der selbe:

  1. Es gibt valide Gründe, die für ein Investment sprechen
  2. Daher beginnen die Aktienkurse zu klettern
  3. Immer mehr kurzfristige Anleger steigen ein
  4. Die Stimmung wird immer besser, in Foren werden immer höhere Kursziele herumgereicht
  5. Es wird noch mehr gekauft, die Kurs steigen sprunghaft an
  6. Die Stimmung ist euphorisch erreicht den Siedepunkt. Der letzte Bär hat aufgegeben und die Aktie ist „priced to perfection“. Alle positiven Szenarien sind im Preis enthalten.
  7. Es kommt unweigerlich zu einer Enttäuschung
  8. Der Kurs bricht ein

Das gilt für den gesamten Aktienmarkt. Ebenso funktioniert es umgekehrt: Wenn die Stimmung am Boden ist und alle negativen Szenarien im Preis inkludiert, kann es nur noch positive Überraschungen geben.

Chance, Risiko und Hoffnung

Der Kurssturz zeigt, wie stark und schnell es abwärtsgehen kann, wenn die Kurse vor allem von Hoffnung und einer positiven Haltung der Anleger getrieben werden. Im Gegensatz zu Aktien von Unternehmen, die ihre Gewinne bereits im Hier und Heute erwirtschaften.

Es ist grundsätzlich nicht Schlechtes oder Verwerfliches, auf ein hohes Wachstum und zukünftige Gewinne zu wetten. Doch der Preis muss dennoch stimmen und das Chance-Risiko-Verhältnis im Auge behalten werden.
Bei Netflix überwog das Risiko die Chancen bereits seit Monaten und die Bewertung war einfach nicht zu rechtfertigen.

Charttechnischer Ausblick

Netflix hat ein Dopeltop bei 420 USD ausgebildet, welches nun das Chartbild belastet. Darüber hinaus wurde der seit Jahresbeginn anhaltende Aufwärtstrend durchbrochen. Unterhalb von 335 USD ist es zu einem Verkaufssignal mit einem möglichen Kursziel bei 300 USD gekommen.
Hier muss man sehen, ob wieder vermehrtes Interesse aufkommt. Weitere Anlaufstellen könnten bei 285 und 275 USD liegen.

Kurzfristig ist der Wert allerdings auch überverkauft und es könnte eine technische Gegenreaktion in Richtung 335 USD einsetzen. Hier könnte die Erholung bereits wieder ein Ende finden.

Gelingt hingegen eine Rückkehr über 335 USD, hellt sich das Chartbild wieder auf. In diesem Fall ist ein erneuter Anstieg in Richtung 355 USD wahrscheinlich.

20180820-netflix-langsam-kippt-nicht-nur-der-chart-sondern-auch-die-stimmung

Wenn hohe Erwartungen ein Quartal nach dem anderen noch übertroffen werden, ist es verständlich, dass die Anleger unbewusst handeln, als wäre die Börse oder auch nur eine spezielle Aktie eine Einbahnstraße. Die Erwartungen an das Wachstum des Unternehmens werden immer größer, die Risikobereitschaft mit ihnen, denn was soll einem da schon passieren … bei einer Aktie wie Netflix. Die zwar beim Gewinn die Prognosen der Analysten zuletzt nur erfüllt hatte, bei der die rasante, weit über den Prognosen liegende Wachstumsrate bei den Abonnenten aber die Erwartung schürte, dass die Gewinne schon sehr bald nachziehen und reichlich sprudeln würden. Es kam, was das zweite Quartal angeht, anders, wie wir wissen.

Und auch die unternehmenseigene Prognose hinsichtlich des Abonnentenwachstums im laufenden dritten Quartal lag unter dem, was die Experten – und die Anleger ohnehin – vermutet hatten. Die sich der ewigen Hausse vorher sicheren Investoren fielen aus allen Wolken, die Aktie ebenso. Zwar holte sie noch am Tag nach der Quartalsbilanz ein anfänglich dramatisches Minus teilweise wieder auf, so dass manche hofften, es würde sich nur um eine kleine Delle handeln. Aber dann wurde das Eröffnungstief des Tages nach den Quartalszahlen doch unterboten.

Das sah übel aus – aber wieder kämpfte sich die Aktie erst einmal ein gutes Stück zurück. Doch haben die Bullen hier angesichts der „zurechtgerückten“ Erwartungen überhaupt eine Chance?

Expertenmeinung: Man muss nur daran denken, dass die Investoren vor Donald Trumps Wahlsieg nahezu durchweg davon überzeugt waren, dass dessen Sieg eine fatale Wirkung auf den Aktienmarkt haben würde, weil dessen Pläne kurzfristig positiv, mittel- und langfristig aber katastrophal wirken würden. Sie wissen, was passierte: das Gegenteil. Nicht, weil diese Einschätzungen falsch waren, sondern weil man diese Gefahren kollektiv einfach ausblendete.

Und das wurde den US-Anlegern leicht gemacht, weil die Kurse eben stiegen statt zu fallen. Und das funktioniert auch bei Einzelwerten wie Netflix. Angenommen es gelänge, kurzfristig entscheidende Widerstände zu überwinden, würde der Eindruck einer angesichts der geringeren Wachstumsperspektive zu teuren Aktie durch den unmittelbareren Eindruck einer Rallye übertüncht. Man wäre nur zu gerne bereit, die „bad news“ zu vergessen. So gesehen: Ja, die Bullen hätten eine Chance.

Und zwar, wenn es gelingen würde, mit Schlusskursen über 362 US-Dollar einen markanten Kreuzwiderstand nebst der 20-Tage-Linie zu überwinden. Dann wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht erst einmal wieder frei. Aber noch ist das nicht mehr als eine Chance. Sollte die Netflix-Aktie auf dem aktuellen Niveau wieder nach unten abdrehen, wäre diese jüngste Gegenbewegung nach oben als „Pullback“ an entscheidende Widerstände zu werten, neue Tiefs im Zuge der Abwärtsbewegung wahrscheinlich. Daher: Noch haben die Bären sich hier nichts vergeben.

Netflix Aktie Chart 2018 August

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die jüngst veröffentlichten Quartalsergebnisse des Online-Streaming-Konzerns Netflix waren überaus enttäuschend. Zwar versuchten die Bullen tags darauf wieder das Zepter an sich zu reißen, doch die große grüne Kerze vom 17. Juli wurde mittlerweile wieder negiert. Sämtliche Dämme wurden gebrochen und so befindet sich die Aktie derzeit quasi im freien Fall. Auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 wurden mittlerweile deutlich nach unten verletzt und signalisieren somit negatives Momentum. Die nächsten wichtigen Unterstützungen sind erst wieder knapp über den Niveaus von 270 und 290 USD zu finden. Die Ampeln stehen hier derzeit auf Gelb-Rot.

Expertenmeinung: Erstmals in diesem Jahr senken wir unsere Prognosen auf das Papier auf die bärische Seite. Es ist anzunehmen, dass die Talfahrt wohl auch in den kommenden Tagen und Wochen weitergehen dürfte. Erst wenn eine Stabilisierung zu erkennen ist, werden wir uns wieder mit positiven Nachrichten zurückmelden. Es würde uns nicht wundern, wenn die erörterten Unterstützungen noch im Monat August getestet werden würden. Vorsicht also vor zu frühen Einstiegen in Netflix.

Aussicht: BÄRISCH

20180731-netflix-im-freien-fall-das-sind-die-naechsten-kursziele

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Gestern nach Börsenschluss präsentierte das Online-Streaming-Unternehmen Netflix seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal und es setzte eine herbe Enttäuschung. Der Gewinn je Aktie lag mit 85 Cent zwar leicht über den Erwartungen und auch der Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent gesteigert werden, doch bereits hier enttäuschte das Unternehmen. Die angepeilten 3.94 Milliarden US-Dollar wurden knapp verfehlt. Das wirkliche Haar in der Suppe war jedoch die Anzahl an neuen Nutzern. Erwartet wurden weltweit 6.2 Millionen neue Kunden, doch diese Marke konnte mit nur 5.15 Millionen neuen Kunden nicht erreicht werden. Grundsätzlich zwar kein fatal schlechtes Ergebnis, doch der Kursanstieg der letzten Monate konnte damit nicht mit soliden Zahlen untermauert werden. In Folge verlor das Papier nachbörslich rund 15 Prozent an Wert.

Expertenmeinung: Die Aktie dürfte heute an der Wall Street im Bereich zwischen 340 und 350 US-Dollar eröffnen (siehe Markierung im Chart). Wieder einmal zeigt sich, dass selbst die besten und erfolgreichsten Unternehmen schlechte Quartalsergebnisse liefern können, weshalb das Halten von Wertpapieren zu den Bilanzterminen immer mit erhöhten Risiken verbunden ist. Fakt ist, dass das Pivot-Tief von Juni nahezu sicher verletzt werden wird und somit auch der bislang aufrechte Aufwärtstrend spätestens heute Nachmittag sein Ende finden wird. Wir senken daher unsere Aussichten auf das Papier von bullisch auf neutral.

Aussicht: NEUTRAL

20180717-netflix-was-ist-hier-passiert-aktie-im-sinkflug

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Schon seit Jahren gehört die Aktie des Online-Streaming-Unternehmens Netflix zu den großen Gewinnern an der Wall Street. So auch in diesem Jahr. Alleine seit Jahresbeginn konnte sich die Aktie mehr als verdoppeln und ein Ende der Rallye ist weiterhin nicht in Sicht. Immer wieder liefert das Chartbild gute Einstiegsgelegenheiten. Diese treten meist nach kurzen Konsolidierungsphasen auf, wie wir sie beispielsweise in den letzten Wochen beobachten konnten. Hier bildete sich ein klassisches Dreieck aus, welches zum Ende der vorigen Woche nach oben gebrochen wurde. Über der Marke von 400 US-Dollar bildeten sich frische Kaufsignale, welche die Kurse derzeit weiter nach oben treiben. Der Trend bleibt somit weiterhin bullisch.

Expertenmeinung: Rund um das Niveau von 380 US-Dollar hat sich jetzt ein neuer wichtiger Boden gebildet. Solange die Kurse sich über dieser Ebene halten können, bleibt auch der Aufwärtstrend weiter erhalten. Spannend wird es für Aktionäre wieder am kommenden Montag. Nach Börsenschluss wird der Konzern seine Unternehmensergebnisse veröffentlichen. Erwartet wird ein Gewinn je Aktie von 80 Cent und ein Umsatz in der Höhe von 3.94 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen müssen deutlich überboten werden, um die intakte Rallye aufrecht zu halten.

Aussicht: BULLISCH

20180712-netflix-aktie-verdoppelt-sich-und-die-rallye-geht-weiter

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Online-Streaming-Konzerns Netflix ist einfach nicht aufzuhalten. Der unglaublich starke Aufwärtstrend des Wertpapiers setzte sich auch in den letzten Wochen weiter fort. Bereits Anfang Mai hatten wir einen möglichen Ausbruch zu neuen Allzeithochs in Aussicht gestellt. Kurz danach konnte die eingezeichnete Konsolidierung gebrochen werden, welche frische Kaufsignale generierte. Seither haben die Bullen noch einen draufgesetzt und die Rallye setzt sich in hoher Geschwindigkeit weiter fort. Das Kursziel im Bereich von 390 bis 400 US-Dollar ist längst erreicht und derzeit sind keine negativen Signale erkennbar.

Expertenmeinung: Lediglich der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt bereitet uns derzeit etwas Sorge. Die letzten Male, als die Aktie Ende Januar und Anfang März deutlich nach unten abdrehte, war der Abstand in etwa gleich hoch, wie aktuell. Dies ist ein Anzeichen einer leichten Überhitzung, was aber nicht notgedrungen sofort mit Abverkäufen enden muss. Dennoch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Chancen nach oben immer kleiner werden und die Risiken eines stärkeren Pullbacks nach unten von Tag zu Tag zunehmen.

Aussicht: BULLISCH

20180620-netflix-diese-aktie-ist-nicht-aufzuhalten-neue-allzeithochs

Ein Plus von acht Prozent in nur zwei Handelstagen, hinauf auf den neuen Schlusskurs-Rekord von 392,87 US-Dollar, bei einem Tageshoch von sogar 395,03 Euro-Dollar, das deutet auf herausragende Quartalszahlen oder zumindest die deutliche Anhebung der Umsatz- und/oder Gewinnprognose hin. Aber nichts von alledem war der Fall. Es war „nur“ die Anhebung des Kursziels für die Netflix-Aktie durch den für die Aktie zuständigen Analysten bei Goldman Sachs. Richtig ist: Diese Kursziel-Anhebung fiel gewaltig aus, von 390 auf jetzt 490 US-Dollar. Womit man bei Goldman Sachs einsam die Spitzenreiter-Position hält, niemand hatte zuvor ein höheres Kursziel als 420 US-Dollar. Falsch dürfte sein, dass man dort mehr als alle anderen weiß, das ist unwahrscheinlich. Aber es wird noch ein Monat vergehen, bis Netflix mit dem Ergebnis des zweiten Quartals aufwarten wird, Fakten die derzeitige Super-Spekulation ersetzen. Bis dahin wäre nach oben wohl nichts unmöglich. Aber auch nicht nach unten, denn gerade an der Börse gilt: Unverhofft kommt oft.

Expertenmeinung: Und das vor allem deswegen, weil prozyklisches Denken durch die hypnotische Wirkung starker Trends das Geschehen dominiert. Je intensiver ein Trend abläuft, desto weniger Marktteilnehmer kommen auch nur auf den vagen Gedanken, dass sich das ändern könnte. Und ignorieren dabei, weil es doch so problemlos läuft, jegliche Risiken, die bei Netflix aber gar nicht mal so klein sind. Auch, wenn die momentane durchschnittliche Gewinnprognose von fünf US-Dollar pro Aktie im Jahr 2019 einträfe (was eine Vervierfachung des Gewinns bei einer Verdoppelung des Umsatzes gegenüber 2017 wäre), hätte die Aktie damit dann ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von um die 80. Was zu rechtefertigen wäre, wenn das Wachstumstempo erhalten bliebe. Aber ist das mit aktuell über 125 Millionen Abonnenten denn wirklich machbar? Immerhin ist Netflix zwar ein Marktführer im Bereich der Media-Abos, aber Konkurrenten wie amazon prime schlafen nicht. Wo läge die „natürliche Grenze“ bei den Abonnements? Niemand weiß es. Und das interessiert derzeit auch niemanden, ebenso wenig wie der Aspekt, dass die immens teuren Produktionen fatal toxische Wirkung haben können, wenn sie zum Flop werden. Davon können Kinofilm-Produzenten ein Lied singen. Dies in Kombination mit jetzt auch noch die Zurückhaltung verlierenden Analysten macht deutlich: Diese Hausse ist riskanter, als die meisten denken, gerade weil so wenige fürchten, dass hier etwas schiefgehen kann. Umso hektischer wird man reagieren, wenn auch nur das kleinste Beben bei den Zahlen und/oder den Perspektiven auftaucht. Da die entscheidende Unterstützungszone der Aktie zwischen 320 und 354 US-Dollar und damit sehr weit entfernt liegt, hieße das, einen sehr heftigen Rücksetzer hinnehmen zu müssen, bevor klar würde, ob da dann ein Trendbruch entsteht oder nicht. Daher wäre es unbedingt zu überlegen, hier erste, kleine Teilgewinne zu realisieren und im Gegensatz zu denen, die gegenüber den Risiken blind sind, momentan besser nicht neu einzusteigen.

Chart vom 14.06.2018, Kurs 392,67 US-Dollar, Kürzel NFLX

Netflix ist der weltweit wohl bekannteste Video-Streaminganbieter. Das Unternehmen bietet TV-Shows und Filme, darunter auch eine Vielzahl selbstproduzierter Serien, Dokumentationen und Spielfilme. Mitglieder haben die Möglichkeit, Streaming-Inhalte über eine Vielzahl von Geräten zu empfangen, vom klassischen TV, über Tablets bis hin zum Smartphone.

Marktmacht um jeden Preis

Die Strategie von Netflix lässt sich recht einfach zusammenfassen: Marktanteile um jeden Preis. Das hat natürlich zu erheblichem Wachstum geführt und der Umsatz stieg binnen zehn Jahren von 1,36 auf 11,69 Mrd. USD.
Wachstumsraten dieser Größenordnung sind eher ungewöhnlich, das Problem liegt in diesem Fall aber bei der Profitabilität.

Auf der einen Seite wird zwar ein kleiner Gewinn ausgewiesen, dieser ist aber Augenwischerei. Man könnte auch von kreativer Buchhaltung sprechen. Netflix stellt folgende Rechnung an: Serien und Filme bringen nicht nur sofort nach Veröffentlichung Geld, sondern über Jahre hinweg. Daher werden auch die Produktionskosten quasi schrittweise eingebucht und voila, man macht plötzlich keinen Verlust mehr.

Der Verlust wird größer und größer

Bei einem Blick auf den Kassenstand wird aber schnell klar, was wirklich passiert. Es fließt konstant Geld aus dem Unternehmen ab. Die Produktionskosten liegen schlichtweg über den Einnahmen und leider wird der Fehlbetrag auch nicht kleiner, sondern stetig größer!
Im Jahr 2015 hat Netflix 841 Mio. USD weniger eingenommen als ausgegeben, 2016 waren es dann 1,58 Mrd. und im zurückliegenden Jahr 1,96 Mrd. USD. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet man gar einen negativen Cashflow von rund 4,0 Mrd. USD.

Der Fehlbetrag ist im Verhältnis zum Umsatz von knapp 12 Mrd. USD auch keine Kleinigkeit und will finanziert werden. In den letzten Jahren ist das durch die stetige Ausgabe von Aktien gelungen, aber vor allem durch neue Schulden. Alleine die langfristigen Verpflichtungen summieren sich inzwischen auf über 6,5 Mrd. USD und sind von 0,8 Mrd. USD im Jahr 2014 geradezu explodiert. Aus den Veröffentlichungen von Netflix geht hervor, dass die zuletzt ausgegebenen Anleihen, mit einem Volumen von über 3,0 Mrd. USD, einen Kupon von 4,975% haben.

Kampf gegen Amazon

In diesem Jahr werden die Schulden aber noch erheblich steigen und das Verhältnis von Assets zu Debt wird immer schlechter. Um genau zu sein übersteigen die Schulden die Assets bereits deutlich.
Ein Unternehmen kann aber nicht ewig immer mehr Schulden aufnehmen. Was sind also die Optionen? Weniger Content oder ein höherer Preis? In beiden Fällen wandern wahrscheinlich Kunden ab.
Womöglich zum größten Konkurrenten Amazon, der sich dauerhaft überhöhte Ausgaben schlichtweg leisten kann, da andere profitable Unternehmensteile den Streaming-Bereich mitfinanzieren. Amazon kann den Preiskampf also weitaus länger durchhalten als Netflix.

Disney macht Probleme

Als ob das nicht alles schon problematisch genug wäre, könnte auch der Gegenwind von anderer Seite deutlich zunehmen. Disney ist einer der größten Content-Partner, plant nach der Übernahme von Fox aber eine eigene Video-Plattform und wird seine Inhalte wohl abziehen oder niemals zur Verfügung stellen. Einige davon gehören zu den beliebtesten auf Netflix, von Avatar über Family Guy, bis hin zum Marvel-Universum, Star Wars, Mickey Maus & Co.

Das Wachstum wird kaum haltbar sein

Abozahlen können ebenfalls nicht unendlich steigen und das Wachstum ist bereits rückläufig. Netflix hat in den USA beispielsweise 56,7 Mio. Abonnenten, das Land hat aber nur 126 Mio. Haushalte. Die Marktdurchdringung ist extrem hoch, vor allem weil die Accounts unter Freunden teilbar sind.
Wächst Netflix weiter in dieser Geschwindigkeit, gehen dem Unternehmen in wenigen Jahren aber ohnehin die Haushalte aus, zumindest in den USA. Eine Expansion in andere Länder ist dagegen schwerer als man annehmen möchte. Europa dürfte am einfachsten sein. Der größte Markt China ist hingegen aber nicht zugänglich und in Ländern wie Indien oder Korea gehen westliche Blockbuster reihenweise einfach unter. Es müsste also mehr als nur eine Sprachbarriere überwunden werden.

Erinnerungen an die Jahrtausendwende

Kommen wir zu der Bewertung. Die P/E ist mit 200 nun wirklich nicht niedrig und dennoch eine Beschönigung. Ein realistischeres Bild liefert ein Blick auf den Cashflow, in Wirklichkeit macht man Milliardenverluste. Nennen Sie mich konservativ, aber wenn man bei einem Umsatz von 12 Mrd. USD rund 16 Mrd. USD ausgibt, hat man schlichtweg ein Problem und vor allem keinen Gewinn gemacht.

Auch bei jeder anderen Kennzahl kommt man auf erstaunliche Werte. Ohne wirklich profitabel zu sein, ist Netflix mit mehr als dem zehnfachen des Umsatzes bewertet. Das schafft kaum ein anderer Wert und auch dann fast ausschließlich hochmargige Gelddruckmaschinen wie Visa oder Mastercard.

Auswertungen haben gezeigt, dass keine andere einzelne Kennzahl so sicher Überbewertungen und zukünftig schlechte Performance anzeigt, wie Price/Sales (Siehe James P. O’Shaughnessy, „What Works on Wall Street“).

Aus fundamentaler Sicht kann daher keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Die Aktie ist „priced to perfection“, doch wehe dem Tag an dem das Wachstum nachlässt.
Wo liegt der realistische Wert eines Unternehmens mit 12 Mrd. Umsatz, einem Verlust von 4 Mrd. und weiteren 15 Mrd. an Verpflichtungen? Sind es wie in diesem Fall tatsächlich 160 Mrd. USD oder könnte man nicht durchaus auch schon bei 50 Mrd. USD streiten, ob die Bewertung zu hoch ist?

Auf einen charttechnischen Ausblick könnte man eigentlich verzichten. Die Aktie ist ohne jeden Zweifel bullisch und wird wahrscheinlich weiter steigen. Unweigerlich werden jedoch Erinnerungen an die Jahrtausendwende wach.

20180612-netflix-ist-eine-geldvernichtungsmaschine

Nur zwei US-Dollar fehlten, dann hätte sich die Netflix-Aktie am Freitag gegenüber dem Tief vom 4. Dezember (178,38 US-Dollar) glattweg verdoppelt – in weniger als sechs Monaten. Es wirkt, als wäre dieser Aufwärtstrend unverwüstlich. Aber ist er das wirklich? Worauf basiert diese Rallye derzeit, außer auf großen Erwartungen? Wie schon im Januar meldete Netflix für das zurückliegende Quartal Umsätze und Gewinne, die nur knapp über den Analystenprognosen lagen. Wovon die Bullen zehren, sind einerseits die weit über den Prognosen liegende Zahl neuer Abonnenten und andererseits die regelmäßigen Ankündigungen immenser Investitionen in neue Inhalte. Das suggeriert, dass der Gewinn pro Aktie zwar momentan noch eher niedrig bleiben, irgendwann aber wie eine Rakete steigen wird, wenn diese durch das Neugeschäft finanzierten Investitionen sich auszahlen und nur noch mehr neue, zahlende Kunden generieren. Zwei Dinge beachten die Bullen hingegen weniger, und mittelfristig könnte sich das rächen:

Expertenmeinung: Zum einen kann dieses Reinvestieren steigender Einnahmen zu einer Endlosschleife werden, die mehr Geduld erfordert, als die Anleger aufbringen mögen, vergleichbar mit amazon.com und der ewigen Jagd nach Marktmacht zum Nachteil der Gewinne. Zum anderen bewegt sich Netflix in einer äußerst wankelmütigen Branche. Da müssen nur ein, zwei aufwändig produzierte Serien zum Flop werden, da muss nur die Konkurrenz mit ein paar Blockbustern und günstigeren Konditionen daher kommen und schon würden die großen Erwartungen zurecht gestutzt – und mit ihnen dann die Aktie. Rein charttechnisch betrachtet passt dort noch alles, der Rallye-Impuls der vergangenen Woche hat Netflix aus einem ansteigenden Keil nach oben hinaus getragen, ein erneutes, bullisches Signal. Aber eine konsequente Absicherung nach unten wäre hier unbedingt ratsam. Als Orientierung hierfür würde sich derzeit die untere Begrenzung dieses Keils, derzeit bei 308 US-Dollar und zügig steigend, anbieten.

Chart vom 25.05.2018, Kurs 351,29 US-Dollar, Kürzel NFLX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach Erreichen eines neuen Allzeithochs, musste der Online-Streaming-Konzern Netflix wieder einige Federn lassen. Zwischenzeitlich wurden die Bullen auf den Prüfstand gestellt, doch sie hielten dem Druck erneut Stand. Der steigende 50-Tage-Durchschnitt konnte als Unterstützung gehalten werden und die Kurse stabilisierten sich anschließend knapp darüber. So bildete sich ein kleinerer Widerstand bei rund 320 USD aus. Eine recht ähnliche Situation, wie zuletzt Anfang April. Auch dieses Mal konnte der Widerstand nach oben gebrochen werden. Das Kaufsignal aus dem gestrigen Handel bringt wieder frische Impulse mit sich.

Expertenmeinung: Alles in allem sehen wir hier ein recht stabiles Gesamtbild. Vorteilhaft war vor allem die überaus positive Entwicklung der Aktie gegenüber dem Gesamtmarkt. Während sich die gesamte Wall Street nach wie vor in einer Korrekturphase befindet, zeigt sich das Papier von seiner positiven Seite. Dementsprechend positiv bleibt unsere Einschätzung hinsichtlich der weiteren Entwicklung von Netflix. Schon bald könnten neue Allzeithochs zu sehen sein.

Aussicht: BULLISCH

20180508-netflix-die-reise-nach-oben-geht-weiter-frische-kaufsignale

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Online-Streaming-Konzern Netflix hat gestern Abend als erste der sogenannten FANG-Aktien seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentiert. Die Ergebnisse konnten die Konsensschätzungen schlagen, welche mit einem Gewinn je Aktie in der Höhe von 63 Cent und einem Umsatz in der Höhe von 3.69 Milliarden USD erwartet wurden. Tatsächlich konnte das Unternehmen 64 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 3.70 Milliarden USD erzielen. Somit stieg der Unternehmensgewinn gegenüber dem Vorjahr um satte 60 Prozent und der Umsatz konnte um über 40 Prozent gesteigert werden. Aktionäre zeigten sich begeistert. So schoss der Kurse der Aktie im nachbörslichen Handel um über fünf Prozent nach oben.

Expertenmeinung: Die Kernfrage im heutigen Handel bleibt, ob das letzte Pivot-Hoch von März bei 322.90 USD und in Folge das Allzeithoch bei 333.98 USD mit den positiven Ergebnissen gebrochen werden kann.  Sollte dies gelingen, wäre die Aktie wieder zurück in einem frischen Aufwärtstrend und der Weg auf neue Höhen wäre frei. Bleiben die Kurse jedoch darunter, wäre dies ein Zeichen dafür, dass der Großteil der positiven Ergebnisse bereits in den Kursen mit eingepreist sein dürfte.

Aussicht: BULLISCH

20180417-netflix-zahlen-daten-fakten-aktie-explodiert-nach-boersenschluss

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Online-Streaming-Unternehmens Netflix konnte im Laufe der vorigen Woche eine wichtige Hürde überwinden. Dabei bildete sich ein klarer Widerstand bei 300 USD aus. Dieser konnte jetzt gebrochen werden und brachte somit frischen Wind in den Kursverlauf des Papiers. Die Frage bleibt, ob nun auch die bevorstehenden Widerstände bei 322.90 und 333,98 nach oben gebrochen werden können. Viel wird davon abhängen, ob die heute nach Börsenschluss veröffentlichten Quartalsergebnisse geschlagen werden können, oder nicht. Erwartet wird ein Umsatz in der Höhe von 3.69 Milliarden USD. Der Gewinn soll im Bereich von 63 bis 64 Cent je Aktie liegen. Ein wichtiger Tag für alle Aktionäre. Der Trend bleibt indes neutral.

Expertenmeinung: Technisch sieht es ganz danach aus, als dass die alten Höchststände schon bald gebrochen werden können. Doch jetzt müssen auch die Fundamentaldaten passen, um die Rallye weiter am Laufen zu halten. Immerhin konnten die Kurse im letzten halben Jahr mehr als 50 Prozent an Wert zulegen. Das Unternehmen muss jetzt die in sich gesetzten Erwartungen erfüllen. Spätestens heute Abend wissen wir mehr.

Aussicht: BULLISCH

20180416-netflix-mit-frischen-kaufsignalen-sehen-wir-bald-ein-neues-allzeithoch

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Mit dem Bruch des Zwischentiefs von März dieses Jahres hat die Aktie des Steaming-Unternehmens Netflix den Aufwärtstrend vorläufig beendet. Der Druck wurde von Tag zu Tag größer und auch Investoren haben sich schlussendlich dazu bewegen lassen, vorerst Gewinne mitzunehmen. Der 50-Tagesdurchschnitt ist aktuell auf dem Prüfstand. Ein überaus wichtiges Niveau im Chart. Im gestrigen Handel zeigten die Bullen erstmals seit Tagen wieder Stärke und so konnte der besagte Durchschnitt wieder zurückerobert werden. Dies ist ein technisches Kaufsignal. Der Trend bleibt indes noch auf der neutralen Seite.

Expertenmeinung: Wir belassen unsere Aussichten für Netflix vorerst auf der positiven Seite. Wenn der gestrige Handelstag nicht negiert wird, stehen die Chancen auf eine Erholung recht gut. Negiert werden würde die Kerze dann, wenn die Kurse in den kommenden Tagen unter das Niveau von 270 USD sinken würden. Alles darüber sieht vorläufig recht konstruktiv aus und könnte die Aktie wieder deutlicher nach oben bringen.

Aussicht: BULLISCH

20180405-netflix-mit-kaufsignal-geht-die-rallye-nun-weiter

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