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MorphoSys AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: MorphoSys
Datum

Titel

Analysis

So, wie das deutsche Biotechunternehmen MorphoSys aufgestellt ist, ist es eigentlich weniger eine Frage, ob das Unternehmen nachhaltig schwarze Zahlen schreiben wird, sondern wann es dazu kommt. Man könnte denken, dass eine solche Perspektive geduldig macht, dass langfristige Investoren diese Aktie in Korrekturen hinein kaufen und sie in klassischer Manier zur Seite legen und „reifen“ lassen.

Das dürfte auch durchaus der Fall sein. Aber Aktien aus dem Biotech-Bereich sind naturgemäß schwankungsfreudig. Das zieht kurzfristige Trader an – und die pflegen kurze Impulse zu traden, die, wenn die Charttechnik „passt“ auch mal äußerst hartnäckig und intensiv ausfallen können. Und so lange die erwarteten schwarzen Zahlen nicht unmittelbar greifbar sind, ist eine solche Aktie auch kaum mit konservativen mitteln als „billig“ oder „teuer“ einzuordnen.

Das öffnet den Tradern alle Möglichkeiten. Und die nutzen sie momentan auf der Short-Seite. Und alleine der Umstand, dass die MorphoSys-Aktie fast 40 Euro unter dem gerade erst im Juli erzielten, vieljährigen Hoch notiert, muss diesen Abstieg daher nicht aufhalten.

Expertenmeinung: Was schon daran erkennbar ist, dass die Aktie am Donnerstag und Freitag erst so richtig Fahrt nach unten aufgenommen hat. Denn da gelang den Bären ein Doppelschlag: Am Donnerstag durchbrachen sie die zuvor tagelang erfolgreich verteidigte 200-Tage-Linie. Was umso wirkungsvoller war, weil die Aktie zum Start in die Woche und in das neue Quartal erst einmal zugelegt hatte und es so aussah, als wäre die Verteidigung dieses wichtigen gleitenden Durchschnitts gelungen.

Am Freitag folgte eine noch wichtigere Linie: Die Unterstützung bei 88,50 Euro, das Hoch des Jahres 2014, das bis zum Mai der höchste Stand der Aktie seit dem Jahr 2000 war. Mit dem Bruch dieser Linie ist der Ausflug auf neue Hochs unsanft beendet. Die nächste wichtige Unterstützung wäre jetzt die zwei Jahre alte Aufwärtstrendlinie bei aktuell etwa 80,80 Euro. Und würde auch dieser Level nicht standhalten, läge erst wieder im Bereich 68 zu 71 Euro eine auffälligere Auffangzone.

Bei Aktien, bei denen „billig“ und „teuer“ relativ ist, ist die Charttechnik meist die entscheidende Komponente. Und die ist derzeit so bärisch, so dass man MorphoSys trotz der mittel- und langfristig positiven Perspektiven dieses Unternehmens vorerst als ein „fallendes Messer“ einstufen muss, in das einfach mal beherzt hinein zu greifen im Vorfeld einer glaubwürdigen Bodenbildung unerfreulich ausgehen kann.

Chart vom 05.10.2018, Kurs 85,75 Euro, Kürzel MOR

Das deutsche Biotechnologieunternehmen MorphoSys schreibt zwar derzeit rote Zahlen. Aber hier ist man es gewohnt, geduldig zu sein. Solche Forschungsunternehmen haben einen jahrelangen Weg von der Entwicklung von Wirkstoffen bis hin zu deren Vermarktung. Aber MorphoSys ist mit zahlreichen Kooperationen mit namhaften Pharmaunternehmen gut aufgestellt. Man weiß, es geht bei MorphoSys nicht darum, ob das Unternehmen überlebt oder scheitert. Es geht nur darum, wann die Zeit der Ernte, der großen Einnahmen durch die entwickelten Wirkstoffe, anbricht.

Bis dahin jedoch gilt, wie oft bei Unternehmen, die keine Gewinne erzielen und das auch kurzfristig nicht zu erwarten ist: Die Charttechnik spielt bei der Frage, ob die Investoren zugreifen oder aussteigen, die entscheidende Rolle. Was bedeutet, dass Trendimpulse sich sozusagen aus sich selbst heraus ernähren. Genau das ist bei dieser Aktie im Moment der Fall. Das hat den Kurs wochenlang gedrückt – und das könnte ihn jetzt in die Wende nach oben führen.

Expertenmeinung: Schon weit, bevor Mitte Juli bekannt wurde, dass MorphoSys einen sehr lukrativen Vermarktungsvertrag für seinen Wirkstoff MOR106 mit Novartis abgeschlossen hatte, war die Aktie über den markanten Widerstand bei 88,50 Euro gelaufen. Das war das hoch vom Dezember 2014, das bis dahin den höchsten Kurs der Aktie seit dem Jahr 2001 markiert hatte. Die Aktie lief, nachdem sie im Vorfeld zwei Mal an dieser Hürde abgewiesen wurde, im Mai über diesen Widerstand und startete im Juni dann kräftig durch – ohne neue Nachrichten, alleine auf Basis der Charttechnik.

Mit dem zusätzlichen Rückenwind dieses Vermarktungsvertrages mit Novartis sauste der Kurs bis 124,90 Euro, dann holte ihn die Schwerkraft ein. Es begann eine Korrektur, die sich intensivierte, als die nächstliegende Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie Anfang August brach. Das offensichtliche Ziel war die mittelfristige Aufwärtstrendlinie, die zunächst auch hielt. Doch dann wurde die Aktie Ende August an der 20-Tage-Linie nach unten abgewiesen, ein typisches Zeichen, dass die Bären die Aktie mittlerweile im Fokus hatten und aktiv auf den Kurs drückten. Das führte in der vergangenen Woche zum Bruch der Trendlinie. Jetzt stand auf einmal die vormalige Hürde bei 88,50 Euro im Feuer. Die Aktie rutschte zügig auf diese Linie und die knapp darüber, bei 90 Euro, verlaufende 200-Tage-Linie zu.

Der Bruch dieser Kreuzunterstützung hätte den Weg nach unten freigegeben … aber knapp oberhalb dieses „harten Bodens“ drehte MorphoSys am vergangenen Freitag und eliminierte das anfänglich an diesem Tag kräftige Minus. Damit ist jetzt die Chance für die Bullen da, einen „Touch and Go“ zu schaffen, ein Durchstarten nach kurzem Kontakt zum „Boden“. Aber dazu muss die nächstliegende Widerstandszone bezwungen, der Beweis erbracht werden, dass die Käufer stark genug sind, von den Bären gemeinhin verteidige Widerstände zu überwinden. Das wäre bei MorphoSys der Kreuzwiderstand aus der zuvor gebrochenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie um 100 Euro. Da muss MorphoSys drüber, dann wäre hier die Basis für einen neuen Aufwärtstrend geschaffen.

Chart vom 11.09.2018, Kurs 26.347,61 Punkte, Kürzel MDAX

Man hatte sich schon gewundert: Obwohl das deutsche Biotechunternehmen MorphoSys 2018 mit einem deutlich niedrigeren Umsatz und markant höheren Verlusten rechnete, weil eine wichtige Kooperation mit Novartis planmäßig ausgelaufen war, stieg die Aktie wie auf Schienen. Nachdem die markante Widerstandsmarke von 88,50 Euro im Mai im dritten Anlauf überwunden wurde, zierten sich die Käufer zwar noch ein paar Wochen, im Juni aber kam immer mehr Schwung auf. Und man fragte sich: Klettern die Bullen da nicht womöglich eine Leiter ohne Sprossen hinauf? Kann das gutgehen?

Aber dann kam am 19. Juli eine Nachricht, die diesen Wagemut nachträglich heilte: MorphoSys verkaufte seine Lizenz für den Wirkstoff MOR 106 an Novartis. Und dieser Verkauf hatte „Pfeffer“: Eine mit dem Partner Galapagos zu teilende Vorauszahlung von 95 Millionen Euro, mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 850 Millionen und darüber hinaus noch Umsatzbeteiligungen. Das erinnerte die Anleger daran, warum sie der Aktie all die Jahre die Treue hielten und immer wieder einstiegen: Weil man darauf baut, dass nach vielen Jahren extrem kostenintensiver Forschung und dicker Verluste irgendwann die großen Gewinne kommen.

Expertenmeinung: Dementsprechend kräftig fiel die Reaktion aus. Die Aktie, ohnehin schon im Aufwärtstrend, machte einen weiteren Satz nach oben und erreichte am 23. Juli ein Hoch bei 124,90 Euro. Dann jedoch setzten Gewinnmitnahmen ein. Nicht unbedingt verwunderlich, denn dass MorphoSys auf gutem Wege ist, verhindert nicht, dass die Aktie auch einmal korrigiert. Und nachdem mit dem neuen Hoch seit Silvester 2017 ein Plus von 63 Prozent erreicht wurde, machten einige eben Kasse. Das Problem war: auf der Käuferseite mochte niemand die Hand aufhalten. Und als die Aktie erst einmal Fahrt nach unten aufnahm, begann das übliche Szenario: Diejenigen, die eigentlich bei einem kleinen Rücksetzer kaufen wollten, warteten lieber ab, in der Hoffnung, noch günstiger zum Zuge zu kommen.

Bislang zeigt sich noch keine Stabilisierung bei dieser Abwärtsbewegung, aber man sollte die Aktie jetzt engmaschig beobachten. Die positiven Perspektiven gelten ja weiterhin, nur ist MorphoSys jetzt nicht nur deutlich günstiger als noch vor einem Monat, sie hat jetzt auch Kontrakt zu einer markanten Unterstützungszone, beginnend mit der jetzt bereits fast erreichten Februar-Aufwärtstrendlinie bei 96,50 Euro bis hinunter an die 200-Tage-Linie, die bei 88,10 Euro mit der bei 88,50 Euro liegenden Unterstützungslinie, vormals ein Widerstand und das Jahreshoch 2014, eine Kreuzunterstützung bildet. Mit Blick auf den jetzt die überverkaufte Zone touchierenden RSI-Indikator besteht eine taugliche Chance, dass die Aktie diese Auffangzone verteidigen kann.

Chart vom 16.08.2018, Kurs 98,70 Euro, Kürzel MOR

Es ist zwar nicht mehr als eine Plattitüde, aber beim Blick auf den plötzlichen Abriss der Rallye der MorphoSys-Aktie kommt einem der Spruch „was hoch steigt, kann tief fallen“ in den Sinn. Dass die Perspektive dieses Unternehmens mittelfristig eine hervorragende ist, bezweifelt dabei wohl kaum jemand, nachdem der Mitte Juli gemeldete Verkauf der Lizenz des Wirkstoffs MOR106 an Novartis einen warmen Geldregen für MorphoSys bedeutet und noch mehrere Wirkstoffe in Testphasen sind, die allesamt ebenso zu immensen Einnahmen führen können.

Die Aktie hatte daraufhin auf eine ohnehin schon laufende Rallye noch einmal zehn Prozent draufgelegt. Aber das war auch den ersten Analysten „zu schnell zu viel“. Die Deutsche Bank und die LBBW stuften daraufhin ihre Einschätzung von „Kaufen“ auf „Halten“ ab. Was offenbar als Weckruf für euphorisierte Trader wirkte. Es setzten Gewinnmitnahmen ein. Und wie so oft in solchen Situationen treffen die dann auf eine viel zu dünne Nachfrage. Das Ergebnis:

Expertenmeinung: Zunächst stagnierende, dann auf einmal immer dynamischer nachgebende Kurse. Nachdem die Aktie am Donnerstag durch die 20-Tage-Linie rutschte, erhöhte sich der Druck noch, weil diese Linie (bei 113,55 Euro, in diesem Chart auf Wochenbasis nicht abgebildet) die einzige Unterstützung oberhalb der markanten Wendemarke von 88,50 Euro war. Diese Unterstützung bei 88,50 Euro geht bis ins Jahr 2014 zurück. Bis dorthin zurückzusetzen erscheint ein wenig überzogen. Aber auch, wenn er nicht absolut perfekt ist: Im Wochenchart hat sich dadurch mit den vergangenen drei Wochenkerzen ein „Abendstern“ ausgebildet, der den Marktteilnehmern nicht verborgen bleiben wird.

Es wäre also alleine deswegen möglich, dass die MorphoSys-Aktie noch weiter in den Bereich der 88,50 Euro-Linie zurücksetzt. Das wäre dann ein Level, der zum Einstieg einladen würde, vor allem, wenn die Quartalsergebnisse, die jetzt kurzfristig zu erwarten sind, überzeugen sollten. Diese Linie muss nicht erreicht werden, es ist gut möglich, dass der Kurs schon oberhalb dieser Zone dreht. Aber für den Moment zeigen sich noch keine Stabilisierungstendenzen, noch wäre die Aktie also ein „fallendes Messer“, in das hinein zu greifen riskant wäre.

Chart vom 03.08.2018, Kurs 105,00 Euro, Kürzel MOR

Die Bilanz des ersten Quartals war für das deutsche Biotech-Unternehmen MorphoSys nicht gerade umwerfend ausgefallen. Und durch eine planmäßig ausgelaufene Kooperation mit dem Schweizer Pharmariesen Novartis lautete die Perspektive für das Gesamtjahr 2018: weniger Umsatz, mehr Verlust. Und trotzdem schob sich der Kurs über eine entscheidende Hürde, über das 2014er-Jahreshoch bei 88,50 Euro, das den bis dahin höchsten Stand seit dem Jahr 2000 markierte. Nach zwei abgewehrten Versuchen im Januar und März gelang der Ausbruch im Mai. Danach passierte indes erst einmal wenig. Überzeugende Anschlusskäufe blieben aus. Und mit Blick auf die vorgenannten, grauen Perspektiven musste man sich schon fragen: Kann die Aktie diesen hohen Level halten, obgleich noch offen ist, wann MorphoSys wieder in die Gewinnzone zurückkehrt und wie deutlich und nachhaltig das dann sein wird? Aber es blieb nicht bei diesem Kursniveau, MorphoSys stieg einfach immer weiter. Es ist eher untypisch, dass dann zur rechten Zeit die rechten Nachrichten kommen, um solche spekulativen Aufwärtsbewegungen nachträglich zu rechtfertigen. Aber in diesem Fall war es so:

Expertenmeinung: Am vergangenen Donnerstag kam die Meldung, dass MorphoSys und das Unternehmen Galapagos zusammen einen weltweiten Lizenzvertrag für den Neurodermitis-Wirkstoff MOR106 mit Novartis abgeschlossen haben. Dafür fließt an beide insgesamt eine Vorauszahlung von 95 Millionen Euro, aber darüber hinaus können die Einnahmen insgesamt auf bis zu 850 Millionen anschwellen, hinzu kommen Umsatzbeteiligungen. MorphoSys, schon am Tag zuvor wieder einmal auf mehrjährigen Hochs, machte daraufhin einen Sprung und steigt seither weiter. Der massiv überkaufte RSI-Indikator und der Umstand, dass die Aktie am Montag relativ deutlich unter ihrem Tageshoch schloss, deuten zwar an, dass die Schwerkraft das Papier jetzt langsam doch einholen kann. Aber dieser Lizenzvertrag macht deutlich, dass die Zeit, in der nach den vielen Jahren kostenintensiver Forschung langsam die Gewinne sprudeln, nahe sein könnte, immerhin ist MOR106 nicht der einzige Wirkstoff des Unternehmens. Gut möglich also, dass der „Point of no Return“ überschritten wurde, die Aktie jetzt nicht mehr unter diese 88,50 Euro-Marke zurückkehrt und mittelfristig noch viel Luft nach oben vorhanden ist. Aber trotz dieser wichtigen Nachricht ist MorphoSys auf diesem Niveau ein sehr spekulatives Papier. Wer nicht ganz bewusst langfristig dabei bleiben will, sollte daher nicht ohne „Fallschirm“ unterwegs sein. Die 20-Tage-Linie, die diesen Aufwärtsimpuls seit Ende April unübersehbar führt und derzeit bei 109 Euro notiert, wäre dahingehend eine gute Orientierung für eine Absicherung.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Trotz der schwachen Performance des deutschen Aktienmarktes konnte die Aktie des Biotechnologieunternehmens Morphosys die positiven Tendenzen der letzten Wochen weiter fortsetzen. Derzeit heben die Kurse regelrecht ab und es sind bereits vertikale Kursverläufe erkennbar. Der Wendepunkt im Trend war mit Anfang Mai geschafft. Hier wurde der Widerstand bei rund 87.50 EUR nach oben durchbrochen und ein neuer Aufwärtstrend war geboren. Die folgenden erneuten Tests dieser Marke konnten von den Bullen erfolgreich gehalten werden. Kürzlich sahen wir die Bildung einer Zwischenkonsolidierung im Chart, welche im Juni nach oben durchbrochen wurde. Seither kennt das Papier nur noch eine Richtung. Der Trend befindet sich auf der bullischen Seite.

Expertenmeinung: Alle Ampeln stehen auf Grün und es spricht nichts dagegen, dass die Aktie weitere neue Hochs sehen dürfte. Dennoch halten wir einen Einstieg auf aktuellem Niveau für gefährlich, zumal sich die Kurse bereits sehr weit von den gleitenden Durchschnitten entfernt haben. Dies ist ein Zeichen für eine überkaufte Gesamtsituation und macht das Wertpapier anfällig für mögliche Kurskorrekturen. Unsere Aussicht auf die Morphosys Aktie bleibt dennoch auf der bullischen Seite, da es derzeit keine weiteren negativen Signale gibt.

Aussicht: BULLISCH

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Es gibt wohl kaum eine Branche, deren Aktien mehr mit dem Attribut eines „Vielleicht“ versehen sind als die Biotechnologie. Viele dieser Unternehmen agieren in den roten Zahlen, denn Forschung kostet Geld. Und bis deren Resultate in Euro und Cent zu messen sind, kann es lange dauern. Dann kann ein solches Unternehmen immense Gewinne erzielen, sofern aus den bei diesen Forschungen entstandenen Wirkstoffen Blockbuster-Medikamente entstehen. Aber da bleibt eben dieses „Vielleicht“. Vielleicht kommt es so, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sehr bald, vielleicht aber auch nicht. Bis dahin schaffen es die Unternehmen, sich mit einer Art „Brot und Butter“-Arbeit zu finanzieren, indem Kooperationen mit großen Pharmaunternehmen zu einzelnen Meilensteinzahlungen führen. Die imstande sind, die weitere Arbeit zu finanzieren, bis der große Wurf kommt. Vielleicht. Das nahe bei München angesiedelte Biotechunternehmen MorphoSys hat auch schon Jahre in der Gewinnzone abgeschlossen, doch derzeit dominieren die Verluste. Das Unternehmen selbst rechnet für 2018 mit einem Minus zwischen 110 und 120 Millionen, während der Umsatz, dezimiert durch das planmäßige Auslaufen einer Kooperation mit Novartis, seitens der Analysten nur im Bereich von 25 bis 30 Millionen Euro erwartet wird. Keine gute Basis für einen soliden Aufwärtstrend, eigentlich. Aber:

Expertenmeinung: Genau den zeigt die Aktie momentan. Und nicht nur das: Auch im Chart wurde ein Meilenstein erreicht, als Mitte Mai erstmals seit dem Jahr 2000 ein Wochen-Schlusskurs über 88,50 Euro erreicht wurde, über diesem markanten Widerstand aus dem Dezember 2014, dem sich die Aktie im Januar und März bereits genähert hatte, aber nicht an ihn heran und schon gar nicht an ihm vorbeikam. Das ist ein beeindruckender und seit Herbst 2016 von einer mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie im Wechsel getragener Aufwärtstrend. Aber binnen zwei Jahren hat sich der Kurs damit knapp verdreifacht. Und der nächstliegende der beiden vorgenannten Leitstrahlen des Trends ist die bei 80,44 Euro verlaufende 200-Tage-Linie – ein beachtliches Stück vom gestrigen Schlusskurs bei 93,90 Euro entfernt. Zudem dürfte den meisten Akteure vollkommen klar sein, dass es sich hier um eine von reinem Optimismus getragene Aufwärtsbewegung handelt. Denn nachdem MorphoSys im Mai erstmals über diese Super-Hürde von 88,50 Euro hinauslief, hatte man sichtlich Schwierigkeiten, ihn darüber zu halten, von tauglichen Anschlusskäufen ganz zu schweigen. Drei Dojis auf Wochenbasis hintereinander sprechen eine klare Sprache: Da fanden sich durchaus nicht wenige, die diesen Level als ideal für Gewinnmitnahmen ansahen. Mit dem gestrigen Montag aber startete MorphoSys durch, erreichte mit 94,95 Euro ein neues mehrjähriges Hoch. Aber Vorsicht, diese grüne Kerze müsste auch noch am Ende dieser Woche grün sein, dieser Level auch gehalten werden. Denn sollte es auch diesmal zu Gewinnmitnahmen statt zu Anschlusskäufen kommen, wird die Zahl derer, die hier einen „Deckel“ auf dem Kurs sehen, wachsen. Ein Stoppkurs um 87 Euro, mit einem entsprechenden „Respekt-Abstand“ zu dieser wichtigen Chartmarke von 88,50 Euro, wäre hier für Long-Positionen unbedingt zu überlegen.

Chart vom 11.06.2018, Kurs 93,90 Euro, Kürzel MOR

Als das deutsche Biotech-Unternehmen MorphoSys am 13. März die Bilanz für das Jahr 2017 präsentierte, ging das mit der Prognose für das laufende Jahr einher. Und es war überraschend, dass die Marktteilnehmer diese Prognose nicht nur wegsteckten, sondern bei der Aktie beherzt zugriffen. Immerhin avisierte MorphoSys, dass der Verlust im laufenden Jahr höher, der Umsatz niedriger ausfallen würde. Nun liegt das daran, dass die Forschungsaufwendungen angehoben werden. Und wenn dieser Aufwand in die richtigen Bahnen gelenkt wird, wird sich das in der Zukunft umso mehr in guten Gewinnen auszahlen. Aber Geduld ist eine Sache. Eine Aktie angesichts dieser längeren Wartezeit auf die Rückkehr in die 2016 verlassenen schwarzen Zahlen über entscheidende charttechnische Hürden zu tragen, aber eine ganz andere. Aber gerade in solchen Situationen kann man als Investor auf die Nase fallen, wenn man eine solche Aktie damit als „zu teuer“ einstuft und an einem markanten Widerstand auf Verdacht Short geht. Denn die Mehrzahl der Akteure ist, das zeigt dieser längerfristige Chart auf Wochenbasis klar, auf der Käuferseite. Und sich gegen einen fahrenden Zug zustellen, geht selten gut.

Expertenmeinung: Die Chance, dass MorphoSys die jetzt bereits erreichte Super-Hürde bei 88,80 Euro deutlicher überwindet, Anschlusskäufe folgen, ist recht gut. Interessant ist, dass die Aktie als Reaktion auf die o.a. 2018er-Perspektive am 13. März an diesen im Januar schon einmal vergebens getesteten Widerstand heranlief, dort abdrehte, jetzt aber bereits erneut dort angekommen ist. Das ist jetzt der dritte Anlauf an diese Widerstandsmarke bei 88,80 Euro, die durch das Jahreshoch 2014 definiert wird. Eine solche Hürde im dritten Anlauf zu nehmen birgt schon deswegen gute Chancen auf weite steigende Notierungen, weil im Zuge der beiden vorangegangenen Anläufe wohl einiges an Short-Positionen aufgebaut und knapp über diesem Niveau von 88,80 Euro über Stop Loss-Orders abgesichert wurde. Eindeckungen der Bären könnten den Anstieg also noch intensivieren, wenn der Ausbruch signifikant gelingt, zumal diese 2014er-Hoch den höchsten Kurs seit dem Jahr 2000 darstellt, was bedeutet: Widerstandslinien, die jung genug sind, um faktisch noch relevant zu sein, gäbe es über diesem Punkt keine. Sollte MorphoSys das gestrige Tageshoch von 89,40 Euro auf Schlusskursbasis mit Closings über 90 Euro überbieten und den Ausbruch auf diese Weise bestätigen, wäre das ein markant bullisches Signal.

Chart vom 02.05.2018, Kurs 89,10 Euro, Kürzel MOR

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