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MDAX - Mid-Cap-DAX: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Index-Portrait und Kursentwicklung: MDAX
Datum

Titel

Analysis

Nemetschek, Siltronic, Evotec, das waren die drei Gewinner des Tages im MDAX am Dienstag. Manch einer mochte denken, versehentlich beim TecDAX nachgesehen zu haben. Aber nein, diese Aktien sind jetzt im MDAX notiert.

Besser gesagt: auch im MDAX. Denn die Deutsche Börse AG hat ihr Indexsystem umgebaut. Seit Montag sind auch Mehrfachnotierungen möglich. Was Zug in die Kurse bringen könnte, denn so müssen neben den Fonds, die den TecDAX abbilden, auch diejenigen, die den MDAX nachzeichnen, diese Neuzugänge haben … und somit kaufen. Dass das am Dienstag der Fall war, wurde durch diese Platzierung ganz oben in der Gewinnerliste des durch diese Umstellung jetzt 60 statt 50 Aktien umfassenden MDAX deutlich.

Evotec +4,56 Prozent, Siltronic +5,24 Prozent, Nemetschek +7,88 Prozent. Das hat den Index natürlich deutlich nach oben getragen … könnte man denken. Aber nein, der MDAX schloss unverändert. Denn diese Käufe wurden durch markante Abgaben in anderen Aktien egalisiert. Und dass dieses mit -0,04 Prozent quasi unveränderte Closing des Dienstags den Makel trug, dass dadurch zeitweise durchaus ansehnliche Gewinne zum Handelsende wieder verloren gingen, macht die charttechnische Konstellation jetzt richtig kritisch. Sofern man nicht auf der bärischen Seite auf seinen Einsatz wartet, denn dann reibt man sich bei einem Chartbild wie diesem die Hände.

Expertenmeinung: Der MDAX schloss in etwa auf Eröffnungskurs und fast am Tagestief. Mit dem langen oberen Docht entstand daraus ein „Gravestone Doji“. Ein Warnsignal, das vor allem dann bedeutsam ist, wenn es am Ende einer größeren Aufwärtsbewegung auftaucht. Das ist hier zwar nicht der Fall, aber dass der Index dadurch knapp unterhalb seiner 200-Tage-Linie abgewiesen wurde, dürfte den Bären als Pluspunkt allemal reichen. Denn um diesen wichtigen gleitenden Durchschnitt wird seit Wochen gerungen.

Die Ausflüge darüber waren im September indes kurz. Und während der DAX vor dem Terminbörsen-Abrechnungstermin am letzten Freitag kräftig zulegte, blieb der MDAX zurück und schaffte es am Freitag nur minimal über die 200-Tage-Linie. Wobei schon da ein Schlusskurs unterhalb der Eröffnung vorlag. Ein kraftloser Anblick, dem am Montag der klare, erneute Bruch der Linie folgte, diesmal mit Schwung. Und der Versuch, sich wieder an und über die 200-Tage-Linie zu schieben, wurde wie beschrieben gestern abverkauft.

Könnte das Window Dressing, die Positionsbereinigungen großer Fonds vor dem übermorgen anstehenden Quartalsultimo, den Bullen helfen? Eher nicht, das wäre eher bei soliden Aufwärtstrends zu erwarten. Sie sehen im Chart, dass der MDAX gegenüber Ende Juni zwar noch im Plus liegt, aber das Gros der zeitweiligen Gewinne in diesem dritten Quartal sind längst wieder weg. Da werden kaum Käufe mit Blick auf eine Optimierung der Fonds-Performance zu erwarten sein.

Sollte das in Schlagdistanz geratene, bisherige Monats-Verlaufstief bio 26.000 Punkten brechen, wäre der Weg frei, um als nächstes die aus dem August 2017 stammende Aufwärtstrendlinie bei 25.600 Punkten und das Juni-Tief bei 25.463 Zählern in Angriff zu nehmen. Und in einem Umfeld mit einem eskalierenden Handelskrieg und einem wieder steigenden Euro würde es das Bullen-Lager schwer haben zu verhindern, dass dieser viele exportlastige Unternehmen beheimatende Index nicht auch diese Unterstützungen bricht.

Chart vom 25.09.2018, Kurs 26.095,22 Punkte, Kürzel MDAX

Es geht um viel in diesen Tagen beim MDAX. Und die Chance, dass das Ziel erreicht wird, ist gut … sofern man bärisch ist. Denn jetzt stehen beim „Index der zweiten Reihe“ mit der 200-Tage-Linie und dem mittel- bis langfristigen, Anfang 2016 etablierten Aufwärtstrend gleich zwei äußerst wichtige Unterstützungen im Feuer. Durch die 200-Tage-Linie war der Index zum Ende der Vorwoche bereits durchgerutscht, die Trendlinie hielt, gerade noch so.

Doch die vergangene Woche war ein Start-Ziel-Sieg der Bären, eine lange, rote Kerze. Und der ging auch noch ein „Gravestone Doji“ auf Wochenbasis voraus. Ein Doji mit langem oberen Docht, der klar machte: Da ist, knapp vor dem bisherigen, im Januar erreichten Rekordhoch, ein Deckel drauf. Dasselbe passierte schon im Juni, auch da drehte der MDAX kurz vor dem Rekordhoch wieder ab. Damals hielt diese 2016er-Aufwärtstrendlinie. Aber klappt das auch diesmal?

Der Druck liegt eindeutig auf Seiten der Bullen. Sie müssen verteidigen, haben dabei aber die zunehmende Nervosität am Gesamtmarkt gegen sich. Der Tageschart zeigt zwar, dass sich bereits um 25.500 Punkte die nächste Auffangzone zeigt, falls diese Kreuzunterstützung aus 2016er-Trendlinie und 200-Tage-Linie im Bereich 26.200/26.350 Punkte fallen sollte. Aber wie tragfähig wäre die, nachdem zuvor derart markante Unterstützungen gebrochen wären?

Am Montag gelang es, von unten wieder an die 200-Tage-Linie heranzulaufen, am Dienstag konnte diese Linie gehalten werden. Wozu es aber nötig war, den MDAX aufzufangen, ihn aus dem Minus heraus wieder an die Linie zurück zu ziehen. Dass das gelang, bedeutet die Chance, jetzt einen Risikopuffer nach unten aufzubauen, den MDAX höher zu tragen, weg von dieser Linie. Dass man den Index aber überhaupt wieder „zurückholen“ musste, macht klar: Noch gibt es keinen Risikopuffer. Und noch hat die Stimmung nicht gedreht, scheinen Abgaben „von alleine“ aufzutauchen, wenn man seitens der Bullen nicht aktiv eingreift.

MDAX Chart auf Tagesbasis vom 11.09.2018, Kurs 26.347,61 Punkte, Kürzel MDAX

Eine einfache Übung wird das nicht, zumal keine positiven Quartalsbilanzen zu Hilfe kommen könnten. Die des zweiten Quartals sind auf dem Tisch, dies des dritten Quartals noch lange nicht fällig. Was bleibt, sind die Sorgen vor einer Eskalation des Handelskriegs, wegen eines womöglich doch wieder steigenden Euro, wegen der Türkei, Italien, dem BrExit. Bei wankenden Kursen haben die Bären argumentativen Rückenwind. Hier im Fall von Schlusskursen unter 26.000 Punkten einen Short-Trade zu erwägen, den man unter 25.400 Punkten noch ausbauen könnte, wäre zumindest etwas, das aggressive Trader im Hinterkopf behalten könnten.

MDAX Chart auf Wochenbasis vom 11.09.2018, Kurs 26.347,61 Punkte, Kürzel MDAX

Dem MDAX fehlten per Montagabend noch 423 Punkte oder gut 1,5 Prozent bis zum bisherigen, am 22. Januar markierten Verlaufsrekord. Beim DAX waren es zur selben Zeit noch über 1.000 Punkte, die er bis zum bisherigen Hoch zurücklegen müsste. Und der TecDAX? Der hat seine neuen Rekorde (wenn man den Index erst ab seiner echten Geburtsstunde 2003 berechnet) am Montag mit dem Sprung über die runde Marke von 3.000 Punkten bereits eingefahren. Diesmal laufen also nicht die Blue Chips vorweg, es sind die Aktien der zweiten Reihe und die eher leichtgewichtigen Technologietitel. Seltsam?

Es ist ein Grund, genau hinzusehen, aber seltsam ist es deswegen nicht, weil sich diejenigen, die derzeit kaufen, ihren Optimismus aus Übersee leihen. Dort sieht es nämlich genauso aus: Der Dow Jones hat noch ein gutes Stück des Weges bis zu seinem Rekordhoch, der marktbreite S&P 500 aber ist ebenso auf neuen Allzeithochs angekommen wie der technologielastige Nasdaq 100. Kann man mit einem solchen „geliehenen Optimismus“ nachhaltig höher laufen?

Das kann man dann, wenn gute Argumente für steigende Kurse im „eigenen Nest“ nachgereicht werden. Momentan aber müssen die Bullen ohne solche schlagkräftigen Zugpferde auskommen. Dass es Donald Trump offenbar geschafft hat, mit Mexiko eine Handelsvereinbarung zu schließen, die die alte NAFTA-Vereinbarung zwischen den USA, Kanada und Mexiko aushebelt, treibt die US-Aktien. Und das durchaus zu Recht, denn man darf zum einen vermuten, dass die US-Regierung schon dafür gesorgt hat, dass die Vorteile auf ihrer Seite liegen und zum anderen ist Kanada dadurch in Zugzwang geraten. Zugleich gibt der US-Dollar zum Euro nach, was die Exportwerte an der Wall Street stützt. Kurzfristig hat man in den USA also gut lachen. Aber was bringt das Europa?

Man könnte die Hoffnung hegen, dass dieser „Deal“ mit Mexiko die Chance erhöht, dass auch beim Handelskonflikt mit China und der EU eine Eskalation ausbleibt. Aber das ist nicht mit Mexiko vergleichbar. Und der ohnehin schon unternommene Versuch, die Kontrahenten gegeneinander auszuspielen, wie das jetzt mit Mexiko und Kanada scheinbar gelang, würde die EU zerrreißen – damit wäre Europa nicht gedient. Und hinzu kommt, gerade für die vielen im MDAX notierten „Exportweltmeister“ wichtig: Der Euro steigt zum US-Dollar. Und auch wieder zur türkischen Lira. Nicht gut. Aber:

MDAX - Chart auf Wochenbasis

Charttechnisch betrachtet sieht es recht gut aus. Der Wochenchart zeigt, dass der MDAX den seit zweieinhalb Jahren geltenden Aufwärtstrend immer wieder testete und hielt. Daraus entstand ein Dreieck, dessen obere Begrenzung in Form des bisherigen Rekordhochs von 27.525 Punkten nahe ist. Im Tageschart sieht man indes: Erst einmal will die Widerstandszone, die der MDAX am Montag angesteuert hat, überwunden sein. Der Wochenstart war dynamisch und brachte ein neues Kaufsignal im Trendfolgeindikator MACD mit sich. Aber es sind gleich sieben Zwischenhochs, über die letzten neun Monate ausgebildet, die die Widerstandszone zwischen 27.050 und 27.525 Punkten bilden. Sieben Mal hat er dort abgedreht. Das sollte klar machen: Der Ausbruch kann gelingen, aber er muss es keineswegs. Bestehende Long-Trades wären haltenswert, aber ein Zukauf oder Neueinstieg Long wäre mit Blick auf diese Widerstandszone und den Umstand, dass der Optimismus eben nur „geliehen“ ist, erst im Fall eines klaren Ausbruchs über diesen Bereich mit ienem guten Chance/Risiko-Verhältnis ausgestattet.

MDAX - Chart auf Tagesbasis

Die Reaktionen auf die jetzt sukzessiv in geringerer Schlagzahl einlaufenden Quartalsergebnisse der 50 im MDAX notierten Unternehmen fielen in dieser Berichtssaison ungewöhnlich heftig aus. Wer überzeugen konnte, sah seine Aktie umgehend steil ansteigen. Aber dort, wo die Investoren Haare in der Suppe fanden, wurden die entsprechenden Aktien kräftig abgestraft. Am Dienstag fanden sich mit Ceconomy, der Aareal Bank und K+S gleich drei Aktien unter den schwächsten fünf, die am selben Tag ihre Quartalsergebnisse vorgelegt hatten. Diese intensiven Reaktionen zeugen davon, dass die Marktteilnehmer zusehends nervöser werden.

Und das zu Recht, denn mit den Unwägbarkeiten des Handelskonflikts, der kritischen Lage der Türkei als einer der großen europäischen Volkswirtschaften und einem drohenden chaotischen, ungeordneten „BrExit“ finden sich momentan gleich drei Elemente, die deutlich auf die Perspektiven drücken könnten. Da ist es wichtig, dass die Unternehmen zumindest bis zum Ende des jetzt berichteten zweiten Quartals überzeugen, in dem diese Elemente nicht oder kaum spürbar waren und zugleich ein wieder nachgebender Euro die Exportperspektiven wieder aufhellte. Wem das nicht vollumfänglich gelang, kam „unter den Hammer“. Viele Quartalsbilanzen stehen nicht mehr aus, so dass man den Gedanken hegen könnte, dass sich der Druck daher in Kürze wieder erledigt hat. Aber das könnte ein Trugschluss sein, denn:

Expertenmeinung: Die positiven und negativen Reaktionen auf die Bilanzdaten haben ja trotz ihrer Vehemenz perspektivischen Charakter, blicken nach vorne, sortieren aus, wer sich nach Ansicht der Investoren in schwierigerem Fahrwasser wohl wird behaupten können und wer nicht. So gesehen können diese Impulse allemal über eine kurzfristige Reaktion hinausgehen. Was dem MDAX, dem Index selbst, den Weg nach oben erschwert, denn die Reaktionen auf die Quartalsergebnisse waren mehrheitlich negativ. Und mit dem gestrigen Handelstag wird es nur noch kniffliger, hier doch noch einen Ausbruch nach oben zu erreichen.

Denn der MDAX begann den Tag im Plus, drehte dann aber ausgerechnet genau am nächstliegenden Widerstand in Form der 20-Tage-Linie nach unten ab und schloss im Minus. Ein Intraday-Turnaround nach unten, der zugleich zu einem Warnsignal in Form eines „bearish engulfing pattern“ im Candlestick-Chart führte. Wirklich „frei“ wäre der MDAX auf der Oberseite aufgrund der zahlreichen über dem aktuellen Niveau liegenden Zwischenhochs erst, wenn es gelingt, das bisherige Rekordhoch bei 27.525 Punkten zu überwinden. Und bis dorthin ist der Weg deutlich weiter als bis zur nächsten Supportmarke in Form der 200-Tage-Linie bei 26.343 Zählern.

Da der Trendfolgeindikator MACD jetzt bereits ein Verkaufssignal generiert hat, ist der Druck, dem sich die Bullen gegenübersehen, nicht zu unterschätzen. Sollte der Index im Wochenverlauf nach unten Fahrt aufnehmen, dürften die Bären daher schnell mutiger werden. Die Möglichkeit, dass es gelingt, die 200-Tage-Linie mit erstem Ziel im Bereich 25.400 Punkte zu brechen, ist derzeit durchaus greifbar.

Chart vom 14.08.2018, Kurs 26.591,81 Punkte, Kürzel MDAX

Noch stehen zwar relativ viele Quartalsbilanzen der 50 im MDAX gelisteten Unternehmen aus, aber die stehen in den nächsten gut zehn Tagen fast alle auf dem Terminkalender. Und so wirklich überzeugend waren die bisherigen Ergebnisse bislang nicht, um da allzu optimistisch zu sein. Der immense Schwung des Vorjahres konnte oft nicht ins Jahr 2018 mitgenommen werden. Und dann wäre da noch dieser Faktor der permanenten Ungewissheit: Wie entwickelt sich das Klima im Welthandel? Kann man Donald Trumps aggressive Vorgehensweise zum einen mental seitens der Anleger und zum anderen faktisch seitens der Unternehmen abschütteln? Oder ist da mit tiefen Scharten bei Umsatz, Gewinn und Kaufbereitschaft zu rechnen?

Noch hält sich der MDAX insgesamt wacker. Aber die Luft wird aus charttechnischer Sicht dünner, denn im Gegensatz zum DAX notiert dieser „Index der zweiten Reihe“ per Montagabend keine 2,5 Prozent unter seinem bisherigen Verlaufsrekord. Da kommt er nur dann darüber hinaus, wenn die ausstehenden Ergebnisse der MDAX-Unternehmen überzeugen, denn:

Expertenmeinung: Aus rein charttechnischer Sicht präsentiert sich die Zone um das bisherige Hoch als Widerstand. Es ist bereits der sechste Anlauf in diese Region, die bis zum Verlaufsrekord von 27.525 Zählern hinaufreicht, den der Index seit November vergangenen Jahres unternimmt. Und dass der Trendfolge-Indikator MACD ausgerechnet jetzt an Schwung verliert und sich auf seine Signallinie senkt, dass der Index selbst am Montag zweitweise ansehnliche Kursgewinne wieder abgeben musste und nur noch gut behauptet schloss, macht deutlich:

Wenn, dann muss das Bullenlager noch in dieser Woche und entschlossen an das „Projekt Rekordhoch“ herangehen und sich des Rückenwinds ermutigender Quartalsbilanzen versichern können. Im Gegenzug wäre der Bruch der derzeit bei 26.325 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie ein Signal, dass dieser sechste Anlauf ebenso endet wie die anderen zuvor und die Bären erneut eine Chance haben, die mit einem Bruch dieses wichtigen gleitenden Durchschnitts einhergehende Nervosität zu ihren Gunsten zu nutzen.

Chart vom 06.08.2018, Kurs 26.892,32 Punkte, Kürzel MDAX

Da haben die Bullen ja nochmal die Kurve gekriegt. Es war denkbar knapp, aber Sie sehen in diesem langfristigen Chart auf Wochenbasis, dass es gelungen ist, bezogen auf die Wochenschlusskurse gerade noch zu verhindern, dass der MDAX die längerfristige, aus dem Februar 2016 stammende Aufwärtstrendlinie bricht. Seither zieht der „Index der zweiten Reihe“ kräftig an, hat bereits die 200-Tage-Linie (hier im Chart als 40-Wochen-Linie in blau) zurückerobert.

Das bisherige Rekord-Verlaufshoch von 27.525 Punkten ist so fern nicht mehr. Da müssen jetzt nur überzeugende Bilanzen zum zweiten Quartal kommen, und schon könnte dieser Deckel gesprengt werden. Aber bislang ist das nur einer der Strohhalme, an den sich die bullischen Trader klammern. Und brisant ist, dass es nicht einmal der einzige seiner Art ist, denn:

Expertenmeinung: Da steckt auch noch die Hoffnung dahinter, dass das Thema Handelskrieg womöglich bald zu den Akten gelegt werden könnte. Nur stehen diese Erwartungen auf wackligen Beinen. Dass Larry Kudlow, der Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, gestern behauptete, die EU werde bei den Handelsgesprächen mit den USA in der kommenden Woche mit einem Vorschlag für ein Freihandelsabkommen antreten, ist womöglich nur eine Finte, um die EU so öffentlich unter Druck zu setzen. Auch dieser ominöse Vorschlag des US-Botschafters gegenüber den Lenkern der deutschen Automobilkonzerne, auf Zölle doch einfach gegenseitig zu verzichten, dient als Strohhalm und ist nicht mehr als das. Zumindest so lange nicht, bis dieser Zwist wirklich beigelegt wurde.

Und was überzeugende Quartalsergebnisse angeht, gab es eigentlich hinreichend viele Gewinnwarnungen, die zur Vorsicht mahnen sollten. Könnte zudem der morgen anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse den Index „ziehen“? Das ist ebenso möglich. Aber das wäre nur ein kurzfristiger, in der kommenden Woche wegfallender Faktor. Fazit: Wenn diese Verhandlungen zwischen EU und USA Ende nächster Woche über die Bühne sind und erste wirklich überzeugende Quartalsergebnisse diesen Strohhalm in trittfestes Terrain verwandeln, hätte der MDAX eine gute Chance, sich nach oben abzusetzen. Bis dahin aber kann dieser Kursanstieg, den man mit Fug und Recht als „Hoffnungsrallye“ ansehen darf, jederzeit abrupt enden. Ein Stop Loss Long unter dem letzten Zwischentief bei 25.463 Punkten wäre unbedingt angeraten.

Chart vom 18.07.2018, Kurs 26.893,28 Punkte, Kürzel MDAX

Da das Index-Trading beim MDAX weniger stark ausgeprägt ist als beim DAX, hier in der zweiten Reihe mehr die Trends der einzelnen Aktien innerhalb des Index dominieren, wirkt das Chartbild des MDAX auf Tagesbasis relativ „zerfasert“. Aber das ändert sich, wenn man sich das längerfristige Bild auf Wochenbasis ansieht. Dann wird auf den ersten Blick sehr deutlich, dass es für die Bullen jetzt äußerst eng wird. Bereits vergangene Woche wurde die 200-Tage-Linie gebrochen, aber das ist das kleinere Problem, denn das war bereits im ersten Quartal geschehen, ohne zusätzlichen Druck auf den Index auszuüben. Anders sieht es jedoch mit der noch aus dem Februar 2016 stammenden Aufwärtstrendlinie aus. Deren Relevanz wurde längst bestätigt, indem sie im Herbst 2016 ebenso wie im März/April dieses Jahres als effektive Stütze fungierte. Und genau diese Linie droht jetzt zu brechen. In der vergangenen Woche war es gerade noch gelungen, den bereits darunter gerutschten MDAX zum Wochenschluss wieder an diese Linie heranzubringen. Aber aktuell notiert er erneut darunter. Da müsste jetzt also heute und morgen eine kleine Rallye auftauchen, um den Index per Freitagabend wieder über diese aktuell bei 25.920 Punkten verlaufende Linie zu heben. Wie stehen die Chancen?

Expertenmeinung: Allzu gut sind sie nicht. Denn was die im MDAX versammelten Aktien der „zweiten Reihe“, unter denen sich viele sehr exportabhängige Unternehmen befinden, derzeit unter Druck setzt, ist die Sorge, dass die Eskalation des Handelskrieges das Wachstum ausbremsen und viele Exporteure in die Bredouille bringen wird. Und morgen wäre der Termin, an dem diese Eskalation mit dem Inkrafttreten der US-Strafzölle gegen China in die nächste Runde gehen würde. Ein Einlenken Donald Trumps, zumindest ein Aufschub der Maßnahmen würde wohl eine solche „Rettung“ des MDAX-Aufwärtstrends auslösen können. Aber bliebe das aus, dürften sich eher nicht genug Käufer finden, die in dieser Situation entschlossen zugreifen. Denn dieser Wochenchart zeigt auch, dass der Bruch der Trendlinie den Weg zu einer Toppbildung freigeben würde. Und die nächsten potenziellen Unterstützungen bei 24.808 und 24.220 Punkten wären, sollte sich die wachsende Verunsicherung weiterhin in Verkäufen äußern, schnell unterboten, weil nicht wirklich weit entfernt. Würden die USA in letzter Minute Einsicht zeigen und die Strafzölle aufschieben oder stornieren, der MDAX würde, sollte es gelingen, diese Trendlinie zum Wochenschluss doch noch halten, eine zumindest kurzfristige Trading-Chance auf der Long-Seite offerieren, Aber alles, was weniger als die Verteidigung dieser Linie wäre, würde den Index in der derzeit bärischen Einschätzung halten.

Chart vom 04.07.2018, Kurs 25.664,07 Punkte, Kürzel MDAX

Sieht man sich beim MDAX, dem deutschen „Index der zweiten Reihe“, ausschließlich den Chart auf Tagesbasis an, käme man eher nicht auf den Gedanken, dass das bärische Lager sehr nahe an einer Trading-Chance Short ist. Schon gar nicht, dass es dabei auch um mittel- und langfristige Chartmarken gehen könnte, die leicht brechen könnten, wenn der Index nicht umgehend nach oben dreht. Immerhin war das bisherige, Ende Januar bei 27.525 Punkten erreichte Rekord-Verlaufshoch des MDAX am Freitag schon ganz nahe gewesen. Das ist auch richtig. Aber per Mittwochabend sind es schon 1.000 Punkte, die dem Index zum Break über diese bisherige Bestmarke fehlen. Und dass er seit Freitag unter Druck steht, am Dienstag sogar kurzzeitig ein neues Monats-Verlaufstief markierte, hat seine Gründe. Und die liegen, wie könnte es anders sein, in der Unberechenbarkeit der Entwicklung im Handelsstreit, den die USA mit den wichtigsten Wirtschaftszonen vom Zaun gebrochen haben. Im MDAX finden sich sehr viele Autozulieferer und Maschinenbauer, die alle mögliche Opfer einer solchen Entwicklung sein könnten. Und würde aus solchen Befürchtungen Realität, wären die gar nicht so fernen, mittelfristig wichtigen Unterstützungen hier schnell gebrochen.

Expertenmeinung: In diesem Wochenchart wird sichtbar, dass das Momentum des Anfang 2016 etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrends seit etwa einem Jahr spürbar geringer wurde. Dadurch ist die im Herbst 2016 ebenso wie im Frühjahr 2018 getestete und damit in ihrer Relevanz bestätigte Aufwärtstrendlinie nahe an den aktuellen Kurslevel herangekommen. Aktuell liegt diese Linie um 25.750 Punkte. Darüber sichert die 200-Tage-Linie um 26.200 Zähler ab, aber an die ist der MDAX in den vergangenen Tagen bereits nahe herangekommen und testet sie damit zum zweiten Mal nach Ende Mai in kurzer Zeit. Von einem beruhigenden Sicherheitspolster für die Bullen kann hier keine Rede sein. Und dass der Stochastik-Oszillator auf Wochenbasis gerade im Bereich der überkauften Zone nach unten eindreht, ist für die Bären von Vorteil: Da wäre, sollten diese beiden vorgenannten Unterstützungen fallen, mit markttechnischem Rückenwind zu rechnen. Würde der MDAX diese wichtige Aufwärtstrendlinie mit Schlusskursen unter 25.750 Punkten brechen, wäre das nächste charttechnische Kursziel das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 24.808 Punkten, darunter würde das untere Ende der Konsolidierungsphase vom Sommer 2017 bei 24.220 Punkten einen möglichen Halt bieten. Das sollte man im Auge behalten, denn macht Trump noch ernster als bisher, dürfte es für das bullische Lager schwer werden, den MDAX in diesem Trend zu halten.

Chart vom 20.06.2018, Kurs 26.531,66 Punkte, Kürzel MDX

Es ist derzeit fast unmöglich abzuschätzen, wie die Rahmenbedingungen für den deutschen Aktienmarkt in drei, vier Monaten aussehen. Neben geopolitischen Unsicherheiten (Nordkorea, Iran) haben sich die USA seit Anfang 2017 von einer „sicheren Bank“ zu einem unberechenbaren Element gewandelt. Am Devisenmarkt ist offen, ob der Euro seine Normalisierung fortsetzt und weiter fällt, oder ob er doch wieder an oder gar über die letzten Hochs läuft, vor allem zum US-Dollar. Denn jetzt kommt auch noch die Europäische Zentralbank als Unsicherheitsfaktor hinzu. Da klang durch, dass man kommende Woche über einen Ausstieg aus den Anleihekäufen diskutieren wolle. Von da zu einer Zinswende wäre es, vielleicht, nicht weit – und was dann? Starke Unternehmensgewinne oder ein Rückgang des Profits, selbst jetzt, nahe der Halbzeit, ist das nicht einmal für 2018 wirklich absehbar. Kein Wunder, dass das Chartbild des MDAX zerfasert, trendlos daherkommt … wenn man sich den Chart auf Tagesbasis betrachtet. Aber da sieht man ja manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, deshalb gehen wir eine Ebene höher, auf die Wochenbasis. Und da sieht die Sache schon ganz anders, deutlich „geordneter“, aus:

Expertenmeinung: Der „Index der zweiten Reihe“ bewegt sich in einem Anfang 2016 etablierten, breiten Aufwärtstrendkanal … mit theoretisch viel Luft nach oben, denn dessen obere Begrenzung wartet aktuell erst bei knapp 29.400 Punkten. Erst im März und April hatte der Index die untere Begrenzung des Trendkanals mehrere Wochen lang getestet und verteidigt, vermochte von dort aus die 200-Tage-Linie zurückzuerobern und bestätigte diese erst letzte Woche erfolgreich als Unterstützung. Bei all den Unsicherheiten haben wir hier also noch ein bullisches Gesamtbild und eine Distanz zum bisherigen Rekordhoch bei 27.525 Punkten, die zügig überwunden werden könnte – falls einige der derzeit offenen Fragen sich in positiver Weise beantworten. Vorsicht ist natürlich unabdingbar, aber auch da ließe sich der MDAX über das kurzfristig desorientiert wirkende Bild der Tagesbasis hinaus auf Wochenbasis gut einordnen. Je nach Risikograd wären die 200-Tage-Linie bei knapp 26.100 Punkten, die bei 25.650 Punkten verlaufende, untere Begrenzung des Trendkanals oder das bisherige Jahres-Verlaufstief aus dem Februar bei 24.808 Punkten geeignete Ankerpunkte zur Orientierung eines Stoppkurses … ohne den man in einem Umfeld wie diesem auch, wenn der Trend weiterhin intakt aufwärts weist, nicht agieren sollte.

Chart vom 06.06.2018, Kurs 26.807,78 Punkte, Kürzel MDAX

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