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Deutsche Lufthansa AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Lufthansa
Datum

Titel

Analysis

Ist es vorbei mit der Phase großen Wachstums bei der Lufthansa? Noch ist immerhin die Hälfte der Analysten positiv eingestellt, sieht die Aktie als Kauf oder rät zumindest dazu, sie überzugewichten. Noch liegt das durchschnittliche Kursziel sogar noch um die 28 Euro. Aber da dürften einige relativ alte, längere Zeit nicht aktualisierte Einschätzungen darunter sein. So gesehen kann es nicht schaden, sich auf die aktuelleren Statements zu konzentrieren.

Im September gab es drei neue Einschätzungen. Eine sieht die Aktie der Kranich-Airline bei 24 Euro und beurteilt mit „Halten“, eine senkt das Ziel leicht von 24 auf 23 Euro und stuft ebenso mit „Halten“ sein. Aber gestern Früh kam eine kalte Dusche: Kepler Cheuvreux stuft mir „Reduzieren“ ein und senkt das Kursziel von 22,50 auf nur noch 19,30 Euro. Darauf reagierte das Papier am Donnerstag. Aber auf dem absteigenden Ast ist der Kurs bereits seit Dienstag.

Was diese Aktie, die 2017 noch der Top-Gewinner im DAX war, im ersten Halbjahr erheblich drückte, war die Erkenntnis, dass Gewinnsteigerungen, wie man sie noch 2016 oder 2017 erreichte, in diesem, wohl aber auch im kommenden Jahr nicht machbar sind. Im Schnitt rechnen die Experten zwar mit einem noch leicht steigenden Umsatz, aber mit einem gegenüber 2017 niedrigeren Gewinn.

Bis zum Ende des ersten Halbjahres sank der Gewinn in der Tat. Und die Sitz- und Frachtauslastung ebenso. Dabei befindet sich die Weltwirtschaft noch im Wachstum. Was, so stellten sich viele Investoren zu Recht die Frage, wenn das Wachstum der Weltwirtschaft erst einmal dreht? Zumal auf der Lufthansa jetzt auch noch steigende Kerosinpreise lasten.

Bis zum Dienstagmorgen schien die Welt indes noch in Ordnung. Pünktlich zur Jahresmitte hatte die Kranich-Aktie gedreht und einen starken Juli abgeliefert. Dabei entstand, man sieht es im Chart auf Wochenbasis, ein „Morgenstern“ mit zwei kleinen Dojis in der  Mitte. Danach passierte nach oben zwar nichts mehr, aber das ließ sich durchaus als eine etwas langatmige Konsolidierung werten, denn es gelang zweimal, nahe der zuvor überwundenen, jetzt als Unterstützung dienenden Januar-Abwärtstrendlinie wieder zuzulegen.

Chart auf Wochenbasis vom 27.09.2018, Kurs 21,24 Euro, Kürzel LHA

Ein doppelter Pullback an den Ausbruchslevel – ein gutes Fundament, sobald die Aktie wieder anziehen würde. Aber das Gegenteil passierte am Dienstag: Der Kurs geriet erheblich unter Druck, ohne unmittelbare Nachrichten, womöglich durch die anziehenden Ölpreise motiviert. Er verharrte am Mittwoch, gab aber gestern erneut kräftig nach. Die kurzfristige Aufwärtstrendlinie ist damit gebrochen, der Stochastik-Oszillator hat ein bärisches Signal generiert – ist der Weg nach unten vorprogrammiert? Er ist wahrscheinlicher geworden, aber noch nicht frei.

Die Aktie müsste durch diese „alte“ Abwärtstrendlinie ebenso nach unten durchgereicht werden wie unter das bisherige, Anfang Juli markierte Jahrestief bei 19,80 Euro. Dann würde sich der Weg aus charttechnischer Sicht, Sie sehen es im langfristigen Chart auf Wochenbasis, bis hinunter an das auffällige Zwischentief vom Sommer 2017 bei 17,80 Euro auftun. Aber wenn es zu einer Abschwächung des weltweiten Wachstums käme, womöglich sogar zu rezessiven Tendenzen, kann der in den letzten Jahren so steil gestiegene Gewinn schnell verschwinden.

2014 stand für die Lufthansa nur ein Gewinn von 12 Cent pro Aktie zu Buche. 2017 waren es fünf Euro … alleine daraus lässt sich ersehen: Wenn die Erwartung derer, die derzeit hier Short aktiv sind, eintreffen sollte, könnte diese Aktie auch wieder den Level der Hochs der Jahre 2015/2016 um 15,50 Euro wiedersehen.

Chart auf Tagesbasis vom 27.09.2018, Kurs 21,24 Euro, Kürzel LHA

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Zuletzt konnte die Aktie der Deutschen Lufthansa wieder Ende Juli starke Anstiege verbuchen, doch der Ausbruch aus dem bisherigen Abwärtstrend zeigt sich weiterhin recht turbulent. So konnte die kurzfristige Stärke nur teilweise gehalten werden. Das Pivot-Tief von August wurde längst wieder nach unten verletzt und es bildete sich ein tieferes Hoch, als auch ein tieferes Tief im Chart. Erschwerend kam hinzu, dass die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 erneut gebrochen wurden. Zwischenzeitlich sah es gar danach aus, als ob sich die Aktie für einen Sturzflug bereitmachen würde, doch die letzten Tage, verliefen überaus erfreulich für die Anleger. Das Terrain bei 23 EUR wurde zurückerobert und aktuell ist leichter Kaufdruck erkennbar. Der Trend bleibt vorerst auf der neutralen Ebene.

Expertenmeinung: Um das Papier wieder zum Überflieger zu machen, müssen die Bullen jedoch noch einiges an Arbeit investieren. Der nächste wichtige Schritt in die richtige Richtung, wäre die Rückeroberung des letzten Pivot-Hochs, welches sich bei 24 EUR bildete. Erst wenn dieser Punkt überschritten werden würde, wäre die Chance auf eine erneute Rallye möglich. Vorerst ist der Anstieg also noch mit Vorsicht zu genießen. In jedem Fall lichten sich die dunklen Wolken am Horizont lichten bereits etwas und Hoffnung macht sich breit, dass die Aktie womöglich wieder zur alten Stärke zurückfinden könnte. Wir bleiben vorerst neutral auf den Titel.

Aussicht: NEUTRAL

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Lufthansa ist ein weltweit operierender Luftfahrtkonzern mit insgesamt mehr als 124.000 Mitarbeitern sowie 550 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften.
Das Unternehmen ist in die Geschäftsfelder Passage Airline, Logistik, Technik, Catering und Sonstige organisiert.
Zu den bekanntesten Töchtern gehören Eurowings sowie Swiss und Austrian Airlines.

Rekordergebnisse, aber Aktie unter Druck

Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte die Lufthansa das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte und auch 2018 konnte an die Erfolge angeknüpft werden. Dennoch ist der Wert unter Druck gekommen.

In den zurückliegenden zehn Jahren ist der Umsatz von 24,8 auf 35,6 Mrd. Euro gestiegen. Gleichzeitig hat sich, vor allem seit 2013, die Profitabilität deutlich verbessert.
Das Ergebnis legte im selben Zeitraum von 1,18 auf 5,03 Euro je Aktie zu, schwankte zwischenzeitlich aber stark.

Im ersten Halbjahr erreichten die Zahl der Fluggäste und Flüge sowie deren Auslastung neue Höchststände.
Durch die erstmalige Anwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 15 sind Umsatz und Gewinn nur schwer vergleichbar, waren aber jeweils auf Vorjahresniveau. Das Konzernergebnis lag bei 677 Mio. nach 672 Mio. Euro im Vorjahr und das trotz deutlich gestiegener Treibstoffkosten.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Die Deutsche Lufthansa kommt derzeit auf ein KGV von 4,5 und im laufenden Geschäftsjahr auf ein KGVe von 5,1. Die Dividendenrendite liegt bei 3,5%

Nun darf man sich natürlich fragen, warum die Bewertung derart niedrig ausfällt. Dafür scheint es vor allem drei Gründe zu geben.
Es werden keine steigenden Gewinne erwartet, Sorgen um den Ölpreis und die recht hohen Schulden.

Die ersten beiden Punkte sind stark miteinander korreliert und die Schätzungen könnten sich als zu negativ herausstellen. Denn im ersten Halbjahr ist es dem Unternehmen bereits gelungen, die höheren Kosten abzufedern.
Gleichzeitig scheint ein nachhaltig steigender Ölpreis eher unwahrscheinlich zu sein. Angebot und Nachfrage sind quasi ausgeglichen, viele Länder produzieren aber weitaus weniger als möglich wäre. Durch den Schieferöl-Boom in den USA steigt die Fördermenge aber weiter an. Dieser Effekt sollte nicht unterschätzt werden, haben sich die USA doch binnen weniger Jahre vom einem der größten Erdöl-Importeure zu einem Exporteur gewandelt.

Der Aktienkurs scheint aber sowohl einen steigenden Ölpreis zu antizipieren, als auch einen damit einhergehenden sinkenden Gewinn.

Für einen Investor ist das erfreulich, die Negativszenarien sind bereits im Preis, es ist aber nicht klar, ob sie eintreffen.

Der dritte Punkt waren die Schulden. Im ersten Halbjahr hat sich die Nettoverschuldung um 11,4% auf 2,6 Mrd. Euro reduziert, dem starken Cashflow sei Dank. Bezieht man diese Verpflichtungen in die Rechnung mit ein, steigt das realistische KGVe für 2018 auch nur auf 6,6.

Plötzlich Cashflow?

Besonders erfreulich hat sich aber vor allem der freie Cashflow entwickelt. In der Vergangenheit hatten Airlines hier anhaltende Schwierigkeiten. Doch seit 2014 geht es spürbar aufwärts.
Damals wurde noch ein Mittelabfluss von 297 Mio. Euro verzeichnet.
Im Folgejahr waren es Plus 834 Mio., dann 1,14 Mrd. und 2017 wurden bereits 2,25 Mrd. Euro erzielt.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag der freie Cashflow bei 977 Mio. Euro.

Die zugrunde liegenden Charakteristiken des Geschäfts scheinen sich nachhaltig verbessert zu haben. Die Aktie scheint aus fundamentaler Sicht sehr attraktiv zu sein.

Warum ist die Aktie dann abgestürzt?

Bei der Citigroup ist es zu einem Wechsel des Analysten gekommen. Der neue Luftfahrt-Analyst der Citigroup Mark Manduca stuft die Aktie auf „verkaufen“ mit einem Kursziel von 19,90 Euro.
Sein Vorgänger hatte die Lufthansa zuvor noch mit „kaufen“ und einem Kursziel von 32,50 Euro gesehen.

Am Ende sind es bedeutungslose Einzelmeinungen. Warum Anleger darauf überhaupt reagieren und warum man den Banken auch nur die kleinste Beachtung schenkt, ist mir ein Rätsel.

Die großen Geldhäuser konnten in der Vergangenheit schließlich nicht mal für sich selbst sorgen.
Darüber hinaus kann niemand wissen, welche Eigeninteressen hinter den Aussagen stehen. War man short? Will man selbst günstig einsteigen? Immer wieder wird im Eigenhandel genau das Gegenteil von dem getan, was per Rating kommuniziert wird.

Und selbst wenn das nicht der Fall ist, die Banken liegen statistisch überwiegend falsch. Sowohl was die Einstufung von Aktien angeht, als auch bei der Vorhersage der Konjunktur, Leitzinsen, Inflation usw. Dennoch reagieren die Kurse von Aktien mitunter heftig.

Ein jüngeres Beispiel für einen ähnlichen „Vorfall“ wäre Bechtle. Bei Hauck & Aufhäuser kam es ebenfalls zu einem Wechsel des Analysten, zukünftig sollte die frische Uni-Absolventin Alina Kühler für den Wert zuständig sein.
Es folgte ein Downgrade von hold auf sell. Die Aktie rauschte noch am selben Tag um 7% in die Tiefe. Insgesamt ging es von 78 auf fast 65 Euro abwärts. Wir haben den Wert dann zum Kauf empfohlen. Heute steht die Aktie nahe 90 Euro.

Die Börse muss verrückt sein. Einerseits sollte man sich wohl für die gute Einstiegsgelegenheit bedanken, andererseits könnte man sich auch aufregen.

Charttechnischer Ausblick

Das Downgrade der Citigroup kam gerade zu richtigen Zeitpunkt, um einen möglichst großen technischen Schaden anzurichten. Da psychologische Faktoren die Fundamentaldaten kurzfristig immer überwiegen, sollte man wohl weitere Verluste einplanen.

Unterhalb von 22,65 Euro droht ein Rückfall in Richtung 21,25 und 20,00 Euro. Hier würde sich ein antizyklischer Einstieg anbieten.

Prozyklische Kaufsignale ergeben sich erst oberhalb von 24,00 Euro. Darüber wäre der Weg in Richtung 25 sowie 26 und 28 Euro frei.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Positive Quartalsergebnisse hatten die Aktie der Deutschen Lufthansa zuletzt aus dem mehrmonatigen Abwärtstrend geholt. Die Kurse zogen Ende Juli deutlich an und konnten gegenüber dem Vormonat Juli immerhin ein Plus von über 20 Prozent erzielen. Die darauffolgende Konsolidierung verlief absolut nach Plan, zumal die Aktie knapp oberhalb der gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 zu Drehen begann. Die Bullen wurden getestet und blieben standhaft. Das Interesse der Marktteilnehmer zog deutlich an und die Schwäche wurde bereitwillig gekauft. Dies war ein überaus wichtiger Schritt nach vorn und so hat sich bei 22.64 EUR ein höheres Tief gebildet. Der Trend bleibt vorerst in einer neutralen Phase.

Expertenmeinung: Alles in allem können wir bei dieser Aktie eine einfache Aussage treffen. Solange die Kurse das neue höhere Tief nicht nach unten verletzen, bleibt der positive Tenor erhalten und die Wahrscheinlichkeit auf weiter steigende Kurse wächst. Mit einem höheren Hoch über der Marke von 24.45 EUR würde gar ein neuer Aufwärtstrend eingeleitet werden. Dies wäre die nächste wichtige Hürde, die von den Bullen gemeistert werden muss. Unsere Aussichten auf die Aktie heben wir von neutral auf bullisch an.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 24.08.2018 mit Kurs: 23.57 Kürzel: LHA

Die jüngsten Quartalsergebnisse deuten ebenso wie die bislang aber nur leicht rückläufige Sitz- und Frachtauslastung darauf hin, dass die Gewinnentwicklung bei der Deutschen Lufthansa erst einmal ihren Zenit erreicht hat. Damit begann man schon zur Jahreswende zu rechnen. Was dazu führte, dass die Aktie, die 2017 zu den Überfliegern im DAX gehörte und wie ein Strich gestiegen war, im neuen Jahr sofort fiel.

Bislang aber nur ein halbes Jahr lang, denn im Juli begann eine Bodenbildung, die mit der Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals zu einem Break über die Januar-Abwärtstrendlinie führte. Der Grund: Die Ergebnisse waren zwar nicht umwerfend, aber besser als erwartet. Die Reaktion auf dieses am 31. Juli veröffentlichte Zahlenwerk ließ sich gut an. Aber dann kamen keine Käufe mehr nach, was eines deutlich macht:

Expertenmeinung: Dieses Rennen haben die Bullen noch nicht gewonnen. Denn eine Frage steht unbeantwortet im Raum und könnte den Bären Rückenwind verleihen, wenn erst einmal die kurzfristig entscheidenden Unterstützungen wieder unterboten sind und damit die Zweifel wieder zu schüren helfen: Wie deutlich wird der Gewinnrückgang ausfallen … und wie lange würde diese Entwicklung andauern? Das ist in einem so zyklischen Geschäft nicht vorhersagbar. Sogar die Lufthansa selbst kann da nicht allzu weit vorausblicken. So betrachtet dürfte die Charttechnik hier eine überproportional große Rolle spielen, solange man sich hinsichtlich der Fundamentals auf den Blick in den Kaffeesatz verlassen müsste.

Die Bullen hätten erst dann das rettende Ufer einer wirklich soliden Aufwärtswende erreicht, wenn es gelingt, die Aktie über die Widerstandszone 25,50/25,75 Euro und vor allem über die knapp darüber, bei aktuell 25,91 Euro, verlaufende 200-Tage-Linie zu heben. Gelänge es dem Bären-Lager jedoch, den kurzfristigen Leitstrahl der Aufwärtsbewegung in Form der Juli-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie, beide bei knapp 23 Euro, zu brechen und die Aktie darüber hinaus wieder mit Schlusskursen unter 22 Euro in den mittelfristigen Abwärtstrend zu drücken, wäre der Weg nach unten wieder frei und, mit Blick auf die dadurch ausgelöste Ernüchterung, auch relativ gut gangbar.

Chart vom 21.08.2018, Kurs 23,56 Euro, Kürzel LHA

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es waren überaus positive Quartalsergebnisse, welche für den beeindruckend starken Kursanstieg im Laufe der Woche beim Lufttransportunternehmen Lufthansa sorgten. Der Abwärtstrend der Aktie konnte somit erstmals in diesem Jahr gebrochen werden und die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs wurde beendet. Das Papier befindet sich somit in einer neutralen Kaufphase. Aus technischer Sicht ist dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, zumal der Trendbruch mit dem Rückenwind positiver Fundamentaldaten untermauert wurde. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Trendwende auf guten Beinen stehen dürfte. Die Kurslücke im Bereich von 22.34 bis 22.79 EUR wird nun zu einer wichtigen Unterstützung im Kursverlauf.

Expertenmeinung: Wir revidieren somit unsere bärische Haltung und heben unsere Prognosen auf neutral an. Noch müssen sich die Bullen beweisen, um sich eine bullische Gesamthaltung zu verdienen. Idealerweise bildet sich in den kommenden Tagen und Wochen eine Konsolidierung aus, welche in Folge nach oben gebrochen wird. Dies wäre in Folge der mögliche Beginn eines neuen Aufwärtstrends. Für interessierte Anleger heißt es also vorerst noch etwas abwarten, um auf eine gute Einstiegsgelegenheit zu lauern.  Der sofortige Einstieg wäre wohl noch zu verfrüht.

Aussicht: NEUTRAL

20180803-lufthansa-beendet-die-talfahrt-so-geht-es-weiter

Die Lufthansa-Aktie ging am Dienstag mit weitem Abstand als Tagessieger des DAX ins Handelsende. Der Kurs eröffnete bereits mit einem Aufwärts-Gap von 3,3 Prozent und stieg im Handelsverlauf immer weiter. Auslöser dieser Kaufwelle war die am Morgen präsentierte Bilanz zum zweiten Quartal. Aber kann das, was da gemeldet wurde, diesen Kursanstieg auch wirklich tragen? Da sollte man genauer hinsehen. Was den Umsatz anging, lag die Kranich-Airline mit 9,3 Milliarden Euro hauchdünn über dem Ergebnis des Vorjahresquartals (9,26 Milliarden) und ebenso hauchdünn unter der durchschnittlichen Analystenprognose (9,37 Milliarden). Das kann man als „neutral“ werten.

Der Gewinn lag, gerechnet als EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) mit 982 Millionen Euro unter dem des 2. Quartals 2017 (1,017 Milliarden), aber über der Konsens-Prognose (945 Milliarden). Das ist wohlwollend gesehen leicht positiv. Was auffiel war, dass der Gewinn als Nettogewinn gerechnet mit 734 Millionen (Vorjahresquartal 740 Millionen) sehr deutlich über den Prognosen der Analysten lag, die im Schnitt 638 Millionen geschätzt hatten. Reicht das, um nicht nur diesen Kurssprung des Dienstags zu unterfüttern, sondern die Aktie auch weiter nach oben zu tragen?

Expertenmeinung: Das ist ein wenig fraglich. Zumal das Unternehmen im Zuge der Bilanz die Gewinnprognose nur bestätigte und nicht anhob und das die Erwartung bezüglich des Kapazitätswachstums leicht zurücknahm. Das ist alles in allem ganz erfreulich, aber nichts, was die Lage auf einmal auf den Kopf stellen würde. Und wenn man sich das Chartbild so ansieht, sticht eines sofort ins Auge: Durch diese Kurslücke nach oben begann der Handel gleich auf Höhe der mittelfristigen Abwärtstrendlinie. Es war nur noch ein winziger Schritt, um die zu überwinden. Und dafür reichte es allemal aus, dass diejenigen, die ihre Stoppkurse für Short-Positionen deutlich tiefer angesiedelt hatten, da umgehend eindeckten. Das überbot die Abwärtstrendlinie und wird so zum einen weitere Stoppkurse von Short-Tradern ausgelöst haben, die die Aktie kauften, um ihre Short-Position zu neutralisieren und zugleich unmittelbare, davon unabhängige Käufe auf der Long-Seite nach sich gezogen haben.

Kurz: Das Ganze sieht sehr nach einer „Short Squeeze“ aus, nach rasant steigenden Kursen, ausgelöst durch überrollte Bären, die kaufen mussten, um aus ihren Positionen herauszukommen. Es wäre daher unbedingt zu überlegen, dieses bullische Signal im Chart so lange als „provisorisch“ anzusehen, bis es zu einer Bestätigung durch einen erfolgreichen Test dieser überbotenen Abwärtstrendlinie kam … und bis dahin wenn, dann nur mit gezielt kleinem Kapitaleinsatz zu agieren.

Chart vom 31.07.2018, Kurs 24,00 Euro, Kürzel LHA

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit Beginn des Jahres gehört die Aktie der Deutschen Lufthansa zu den großen Verlierern im DAX. Der ehemalige Highflyer befindet sich aus technischer Sicht nach wie vor im Absturz und ein Ende der mehrmonatigen Talfahrt war bislang nicht in Sicht. Die letzten Wochen verliefen zudem noch schlechter als üblich und die Kurse gingen zeitweise in den Sturzflug über. Ein mögliches Zeichen für ein Ende der Talfahrt? Häufig werden längere Trends mit Übertreibungsphasen beendet, doch es bedarf noch einiger Anstrengung, um das Ruder herumzureißen. Zumindest startete die Aktie im gestrigen Handel eine kleine Erholung, welche bis zu 21.50 EUR und mit etwas Rückenwind sogar in Richtung der Marke von 23.00 EUR reichen könnte. Der Trend bleibt indes auf der bärischen Seite.

Expertenmeinung: Die Zielniveaus ergeben sich durch die Betrachtung der wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50. Bereits des Öfteren endeten kurzfristige Zwischenerholungen an diesen Indikatoren, welche im Chart eingezeichnet sind. Für einen nachhaltigen Trendwechsel bedarf es eines höheren Tiefs und eines höheren Hochs. Derzeit muss die Lufthansa Aktie wohl noch einige Flugmeilen sammeln, um dort hinzukommen. Bis Ende Juli gehen wir zumindest vorerst noch nicht von einer nachhaltigen Besserung der Gesamtlage aus.

Aussicht: BÄRISCH

20180710-lufthansa-startet-eine-erholung-wie-weit-wird-sie-gehen

Noch haben elf der zwanzig die Aktie beobachtenden Analysten für die Lufthansa-Aktie ein „Kaufen“-Rating. Noch liegt deren durchschnittliches Kursziel bei etwa 28,50 Euro. Aber ebenso, wie es seine Zeit dauert, bis alle Analysten aktuelle Analysen erstellt und ihr neues Kursziel ausgeworfen haben, wenn es zu einer Aufwärtswende kommt, gilt das auch für einen Schwenk des Kurses nach unten. Die Aktie fällt voraus, die Analysten laufen langsam hinterher. Es sei denn, es gäbe gar keinen Grund, dass der Kurs fällt. Aber das kann man, auch ohne genau hinzusehen, im Fall der Lufthansa wohl ausschließen: Ein Abstieg von 31,26 auf 20,55 Euro binnen eines halben Jahres, der zudem in einem sehr geradlinig wirkenden Abwärtstrend läuft, kommt nicht von Ungefähr. Das gesamte Jahr 2017 stieg die Aktie, wurde dadurch zum Spitzenreiter des DAX. Genau seit der Jahreswende fällt sie … bleibt das auch diesmal bis zum Jahresende so? Denkbar wäre es durchaus, denn die Aktie gehört zu den typischen „Fahrstuhl-Aktien“. Umsatz und Gewinn entwickeln sich bei solchen Unternehmen sehr zyklisch. Je stärker das Wachstum, desto mehr bleibt in der Kasse. Da war 2017 ein grandioses Jahr. Aber jetzt könnte der Wind eben drehen. Und das womöglich deutlich.

Expertenmeinung: Dass die Sitzauslastung im Mai gegenüber dem Vorjahr nur um 0,4 Prozent zulegen konnte, die Frachtauslastung im Vergleich zum Vorjahresmonat um herbe vier Prozent fiel, ist ein Warnsignal. Die Gesamtzahl der beförderten Passagiere stieg zwar zweistellig. Aber das gibt die tatsächliche Entwicklung nicht wieder, weil sich die Kranich-Airline 2017 durch Zukäufe deutlich vergrößert hatte. Und genau da liegt jetzt die Sorge der Investoren. Denn wenn man sich in guten Zeiten massiv vergrößert, ist der Ballast, den man aufgehäuft hat, wenn der Fahrstuhl der Konjunktur wieder nach unten fährt, umso größer und drückt schneller und schwerer auf den Gewinn. Derzeit beginnen die ersten Gewinnprognosen für 2018 schon kräftig zu sinken. Zu Jahresbeginn hatte man im Schnitt noch mit einem Gewinn gerechnet, der das Niveau des grandios gelaufenen Vorjahres erreichen würde (5,03 Euro/Aktie). Momentan liegt der Prognose-Schnitt, je nach Quelle, zwischen 4,35 und 4,50 Euro. Und das kann noch weniger werden, wenn sich die weltwirtschaftlichen Perspektiven durch den Handelskrieg weiter eintrüben. Hinzu kommt, dass die Aktie durch den kräftigen Abwärtsimpuls in der laufenden Woche gleich zwei mittelfristig äußerst wichtige Unterstützungen durchschlagen hat. Zum einen die aus dem Herbst 2016 stammende Aufwärtstrendlinie bei 22,10 Euro, zum anderen das markante Zwischenhoch aus dem Juli 2017 bei 21,23 Euro. Damit ist hier, wie dieser Chart auf Wochenbasis unterstreicht, auch aus charttechnischer Sicht der Daumen gesenkt. Die Aktie müsste über 24,40 Euro laufen, die seit Jahresanfang geltende Abwärtstrendlinie überwinden, um wieder ein bullisches Signal zu generieren. Das ist nicht unmöglich, aber derzeit wahrscheinlicher wäre, dass sie sich weiter abwärts, womöglich sogar in Richtung der Unterstützung bei 15,50 Euro orientiert, dorthin, wo in den Jahren 2015 und 2016 für den Fahrstuhl auf der Oberseite Endstation gewesen war.

Chart vom 28.06.2018, Kurs 20,55 Euro, Kürzel LHA

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es gibt derzeit wohl wenige Aktien am Markt, die den guten alten Spruch „the trend is your friend“ besser darstellen, als die Aktie von Deutsche Lufthansa. Gehörte das Papier 2017 noch zu den großen Gewinnern im DAX, zeigt sich im aktuellen Kalenderjahr ein ganz anderes Bild. Im Vorjahr hatten die Bullen ihr Zepter nur für wenige Tage abgegeben und der Aufwärtstrend währte gefühlt ewig. Die Kurse hatten sich mehr als verdreifacht, bis die Einbahnstraße gen Norden erstmals abriss. Aktuell sehen wir ein exakt gegenteiliges Verhalten. Die Bären haben zu Jahresbeginn das Zepter übernommen und seither auch nicht mehr abgegeben. Zudem zeigt der 50-Tage-Durchschnitt als mittelfristiger Trendindikator seit Monaten nachhaltig nach unten. Die Aktie befindet sich in einem glasklaren Abwärtstrend.

Expertenmeinung: Natürlich gibt es einige Faktoren, welche für den Kurssturz der letzten Monate verantwortlich sind. Einer davon ist mit Sicherheit der stark gestiegene Ölpreis. Dieser hat in den letzten Wochen jedoch recht klar den Aufwärtstrend verlassen und befindet sich derzeit in einer Korrekturphase. Womöglich könnte dies die Chance sein, das Ruder herumzureißen und eine Trendwende einzuleiten. Die letzten Tage war davon aber noch nichts zu sehen. Die Bullen scheinen noch nicht motiviert genug.

Aussicht: BÄRISCH

20180618-lufthansa-kann-ein-fallender-oelpreis-die-aktie-befluegeln

Man nennt sie „Fahrstuhl-Aktien“: Besonders konjunktursensible Aktien, bei deren Unternehmen die Gewinne bei einer starken Konjunkturlage nahezu explodieren, bei einer Abkühlung dann aber auch ebenso schnell implodieren können. Und eines ist ihnen allen gemein, ob man sich da Chiphersteller, Autozulieferer oder wie bei der Lufthansa Airline-Aktien ansieht: Kaum jemand ist darauf vorbereitet, wenn der Fahrstuhl auf einmal wieder nach unten fährt, weil sehr viele Marktteilnehmer stur prozyklisch denken und gute Phasen deshalb mit dem Lineal in die Zukunft verlängern. Die meisten kaufen dann in wieder fallende Kurse noch hinzu, statt auszusteigen und/oder Short zu gehen. Was den Bären nur recht sein kann, denn so gibt es immer wieder Gelegenheiten, in Aufwärtsreaktionen hinein erneut Short zu gehen. Ist es für die Lufthansa, für die „Kranich-Aktie“, bereits wieder soweit? Die meisten sehen das, was sich seit Jahresanfang abspielt, als eine reine Korrektur an. Aber genau das ist das typische Denken von Marktteilnehmern, die so lange in einem Aufwärtstrend Geld verdient haben, dass es ihnen schwerfällt, umzudenken. Wenn man sich ansieht, wie viel die Aktie bereits seit ihrem Anfang Januar bei 31,26 Euro markierten Hoch abgegeben hat, müsste man indes konstatieren: Die Wende ist längst vollzogen. Aber geht der Abwärtstrend auch weiter?

Expertenmeinung: Das würde nicht wundern. Zwar stellte ausgerechnet die Lufthansa-Aktie am Mittwoch mit +3,24 Prozent den Tagessieger im DAX. Aber das ohne konkrete Nachrichten, das kann durchaus mit dem morgen anstehenden Verfalltermin der Optionen an der Terminbörse zusammenhängen. Grundsätzlich hatte das Unternehmen ja avisiert, dass der Gewinn in 2018 leicht unter dem Vorjahr liegen werde. Aber da man das auch Anfang 2017 vermutete und am Ende eine grandiose Gewinnsteigerung zu Buche stand, setzen viele darauf, dass der Vorstand auch diesmal bewusst tief gestapelt hat. Aber es gibt Hinweise, dass da in der Tat ein vorläufiges Hoch beim Gewinn erreicht ist. Denn dass die am Montag veröffentlichte, reine Zahl beförderter Passagiere mit +11 Prozent gegenüber Mai 2017 stark zugelegt hat, liegt schlicht daran, dass das Unternehmen sich in 2017 durch Zukäufe vergrößert hatte. Wichtiger ist die Sitz- und Frachtauslastung. Und da bringt man es bei der Sitzauslastung nur auf ein Plus von 0,4 Prozent auf nicht mehr leicht zu überbietende 79,4 Prozent, die Frachtauslastung hingegen fiel deutlich um 4,0 Prozent auf 63,7 Prozent. Das gibt zu denken – der Fahrstuhl könnte in der Tat bereits nach unten unterwegs sein. Und sollte die Aktie die Kreuzunterstützung zwischen 21,23 und 21,85 Euro brechen, zusammengesetzt aus dem markanten Zwischenhoch aus dem Juli 2017 und der im Herbst 2016 etablierten Aufwärtstrendlinie, könnte es durchaus sein, dass 2018 zum Spiegelbild des Vorjahres wird, die Aktie statt wie 2017 in zwei großen Schüben nach oben in zwei genauso großen Schüben nach unten läuft. Und käme es zum Bruch der Unterstützungszone 21,23/21,85 Euro, läge nur das Tief der Korrektur des Sommers 2017 bei 17,80 Euro als Unterstützung vor einem Abstieg der Aktie in den Auffangbereich 15,30/15,50 Euro.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Tagen verlor der Ölpreis recht deutlich an Wert und die Kurse sanken teilweise um bis zu zehn Prozent. Der erste Blick der Anleger geht in solchen Phasen meist in Richtung der Transportunternehmen wie beispielsweise Lufthansa, die zuletzt vom doch deutlich gestiegenen Erdölpreis belastet wurde. Die Aktie ist ein überaus gutes Beispiel dafür, dass sich ein etablierter Trend meist länger hält, als dass er gebrochen wird. Gehörte das Papier im vorigen Jahr noch zu den großen Gewinnern, kann sich die Aktie seit Anfang des Jahres einfach nicht vom intakten Abwärtstrend lösen. Wieder einmal gibt der 50-Tage-Durchschnitt als mittelfristiger Trendindikator eindeutig die Richtung vor.

Expertenmeinung: Erst wenn dieser nachhaltig gebrochen werden kann, ist auch mit einem Trendwechsel bei der Deutschen Lufthansa zu rechnen. Bei der Marke von 25.50 EUR befindet sich auch das letzte Pivot-Hoch. Somit müsste die Aktie dieses Niveau nachhaltig überwinden, bevor wir wieder etwas Licht am Ende des Tunnels sehen würden. Derzeit bleibt abzuwarten, ob dies auch wirklich geschehen wird. Bis auf Weiteres bleiben wir aber nach wie vor bärisch auf die Aktie.

Aussicht: BÄRISCH

20180529-lufthansa-kann-die-aktie-vom-fallenden-oelpreis-nun-profitieren

Trendbetrachtung auf Basis 12 Monate: Die Aktie der Deutschen Lufthansa konnte in den letzten Monaten die Stärke aus dem Vorjahr nicht bestätigen. Nach dem Bruch der Unterstützung bei 28.50 EUR ging sie in einen regelrechten Sturzflug über und es bildete sich in Folge ein klarer Abwärtstrend. Die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs ist im Chart kaum zu übersehen. Zudem belastet der mittlerweile doch recht stark gestiegene Ölpreis das Geschäft und Anleger verlieren zunehmend Vertrauen in die Aktie. Auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 zeigen bereits seit Monaten nach unten und signalisieren damit bärisches Momentum. Ein Licht am Ende des Tunnels ist derzeit technisch noch nicht erkennbar

Expertenmeinung: Lediglich ein Blick in den Wochenchart lässt erahnen, wohin die Reise noch gehen könnte. Das letzte Pivot-Tief in dieser Zeitebene bildete sich im Juli 2017 bei 17.80 EUR. An dieser Stelle befindet damit auch die nächste markante Unterstützung im Chart. Ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, wollen wir derzeit beurteilen, aber es wird dadurch deutlich, dass grundsätzlich noch weiteres Potential nach unten vorhanden wäre. Wir belassen daher unsere Erwartungen auf den Kursverlauf auf der bärischen Seite.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 08.05.2018 Kurs: 24.45 Kürzel: LHA

Ein empfindliches Minus von 5,5 Prozent war die Quittung für die am Donnerstagmorgen präsentierte Bilanz zum ersten Quartal der Deutschen Lufthansa. Besonnene, erfahrene Marktteilnehmer konnten angesichts dieser Reaktion wohl nur den Kopf schütteln. Denn das, was sich da in den Verkäufen Bahn brach, war absehbar gewesen. Nur wollten die, die stur dem dynamischen Aufwärtstrend folgten, der diese Aktie zum Top-DAX-Wert 2017 machte, die Warnsignale eben nicht sehen. Was wie immer dazu führt, dass sie einen irgendwann überrollen. Die Lufthansa ist als Airline in einer extrem volatilen, konjunktursensiblen Branche tätig. Ewiges Wachstum gibt es dort nicht, sondern ein dynamisches Auf und Ab. Deswegen tragen Airline-Aktien auch den Spitznamen „Fahrstuhl-Aktien“. Und die müssen keineswegs defekt sein, wie die Überschrift provozierend andeutet, um nach unten zu fahren – es gehört eben einfach dazu. Die Lufthansa-Aktie hatte die frühere, 20 Jahre währende Handelsspanne zwischen 6,70 und 26,65 Euro im Vorjahr nach oben verlassen. Jetzt ist sie wieder in sie hinein gerutscht, weil die Marktteilnehmer, die auf das verdächtige Abbröckeln der Aktie seit Jahresbeginn nicht mit dem Ausstieg, sondern mit bangem Hoffen reagiert hatten, erkennen mussten: Auch diesmal ist das Wachstum der Kranich-Airline keine Einbahnstraße.

Expertenmeinung: Die durchschnittlichen Analystenerwartungen wurden im ersten Quartal beim Umsatz wie beim Gewinn gleichermaßen nicht erreicht. Zugleich reduzierte die Lufthansa ihre Prognose für das Kapazitätswachstum von 9,5 auf 8,5 Prozent. Noch hält man an der Gewinnprognose fest, aber da hatten sicherlich viele gehofft, die Airline würde da gezielt tiefstapeln. Immerhin hatte man auch Anfang 2017 einen leicht unter Vorjahr liegenden Gewinn avisiert, der am Ende indes sehr weit über dem des Vorjahres lag. Doch diesmal könnte es tatsächlich so kommen: Das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) könnte wirklich leicht unter dem 2017er-Ergebnis bleiben. Und dann wäre diese Aktie alles andere als „billig“, zumal solche Situationen viele Akteure daran erinnern: Wenn sich die Rahmenbedingungen verschlechtern, kann der Gewinn bei Airlines ebenso rasant und weit einbrechen, wie er in einem optimalem Umfeld steigt. Grundsätzlich wäre es für das bullische Lager immer noch möglich, einen erfolgreichen Gegenangriff zu führen und mit einem Break über die Widerstandszone 25,74 zu 27,32 Euro sämtliche wichtigen Widerstandslinien auf einen Schlag zu überwinden. Aber es ist zu vermuten, dass sich dieses bullische Lager gerade zügig leert. Denn das gestrige Minus hat mit der 200-Tage-Linie diejenige Linie klar gebrochen, an die sich die Bullen nach dem Bruch der knapp darüber liegenden mittelfristigen Aufwärtstrendlinie geklammert hatten, zugleich hat der Trendfolgeindikator MACD ein dynamisches Verkaufssignal generiert. Die nächste, markantere Unterstützungslinie findet sich jetzt erst bei 21,25 Euro in Form der Monatshochs vom Juli/August 2017. Und es würde nicht überraschen, wenn diese Linie relativ zeitnah einem ersten Test unterworfen würde.

Chart vom 26.04.2018, Kurs 24,20 Euro, Kürzel LHA

Keine andere DAX-Aktie hatte 2017 so stark zugelegt wie die Lufthansa. Doch pünktlich zum Start ins neue Jahr begann eine Korrektur: Zu schnell, zu weit, so der Tenor. Und außerdem erinnerte man sich dessen, was man im Taumel der scheinbar ewig steigenden Kurse im Vorjahr ignoriert hatte: Das Airline-Geschäft ist immens volatil. Solche Aktien sind gemeinhin als „Fahrstuhl-Aktien“ bekannt – schnell rauf, aber eben auch schnell wieder runter. Aber ob da wirklich viel Spielraum nach unten ist? Diese Frage stellen sich natürlich alle, die hier derzeit agieren, ob nun auf der bullischen oder auf der bärischen Seite. Und die Antwort ist, wie könnte es anders sein: Es kommt darauf an. Darauf, wie sich die Ertragslage im ersten Quartal präsentiert hat und wie der Konzern die kommenden Monate sieht. Diese Bilanz des ersten Quartals ist auf den 26. April terminiert. Aber werden die Marktteilnehmer solange stillhalten? Immerhin steht die Aktie bereits jetzt aus charttechnischer Sicht am Scheideweg – eine Trendentscheidung steht an.

Expertenmeinung: Am 4. April hatte die Aktie der Kranich-Airline zum zweiten Mal in kurzer Zeit die 200-Tage-Linie hauchdünn unterboten, letzten Endes aber bislang verteidigen können. Interessant ist, dass der Kurs damit eine saubere 50 Prozent-Korrektur des Hausse-Impulses zwischen Anfang August und Ende Dezember 2017 vollzogen hatte. Damit könnte man die Aktie eigentlich als „auskorrigiert“ ansehen. Aber noch wagen sich die Bullen nicht aus der Deckung. Ein Grund mag sein, dass die Sitzauslastung für März, die am 11. April veröffentlicht wurde, zwar immerhin 3,9 Prozent über der des Vorjahresmonats lag, dafür aber die Frachtauslastung um 2,6 Prozent zurückgegangen ist. Und nach dem hervorragenden Gewinnanstieg 2017 sollte tunlichst nichts schiefgehen, um den für 2018 im Konsens seitens der Analysten erwarteten Gewinnanstieg von zwölf Prozent zu realisieren. Da ist es nachvollziehbar, dass die Bären noch nicht locker lassen, die Bullen erst einmal das Zahlenwerk abwarten wollen – sofern ihnen dazu die Zeit bis zum 26. April gelassen wird. Denn der Kurs mäandert um die 20-Tage-Linie und die zeitweise bereits unterbotene, mittelfristige Aufwärtstrendlinie, wodurch die 200-Tage-Linie bei aktuell 25,51 Euro in den Fokus rückt. Und die bleibt bisher in Schlagdistanz. Würde sie fallen, wäre der Weg nach unten frei. Was zwar ebenso wie ein Ausbruch nach oben über die nächstliegende Hürde bei 28,50 Euro mit Vorsicht zu genießen wäre, sollte eine solche Trendentscheidung im Vorfeld der Quartalsbilanz auftreten, aber für kurzfristige Trader wären in beiden Fällen schon einmal die Weichen gestellt.

Eine umfangreiche und längerfristige Fundamental- und Chartanalyse der Lufthansa Aktie finden Sie in unserer Rubrik „Aktie der Woche“

Chart vom 16.04.2018, Kurs 26,91 Euro, Kürzel LHA

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die starken Zeiten in der Aktie des Lufttransportunternehmens Lufthansa sind seit Anfang des Jahres vorbei. Bis Ende Januar konnte das Papier einen stetigen Aufwärtstrend halten und zeigte über Monate hinweg relative Stärke gegenüber dem deutschen Aktienmarkt. Mit dem Bruch der Unterstützung bei 28.50 EUR wurde jedoch das erste technische Verkaufssignal eingeleitet. Damit einhergehend wurden auch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 erstmals deutlich nach unten gebrochen. Diese wurden in Folge zu klaren Widerständen. Vor allem der 50-Tagesdurchschnitt zeigte in den letzten Wochen immer wieder seine Wirkung. Die Folge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs ist nicht zu übersehen und somit bleibt der Abwärtstrend vorerst weiter erhalten.

Expertenmeinung: Auch unsere Aussichten auf die Aktie bleiben unverändert bärisch. Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen für eine Trendwende und ein Einstieg auf aktuellem Niveau erscheint nicht gerade sinnvoll zu sein. Wann wäre das Papier wieder interessant? Hierzu müssten zum einen die gleitenden Durchschnitte zurückerobert werden, zum anderen bräuchte es Schlusskurse über der Marke von 27.50 EUR, um wieder positive Signale zu generieren.

Aussicht: BÄRISCH

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