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GEA Group AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

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Aktien-Portrait und Kursentwicklung: GEA Group
Datum

Titel

Analysis

Mit +4,53 Prozent lief die Aktie des Maschinen- und Anlagenbauers GEA Group am Montag als Tagessieger im MDAX ins Ziel. Basis des kräftigen Zugewinns: Die am Morgen veröffentliche Bilanz des zweiten Quartals. Aber das war durchaus ein wenig überraschend. Denn diesen Zahlen gingen genug „bad news“ voran, um bei den Analysten eine Welle von Kursziel-Senkungen auszulösen. Das „Elend“ begann Mitte März mit der Bilanz des Gesamtjahres 2017 und der Jahresprognose 2018, die die Anleger enttäuschte. Es folgte im Mai eine verhaltene Bilanz zum ersten Quartal. Und Mitte Juni brachen im Bereich 30,40/31,20 Euro langfristig relevante Unterstützungen und lösten eine massive und erfolgreiche Attacke der Bären aus.

Die gestern präsentierte Bilanz war hinsichtlich des um sich greifenden Pessimismus nur insofern ein „game changer“, als man konstatieren konnte: Es hätte ja noch schlimmer kommen können. Aber für eine mittelfristige Trendwende nach oben hätte da mehr kommen müssen als die Aussage, dass man für das Gesamtjahr jetzt einen Umsatz am oberen Ende, aber eine Gewinnmarge am unteren Ende der bestehenden Prognose erwartet. Denn das bedeutet: Margendruck. Und das ist beileibe keine ideale Basis für wieder rosigere Zeiten.

Expertenmeinung: Man sollte daher im Hinterkopf behalten, dass dieses beeindruckende Plus als Reaktion auf die Quartalsbilanz allemal auch eine Short Squeeze gewesen sein könnte. Was die Nachhaltigkeit des Anstiegs infrage stellt, die Chance einschränkt, dass die Aktie die in diesem Wochenchart skizzierte breite Widerstandszone überwindet, danach die 200-Tage-Linie und die mittelfristige Abwärtstrendlinie angeht und über 38 Euro eine nachhaltige Wende hinlegt. Bei einer Short Squeeze (dazu finden Sie hier einen ausführlichen Beitrag: Was ist ein Short Squeeze?) werden die Bären aus ihren Positionen gedrängt, was schlagartig massiven Kaufdruck auslöst, der dann aber nur zum Teil auf einer positiven Wertung der Faktenlage beruht, sondern vor allem durch die Eindeckungen, sprich durch die Käufe der Bären hervorgerufen wird.

Dass die Aktie deutlich unter ihrem Tageshoch und dem Eröffnungskurs schloss, deutet an, dass andere Akteure diesen Anstieg umgehend nutzten, um kurzfristige Gewinne mitzunehmen. Auch nicht gerade ein Hinweis darauf, dass die Anlegerstimmung hier bereits nachhaltig hin zum Positiven gedreht hätte. Daher wäre dieses Szenario zumindest auf dieser mittelfristigen Wochen-Zeitebene noch kein bullisches Signal. Dazu müsste die GEA Group den Abwärtstrend mit Schlusskursen über 38 Euro bezwingen. Und dorthin wäre es mit Blick auf den Chart ebenso wie mit Blick auf diese Quartalsbilanz noch ein recht weiter Weg.

Chart vom 30.07.2018, Kurs 33,20 Euro, Kürzel G1A

Ein Minus von knapp 8,5 Prozent, das war die Quittung der Marktteilnehmer für die Bilanz des ersten Quartals, die der im MDAX notierte Spezialmaschinenbauer GEA Group am Donnerstagmorgen auf den Tisch legte. Der Umsatz lag nur marginal über dem des Vorjahresquartals. Und der operative Gewinn lag mit 65 Millionen Euro sogar deutlich unter dem des Vergleichszeitraums (96 Millionen). Sofort senkten nicht nur die Anleger den Daumen: Noch am Donnerstag senkten NordLB, DZ Bank und Commerzbank ihre Kursziele deutlich auf 33, 30 und 32 Euro. In dieser Region ist die Aktie auch schlagartig gelandet. Und was die Charttechnik angeht, könnte es noch deutlich ungemütlicher werden, wie dieser längerfristige Chart auf Wochenbasis zeigt. Mit einem Schlag ist die Aktie jetzt durch alle markanten Aufwärts-Wendemarken seit Anfang 2016 gefallen. Was jetzt noch bliebe, wären die drei Tiefs zwischen August 2014 und September 2015 bei 31 Euro und das Jahrestief 2014 bei 30,36 Euro. Darunter wäre erst einmal der Weg nach unten frei. Und der verbliebene Abstand zu diesen Chartmarken ist gering.

Expertenmeinung: Es stellt sich die Frage, ob dieser dramatische Abverkauf womöglich nur einer der ersten von einer ganzen Reihe solcher Selloffs am deutschen Aktienmarkt sein könnte. Die GEA Group-Aktie steht jetzt unmittelbar vor der Vollendung einer langfristigen Toppbildung, weil bullische Erwartungen enttäuscht wurden. Und das auch, so das Unternehmen, weil negative Währungseffekte (sprich der zu starke Euro) Umsatz und Auftragseingang geschmälert habe. Wobei es bei GEA nur um eine Größenordnung um die fünf Prozent geht. Das kann bei anderen Unternehmen mit hohem Exportanteil außerhalb der Eurozone noch deutlicher ausfallen – und davon hat der deutsche Aktienmarkt viele zu bieten. Was GEA selbst angeht, bestätigte das Unternehmen die bestehende Prognose für das Gesamtjahr 2018, hob aber hervor, dass deren Erreichen entscheidend vom Auftragseingang im angelaufenen zweiten Quartal abhängt. Durchaus möglich also, dass GEA das Ruder noch herumreißt. Dass die Marktteilnehmer trotzdem derartig heftig reagierten, zeigt: Die Verunsicherung hinsichtlich der Perspektiven angesichts der aggressiven US-Wirtschafts- und Währungspolitik wächst zügig. Wäre die GEA Group nach diesem Abverkauf eine Basis für einen Short-Trade? Diese Frage beantwortet dieser Chart auf Wochenbasis quasi selbst: Da sollte man angesichts der Nähe der letzten beiden Haltelinien bei 31 und 30,36 Euro besser warten, ob die Marktteilnehmer wirklich sämtliche aktuell entscheidenden Unterstützungen aufgeben – was erst bei Schlusskursen unter 30 Euro eindeutig der Fall wäre.

Chart vom 12.04.2018, Kurs 31,72 Euro, Kürzel G1A

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