Zurück Oktober Weiter
Zurück 2018 Weiter

Delivery Hero AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Delivery Hero
Datum

Titel

Analysis

Die Delivery Hero SE fungiert als Holding einer Unternehmensgruppe, die auf dem Gebiet des Online-Essenslieferungsgeschäfts tätig ist. Die Gruppe ist in mehr als 40 Ländern aktiv und bietet dort über ihre Online-Marktplätze eine persönliche und einfache Möglichkeit, bei ausgewählten, lokalen Restaurants Essen zu bestellen. Im Dezember 2016 erfolgte die Übernahme von foodpanda.

Enormes Wachstum und enorme Verluste

Der Umsatz ist seit 2015 von 166 auf 543 Mio. Euro erfreulich stark gestiegen.
Auch im laufenden Geschäftsjahr konnte an die positive Entwicklung in diesem Feld angeknüpft werden.
In den ersten sechs Monaten kletterten die Einnahmen um 38,1% auf 340,0 Mio. Euro.

Hier enden aber leider die positiven Nachrichten. Denn die „Cost of Sales” sind gleichzeitig um mehr als 70% gestiegen.
Die Kosten sind also schneller gestiegen als der Umsatz. Bei einem ohnehin defizitären Unternehmen ist das sehr unerfreulich. Denn die ganze Hoffnung ist ja, dass sich die Lücke durch das hohe Wachstum schließt und irgendwann ein Gewinn erzielt wird.

Am Ende lag das operative Ergebnis bei -114,1 Mio. nach -134,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Cashflow war ebenfalls negativ.

Wie auch in allen Jahren zuvor. Delivery Hero wächst schnell und der Verlust wird immer größer, inzwischen wurden hunderte Millionen Euro investiert und verbrannt. Doch beim Gewinn Fehlanzeige.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr musste unter dem Strich ein Verlust von 345 Mio. verbucht werden, wohlgemerkt bei einem Umsatz von 543 Mio. Euro. Das ist wirklich keine Kleinigkeit.
Selbst wenn der Umsatz um 60% steigen würde, de Kosten aber gleichbleiben, wäre man gerade einmal beim Breakeven angekommen.
Wie wir bereits festgestellt haben, ist das aber natürlich eine illusionäre Annahme.

Vergleich zur Konkurrenz

Das sollte Aktionären zu Denken geben, denn das US-Pendant Grubhub hat 2014 bereits mit einem Drittel des Umsatzes sowohl einen Gewinn als auch einen positiven Cashflow generiert und war seitdem durchweg profitabel.

Die Diskrepanz ist riesig. Nehmen wir das zurückliegenden Geschäftsjahr.
Delivery Hero hat bei einem Umsatz von 543 Mio. Euro einen Verlust von 345 Mio. Euro erzielt.
GrubHub hat bei einem Umsatz von umgerechnet 583 Mio. Euro hingegen 85 Mio. Euro Gewinn erwirtschaftet.

Ob beide Unternehmen grundsätzlich sinnvoll bewertet sind, ist eine andere Frage. Doch in Anbetracht der Zahlen und dem weitaus größeren US-Markt, sollte Delivery Hero mit einem substanziellen Abschlag bewertet sein.
Bis vor kurzem war aber tatsächlich Grubhub noch weitaus günstiger und selbst nach der massiven Rallye ist man aktuell nur 20% teurer. Eine kleine Korrektur könnte die Frage nach der besseren Alternative unter diesen beiden Unternehmen also schnell klären.

Am Ende sollte man sich aber vor allem die Frage stellen, wo die Einnahmen von Delivery Hero eigentlich versickern?

Selbstbedienungsladen: Die Aktionäre werden über den Tisch gezogen

Hunderte Millionen Verlust scheinen den Vorstand nicht davon abzuhalten, ebenfalls für Millionensummen Aktien an Mitarbeiter und natürlich sich selbst zu verteilen.

Den Posten „anteilsbasierte oder aktienbasierte Vergütungen“ findet man im Jahresbericht unter „Verwaltungsaufwendungen“. Diese Tatsache lassen wir unkommentiert.

Im zurückliegenden Jahr lagen die Kosten bei 69,5 Millionen Euro und überstiegen somit sogar noch die Personalaufwendungen.
Auch im Verhältnis zur Unternehmensgröße und Umsatz eine astronomische Summe.

Alleine die Kosten für aktienbasierte Vergütungen von CEO Östberg und CFO Thomassin beliefen sich auf stattliche 9,2 Mio. Euro.
Zum Vergleich: Würde Daimler-Chef Zetsche einen ebenso großen Teil des Umsatzes in Form von Aktien erhalten, wären das schlappe 2,77 Mrd. Euro. Wohlgemerkt nur für das vergangene Jahr.

Aber selbstverständlich sind diese Vergütungen erfolgsabhängig und bei einem Verlust von 345 Mio. Euro sicherlich auch gerechtfertigt, oder nicht?
Delivery Hero gleicht einem Selbstbedienungsladen und am Ende ist das natürlich nicht im Interesse der Eigentümer = Aktionäre.

Jeder Anteilseigner sollte sich über diese Tatsachen im Klaren sein, denn es ist sein Geld, welches hier verpulvert wird, statt zu Wachstum oder Gewinn beizutragen. In den letzten beiden Geschäftsjahren 123,3 Millionen Euro.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Delivery Hero hat im Vorjahr einen Verlust erzielt und erwartet auch in diesem und im kommenden Jahr keinen Gewinn. Der Cashflow ist ebenfalls negativ. Nicht einmal das operative Geschäft kann einen positiven Cashflow vorweisen.

Eine Bewertung auf dieser Grundlage ist also nicht möglich. Bleibt am Ende nur Hoffnung und das Kurs-Umsatz-Verhältnis KUV.
Gehen wir davon aus, dass Delivery Hero im Gesamtjahr ebenso stark Wachsen kann, wie in den ersten beiden Quartalen. In diesem Fall läge das KUV Ende des Jahres bei 11,2.

Zum Vergleich: Im gesamten S&P500 gibt es nur 21 Aktien, die auf Basis des KUV teurer sind. Allerdings gibt es darunter nicht einen Wert, der in diesem Jahr keinen Gewinn erwirtschaftet.
Und selbst Google, Apple, Amazon, Microsoft usw. kommen nicht auf derartige Bewertungen.

Egal wie man es dreht oder wendet, die Bewertung erscheint absurd hoch. Aus fundamentaler Sicht kann daher keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Charttechnik

Diese Tatsachen wurden bisher ignoriert und die Aufwärtstrends sind weiterhin intakt. Der Abwärtstrend muss an dieser Stelle noch als korrektiv eingestuft werden.
Fällt die Aktie jedoch nachhaltig unter 42 Euro, könnte die Stimmung kippen. Erste Kursziele auf der Unterseite lägen in diesem Fall bei 40,50 und 38 Euro. Darunter wäre der weg in Richtung 35 und 32 Euro frei.
Gelingt hingegen eine Rückkehr über 45 Euro, könnte eine Erholung bis 46,50 und 48 Euro einsetzen.

20180914-delivery-hero-das-muessen-sie-wissen-es-ist-verrueckt

Der international operierende Mahlzeiten-Lieferdienst und Liefer-Vermittler Delivery Hero hat bereits eine steile Karriere hinter sich. Im Juli 2017 ging das Unternehmen an die Börse; kaum ein Jahr später, im Juni 2018, war Delivery Hero bereits Mitglied im ehrenwerten MDAX. Seither stieg die ohnehin im Aufwärtstrend befindliche Aktie immer weiter, bis sie sich Ende Juli gegenüber dem Tief des ersten Handelstages im Kurs verdoppelt hatte. Dabei war es keineswegs die rasante Steigerung der Gewinne, die die Anleger zum Einstieg lockte.

Wenn, war es der konstante und schnelle Umsatzzuwachs, denn Delivery Hero verdient bislang keinen Cent, macht im Gegenteil Verlust. Im Zuge der am 2. August veröffentlichten Halbjahresbilanz konnte man zwar mit einem Umsatzanstieg um beeindruckende 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aufwarten. Aber eine EBITA-Marge von -15 Prozent ließ so machen Anleger trocken schlucken. Da muss einiges passieren, um aus einem derzeit noch so defizitären operativen Geschäft heraus in die schwarzen Zahlen vorzustoßen. Das hat Delivery Hero auch vor, aber:

Expertenmeinung: Delivery Hero teilte im Zuge der Bilanzdaten mit, dass man 80 Millionen Euro zusätzlich investieren werde, um den derzeitigen Boom auf dem Essens-Liefermarkt zu nutzen und somit schneller wachsen zu können. Deshalb werde sich indes das Ziel, im Jahr 2019 die „schwarze Null“ zu erreichen, nicht halten lassen. Das wirkt ein wenig wie die Geschichte von amazon.com. Auch dort wurde zuerst einmal viele Jahre investiert, auf eine starke, dominante Marktstellung hingearbeitet und erst dann begonnen, Gewinne zu erwirtschaften. Nur kann Delivery Hero dabei so erfolgreich sein wie amazon.com, muss es aber nicht, noch ist das eben nicht absehbar. Diese Aktie wirkte in den vergangenen Monaten angesichts ihres so steten Aufwärtstrends wie eine konservative Aktie, wie es einige Aktien des MDAX in der Tat auch sind.

Aber mit der derzeitigen bilanziellen Lage ist Delivery Hero ganz im Gegenteil ein spekulatives Investment, dessen Kurs nur durch den Umsatzzuwachs unterfüttert wird, was sich schon oft als wackliges Fundament erwiesen hat. Sollte die Aktie unter das Tagestief rutschen, das am 2. August im Zuge der Reaktion auf die Quartalsbilanz bei 44,48 Euro ausgebildet wurde, darüber hinaus die bei 43,50 Euro verlaufende Februar-Aufwärtstrendlinie unterbieten, würde aus dem derzeitigen, im Rahmen einer normalen Korrektur ablaufenden Rücksetzer ein Abwärtsimpuls. Mit Blick auf die nahe liegenden potenziellen Auffanglinien um 35, 40 und 41,20 Euro würde sich zwar in diesem Fall kein Short-Engagement aufdrängen, aber Long-Positionen dann erst einmal in die Pause zu schicken, wäre in jedem Fall zu überlegen.

Chart vom 13.08.2018, Kurs 46,92 Euro, Kürzel DHER

Seit der Online-Essenslieferdienst und Lieferdienst-Koordinator Delivery Hero vor gut einem Jahr an die Börse ging, hat sich der Kurs der Aktie nahezu verdoppelt. Vor allem seit seiner Aufnahme in den MDAX Mitte Juni steigt diese Aktie wie auf Schienen. Die Frage muss erlaubt sein: wieso eigentlich? Weil die Analysten mit starken Gewinnsteigerungen rechnen? Nein. Denn derzeit agiert das Unternehmen in der Verlustzone. Und behalten die Experten Recht, wird sich das weder in diesem noch im kommenden Jahr ändern. Richtig ist, dass der Umsatz bislang schnell und kontinuierlich zulegt. 2014 waren es noch 88 Millionen, letztes Jahr dann 544 Millionen, 2019 soll, so die durchschnittliche Prognose der Analysten, die Schwelle zu einer Milliarde erreicht werden. Nichtsdestotrotz erscheint es recht gewagt, eine Aktie immer höher zu schrauben, wenn man nicht absehen kann, ob, wann und wie deutlich sich diese Expansion in klingende Münze umwandeln wird, wenn es sich nicht gerade um eine zweite amazon.com handelt. Zumal:

Expertenmeinung: Delivery Hero ist, was die relative Stärke zum MDAX an sich angeht, seit Wochen ganz vorne mit dabei. Man gewinnt den Eindruck, dass das alleine schon für einige ein Kaufargument ist: ein starkes Momentum. Hinzu kommt, dass man Delivery Hero als Alternative, als „Ausweich-Investment“, ansehen könnte, weil Essenslieferdienste wohl kaum zwischen die Mühlsteine eines Handelskrieges geraten werden. Doch deswegen wird die Aktie rein von ihrer Bewertung und den verteilten Vorschusslorbeeren dennoch immer teurer. Solange der Trend hält, kann man ihn natürlich mitnehmen, denn alleine diese Argumente drehen einen Trend nicht, immerhin sind sie ja den Anlegern ebenso bekannt. Aber eine konsequente Absicherung wäre auf diesem luftigen Niveau kein Fehler. Die aktuell bei 47,43 Euro der Aktie hinterher laufende und den Trend so begleitende 20-Tage-Linie wäre da eine gute Basis für einen mit dem Kursanstieg mitlaufenden Stoppkurs.

DHER_2018_07_20

Delivery Hero ist seit einigen Tagen neu in den MDAX aufgestiegen und genau das, was man hinter dem Namen vermuten darf: ein Bestell- und Lieferservice für Mahlzeiten. Wobei das in Berlin beheimatete Unternehmen zwar hierzulande an der Börse notiert ist, aber in gut 40 Ländern weltweit agiert. Delivery Hero expandiert schnell, der Umsatz stieg von nur 88 Millionen Euro im Jahr 2014 (gegründet wurde das Unternehmen 2011) auf 544 Millionen im Jahr 2017 und soll, so die durchschnittliche Perspektive der Analysten, im Jahr 2019 die Grenze zu einer Milliarde überschreiten. Die Sache hat aber einen Haken: Mit einem Gewinn rechnet 2018 selbst das Unternehmen nicht, das bislang immer in den roten Zahlen operierte. Die EBITA-Marge (d.h. der Anteil des Gewinns … bzw. hier des Verlusts … nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen vom Umsatz) soll zwischen -5 und -8 Prozent liegen. Kommendes Jahr wird man sich, so die Konsens-Erwartung der Analysten, schon sehr nahe an die Gewinnschwelle heranpirschen, die aber wohl auch da noch nicht überschreiten. Doch das wird schon, zumindest sind die Analysten fast einhellig dieser Meinung. Wenn das Umsatzwachstum vorhält, wird die Gewinnschwelle automatisch bald erreicht.

Expertenmeinung: Das muss man nicht anzweifeln, wobei sich natürlich ein Rückgang des Wirtschaftswachstums, der in der derzeitigen Gemengelage greifbar ist, bremsend auf den Umsatzanstieg auswirken dürfte. Aber der eigentliche Knackpunkt ist, dass es damit bislang schwer einzuschätzen ist, ob diese Aktie nicht schon ein wenig zu teuer ist. Denn auch, wenn fast alle Analysten für Delivery Hero eine „Kaufen“-Einstufung halten, deren durchschnittliches Kursziel liegt bei 45 Euro. Und da ist die Aktie jetzt angekommen. Zwar zeigt der Chart ein äußerst bullisches Bild, immerhin ist die Aktie seit Montag durchgestartet und hat die vorherigen Hochs mit Schwung überboten. Aber das fiel mit der Aufnahme in den MDAX zusammen. Da dürften Käufe von den Index abbildenden Fonds ihren Teil dazu beigetragen haben. Und wer genau hinsieht, stellt fest: Keine der im Chart markierten Trendlinien ist eine „bestätigte“ Linie, auch der Aufwärtstrend dieser erst vor einem Jahr an die Börse gebrachten Aktie besteht nur aus zwei Punkten und ist damit in seiner Tragfähigkeit noch nicht bestätigt worden. Da wäre also Vorsicht angebracht … ein Stoppkurs im Bereich um 38/39 Euro wäre hier als Sicherungsleine durchaus einen Gedanken wert.

Chart vom 20.06.2018, Kurs 44,10 Euro, Kürzel DHER

 

Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN