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Daimler AG: Historische Analysen der letzten 6 Monate

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Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Daimler
Datum

Titel

Analysis

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Ausbruchsversuch in der Aktie des deutschen Automobilherstellers Daimler vor wenigen Tagen wurde schnell wieder im Keim erstickt. Nur kurzfristig konnten sich Anleger der steigenden Kurse der Aktie erfreuen und zu Beginn der vorigen Woche bildete sich im Chart ein sogenannter „Shooting Star“ aus, welcher in Folge zu klaren Kursverlusten führte. Der Fehlausbruch ähnelte stark dem Ausbruchsversuch von Mitte Mai, als das Papier ebenfalls für wenige Tage über den fallenden 50-Tage-Durchschnitt blickte, um danach deutlich in Richtung Süden abzufallen. Ein weiteres Mal zeigen die Bullen Schwäche und somit ist anzunehmen, dass sich die bisherige Gangart der Aktie wohl weiter fortsetzten dürfte. Der Trend befindet sich aktuell auf der neutralen Ebene.

Expertenmeinung: Unsere Aussichten auf Daimler bleiben indes auf der bärischen Seite. Wir gehen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der vorläufig gehaltene Boden bei rund 53.50 EUR schon bald nach unten gebrochen werden dürfte. Die nächste wichtige Unterstützung befände sich bei 50.83 EUR, wo sich zuletzt Mitte 2016 ein wichtiges Pivot-Tief bildete. Dies könnte die nächste mögliche Anspielstation der Bären darstellen, welche nach wie vor das Zepter in der Hand halten. Erst bei Schlusskursen über dem Niveau von 59 bis 60 EUR würden wir für die Aktie wieder Licht am Ende des Tunnels sehen.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 01.10.2018 Kurs: 107.80 Kürzel: DAI

Alte Hasen konnten sich ein schiefes Grinsen in den letzten zwei Wochen wohl kaum verkneifen. Zu offensichtlich war, was da bei Daimler und anderen bislang im Jahresverlauf besonders schwachen DAX-Aktien ablief.

Kurz vor der Options-Abrechnung am Terminmarkt, die am Freitag absolviert wurde, fingen ausgerechnet die Aktien im DAX zu steigen an, bei denen man, wenn man trendkonform und mit Querblick auf die fundamentalen Rahmenbedingungen agierte, eigentlich nur bärisch sein konnte: die Banken und die Autobauer. Und natürlich hatte dieses „Levitations-Wunder“ einen handfesten Hintergrund: Diejenigen, die am Terminmarkt in großen Mengen Put-Optionen an die Anleger verkauft hatten, traten hier offenbar als Käufer auf. Ziel: Der wertlose Verfall von großen Mengen an diesen Put-Optionen, mit denen man ansonsten markante Verluste hätte einfahren können.

Die Haken bei dieser Rallye waren aber zum einen, dass die Notwendigkeit eines höheren Kursniveaus mit eben dieser Terminbörsen-Abrechnung endete und zugleich die Rahmenbedingungen für die Fortsetzung des Abwärtstrends sprechen. Und dass sich diese beiden Faktoren auswirkten, war am Montag nicht zu übersehen:

Expertenmeinung: Daimler hatte schon am Freitag, am Abrechnungstag selbst, das zeitweise deutlich höhere Niveau nicht halten können und schloss in etwa auf dem Eröffnungskurs. Alles, was darüber hinaus nach oben gelaufen war, wurde zum Handelsende wieder abgegeben. Wodurch die Aktie für den Freitag einen sogenannten „Gravestone Doji“ ausbildete. Dessen Aussage flapsig formuliert ist:

Wer daraufhin einsteigt, kann sich gleich beerdigen lassen. Was die Anleger auch beherzigten und am Montag nicht ein-, sondern ausstiegen. Nachvollziehbar, immerhin war hier eine Aktie auf einmal in der Spitze fast zehn Prozent höher gelaufen, auf der das Damoklesschwert Strafzölle, eine Untersuchung wegen Kartellverdachts, ein wankender Absatz und ein steigender, die Gewinne im Export außerhalb der EU reduzierender Euro lasten.

Der Wochenstart wurde zu einer roten Kerze, die ein perfektes Spiegelbild der grünen Kerze des Donnerstags darstellt. Und damit formen diese drei Kerzen einen perfekten „Evening Star“, einen Abendstern, der umso markanter ist, als der Doji in der Mitte, wie oben erwähnt, ein „Gravestone Doji“ ist. Aber: Ein „Abendstern“ muss eine Bestätigung sehen, um als Short-Signal Gültigkeit zu erlangen. Noch hätten die Bullen heute also eine Chance, den Kelch an sich vorbeiziehen zu lassen. Sollte Daimler aber erneut nachgeben und dabei mit einer roten Kerze auch noch die nächstgelegene Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie bei 55,50 Euro unterbieten, hieße es: Gute Nacht, ihr Bullen!

Chart vom 24.09.2018, Kurs 56,13 Euro, Kürzel DAI

Die in Stuttgart ansässige Daimler AG zählt zu den bedeutendsten Herstellern von Premium-Fahrzeugen und ist einer der weltweit größten Nutzfahrzeug-Hersteller.
Das Unternehmen bietet auch Services im Bereich Finanzierung, Leasing, Flottenmanagement, Versicherungen und innovative Mobilitätsdienstleistungen an.
Der Konzern ist in die fünf Segmente Mercedes Benz Cars, Mercedes Benz Vans, Daimler Trucks sowie Daimler Bus und Daimler Financial Services gegliedert.

Pro

Die meisten Anleger nehmen Daimler als langweiligen Giganten wahr, bei dem eigentlich nicht viel passiert. Erstens ist das nicht richtig und diese Wahrnehmung wäre ohnehin eher ein Argument für die Aktie.

In Wirklichkeit ist der Umsatz in den zurückliegenden zehn Jahren von 98,5 auf 164,3 Mrd. Euro gestiegen. Das Umsatztief wurde 2009 bei 78,9 Mrd. Euro markiert, seitdem ging es stetig aufwärts, durchschnittlich immerhin um fast 10 Mrd. Euro pro Jahr!

Auch beim Gewinn lässt man sich nicht lumpen, denn seit 2010 hat sich der Nettogewinn mehr als verdoppelt und das Ergebnis je Aktie kletterte von 4,28 auf 9,84 Euro.

Die Dividende hat sich im selben Zeitraum fast verdoppelt und die Rendite liegt inzwischen bei 6,5% und das KGVe im laufenden Geschäftsjahr bei 6,3.

Tatsächlich war Daimler auf Basis des KGV und der Dividende in den letzten zehn Jahren nie günstiger.
Müsste man an dieser Stelle dann nicht eigentlich ein klar positives Votum abgeben?

Contra

Nun, es gibt eben auch berechtigte Gründe, warum die Aktie so niedrig bewertet wird.
Viele Anleger scheinen eine baldige Rezession zu erwarten und die Autoverkäufe sind bereits seit Monaten rückläufig. Es scheint sich zumindest ein Top am Automarkt auszubilden. Allzu großes Wachstum kann man vorerst wohl nicht mehr erwarten.

Elektro und selbstfahrend

Hinzu kommt die Gefahr durch Elektroautos. Wobei der Übergang aber Jahrzehnte dauern und die Zulieferer weitaus härter treffen wird, als die Autobauer selbst.
Bei der aktuellen Jahresproduktion würde es schlichtweg mindestens 15 Jahre dauern, alle Fahrzeuge zu ersetzen – sollten ab morgen nur noch Elektroautos gekauft werden.
Eine größere Gefahr geht tatsächlich von autonomen Fahrzeugen aus, denn dadurch könnte sich die Zahl der Vehikel insgesamt stark verringern. Schließlich stehen vor allem PkW bisher ein Großteil der Zeit nutzlos an der Straßenseite.
Besonders dramatisch könnte sich diese neue Technologie auswirken, wenn eine Nachrüstung alter Fahrzeuge möglich wird und nicht der Austausch an sich notwendig ist.

Schulden

Eines der größten Probleme ist die hohe Verschuldung. Ende des zurückliegenden Geschäftsjahres lag die Nettoverschuldung bei 105,2 Mrd. Euro.

Der Schuldenberg wird bei der Berechnung des KGV aber vollkommen ignoriert, hierzu wird lediglich der Börsenwert von aktuell 57,8 Mrd. Euro herangezogen.
Auf Basis des Börsenwerts liegt das KGV knapp über 6, bezieht man die Schulden allerdings mit ein, springt der Wert auf 17,7.

Daimler scheint plötzlich nicht mehr so günstig.
Bemüht man eine der gängigen Suchmaschinen zum Thema, melden sich auch allerlei Experten zu Wort, die vor den enormen Risiken der Daimler-Schulden warnen.

Die meisten „Experten“ haben aber leider keine Ahnung oder machen sich erst gar nicht die Mühe, Sachverhalte zu prüfen. In Wirklichkeit ist ein Großteil der Verpflichtungen auf die Finanzierungstätigkeit der eigenen Hausbank zurückzuführen, die die Kredite schlichtweg an PkW-Käufer weiterreicht.

In keinem der Artikel habe ich etwas dazu gelesen, dass knapp 80% der Verpflichtungen entsprechende Forderungen gegenüberstehen.

Bezieht man nur die eigenen Schulden in die Rechnung ein, liegt ein realistisches KGVe für 2018 bei 8,5. Also alles halb so wild.

Zwischenfazit
All die zuvor genannten Punkte werden von den Bären andauern bemüht, doch sie sind Vordergründig und führen am Kernproblem des Konzerns vorbei. Darüber hinaus sind die hinlänglich bekannt und daher eingepreist.

Die erste echte Wildcard wäre ein eskalierender Handelsstreit mit den USA, denn wer kann Trump schon einschätzen?

Cashflow

Ich hatte ihnen aber noch echte Probleme versprochen und die bekommen sie auch. Zwischen dem ausgewiesenen Gewinn und dem echten ökonomischen Gewinn sowie Cashflow klafft schlichtweg eine riesige Lücke.

Nehmen wir als Beispiel das abgelaufene Geschäftsjahr. Das Konzernergebnis lag bei zwar 10,5 Mrd. Euro. Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit lag allerdings bei -1,7 Mrd. Euro, es ist also in Wirklichkeit Geld aus dem Konzern abgeflossen.
Das ist zwar nicht jedes Jahr der Fall, doch der Cashflow liegt seit etlichen Jahren konstant weit unter dem gemeldeten Gewinn.

Das eigentliche Problem sind die ständig notwendigen Investitionen. Der Gewinn ist mehr Buchhaltung als zahlungswirksam und der Rest muss direkt wieder reinvestiert werden, um konkurrenzfähig zu bleiben.
In den letzten 10 Jahren kommt man auf eine Summe von knapp 70 Mrd. Euro. Aber Daimler ist heute an der Börse nur 60 Mrd. Wert. Die Investitionen haben also scheinbar keinen sonderlich großen Return erbracht. Sie waren dennoch notwendig, denn Daimler hat keine Wahl.

Unter dem Strich kann man von Daimler wohl nicht viel mehr als die Dividende erwarten. Bei einer Rendite von mehr als 6% muss man das aber auch nicht.

Abschließend zum Thema ein Zitat von Charlie Munger:
“There is a class of business where the eventual “cash back” part of the equation tends to be an illusion. There are businesses like that – where you constantly keep pouring it in and in, but where no cash ever comes back… struggling with a business that never produces any cash – whether its winning or losing as a matter of accounting – is no fun”.

Charttechnischer Ausblick

Daimler hat eine größere Korrektur vollzogen und ist in die seit Jahren gültige Kaufzone zwischen 51 und 55 Euro eingetaucht. Hier dürften zahlreiche Investoren wieder zuschlagen, denn die niedrige Bewertung und hohe Dividende dürfte verlockend sein.
Gelingt in diesem Bereich eine Trendwende, besteht oberhalb von 55 Euro Potenzial bis mindestens 60 Euro. Darüber hellt sich das Chartbild nachhaltig auf.

Fällt der Wert hingegen unter 50 Euro, dürften zahlreiche Stopps ausgelöst werden. Ein derartiges Paniktief wäre für kurzfristige Trader wie auch Investoren die nächste interessante Gelegenheit.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Seit dem Beginn des Säbelrasselns zwischen den USA und Europa rund um das Thema Strafzölle befinden sich die deutschen Automobilwerte quasi unter Dauerbeschuss. Seit Jahresanfang gab es bei Daimler zwei große Abverkaufs-Wellen. Die erste bildete sich von Januar bis April. Danach versuchten die Bullen eine Trendwende zu zünden, welche jedoch schnell im Keim erstickt wurde. Danach folgte die zweite Welle, welche wesentlich steiler verlief und sich von Mai bis Juni erstreckte. Hier wurde rund um den Bereich von 55 EUR eine wichtige Unterstützung gebildet, welche wir bereits in unserer letzten Analyse angesprochen hatten. Auch die folgende technische Gegenbewegung nach oben wurde von den Marktteilnehmern hauptsächlich dazu genutzt, um Gewinne zu realisieren. Jetzt wird dieser Boden erneut nach unten getestet. Der Trend bleibt vorerst neutral.

Expertenmeinung: Was also, wenn die besagte Unterstützung nach unten gebrochen werden würde? Die Lage ist recht klar. Bei Betrachtung der beiden erörterten Impulse nach unten, waren jeweils Spannen von rund 13 EUR erkennbar. Wenn wir jetzt diese Spanne vom jüngsten Pivot-Hoch bei 60 EUR nach unten abziehen, wäre das nächste technische Kursziel rund um die Marke von 47 EUR zu finden. Interessanterweise befindet sich hier auch die verlängerte Abwärtstrendlinie des Wochencharts. Wenn die Bullen die Talfahrt hier nicht stoppen können, könnte das nächste Kursziel der Bären bereits feststehen. Vorsicht also!

Aussicht: BÄRISCH

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Daimler, BMW, Volkswagen, Continental: Die vier Autobauer bzw. Zulieferer besetzten am Montag vier der oberen fünf Plätze der DAX-Gewinnerliste. Trotz eines für den Export hinderlichen, steigenden Euro. Da rieb sich so mancher die Augen. Zu Recht. Der am Morgen um 10 Uhr veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex fiel zwar wider Erwarten positiv aus, deutete eine spürbare Aufhellung der Stimmung bei den deutschen Unternehmen im August an. Aber ob das die Autobauer betrifft? Gerade Daimler hatte einen spürbaren Rückgang beim Fahrzeug-Absatz im Juli melden müssen. Der noch mehr unter Druck geraten könnte, sollte das Damoklesschwert der US-Strafzölle auf die europäischen Automobilhersteller niedersausen. Denn das ist nach wie vor nicht vom Tisch. Von Verhandlungen zwischen den USA und der EU über das schon Wochen zurückliegende Treffen zwischen Trump und Juncker hinaus hört man nichts. Und die Autobauer wurden bei den dort verbreiteten, eher vagen Willensbekundungen ohnehin ausgenommen. Woher rührt also dieser plötzliche Optimismus?

Expertenmeinung: Denkbar wäre, dass manche Investoren den Umstand, dass die USA sich mit Mexiko auf eine Art „Handels-Separatfrieden“ geeinigt haben, als Indiz dafür sehen, dass die USA auch mit der EU einig werden und die Autobauer ungeschoren bleiben. Realistisch betrachtet dürfte Donald Trump eine Einigung mit Europa aber wohl mit speziellen Zugeständnissen im Automobilsektor verknüpfen, die Daimler & Co. nicht allzu zuträglich sein würden. Das wäre sicherlich weitaus weniger problematisch als ein Strafzoll von 25 Prozent. Aber die Perspektiven für die Automobilkonzerne sind auch ohne Trump schon weniger positiv als noch vor zwei, drei Jahren. Der Gedanke, dass die Daimler-Aktie sich leichtfüßig über die entscheidenden Charthürden in Form der Widerstandszone 59/60 Euro bewegt, deren Überwinden ein Doppeltief vollenden würde, um dann mit dem Break über die Januar-Abwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie über 66 Euro wieder in mittelfristig bullisches Terrain vorzustoßen, wirkt momentan verwegen. Richtig ist, dass der bullische Start in die Woche den Grundstock für einen „Morning Star“ auf Wochenbasis gelegt hat, der, würde er bis zum Wochenschluss halten, auch ein Kaufsignal im MACD-Indikator-Indikator nach sich ziehen würde. Aber die Woche ist noch lang. Um über einen reinen Trading-Horizont hinaus bullisch zu sein, müsste die Aktie klar über ihre 200-Tage-Linie hinaus, was hieße: über 66 Euro schließen. Alles, was sich darunter abspielt, wäre auf der Long-Seite reines Trading, denn zumindest unterhalb der Januar-Abwärtstrendlinie bei aktuell 62,50 Euro bleibt Daimler mittelfristig bärisch.

Daimler Chart vom 2018_08_28

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In unserer letzten technischen Analyse zum Automobilwert Daimler haben wir uns die mögliche Trendwende der Aktie angesehen. Hierzu hätten die Kurse den Bereich von 60 bis 61 EUR nach oben durchbrechen müssen. Die Widerstandsebene war deutlich zu erkennen. Noch klarer war jedoch das Scheitern der Bullen, denn das Papier konnte die Hürde nach oben nicht meistern und so ging es vorerst wieder eine Etage gen Süden. Das Kaufsignal blieb aus und die Bären haben erneut das Zepter übernommen. Angekommen am Pivot-Tief von Anfang Juli stellt sich nun die Frage, ob sich hier ein möglicher Doppelboden bilden könnte. Die Antwort darauf wird wohl noch im August geliefert werden. Der Trend bleibt vorerst auf der neutralen Ebene.

Expertenmeinung: Erneut haben die Bullen auf tieferem Niveau eine Chance das Ruder an sich zu reißen. Dazu müssen diese nun aber reagieren und den Kaufdruck rasch erhöhen. Wird nämlich der eingezeichnete Boden nach unten durchbrochen, droht dem Papier ein weiterer Rutsch nach unten. Womöglich könnte dann die psychologisch wichtige Marke bei 50 EUR auf dem Prüfstand stehen. Dreht die Aktie von hier aus nach oben, würde sich das technische Gesamtbild jedoch wieder bessern. Kaufsignale für einen möglichen Doppelboden wären jedoch frühestens über dem Niveau von 60 EUR erkennbar. Es ist also noch etwas Geduld gefragt.

Aussicht: NEUTRAL

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Was könnte den Bären besser in die Karten spielen als eine unsichere Perspektive? Negative Fakten haben den Nachteil, dass zwar schnell reagiert wird, wenn sie auf dem Tisch liegen. Aber dann, wenn sie bekannt sind, beginnen die ersten umgehend nach vorne zu blicken und auf eine bessere Entwicklung zu setzen. Wenn über einem Unternehmen aber ein Damoklesschwert hängt, bleibt das Argument für fallende Kurse erhalten, denn es könnte ja jederzeit etwas passieren und das, wer weiß, noch schlimmer sein als das, was man ohnehin befürchtet hatte.

So betrachtet ist die Daimler-Aktie momentan ein perfektes Opfer für die Leerverkäufer. Denn bislang spricht nichts dafür, dass der Kelch der US-Strafzölle wirklich an den europäischen Autobauern vorübergehen wird. Und dass Daimler im Juli überraschend deutlich weniger Fahrzeuge verkaufte als im Vorjahresmonat, erweckt den Eindruck, dass der Weg für den Konzern schon ohne Donald Trumps Mitwirkung spürbar steiniger wird. Entsprechend stellt sich auch das charttechnische Bild für die Bären ideal dar:

Expertenmeinung: Obwohl der DAX insgesamt am Donnerstag aufholte, mochte sich niemand so recht an die Daimler-Aktie heranwagen. Zu unsicher ist die Zukunft, aber auch das Chartbild zu bärisch. Das wird besonders gut erkennbar, wenn man sich ein etwas längerfristiges Bild auf Wochenbasis ansieht. Sie sehen, dass die Aktie, ohnehin schon seit Jahresbeginn auf dem Rückzug, Mitte Mai zusätzliches Abwärts-Momentum erhielt, als die Drohkulisse der US-Regierung gegen die europäische Automobilindustrie konkreter wurde. Dadurch durchschlug Daimler die wichtige Auffangzone 59/60 Euro.

Dass der Kurs zügig wieder von unten an diese Zone heranlief, dort aber eine Woche nach der anderen nicht weiter kam und jetzt an das bisherige Jahres-Verlaufstief bei 54,78 Euro zurücksetzte, ist eine Steilvorlage für das Bären-Lager. Natürlich wäre das grundsätzlich auch eine tadellose Basis für ein Doppeltief und damit einen neuen, kräftigen Aufwärtsimpuls. Aber das ist angesichts des eingangs erwähnten Damoklesschwerts die aktuell klar weniger wahrscheinliche Variante. Sollte Daimler dieses bisherige Tief von 54,78 Euro unterbieten, läge das nächste Kursziel in Form des Jahrestiefs 2016 bei 50,83 Euro. Ein verlockendes Angebot, das die Bären zweifellos nicht allzu bereitwillig ausschlagen dürften.

Chart vom 16.08.2018, Kurs 55,29 Euro, Kürzel DAI

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die deutschen Automobilwerte gehörten in den letzten Monaten zweifelsohne nicht zu den Top-Favoriten seitens der Anleger. Das Thema Strafzölle hat die gesamte Branche hart getroffen und sämtliche Aktien unterlagen dem Dauerbeschuss der Bären. Immer wieder versuchte Daimler den Abwärtstrend zu trotzen, doch sämtliche Ausbruchsversuche scheiterten bis dato. Es war vor allem der 50-Tage-Durchschnitt, welcher immer wieder als Hürde im Kursverlauf auftrat. Nun sind die Kurse abermals an selbigen Indikator angekommen. Wenn die Bären die Talfahrt beibehalten wollen, dann müssten die Kurse von hier aus wieder beginnen nach unten abzudrehen.

Expertenmeinung: Erstmals seit März dieses Jahres können wir unsere bärische Haltung vorsichtig auf neutral anheben. Ausgangspunkt hierfür ist die Tatsache, dass die Aktie das Pivot-Hoch von Anfang Juli nach oben brechen konnte. Grund zur Euphorie gibt es jedoch noch nicht, denn wie bereits eingangs erörtert, muss der wahre Widerstand erst gebrochen werden. Wichtig wären Schlusskurse über dem Niveau von 60 bis 61 EUR. Danach müsste sich die Aktie auch eine Zeit lang über dieser Marke halten, um die Basis für eine nachhaltige Trendwende zu bilden.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 31.07.2018 Kurs: 59.15 Kürzel: DAI

Rein charttechnisch betrachtet ist die Situation der Daimler-Aktie überaus vielversprechend. Denn sauberer könnte sich eine potenzielle Wende nicht entwickeln. Nach dem Bruch der wichtigen Wendemarke bei 59 Euro, die vor gut einem Jahr entstanden war, versuchtem man sich mit einer Kurslücke nach oben an deren Rückeroberung. Der erste Anlauf scheiterte, aber im Zuge des daraus entstandenen Rücksetzers wurde die vorher entstandene Kurslücke präzise geschlossen. Es folgte ein zweiter Anlauf an die Hürde bei 59 Euro, die zwar volatil verlief, wobei aber immer wieder die 20-Tage-Linie gehalten wurde.

Und gestern wurde das Ganze durch einen Intraday-Turnaround gekrönt: Eröffnung im Plus, Rücksetzer ins Minus, das Drehen der Aktie im Bereich der 20-Tage-Linie und Schlusskurs über der Eröffnung und, endlich, auch über 59 Euro. Wiederum aus rein charttechnischer Sicht wäre der Weg damit frei an den Kreuzwiderstand aus der Januar-Abwärtstrendlinie und dem April-Tief um 63,80 Euro. Aber eben nur aus charttechnischer Sicht. Denn was so gar nicht passen mag, sind die Rahmenbedingungen.

Expertenmeinung: Daimler präsentierte am Donnerstagmorgen seine Bilanz des zweiten Quartals. Und obgleich die Akteure durch eine am 21. Juni lancierte Gewinnwarnung ohnehin nicht mit allzu erfreulichen Zahlen rechneten: Auch diese niedrigere Erwartungshaltung traf nicht auf eine positive Überraschung. Der Umsatz lag gut ein Prozent unter dem des Vorjahresquartals, der Gewinn lag, ob als EBIT oder netto gerechnet, sehr deutlich unter dem, was noch im zweiten Quartal 2017 in der Kasse blieb.

Dass daraus am Ende nach einem Ausflug ins Minus ein Plus von 2,8 Prozent wurde, war keineswegs zu erwarten. Und der Umstand, dass BMW und VW noch weit kräftiger zulegten und Daimler dadurch mitzogen, sowieso nicht. Denn das Argument, die Gefahr von US-Strafzöllen gegen europäische Autobauer sei nach dem „Deal“ zwischen Trump und Juncker am Mittwochabend gebannt, ist falsch. Immerhin hatte man in Bezug auf die Willenserklärung, auf niedrigere Zölle im Industriebereich hinzuarbeiten, die Automobilindustrie ganz klar ausgenommen.

Zeit mag man gewonnen haben angesichts der Aussage, es würden keine neuen Zölle verhängt, solange geredet werde. Aber das bessert die auch ohne Strafzölle sukzessive grauer werdende Perspektive bei Daimler nicht. So gesehen ist Vorsicht geboten. Es wäre ratsam, Long-Positionen um 56,50 Euro und damit knapp unterhalb der 20-Tage-Linie und den Verlaufstiefs des höhergelegenen, zweiten kleinen Bodens abzusichern.

Chart vom 26.07.2018, Kurs 59,51 Euro, Kürzel DAI

Die in Stuttgart ansässige Daimler AG zählt zu den bedeutendsten Herstellern von Premium-Fahrzeugen und ist einer der weltweit größten Nutzfahrzeug-Hersteller.
Das Unternehmen bietet auch Services im Bereich Finanzierung, Leasing, Flottenmanagement, Versicherungen und innovative Mobilitätsdienstleistungen an.
Der Konzern ist in die fünf Segmente Mercedes Benz Cars, Mercedes Benz Vans, Daimler Trucks sowie Daimler Bus und Daimler Financial Services gegliedert.

Das muss man einfach mal wahrnehmen

Betrachter man die langfristige Entwicklung dürften viele überrascht sein. Denn der als träge wahrgenommene Konzern wächst tatsächlich konstant.
In den letzten zehn Jahren stieg der Umsatz von 98,5 auf 164,3 Mrd. Euro, lediglich 2009 war ein Rückgang zu verzeichnen.
Auch beim Gewinn geht es voran, das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 1,40 auf zuletzt 9,84 Euro je Aktie.

Die jüngste Vergangenheit bildet hier keine Ausnahme, alleine seit 2014 stiegen die Einnahmen um nahezu 35 Mrd. Euro und erreichten im Vorjahr einen neuen Rekordwert. Das entspricht einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 8% per annum.
Der Gewinn legte in dieser von 6,51 auf 9,84 Euro je Aktie zu, im Jahresdurchschnitt also um mehr als 14%.

Das Problem ist wohl eher der Ausblick, denn in diesem und im nächsten Geschäftsjahr soll der Gewinn weitgehend auf der Stelle treten. Daimler kommt somit auf ein KGV von 6,0 und ein KGVe von 6,3. Die Dividendenrendite liegt bei 6,3% und ist gut finanziert.

Man kann die Bewertung wohl kaum als ambitioniert oder hoch bezeichnen. In den letzten 5 und 10 Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 9.
Nach dem jüngsten Kurssturz wäre aus fundamentaler Sicht also durchaus wieder Potenzial vorhanden. Daimler ist in jedem Fall…

Alles andere als langweilig!

Viele Marktteilnehmer haben Daimler in eine Schublade gepackt, langweilig und kaum Wachstum. Die Realität sieht aber, wie wir bereits gesehen haben, etwas anders aus und in den letzten Monaten hagelte es geradezu Schlagzeilen.

Anfang des Jahres kursierten immer wieder Gerüchte, wonach der chinesische Autobauer Geely bei Daimler einsteigen und eine Beteiligung von 5% erwerben wolle. Die Verhandlungen scheiterten aber wohl.
Im Februar wurde bekannt, dass die Chinesen dann kurzerhand knapp 10% der Daimler-Aktien über die Börse erworben hatten. Ein Paukenschlag, doch den Kursen half es erstaunlicherweise nicht.

Eher schwarze Wolken gehen vom Handelsstreit zwischen den USA und China aus. Immer wieder werden vonseiten Trumps auch Strafzölle gegen deutsche Autobauer ins Spiel gebracht. Die Dieseldebatte scheint ebenfalls kein Ende zu nehmen und auch bei Daimler könnten wohl 600.000 Fahrzeuge betroffen sein.

Prognose gekappt

Die beschlossenen Zölle belasten bereits das Geschäft und Ende Juni mussten die Stuttgarter ihre Prognose kappen. Daimler erwartet demnach ein EBIT „leicht unter dem Vorjahresniveau“. Am stärksten betroffen scheint die Nutzfahrzeugsparte Mercedes Benz Vans.

Maßgeblich für die niedrigere Prognose waren erhöhte Einfuhrtarife für US-Fahrzeuge in den chinesischen Markt, geringere SUV-Absätze sowie höhere und nicht vollständig an die Kunden weiterzugebende Kosten.

Es war also durchaus nachvollziehbar, dass es mit der Aktie eine Etage tiefer ging. Die negativen Meldungen sollten aber inzwischen eingepreist sein. Bei einer Dividendenrendite von über 6%, sollte es für Daimler nun eigentlich einfach sein, besser als der Dax abzuschneiden. Denn 6% entspricht schon nahezu der durchschnittlichen Jahresrendite des deutschen Leitindex.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie hat eine größere Abwärtsbewegung vollzogen, scheint an der bedeutenden Unterstützung nahe 55,00 Euro aber wieder auf Interesse zu stoßen. Zwischen 51,00 und 55,00 Euro wurde die Aktie in den letzten Jahren immer wieder aufgefangen und es macht derzeit den Anschein, dass das auch dieses Mal wieder der Fall sin wird.
Ausgehend vom aktuellen Niveau besteht weiteres Potenzial in Richtung 60,00 Euro. Darüber würde sich die Lage wieder aufhellen und den Weg bis 63,50 Euro freimachen.

Fällt die Aktie hingegen unter 55,00 Euro, kommt es zu einem Verkaufssignal mit einem Kursziel bei 51,00 Euro. Hier muss die Lage dann neu sondiert werden, doch der Bereich würde wohl eine Vielzahl langfristig orientierter Investoren anlocken.

20180718-daimler-wird-hier-seit-jahren-gekauft-Tageschart

20180718-daimler-wird-hier-seit-jahren-gekauft-langfristig

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In unserer letzten Analyse auf die Aktie des deutschen Automobilherstellers Daimler sind wir zumindest kurzfristig von einer technischen Gegenreaktion ausgegangen. Diese ist zwar mittlerweile erfolgt, doch wirklich überzeugen können die Bullen nach wie vor nicht. Das Zwischentief von Mitte 2017 wurde ohne jegliche Gegenwehr nach unten gebrochen und es bildete sich in der Folge im Bereich von 59 EUR ein Widerstand im Chart, welcher diese Woche bereits in den Kursverlauf eingriff. Nach wie vor sieht das Gesamtbild wenig überzeugend aus. Die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs setzt sich weiter fort und die Bären haben nach wie vor das Zepter in der Hand. Die Aktie bleibt trotz der jüngsten Erholung in einem Abwärtstrend.

Expertenmeinung: Die Wahrscheinlichkeit auf weiter fallende Kurse ist aus aktueller Sicht noch immer höher als vice versa und somit würde es für uns keinen Grund geben, hier mit Käufen aktiv zu werden. Erst wenn das Papier Anzeichen einer möglichen Trendwende liefert, werden wir rechtzeitig darüber berichten und in unseren Analysen darauf hinweisen. Das nächste mögliche Kursziel setzen wir vorerst mit 50.83 EUR fest. Dies ist der nächste wichtige Boden, welcher im Sommer 2016 gebildet wurde. Vom aktuellen Standpunkt aus, würde dies einen weiteren Kursverlust von rund 15 Prozent mit sich bringen.

Aussicht: BÄRISCH

20180712-daimler-aktie-kann-weiterhin-nicht-ueberzeugen-kursziel-50-83-eur

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Automobilwerte können in Deutschland schon seit Jahresbeginn nicht wirklich überzeugen. So zeichnet auch die Aktie des Automobilherstellers Daimler seit Januar ein überaus trübes Gesamtbild. Die Aktie schlittert immer weiter nach unten und bildet schon seit Monaten eine Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Lediglich Anfang April versuchten die Bullen einen Trendwechsel einzuleiten, doch lediglich für einen einzigen Tag konnte der Abwärtstrend gebrochen werden. Ein Ende der Talfahrt ist aktuell noch nicht in Sicht. Hier hilft nur ein Blick auf den Wochenchart, um einen möglichen Boden auszumachen. Der Trend bleibt bärisch.

Expertenmeinung: Das nächste wichtige Pivot-Tief findet sich bei exakt 59 EUR. Dies war das Tief von Sommer 2017 und stellt derzeit das nächste mögliche Ziel der Bären dar. Da der Kursabfall in den letzten Wochen recht steil verlief können wir zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Kurse in der Nähe dieser Marke zu einer technischen Gegenbewegung nach oben ausholen dürften. Ob der Boden jedoch auch langfristig gehalten werden kann, bleibt vorerst fraglich. Wir bleiben bärisch auf Daimler.

Aussicht: BÄRISCH

20180620-daimler-hier-koennte-der-naechste-boden-gebildet-werden

Die Erneuerung der Drohung, auf europäische Automobilimporte Strafzölle zu erheben, der direkte Schritt dorthin durch die Anordnung der Prüfung, ob dergleichen Einfuhren die nationale Sicherheit der USA bedrohen, diese Aktivitäten des US-Präsidenten schickten die Daimler-Aktie seit Ende Mai, als der Kurs dadurch unmittelbar vor dem Sprung über die 200-Tage-Linie abdrehte, zu Boden. Aber ist Daimler damit nur angezählt … oder tatsächlich vorerst k.o.? Könnte beispielsweise ein erneut und nachhaltig nach unten drehender Euro das Risiko von Umsatzeinbußen im US-Markt kompensieren? Diese Frage stellt sich derzeit allen Akteuren. Und leider lautet die Antwort: Das kann man noch nicht abschätzen. Erstens, weil man nicht weiß, in welcher Form und Ausprägung diese Strafzölle kommen werden. Nur die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu diesem Schritt kommt, ist jetzt sehr hoch, denn bislang sieht und hört man nur eindringliche Appelle der Europäer, diese destruktive Handelspolitik zu beenden, aber keine konkreten Verhandlungen. Zweitens, weil das darauf ankäme, wie weit der Euro abrutschen würde. Käme es zu Kursen unter 1,10 US-Dollar pro Euro, wäre das ein bedeutender Pluspunkt für den Export, sofern das mit einem vergleichbaren Abstieg zu den Währungen der wichtigsten Exportländer außerhalb der Eurozone einherginge. Aber da wäre auch noch das Problem China:

Expertenmeinung: China hat entschieden, die Einfuhrzölle für Autoimporte zu senken, aber eben nicht nur für US-Marken. Damit hätten die Europäer, die Japaner, Koreaner und US-Unternehmen weiterhin dieselben Rahmenbedingungen im Ringen um chinesische Käufer. So hat sich Präsident Trump das aber natürlich nicht vorgestellt. Sollte es gelingen, China dazu zu bringen, nur für US-Importe einen niedrigeren Zoll zu verlangen, wäre das ein weiteres Problem für Daimler. Mal davon abgesehen, dass zuletzt auch noch die Abgas-Problematik wieder in den Schlagzeilen auftauchte. So gesehen stehen die Chancen für eine nachhaltige Wende nicht gerade gut. Dass Daimler mit dem Rückenwind des fallenden Euro am Donnerstag schwungvoll an die nächstliegende Charthürde bei 63,78 Euro sauste, an dieser durch die 20-Tage-Linie verstärkten Widerstandsmarke am Freitag aber sang- und klanglos wieder abdrehte, ist ein Indiz dafür, dass die Bären derzeit weiterhin die besseren Karten hätten, ihr nächstes Kursziel, das Tief vom August 2017 bei 59 Euro, zu erreichen. Erst Schlusskurse über 64 Euro würden das Bild zu Gunsten der Bullen auf den Kopf stellen, den Weg in den Widerstandsbereich 67,65/68,50 Euro freigeben. Aber solange das im Vorfeld einer konkreten Entscheidung über die Strafzölle geschähe, hinge über einem solchen Long-Signal permanent ein äußerst scharfes Damoklesschwert!

Chart vom 15.06.2018, Kurs 62,32 Euro, Kürzel DAI

Dass die Jahre dynamischen Wachstums vorbei sind, das wusste man auch schon im vergangenen Herbst, als die Daimler-Aktie auf den höchsten Stand seit Anfang 2016 kletterte. Aber die Anleger hofften darauf, dass neben dem wichtigen Wachstumsmarkt China auch die USA für eine Belebung bei Umsatz und Gewinn des Daimler-Konzerns sorgen würden, weil dort das Wachstum anziehen würde, die Steuerreform ihre positive Wirkung entfalten würde. Was sie nicht tat. Und nicht nur deswegen bläst Daimler der Wind jetzt gewaltig ins Gesicht.

Aus der Hoffnung, dass der US-Absatz anziehen könnte, wurde berechtigte Sorge vor US-Strafzöllen speziell gegen europäische Automobilimporte, die immens negative Folgen hätten. Der Abstieg des Euro, der die Exportperspektiven insgesamt aufhellen würde, wenn sich die europäische Gemeinschaftswährung auf einem niedrigeren Level einpendeln würde, ist zunächst einmal gestoppt. Wie es da weitergeht, ist offen. Und jetzt erlebt auch noch die Abgasproblematik eine Neuauflage. Mit dem erzwungenen Rückruf hunderttausender Fahrzeuge steht Daimler auf einmal in den Schlagzeilen – im negativen Sinne.

Ende Mai war die Aktie auf dem Sprung, die Kurve nach oben zu kriegen, war schon an die 200-Tage-Linie gelaufen. Ein starker Handelstag, und eine Bodenbildung wäre vollendet worden, die die bullischen Trader hätte zurückholen können. Aber das war der Moment, an dem der US-Präsident sein Handelsministerium anwies zu prüfen, ob europäische Autoimporte die nationale Sicherheit der USA gefährden. Eine Posse, könne man meinen, aber das ist insofern ernst, als man zum einen damit rechnen muss, dass sich die Behörden dem Präsidenten beugen werden und dieser zum anderen im Fall der Bedrohung der nationalen Sicherheit auch ohne Zustimmung des Kongresses handeln könnte.

Die Aktie wurde daraufhin förmlich „abgeschossen“, fiel durch dem im Chart auf Wochenbasis eingezeichneten, aus dem Sommer 2016 stammenden mittelfristigen Aufwärtstrend und steuert jetzt auf das Tief von Ende Juli/Anfang August 2017 bei 59 Euro zu. Aufgrund der in einem Atemzug mit der Rücknahme der Zustimmung zur G7-Erklärung erwähnten Zielsetzung, sich jetzt umgehend darum zu kümmern, dass europäische Autos nicht mehr die Straßen der USA überfluten, dürfte Donald Trump in Bezug auf die Strafzölle wohl bald ernst machen. Natürlich darf man immer hoffen, dass das Ganze glimpflich ausgeht. Aber solche Hoffnungen verlieren mehr und mehr an Fundament.Chart vom 11.06.2018, Kurs 61,42 Euro, Kürzel DAI

Und sollte Daimler diese wichtige Unterstützung bei 59 Euro brechen, wäre das eine markante Intensivierung des ohnehin abwärts weisenden Trends. Der Wochenchart zeigt, wo die Aktie dann aus charttechnischer Sicht landen könnte, nämlich dort, wo der gerade gebrochene mittelfristige Aufwärtstrend im Sommer 2016 begann: bei 50,83 Euro. Hier stehen die Bären derzeit unangefochten am Ruder.

Chart vom 11.06.2018, Kurs 61,42 Euro, Kürzel DAI

Am Dienstagabend war Daimler noch auf dem Sprung, die Handelsspanne der letzten Wochen nach oben zu verlassen. Am Donnerstagabend rutscht die Aktie auf einmal mit Schwung auf deren untere Begrenzung zu, droht, markant bärische Signale zu generieren. Binnen zwei Tagen wurde aus einer positiven, vielversprechenden Gemengelage eine äußerst kritische. Und in beiden Fällen stammen die Impulse aus den USA. Als China als eines der Ergebnisse der Verhandlungen mit den USA erklärte, dass die Einfuhrzölle für ausländische Automobile ab 1. Juni von 25 auf 15 Prozent gesenkt würden, legte Daimler zu. Zu Recht, denn Daimler hat in China starkes Wachstum zu verzeichnen. Und da die Reduzierung des Zolls für alle ausländischen Hersteller gilt, würde sich die Konkurrenzsituation zu den US-Autobauern nicht verschlechtern, die dadurch günstigeren Preise aber mehr Käufer anlocken. Doch dann drehte der Wind abrupt, als den USA gewärtig wurde, dass dieses Zugeständnis eben nicht nur ihnen etwas nützen würde. Der US-Präsident erklärte sich noch am Mittwoch unzufrieden mit dem, was China zugesagt habe und will neu und weiter verhandeln. Wobei sehr deutlich wurde: Dass die Europäer auf diese Weise ebenfalls „faire“ Konditionen bekommen würden, passte ihm gar nicht. Damit nicht genug:

Expertenmeinung: Donald Trump forderte das Handelsministerium auf zu prüfen, ob ausländische Automobilimporte in die USA nicht die nationale Sicherheit gefährden. Schließlich sei die US-Autoindustrie ein wichtiger Stützpfeiler für die US-Wirtschaft und damit für die Stärke des Landes. Dass das mit „Sicherheit“ nicht das Geringste zu tun hat, ist zwar jedem klar. Aber man darf vermuten, dass Handelsminister Ross seinem Präsidenten vollumfänglich Recht geben wird. Dieser absurd wirkende Weg hätte den Vorteil, dass der US-Präsident im Fall der Gefährdung der nationalen Sicherheit weitergehende Handlungsvollmachten hätte und Strafzölle gegen Daimler & Co. einfach „befehlen“ könnte. Dass Trump diesen Weg gehen will, wird deutlich. Und auch, wenn die EU dann mit einer Klage vor der WTO ohne Wenn und Aber Recht bekäme: Erstens wäre fraglich, ob Trump das Urteil der WTO interessieren würde. Zweitens wäre der Schaden da schon angerichtet. Bislang sind die Einfuhrzölle in die USA niedrig. Mit Zöllen von 25 Prozent wäre mit einem dramatischen Einbruch des Umsatzes zu rechnen, hinzu kommen die Kosten für die gesamte, dann nahezu brach liegende Vertriebsstruktur. Der Abriss der Daimler-Aktie ist angesichts dieser Entschlossenheit, die bei den Aktivitäten des US-Präsidenten durchscheint, durchaus nicht überzogen. Vor allem, wenn er es fertig bringen würde, dass China die sinkenden Einfuhrzölle doch nur auf US-Fahrzeuge beschränkt und Daimler dann auch dort Probleme bekäme. Aber einem Short-Signal vorzugreifen wäre riskant, derzeit ist die Nachrichtenlage dazu viel zu wankelmütig, auch, wenn es nach dem Abwärtsschwenk genau an der 200-Tage-Linie und dem neuen, bislang aber noch knappen Verkaufssignal im Trendfolgeindikator MACD sehr nach mehr Druck aussieht. Erst, wenn die Aktie das bisherige Jahrs-Verlaufstief bei 63,78 Euro auf Schlusskursbasis unterbietet, wäre die Trendentscheidung mit erstem Kursziel 59 Euro zu Gunsten der Bären gefallen.

DAI_2018_05_25

Ausgerechnet die USA, die die angebliche Überflutung des eigenen Markts durch europäische Autos mit der Brechstange einzudämmen gedenken, waren am Dienstag die Basis für ein Plus der Daimler-Aktie, das das Zeug hat, die seit Januar andauernde Korrektur zu beenden und die aktuelle Bodenbildung in einen neuen Aufwärtsimpuls zu verwandeln. Der Druck der US-Unterhändler auf China hatte dazu geführt, dass die Chinesen am Dienstagvormittag unserer Zeit mitteilten, dass das Land die Einfuhrzölle auf ausländische Automobilimporte ab 1. Juli von 25 auf 15 Prozent senken wird. Das entscheidende Element dabei: Nicht nur US-Automobile kommen in den Genuss eines niedrigeren Einfuhrzolls, sondern alle ausländischen Importe. Das war eine clevere Entscheidung, denn damit ist China nicht vor den USA im Besonderen eingeknickt und ist sich der Zustimmung aller Länder sicher. Zugleich ist man den US-Amerikanern zwar vordergründig entgegengekommen. Aber die Wettbewerbssituation der ausländischen Importeure bleibt damit dieselbe: Jeder hat eine gleich hohe Einfuhrsteuer – aber insgesamt werden die Importe für chinesische Kaufinteressenten günstiger. Und das spielt Daimler absolut in die Karten, denn:

Expertenmeinung: Daimler hat in China einen sehr wichtigen Absatzmarkt mit viel Potenzial. Die US-Autobauer hingegen dürften sich auch mit knapp zehn Prozent niedrigeren Preisen schwertun, während die beliebten Mercedes-Modelle tendenziell mehr Käufer finden könnten, zumal derzeit auch noch die Währungsrelation für die deutschen Autobauer spricht, weil der Euro von seinem die Exporte behindernden Höhenflug bereits deutlich zurückgekommen ist. Das ist jetzt genau die Gemengelage, die bullische Investoren brauchen: eine positive Perspektive, die über den Moment hinausreicht. Dass die Daimler-Aktie so lange keine ernsthaften Anstalten machen konnte, einen neuen Aufwärtstrend zu etablieren, lag vor allem daran, sprich es fehlte an einer optimistischen Perspektive. Ein fallender Euro und ein unverhoffter Vorteil im Wachstumsmarkt China sind dafür eine tadellose Basis. Die Aktie ist, wie Sie im Chart sehen, genau da angekommen, wo ein markantes Long-Signal beginnen würde: an der 200-Tage-Linie bei 68,26 Euro, die zugleich die obere Begrenzung der bereits seit Herbst mehrfach als Wendezone fungierenden Zone 67,66/68,27 Euro darstellt. Sollte es gelingen, Daimler mit einem Schlusskurs über 69 Euro klar über diesen Bereich hinaus zu tragen, würden sich zwar aufgrund der monatelangen Abwärtsbewegung immer wieder in kurzen Abständen potenzielle Charthürden finden lassen. Aber ob die eine wachsende Zahl an wieder zuversichtlichen Anlegern aufhalten können, wäre dann zumindest fraglich.

Chart vom 22.05.2018, Kurs 68,38 Euro, Kürzel DAI

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Trotz der überaus soliden Entwicklung des gesamten deutschen Aktienmarktes, hat sich bei den Papieren des deutschen Automobilherstellers Daimler lediglich eine kleine technische Gegenreaktion nach oben ergeben. Auch der recht heftig gefallene Euro gegenüber dem US-Dollar konnte die Kurse nicht deutlich gen Norden bringen. Nach wie vor bleibt hier die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs erhalten und von einer nachhaltigen Erholung ist weiterhin nicht viel zu sehen. Technisch betrachtet bleibt das Papier somit in einem bestätigten Abwärtstrend.

Expertenmeinung: Sowohl im Februar als auch im April dieses Jahres scheiterten die Kurse am fallenden 50-Tage-Durchschnitt. Dieser agierte als Widerstand und der Versuch der Bullen diesen Indikator zu brechen, misslang. Nun ist die Aktie neuerlich an dieser Hürde angekommen und es bleibt abzuwarten, ob es dieses Mal gelingen wird oder nicht. Es gibt derzeit keine wirklichen Anhaltspunkte, ob die Kurse neuerlich nach unten abdrehen werden oder ob der Bann dieses Mal gebrochen werden kann. Es heißt also auf die bevorstehenden Signale zu warten. Danach wird das Bild wieder klarer.

Aussicht: BÄRISCH

20180516-daimler-kann-der-bann-endlich-gebrochen-werden

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