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Ceconomy AG. (ex METRO AG): Historische Analysen der letzten 6 Monate

Aktien-Portrait und Kursentwicklung: Ceconomy
Datum

Titel

Analysis

Ceconomy ist ein führendes Handelsunternehmen für Unterhaltungselektronik in Europa und der Betreiber und Eigentümer der beiden Elektronik-Fachmarkt-Ketten Media Markt und Saturn.
Der Konzern hat Niederlassungen in mehr als 30 Ländern und entstand im Jahr 2017 durch die Aufspaltung der Metro AG in die Bereiche Lebensmittelgeschäft und Consumer Electronics.

Wie läuft es eigenständig?

Für das Unternehmen liegen ab dem Geschäftsjahr 2014/15 eigene Zahlen vor, also drei Jahresabschlüsse. In diesem Zeitraum stieg der Umsatz von 21,74 auf 22,16 Mrd. Euro.
Der Gewinn entwickelte sich allerdings deutlich besser und legte von 0,42 auf 0,58 Euro je Aktie zu.

Im den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres stagnierte der Umsatz hingegen weitgehend und erreichte 16,50 Mrd. nach 16,47 Mrd. Euro im Vorjahr.
Das Ergebnis brach von 0,27 auf -0,19 je Aktie ein. Der Rückgang war vor allem auf eine deutlich gestiegene Steuerquote und ein Finanzergebnis von -261 Mio. Euro zurückzuführen.

Es gab also tatsächlich wenig Erfreuliches für die Aktionäre und Kursverluste sind daher nicht überraschend.

Prognose gekappt

Der Vorstand bezeichnete die Umsätze bei Media Markt und Saturn im Juli und August als „enttäuschend“. Deshalb sei man zu dem Schluss gekommen, dass man die Guidance anpassen muss.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet man nun nur noch ein EBITDA von 680-710 Mio. nach 714 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT soll mit 460-490 Mio. ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 494 Mio. Euro liegen.

Darüber hinaus scheint auch das mittelfristige Ziel einer operativen EBITDA-Marge von 5,0% zu wackeln, zumindest brauche man wohl mehr Zeit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag die Marge noch bei 3,2%.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Dementsprechend sollte man wohl sehr vorsichtig mit den bisherigen Schätzungen umgehen. Es dürften diverse Downgrades, Revisionen und Senkungen der Kursziele folgen.

Dennoch dürfte Ceconomy im laufenden Geschäftsjahr auf ein KGVe von 13-14 kommen. Die Dividendenrendite liegt bei 3,8%.

Der Markt übersieht etwas

Einige wichtige Fakten scheinen allerdings von den anhaltend schlechten Nachrichten überschattet zu werden.

Kürzlich hat der tschechische Milliardär Křetínský eine Beteiligung von 7,3% an Metro erworben. Zusätzlich besteht eine Option auf den Kauf von weiteren 15,2%, die Haniel hält.

Gerüchten zufolge verhandelt der Tscheche auch mit Ceconomy und strebt wohl eine Kontrollmehrheit an. Beim aktuellen Börsenwert wären die 10% an der Metro rund 500 Mio. Euro Wert – mehr als ein Fünftel der Marktkapitalisierung von Ceconomy selbst!

Ceconomy hätte im Falle eines Verkaufs plötzlich rund 1,40 Euro je Aktie Cash in der Bilanz.

Vielleicht ist es noch zu früh einzusteigen, man sollte die Sache aber unbedingt im Auge behalten. Kommt es zu einem Verkauf, könnte die Aktie deutlich anspringen.

Charttechnik

Die heutige Tageskerze muss aus technischer Sicht positiv gedeutet werden. Trotz Hiobsbotschaft hat die Aktie kein nachhaltiges neues Tiefs markiert. Der Abverkauf wurde frühzeitig gestoppt und ein Tagesschluss über der Unterstützung bei 6,25 Euro ist wahrscheinlich.

Darüber hinaus wurde der über Monate anhaltende Abwärtstrend überwunden und nicht wieder unterschritten. Es besteht eine valide Chance, dass Ceconomy hier einfach dreht und in Richtung 6,75 oder 6,90 Euro steigt. Darüber hellt sich das Chartbild zunehmend auf.

Fällt der Wert hingegen nachhaltig unter 6,25 Euro, kommen auf die Bullen ernstzunehmende Probleme zu.

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Die Metro AG ist ebenso wie Ceconomy aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangen. Inzwischen notieren beide Unternehmen eigenständig an der Börse. Ceconomy als Holdinggesellschaft der Elektronikeinzelhändler Media Markt und Saturn. Die Metro AG vereint unter ihrem Dach die Supermarktkette Real sowie Metro Cash & Carry und zahlreiche Servicegesellschaften.

Das macht keinen Spaß

Seit der Aufspaltung hatten die Aktionäre der Metro wenig Freude an dem Papier. Vom Eröffnungskurs bei rund 20 Euro ging es geradezu stetig abwärts und der Kurs halbierte sich.

Die Zahlen haben auch wenig Grund zur Freude geboten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr legte der Umsatz lediglich um 1,6% auf 37,14 Mrd. Euro zu. EBIT, EBT und Periodenergebnis waren jedoch stark rückläufig.
Der Gewinn sank von 1,39 auf 0,89 Euro je Aktie und die Dividende wurde von 1,00 auf 0,70 Euro gekürzt.

Wie läuft das aktuelle Geschäftsjahr?

Hier sieht es leider nicht besser aus. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um 1,4% und das Ergebnis stagnierte bei 0,66 Euro je Aktie.
Das dritte Quartal selbst war in diesem Kontext allerdings noch schwächer und trübt den Ausblick natürlich ein. Der Umsatz ging um 3,7% auf 9,0 Mrd. Euro zurück und das Ergebnis sackte von 0,21 auf 0,16 Euro je Aktie ab.

Für das Gesamtjahr erwartet Metro ein Umsatzwachstum von 0,5% und ein währungsbereinigtes Ergebnis „über dem Vorjahr“. Wie viel über dem Vorjahr, wird allerdings nicht genannt. Gleichzeitig wird bereits davor gewarnt, dass die Kündigung des Zukunftstarifvertrags bei Real das Ergebnis im zweiten Halbjahr stark belasten wird.

Fundamentale Bewertung

Es dürfte also nicht verwundern, wenn die Bewertung niedrig ausfällt. Das KGVe für 2018 liegt zum aktuellen Kurs bei 14.

Der Gewinn soll nach 0,89 im Vorjahr auf 1,01 Euro je Aktie steigen. Im Folgejahr sollen dann 1,07 Euro erreicht werden. Zumindest zeigt der Trend in die richtige Richtung, alle Werte liegen jedoch noch unter dem Ergebnis aus dem Geschäftsjahr 2015/16.

Noch unerfreulicher wird das Bild mit einem Blick auf Bilanz und Kapitalfluss. Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 2016/17 lag die Nettoverschuldung bei 3,1 Mrd. Euro und die Eigenkapitalquote betrug nur 20,3%.
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit lag zwar bei 1,0 Mrd. Euro, jedoch unter dem Vorjahreswert von 1,2 Mrd. Euro. Daraus fließen aber natürlich auch noch die Mittel für Investitionen und Zinsen ab. Unter dem Strich bleibt ein Mittelabfluss von 12 Mio. Euro.

In den ersten neun Monaten des Jahres sah es nicht besser aus, ganz im Gegenteil. Aus der Unternehmen sind 522 Mio. Euro abgeflossen, obwohl sich der Schuldenstand um mehr als 150 Mio. Euro erhöht hat.

Das einzige Argument für die Aktie scheint die hohe Dividendenrendite von knapp 4,9% zu sein. Doch die ist nicht sicher und wurde auch in den beiden Vorjahren gesenkt.

Kurssprung – Metro vor Übernahme?

Der Duisburger Familienkonzern Haniel könnte womöglich bei Metro aussteigen. In einem ersten Schritt wird die EP Global Commerce GmbH 7,3% der Stammaktien kaufen, zudem besteht eine Option auf den Kauf der restlichen 15,2%, die Haniel hält.

Hinter der EP Global Commerce GmbH steht der Milliardär und CEO des tschechischen Versorgers EPH, Daniel Křetínský.

Darüber hinaus scheint man wohl auch mit Ceconomy über einen Verkauf ihrer Metro-Anteile verhandeln. Wie und zu welchen Konditionen eine Transaktion erfolgen könnte, ist allerdings unklar.

Unter dem Strich ist das für die Aktionäre der Metro selbst aber ohnehin ein Nullsummenspiel. Ein Großaktionär wird durch einen anderen ausgetauscht. Der Kurssprung kann also nur auf der Annahme beruhen, dass Křetínský ein Komplettübernahme anstrebt oder den Konzern in eine profitablere richtige Richtung lenken wird.

Was ist aber mit Ceconomy?

Das ist allerdings eher vage und wie so oft könnte die zweite Ebene einer Gleichung die besseren Optionen bieten. Die größten Profiteure könnten am Ende Ceconomy und deren Aktionäre sein.
Beim aktuellen Kurs wären die 10% an Metro immerhin rund 500 Millionen Euro Wert. Da die Marktkapitalisierung von Ceconomy selbst bei nur 2,5 Mrd. Euro liegt, könnte sich der Deal also auszahlen.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie ist übergeordnet klar bärisch und mit dem heutigen Kurssprung in einem Widerstandsband zwischen 14,00 Euro und der oberen Abwärtstrendlinie angekommen.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Wert hier zunächst abprallt. Interessante Kaufmarken lägen in diesem Fall allerdings im Bereich zwischen 12,00 und 12,40 Euro. Eventuell zeichnet sich aber bereits nahe 13,00 Euro wieder größeres Interesse ab.

Prozyklische Kaufsignale ergeben sich oberhalb von 14,00 und 14,50 Euro.

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Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs der Ceconomy-Aktie, dem „Spinoff“ des METRO-Konzerns, bestehend aus Media Markt und Saturn, bereits halbiert. Und viel würde den Bären aus charttechnischer Sicht nicht mehr im Wege stehen, um diesen Abstieg fortzusetzen. Denn diese Aktie, die kurioserweise die Kurshistorie der alten METRO-Aktie übernommen hat, während die „neue“ METRO ihre Kurshistorie erst mit der Trennung der beiden Unternehmen im Vorjahr begann, ist ganz unten angekommen.

Unser Chart bildet die Aktie auf Wochenbasis ab und zeigt als letzte grün gefärbte Unterstützungslinie das Tief des Jahres 2012 bei 6,20 Euro an. Tiefer notierte die Aktie noch nie. Im Tagestief war Ceconomy bereits bis auf 6,23 Euro durchgesackt, Sie schloss mit 6,33 Euro zwar immerhin zehn Cent höher, aber dennoch gegenüber Montag gut neun Prozent im Minus. Und der Anlass für diesen Abgabedruck dürfte den bärischen Tradern Zuversicht geben, auch diese allerletzte Unterstützung brechen zu können, weil sich zu wenige Akteure finden könnten, um das jetzt erreichte Niveau zu verteidigen. Denn es war die am Dienstagmorgen vor Handelsbeginn vorgelegte Quartalsbilanz, die diesen neuerlichen Abstieg auslöste.

Expertenmeinung: Ceconomy leidet seit Januar unter geplatzten Hoffnungen. Im Januar wurde bekannt, dass das für das Unternehmen wegen des Weihnachtsgeschäfts mit Abstand wichtigste vierte Kalenderquartal (für Ceconomy das erste Quartal, da das Geschäftsjahr hier jeweils am 30. September endet) eine Bauchlandung wurde. Man hatte sich bei Lagerhaltung und Rabatten verkalkuliert. Im Zuge der gestern präsentierten Zahlen wies Ceconomy darauf hin, dass sich dieser Fehler nicht wiederholen werde. Und man hob hervor, dass die zehn Prozent, mit denen Ceconomy an der METRO beteiligt ist, dafür verantwortlich sei, dass das Nettoergebnis des zurückliegenden Quartals mit -104 Millionen Euro im Verlust endete.

Diese Beteiligung werde überprüft, hieß es. Aber auch ohne diesen Aspekt war das Ergebnis enttäuschend, weil der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal nicht stieg, sondern sogar leicht zurückging (4,6 nach 4,63 Milliarden Euro). Die großen Erwartungen, die man noch im Herbst 2017 an diese Aufteilung der METRO in zwei Unternehmen hatte, die ja gedacht war, um beide Teile schlagkräftiger zu machen, sind geplatzt. Daher macht sich das Bären-Lager nicht zu Unrecht Hoffnung, dass die Ceconomy-Aktie, die mit dem gestrigen, heftigen Abverkauf gleich durch mehrere langfristig relevante Unterstützungen fiel, auch noch diese allerletzte Linie bei 6,20 Euro bricht.

Chart vom 14.08.2018, Kurs 6,33 Euro, Kürzel MEO

Was im Chart aussieht wie ein hilfloser kleiner Hüpfer im Kurs war immerhin ein sattes Plus von 8,6 Prozent. Ceconomy, bestehend aus Media Markt und Saturn, ehemals Teil des Metro-Konzerns und seit Januar unter Dauerdruck, was den Kurs angeht, stellte zum Wochenstart den Gewinner im MDAX. Auslöser dieses Kurssprungs war die am Freitagabend nach Handelsende lancierte Mitteilung, dass der Mobilfunkanbieter freenet über eine Kapitalerhöhung bei Ceconomy einsteigen werde. freenet übernimmt nur an dieses Unternehmen und zu 8,50 Euro ausgegebenen neue Aktien und wird dadurch mit neun Prozent einer der größten Anteilseigner bei Ceconomy. Für Ceconomy bedeutet das einen warmen Geldregen von 277 Millionen Euro. Und für die Aktie die Chance auf eine Stabilisierung. Denn obwohl sich Ceconomy von seinem defizitären Geschäft in Russland getrennt hatte, fiel die Aktie einfach immer weiter. Die Anleger hatten das Vertrauen verloren – und die Bären freie Bahn. Wird sich das jetzt nachhaltig ändern?

Expertenmeinung: Das darf man zumindest noch als fraglich ansehen. Ceconomy will die Einnahme zur „Stärkung der eigenen Bilanz“ verwenden, was also der Profitabilität des operativen Geschäfts nicht helfen dürfte. Und genau die müsste ausgebaut werden. Und dass freenet auf diesen „Deal“ hin am Montag fiel, zumal man sich fragte, ob der mit 8,50 Euro klar über dem Börsenkurs liegende Preis der Kapitalerhöhung nicht zu hoch ist, zeigt, dass man da skeptisch ist. Dass freenet dadurch womöglich eine bessere Vermarktungsplattform erreicht, ist denkbar, aber was hat Ceconomy mittelfristig davon außer einer etwas breiteren Kapitalbasis? Solange da keine überzeugenden Antworten auftauchen, dürfte es schwierig werden, aus diesem Kurssprung des Montags die Basis einer glaubwürdigen Trendwende zu machen. Dazu müsste die Aktie über die aktuell bei 8,60 Euro verlaufende Januar-Abwärtstrendlinie und über die sehr markante Widerstandslinie bei 8,85 Euro hinaus – keine gerade einfachen Hürden. Solange das nicht vollzogen wäre, bleibt Ceconomy aus charttechnischer Sicht bärisch.

MEO_2018_07_03

-13,34 Prozent auf ein neues Jahrestief … was war denn jetzt schon wieder bei der ohnehin in den letzten Monaten so gebeutelten Ceconomy-Aktie los? Eine Kapitalerhöhung um zehn Prozent werde erwogen, war vom Unternehmen zu hören. Dieses Kapital, vermuten die Anleger, sei nötig, um sich neu aufzustellen und in diesem Zug das defizitäre Geschäft in Russland zu beenden. Grundsätzlich klingt das gut. Aber Ceconomy hatte zuletzt zu oft enttäuscht, die Marktteilnehmer scheinen dem Unternehmen einfach nicht mehr allzu viel zuzutrauen. Man preiste die Kapitalerhöhung nicht nur schon einmal ein, was die Aktie um etwa zehn Prozent hätte drücken können, sondern setzte noch einiges oben drauf, was die Abgaben betraf. Aber allzu viel Luft nach unten wäre da ja eigentlich nicht mehr, wenn man dem Chart glauben darf, der die Aktie auf Wochenbasis über die vergangenen gut sechs Jahre zeigt. Aber darf man dem Chart denn glauben?

Expertenmeinung: Richtig ist, dass das Chartbild eine sehr breite, durch zahlreiche Wendemarken nach oben entstandene Unterstützungszone zwischen 6,20 und 7,11 Euro aufweist. Aber auch wenn es im ersten Moment seltsam klingt: Dieser Kursverlauf ist, wenn man die Zeit vor dem 13. Juli 2017 betrachtet, gar nicht der von Ceconomy. Vor diesem Tag war diese Aktie die Metro. So verwirrend es ist: Nach der Aufspaltung in Metro und Ceconomy behielt Ceconomy den alten Kursverlauf und das alte Kürzel MEO, während die Metro mit dem Kürzel B4B, was die Kurshistorie betrifft, bei null anfing. Aber damit zeigt dieser Chart vor Juli letzten Jahres einen Einzelhandelskonzern, der Lebensmittel-Ketten ebenso umfasste wie das, was in Ceconomy überging, nämlich die beiden Unterhaltungselektronik-Märkte Saturn und Media Markt. Ob die Marktteilnehmer diese alten Wendemarken, die im Prinzip zu einem anderen Unternehmen gehören, also als Unterstützungen ansehen werden, ist zumindest fraglich. Und blendet man alles von dem 13. Juli 2017 aus, dann hat die Ceconomy-Aktie am Dienstag ein neues Tief in ihrer bisherigen „Lebenszeit“ an der Börse markiert. Man sollte sicherlich ein Auge auf diese theoretische Unterstützungszone zwischen 6,20 und 7,11 Euro haben und Short-Trades nach diesem Selloff lieber zu eng als zu weit absichern. Aber als Basis für Käufe sollte man die Wendemarken der alten Metro besser nicht sehen.

Chart vom 19.06.2018, Kurs 7,50 Euro, Kürzel CEC

Als sich die Metro im vergangenen Jahr in die „alte“ Metro mit dem Einzelhandelsbereich und in Ceconomy mit den Elektronikmärkten Saturn und Media Markt aufteilte, waren viele zunächst zwar noch skeptisch. Aber als der Sommer zu Ende ging, das Weihnachtsgeschäft näher rückte, begannen die Marktteilnehmer bei Ceconomy zuzugreifen. Ein kleiner „Morning Star“ begründete Ende August den Anstieg der Aktie von 8,84 Euro auf in der Spitze 13,40 Euro im Januar. Ein stattliches Plus von gut 50 Prozent. Doch kein halbes Jahr später ist die Aktie nicht nur wieder da, wo sie im August 2017 startete, sondern steht sogar unterhalb dieser markanten Unterstützung aus den Tiefs vom Juni und August 2017 bei 8,84 Euro. Begonnen hatte das Drama (aus Sicht der Bullen), als Ceconomy Mitte Januar einräumen musste, dass das Weihnachtsquartal wegen ungünstiger Rabatte in Bezug auf den Gewinn ein Schlag ins Wasser war. Die Aktie sackte sofort um fast 13 Prozent durch und schaffte es danach nicht einmal mehr im Ansatz, das dabei entstandene Abwärts-Gap zu schließen. Seither ist Ceconomy Bären-Territorium. Und die scheinen jetzt ernsthafte Absichten zu hegen:

Expertenmeinung: Und zwar die ernsthafte Absicht, die Aktie auf neue Tiefs zu drücken. Basis dieser Ambitionen dürfte die Reaktion auf die Ergebnisse des zweiten Geschäftsquartals (d.h. des ersten Kalenderquartals) gewesen sein. Als diese Zahlen am 17. Mai auf den Tisch kamen, gab es zwar Käufe, aber der an diesem Tag entstandene Doji zeigte auch: Andere nahmen selbst in dieses kleine Plus hinein Gewinne mit. Und am Folgetag lief es ebenso. Die Bären erkannten: Die Bullen haben hier keine Chance. Am nächsten Tag wurde die Aktie an die wichtige Unterstützung bei 8,84 Euro gedrückt, gleich am Tag darauf landete sie schon darunter. Gegenwehr der Bullen: keine. Das zwischenzeitige Tief wurde bei 8,07 Euro markiert, dann kam es zu einer Gegenbewegung. Doch die endete am vergangenen Donnerstag genau an der wichtigen, jetzt zum Widerstand gewordenen Linie bei 8,84 Euro und der 20-Tage-Linie. Diese Hürden werden von den Bären verteidigt – und das überaus erfolgreich. Die Konsequenz ist jetzt ein erneuter Abverkauf, der Ceconomy schon nahe an das letzte Tief bei 8,07 Euro geführt hat. Und es wäre gut möglich, dass die ernsten Absichten der Bären, dieses tief zu durchbrechen, erfolgreich sein werden.

Chart vom 11.06.2018, Kurs 8,25 Euro, Kürzel CEC

Kommt es bei Ceconomy, dem die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn umfassenden „Spinoff“ des Metro-Konzerns, zu einer erneuten Verkaufswelle? Die Wahrscheinlichkeit hierfür und damit für ein Durchbrechen des eineinviertel Jahre lang mühsam und mehrfach verteidigten Bodens im Bereich 8,80/8,84 Euro ist nach dem gestrigen Abverkauf der Aktie um 6,9 Prozent sehr deutlich gestiegen. Es scheint, dieser „Boden“ weist eine für manch einen Anleger bislang unsichtbare Falltür auf, die jetzt aufgehen und die Aktie tief in den Keller schicken könnte. Wobei dieses Minus zumindest für aufmerksame und erfahrene Trader nicht ganz unerwartet kommen konnte, denn die Reaktion auf die am vergangenen Donnerstag präsentierten Ergebnisse zum ersten Kalenderquartal 2018 (dem 2. Geschäftsquartal des Ceconomy-Geschäftsjahres 2017/2018) war angetan, die Stirn zu runzeln. Zur Erinnerung: Ceconomy hatte im vierten Kalenderquartal 2017, dem wichtigsten des Jahres aufgrund des Weihnachtsgeschäfts, nicht zu knapp daneben gelangt und die Gewinnerwartung markant verfehlt. Trotzdem wollte man das vorab gesteckte, allerdings nicht gerade ambitionierte Ziel für das Gesamt-Geschäftsjahr aufrechterhalten. Die vergangene Woche präsentierten Ergebnisse machten das möglich und führten auch zu einem Kurssprung. Aber insgesamt war diese Quartalsbilanz nicht gut genug, um die Aktie zwingend in eine Wende nach oben zu führen.

Expertenmeinung: Der Gewinn lag zwar über den Erwartungen, aber der Umsatz nicht. Nun ist das zwar insofern positiv, als damit eine besser als erwartete Gewinnmarge erreicht wurde. Und damit sind genau da Fortschritte erzielt worden, wo man im Weihnachtsquartal fatal abschnitt. Aber ohne steigende Umsätze bringt das auf Dauer wenig. Man traute den Ergebnissen nicht recht. Und kein Analyst hob daraufhin sein Kursziel an. Auffällig war zudem, dass die Aktie zwar zeitweise kräftig stieg, sich dabei aber am Donnerstag und dann auch gleich am Folgetag sehr volatil zeigte, im Bereich der Eröffnungskurse schloss und zeitweise höhere Kurse abverkauft wurden. Das spielte sich zudem noch unterhalb der für einen Befreiungsschlag entscheidenden Widerstandslinie von 9,80 Euro ab, dem Hoch des Aprils, das Ceconomy hätte überwinden müssen, um auf kurzfristiger Ebene wieder als bullisch zu gelten. Die Käufe wirkten somit wacklig und es scheint, als hätte das bärische Lager daraufhin am Dienstag einfach mal probiert, ob erneuten Leerverkäufen nennenswerter Widerstand entgegengebracht würde. Der Start-Ziel-Sieg der Bären am gestrigen Handelstag war eine klare Antwort. Es gelang nicht einmal, auf Höhe dieser so wichtigen Supportlinie im Bereich 8,80/8,84 Euro Käufer zu mobilisieren. Das wirkt wie ein Freifahrtschein in den Keller, den die Bären jetzt jederzeit ziehen können.

Chart vom 22.05.2018, Kurs 8,84 Euro, Kürzel CEC

Mit einem Minus von -2,68 Prozent gehörte Ceconomy, das Konglomerat aus den vom Metro-Konzern abgespaltenen Elektronik-Ketten Media Markt und Saturn, am Mittwoch zu den größeren Verlierern im MDAX. Bemerkenswert dabei ist, dass es dafür keinen unmittelbaren Anlass gab. Die Ergebnisse zum zweiten Geschäftsquartal (das Geschäftsjahr bei Ceconomy endet am 30.9.) werden zwar mit einiger Unruhe erwartet, aber bis dahin vergeht noch genau eine Woche. Es wirkt, als wollten die Bären schon einmal für das richtige Umfeld sorgen, wenn diese Quartalsbilanz auf den Tisch kommt. Denn nachdem Ceconomy Mitte Januar einräumen musste, dass man sich in Bezug auf das wichtige Weihnachtsquartal verkalkuliert und dadurch erheblich weniger verdient habe als im Vorjahr, haben die Leerverkäufer diese Aktie verständlicherweise auf dem „Kieker“. Verständlich ist das schon. Allzu berühmt gestalten sich das deutsche sowie das europäische Einzelhandelswachstum derzeit nicht. Und das, was Ceconomy für dieses Geschäftsjahr 2017/2018 avisiert hatte, war ohnehin nicht berühmt: Ein Umsatz leicht über Vorjahresniveau und ein EBIT-Anstieg (EBIT = Gewinn vor Steuern und Zinsen) im mittleren einstelligen Prozentbereich, das ist zu dünn, um die im Herbst 2017 etablierte Rallye der Aktie wieder zu beleben. So gesehen wirkt die Überlegung, die diejenigen, die derzeit auf der Short-Seite agieren, wahrscheinlich hegen, nachvollziehbar:

Expertenmeinung: Würde Ceconomy mit der am 17. Mai erwarteten Quartalsbilanz nicht absolut überzeugen, eventuell sogar die Jahresprognose doch noch kassieren, wäre nach unten nichts unmöglich. Zumal die Charttechnik den Bären eine ideale Ausgangsposition verleihen würde, wenn es gelänge, die Aktie schon vor den Zahlen in eine bärische, Käufer abschreckende Position zu bringen, indem man den Kurs nach dem gestern erfolgten Bruch der Unterstützung bei 9,03 Euro unter die mittelfristig wichtigen Tiefs vom Juni und August 2017 bei 8,84 Euro drücken könnte. Doch man sollte sich hüten, diese theoretisch clevere Strategie mit einem sicher eintretenden Szenario zu verwechseln. Sollte Ceconomy doch starke Ergebnisse präsentieren können, würde dieses bärische Kartenhaus blitzschnell in sich zusammenbrechen. Und selbst wenn die Ergebnisse schwach wären, könnten Short agierende Akteure daraufhin den Moment gekommen sehen, um ihre Gewinne mitzunehmen, indem sie ihre Leerverkäufe durch Käufe in der Aktie neutralisieren – was den Kurs dann nach oben ziehen würde. Wenn, sollte man daher mit der gebotenen Vorsicht agieren und Short-Trades im Bereich knapp über der aktuell bei 9,32 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie absichern. Denn würde diese Linie auf Schlusskursbasis überwunden, würde die jetzt klar bärische Indikation zumindest auf kurzfristiger Ebene wieder einer neutralen Aussage weichen.

MEO_2018_05_10

Bis zum vergangenen Sommer waren Metro und Ceconomy noch zusammen und hießen nur Metro. Jetzt sind Metro mit seinen Supermarktketten und Ceconomy mit den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn jeweils eigenständig. Aber die Marktteilnehmer sehen diese beiden Unternehmen doch noch durch ein und dieselbe Brille, zumal beide Aktien im MDAX notiert sind und beide den Einzelhandels-Konsumsektor abdecken. Da war es schon eine Überraschung, dass Metro als Reaktion auf das Kassieren der Gesamtjahres-Prognose am Freitag fast elf Prozent in die Knie ging, die Ceconomy-Aktie aber scheinbar ungerührt um 1,7 Prozent zulegte. Doch zum Wochenstart ging es dann doch 2,18 Prozent abwärts. Weit weniger als die Metro, die gleich noch einmal fast zehn Prozent unter die Räder kam. Aber der Gedanke, dass Ceconomy sich einfach abkoppelt und befreit zulegen könnte, womöglich Kapital aus der Metro-Aktie hinaus und in die Ceconomy-Aktie hinein fließt, wurde dadurch erst einmal ausgebremst.

Dennoch, die Chance auf eine effektive Bodenbildung über den Tiefs vom vergangenen Sommer bei 8,84 Euro, auf einen Befreiungsschlag durch einen Anstieg über die den derzeitigen Bodenbildungs-Versuch nach oben abschließende Widerstandslinie bei 9,80 Euro, bleibt erhalten. Aber kann diese Aktie wirklich dynamisch zurück in die Region über 12 Euro laufen, die sie vor dem 19. Januar erreicht hatte? Das könnte sie, wenn die am 17. Mai erwartete Bilanz zum zweiten Geschäftsquartal (das Geschäftsjahr bei Ceconomy endet am 30.9.) absolut überzeugt. Und zwar ohne Abstriche. Denn das, was an diesem 19. Januar gemeldet wurde, war ein durchaus triftiger Grund für den darauffolgenden, bis Ende März währenden Abstieg der Aktie. Denn da musste man einräumen, dass der Gewinn trotz leicht gegenüber dem Vorjahr gestiegener Umsätze im Weihnachtsquartal kräftig gefallen war, vor allem, weil man sich bei der Rabattschlacht im Vorweihnachtsgeschäft und im Logistikbereich offenbar verkalkuliert hatte.

Die Marktteilnehmer müssten somit am 17. Mai ein tadelloses zweites Quartal präsentiert bekommen, das den Eindruck vermittelt, dass ein solcher Lapsus sich nicht wiederholt. Dann in der Tat hätte eine Wende eine Chance, wobei Schlusskure über 9,80 Euro zunächst nur den Weg bis an die bei 10,52 Euro verlaufende 200-Tage-Linie freigeben würden. Und würde dieser Anstieg im Vorfeld des Zahlenwerks und ohne eventuell vorab veröffentlichte, vorläufige Ergebnisse zustande kommen, wäre Vorsicht geboten, denn dann liefe man auf der Long-Seite Gefahr, durch die nächste böse Überraschung abrupt ausgebremst zu werden. Zumal:

Chart vom 23.04.2018, Kurs 9,41 Euro, Kürzel CEC

Tiefere Kurse wären dieser Aktie keineswegs fremd, wie der Chart auf Monatsbasis zeigt, der die zurückgerechnete Historie von Ceconomy über die vergangenen zehn Jahre zeigt. Zwar wurden diese Kurse nur rechnerisch ermittelt, weil es diese Ceconomy-Aktie erst seit der Aufspaltung im vergangenen Sommer gibt. Aber man sieht eben: Ob als „Gesamt-Metro“ oder alleine genommen gab es schon tiefere Kurslevels – und das über einen langen Zeitraum. Würde die Hoffnung, dass Ceconomy es im zweiten Quartal besser gemacht hat als die Metro, nicht erfüllt, wäre ein Unterschreiten der Vorjahres-Tiefs von 8,85 Euro keine Überraschung und dadurch der Weg frei in Richtung der nächsten, nennenswerten Auffangzone um sieben Euro. Hier lohnt es also, die Augen in beide Richtungen offen zu halten.

Chart vom 23.04.2018, Kurs 9,41 Euro, Kürzel CEC

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