Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
FTSE 100: London hält den Atem an – was wird passieren?

Die heute anstehende Abstimmung im britischen Unterhaus kann für die britische Wirtschaft verheerende Folgen haben. Wenn es tatsächlich zur Ablehnung des zwischen EU und britischer Regierung vereinbarten Ausstiegsvertrags kommt, wäre die Zeit, um einen ungeregelten BrExit zu verhindern, eigentlich deutlich zu knapp. Ende März fällt der Hammer.

Zehn Wochen, um irgendwie zu regeln, wie die britischen Waren in die EU und deren Waren nach Großbritannien gelangen, ohne durch Zölle auf einmal weit teurer zu werden? Utopisch. Zumal dieser zusätzliche Aufwand bei der Ein- und Ausfuhr nicht durch das nötige Personal abgedeckt ist, was zu immensen Verzögerungen führen würde. Und die beschränken sich ja nicht auf diese Waren alleine, meist sind sie ja Teil einer Produktionskette, die dann erst einmal abreißt.

Es steht sehr viel auf dem Spiel. Was sich indes, betrachtet man sich die Charts des Londoner Leitindex FTSE 100 auf Tages- und Wochenbasis, nicht am Aktienmarkt niederschlägt. Denn der stand zwar in den letzten Monaten unter Druck … aber nicht mehr als andere europäische Indizes auch. Aber aus der scheinbaren Gelassenheit am Börsenplatz London zu folgern, dass entweder doch ein Plazet durch das Unterhaus erfolgt oder man in den verbleibenden Wochen eine gute Regelung findet, wäre naiv. Das dürfte es nicht sein, was die Anleger hindert, auszusteigen oder sogar auf die Short-Seite zu wechseln.

Chart auf Wochenbasis vom 14.01.2019, Kurs 6.855,02 Punkte, Kürzel Z | LYNX Online Broker

Es könnte sehr gut sein, dass wir hier etwas sehen, was die Bank of America vor knapp einem Jahr in einer Studie beschrieb: Wenn die Risiken so groß werden, dass man nicht abschätzen kann, welche Konsequenzen sie genau haben werden, sind viele Marktteilnehmer überfordert und reagieren einfach gar nicht, starren wie das Kaninchen auf die Schlange, ohne sich zu rühren. Was aber nicht mehr gilt, wenn aus dem Risiko ein Faktum wird.

Es ist also möglich, dass wir heute bzw. morgen beim FTSE massiv fallende Kurse sehen, als wäre die gescheiterte Abstimmung über den EU-Austrittsvertrag einfach vom Himmel gefallen.

Dass viele im Vorfeld eines erhofften positiven Ereignisses vorkaufen und nicht realisieren, dass alle anderen genauso handeln, ist daher ein Phänomen, das sich auf die potenziell positiven Erwartungen beschränkt. Hier verkauft man nicht im Vorfeld, man wartet ab, so schlecht die Chancen auch stehen, positiv überrascht zu werden. Aber es gäbe noch einen Grund, weshalb viele nicht reagieren:

Das Kursverhalten nach dem „BrExit-Schock“ selbst. Damals, nach dem Referendum am 23. Juni 2016, kam es zwar am Folgetag zu einem Kurseinbruch. Aber in kürzester Zeit drehten die Notierungen, in Europa ebenso wie speziell beim Londoner Leitindex FTSE 100. Damals, man sieht es im Chart auf Wochenbasis, entstand daraus die rechte Schulter einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation.

Die „bad news“ wurden aufgekauft, mündeten in ein charttechnisches Kaufsignal und schon war das Problem „BrExit“ vergessen. Aber ob es diesmal genauso käme? Eher nicht, denn damals konnte man hoffen, dass das Ganze womöglich wirklich für alle Seiten von Vorteil werden könnte.

Heute kann man sicher sein, dass es nicht so sein wird. So gesehen: Selbst wenn es plötzlich zu einer Rallye käme, sollte man die mit größter Vorsicht genießen (es sei denn, sie basiert darauf, dass der Vertrag wider Erwarten durchgeht). Erst bei Schlusskursen über 7.350 Punkten, über der 200-Tage-Linie, wäre der Index wirklich bullisch.

Chart auf Tagesbasis vom 14.01.2019, Kurs 6.855,02 Punkte, Kürzel Z | LYNX Online Broker

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