Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
FT-SE 100: Jetzt geht in London langsam doch die Angst um

Jetzt sollte tunlichst nichts mehr schiefgehen. Der Zeitpunkt, zu dem Großbritannien die EU verlassen müsste, rückt unbarmherzig näher: Ende März 2019 … es bleiben also keine vier Monate mehr. Aber es geht momentan alles schief. Zwar hat sich die britische Premierministerin May mit der EU über die Modalitäten des Austritts geeinigt. Aber das bringt gar nichts, wenn das britische Parlament diesem Vertrag nicht zustimmt.

Die Debatten darüber hatten am Dienstag begonnen. Und sie laufen schlecht. Die Regierung erhält einen Tritt nach dem anderen. Doch sie müsste viele überzeugen, um für diesen Vertrag ein Plazet zu bekommen. Bislang gelingt ihr das nicht. Und den Anlegern an der Londoner Börse stellt sich die Frage: Wie könnte sich das ändern?

Am 11. Dezember, also am kommenden Dienstag, steht die Abstimmung an. Selbst, wenn man sie verschieben wollte: Den Zeitpunkt, an dem man, egal wie, aus der EU ausscheidet, den kann man nicht verschieben. Oder doch? Ganz unmöglich ist ja nichts, selbst ein neues Referendum, das dann gegen den BrExit ausfiele und alles zurückgenommen würde.

Aber wahrscheinlich, das ist es eben nicht. Und alle Alternativen wirken derzeit gleich ungünstig: Neuwahlen, Mays Rücktritt, ein BrExit ohne Vertrag … nichts davon wäre Fisch oder Fleisch, es würde ein fauler Kompromiss, der Großbritanniens Wirtschaft ohne klare Vorgaben zurückließe. Bislang bleib man an der Börse zwar gelassen. Aber jetzt, mit dem schlechten Start der entscheidenden Debatten vor der Abstimmung, wird man doch nervös.

Expertenmeinung: Es fällt allerdings auf, dass der Londoner Leitindex, der Financial Times 100 (kurz FT-SE 100) in der bisherigen Jahresbilanz auch nicht schlechter dasteht als der DAX. Man fragt sich, ob da nicht große Adressen versuchen, einen größeren Baisse-Schub zu verhindern, um in der britischen Wirtschaft keine Panik auszulösen. Denn ein ungeregelter BrExit würde kaum ein nennenswertes britisches Unternehmen unbeschadet lassen – und das dann auf unbestimmte Zeit.

Aber wie gesagt: Es sind nur noch vier Werktage bis zum Showdown und Theresa Mays Chancen stehen nicht gut. Um das Ruder herumzureißen, bräuchte sie neue Argumente. Aber das Pulver ist verschossen. Und die Kritiker haben schon Recht, wenn sie sagen, dass man mit diesem Vertrag wie eine Geisel der EU weitermachen würde, nach deren Regeln, aber ohne das Recht, mitzubestimmen. Dann wäre der Verbleib in der EU noch die bessere Lösung gewesen. Den aber die vielen Hardliner im britischen Unterhaus erst recht nicht wollen.

Das werden spannende Tage. Es ist gut möglich, dass der FT-SE 100 erst dann eine große Reaktion zeigt, wenn das Ergebnis dieser Abstimmung vorliegt. Was, aus Sicht der Bären, dabei passieren müsste, ist im Chartbild gut ersichtlich: Sobald der FT-SE 100 mit Schlusskursen unter 6.850 Punkten die Tiefs vom März und Oktober durchschlägt, auf neue Jahrestiefs abrutscht, wäre der Weg nach unten erst einmal frei. Aber Vorsicht, wenn das vor dieser Abstimmung am Dienstag passieren sollte, kann es eine Bärenfalle werden. Man muss sich da nur an das BrExit-Votum selbst erinnern, damals, Ende Juni 2016, um einzusehen: In solchen Fällen ist das Unerwartete Stammgast!

Chart vom 05.12.2018, Kurs 6.931,86 Punkte, Kürzel Z | LYNX Online Broker

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