Börsenblick

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Analyse:
WTI-Öl: Don’t fight the trend!

Der Kurs der US-Ölsorte Western Texas Intermediate (WTI) ist binnen drei Handelstagen um sagenhafte 46 Prozent gestiegen. Und das nur bezogen auf die Schlusskurse des Juni-Futures dieser Ölsorte vom Dienstag und Freitag. Nähme man das Intraday-Tief des Dienstags und das Tageshoch des Freitags, würde das Plus 177 Prozent betragen. Das klingt, als würden sich die Bullen gerade dumm und dämlich verdienen und eine der gewaltigsten Öl-Haussen aller Zeiten ablaufen. Und so klingt es in der Tat in manchen Schlagzeilen. Allerdings ist das genauso irreführend wie die Meldung am vergangenen Montagabend, dass der Ölpreis soeben auf null gefallen sei. Denn dabei werden gewaltige Zahlen herumgereicht, ohne den Kontext mitzuliefern.

Der Öl-Crash zu Wochenbeginn war zwar real, aber „nichts“ kostete Rohöl nur in dieser US-Sorte WTI und nur in einem Futures-Kontrakt, der am Montagabend gleich danach auslief. Das Problem, das diesem seltsamen Absturz zugrunde lag, bleibt indes erhalten. Was man daran sieht, dass dieser Chart, der die jetzt als entscheidender Liefertermin im Future geltende, nächste Laufzeit Juni abbildet, am Dienstag den nächsten Kurseinbruch zeigt. Auch dieser noch bis Ende Mai gehandelte Futures-Termin torkelte auf die Nulllinie zu. Daher sind Meldungen über prozentual gewaltige Kurssteigerungen eine gefährliche Verlockung für Trader, die den Eindruck gewinnen, jetzt könnte nach unten ja nichts mehr anbrennen. Denn es ist zumindest zweifelhaft, dass das dem Kursverfall zugrunde liegende Problem in nächster Zeit verschwindet. Und das spiegelt der Chart auch durchaus wider.

Expertenmeinung: Denn wenn man erkennt, dass diese vorgenannten, in der Spitze 177 Prozent Kursanstieg binnen dreier Tage von 6,47 US-Dollar auf 17,96 US-Dollar führten und ein Barrel WTI-Öl im Januar noch um die 60 US-Dollar kostete, wird klar, dass die „Super-Rallye“ in Relation zum vorherigen Kurseinbruch gar nichts ist. Und wer jetzt Long ginge, würde ein Minus von 50 Prozent einfahren, wenn der Kurs auch nur in den unteren Kursbereich des vergangenen Dienstags zurücksetzen würde. Was nicht ausgeschlossen ist. Denn die Überkapazitäten, die derzeit vorliegen, weil die OPEC+-Fördermengenkürzung erst am 1. Mai beginnt, könnten leicht über Monate erhalten bleiben. Die bereits jetzt randvollen Öllager in den USA und vielen anderen Regionen drücken die Preise massiv, weil die Futures-Kontrakte ja die Lieferung des Öls bedingen. Wenn das aber niemand einlagern oder loswerden kann, bleibt die Long-Seite eine heiße Kartoffel, die man nicht lange in Händen halten will. Und das kann so weitergehen, weil man bezweifelt, dass sich alle OPEC-Staaten an die Kürzungen halten und die USA als größtes Förderland und Nicht-OPEC-Mitglied ebenfalls kürzertreten.

Daher wären Long-Trades trotz dieses so billig wirkenden Kurslevels eine gewagte Spekulation. Zumal die Distanz zu den nächsten beiden markanten Charthürden in Form des letzten Zwischentiefs bei 21,67 US-Dollar und der Abwärtstrendlinie bei aktuell 26,40 US-Dollar aktuell kleiner ist als die zum Verlaufstief des vergangenen Dienstags. Der Ölmarkt und dort insbesondere diese US-Ölsorte WTI befinden sich in einer absoluten Ausnahesituation, so dass das Trading hier auch besonderen Risiken unterliegt. Es muss nicht zwingend zu einem Test des letzten Tiefs oder gar dessen Unterschreiten kommen. Aber die vergangenen Tage haben gezeigt, dass die alte Börsenregel „don’t fight the trend“ schon ihre Berechtigung hat. Und das dürfte auch für die kommenden Wochen gelten.

Western Texas Intermediate Chart vom 24.04.2020, Kurs 16,98, Kürzel WTI | Online Broker LYNX

 

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