Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Tele Columbus: Rallyestart oder Strohfeuer?

In den letzten Monaten hatten wir mehrfach vor der Aktie gewarnt. Aus fundamentaler Sicht war die Gesamtsituation doch wenig aussichtsreich bis gefährlich.

Ernsthafte operative Probleme, gepaart mit einer hohen Bewertung und einem bedrohlichen Schuldenberg. Eine Mischung aus dem nicht viel Gutes hervorgehen kann.

Gewinn oder nicht?

Während oberflächlich ein Gewinn ausgewiesen wird und wurde, war das EBT, also das Ergebnis nach Zinsen, bereits in letzten beiden Geschäftsjahren negativ.
Natürlich ist es rechtlich vollkommen in Ordnung das EBITDA zu melden und in den Mittelpunkt zu stellen. Bei einem Unternehmen, welches allerdings zuletzt kaum mehr als 300 Mio. Euro an der Börse Wert war und Schulden von mehr als 1,3 Mrd. Euro hat, ist es wohl kaum sinnvoll, die Zinsen zu ignorieren.
Unbedarfte Anleger könnte das durchaus in die Irre führen.

Bereits in der ersten Analyse wurden diese Probleme aufgedeckt und auch die Gestaltung der Unternehmensberichte kritisiert.

Es war also keine große Überraschung, als die Aktie in den freien Fall überging. Nach unseren Warnungen bei 6,42 und 3,40 Euro ist der Wert von auf ein vorläufiges Tief bei 2,39 Euro gefallen.

Prognose senken, darin hat man Übung

Doch heute kommt es zu einem Kurssprung und die Aktie notiert derzeit rund 30% im Plus. Man möchte meinen, es ist zu einer positiven Überraschung gekommen. Vielleicht war das Bild ja zu negativ und es wurden starke Zahlen vorgelegt.

Doch ganz im Gegenteil. Nachdem man bereits im Mai die Prognose senken musste, wurde der Ausblick nun abermals gekappt.

Bereits in der ersten Analyse hatten wir angezweifelt, dass die Prognose für das Gesamtjahr noch zu halten sei. Jetzt haben wir Gewissheit.

Tele Columbus erwartet für das Gesamtjahr eine unveränderte Zahle von Kunden, einen stagnierenden Umsatz, ein normalisiertes EBITDA von mindestens 235 Mio. und Investitionen von maximal 150 Mio. Euro.
Der Umsatz soll also langsamer steigen, dafür werden höhere Kosten erwartet.

Das normalisierte EBITDA dürfte somit weit unter dem Vorjahreswert von 264,4 Mio. Euro liegen.

Der noch ausstehende und nicht wie vorgesehen veröffentlichte Halbjahresbericht soll bis Ende des Monats vorgelegt werden.

Fundamentale Bewertung

Es dürfte nun offensichtlich sein, dass Tele Columbus ernsthafte Probleme hat. Nimmt man die Zahlen aus der Prognose als Basis, kann der Vorstand eigentlich keinen nennenswerten Nachsteuergewinn mehr erwarten.

Denn vom oberflächlich gemeldeten Gewinn in Form des EBITDA, gehen natürlich noch erhebliche Kosten ab.

Es muss immer wieder die Frage gestellt werden, wie sinnvoll eine Gewinnmeldung nach EBITDA ist, wenn dieser Wert hunderte Millionen Euro an Investitionen und Zinsen ignoriert. Schließlich wird dieser gemeldete Gewinn anschließend durch allerlei nun mal reale Kosten aufgefressen.
Im besten Fall für Tele Columbus wären das die 150 Mio. an Investitionen und wohl knapp 57 Mio. an Zinsen, insgesamt also mehr als 207 Mio. Euro.

Das Vorsteuerergebnis kann also bestenfalls noch bei 28 Mio. Euro liegen. Ignorieren wir einfach alle anderen Faktoren, die das Ergebnis noch belasten können und auch die Steuer.
Selbst dann ergibt sich für 2018 ein echtes KGVe von 62. Ganz simpel berechnet aus dem Börsenwert + Schulden / Jahresergebnis.
Ignoriert man die Schulden läge das KGVe noch immer bei 16.

Das Votum bleibt daher unverändert. Aus fundamentaler Sicht kann keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Charttechnischer Ausblick

An sich ist es natürlich ein gutes Zeichen, wenn schlechte Nachrichten gekauft werden. Trotz der erneuten Senkung der Prognose ist die Aktie schließlich in die Schiebezone zwischen 3,20 und 3,55 Euro gesprungen. Weitere Signale ergeben sich aber erst mit einem Ausbruch.

Maßgeblich werden vor allem die Halbjahreszahlen sein, die in den kommenden Tagen endlich vorgelegt werden sollen. Es ist aber durchaus möglich, dass sich der Kurssprung als Strohfeuer herausstellen wird.

Solange kein Ausbruch über 3,55 Euro gelungen ist, droht jederzeit der Rückfall in Richtung 3,20 Euro. Darunter kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 2,90 – 3,00 und 2,40 Euro.

Gelingt hingegen ein Ausbruch, wäre oberhalb von 3,55 Euro der Weg in Richtung 4,00 und 4,50 Euro frei. Selbst ein Anstieg bis 5,50 Euro würde die langfristig bärische Gesamtkonstellation nicht infrage stellen.

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