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Indexanalyse:
TecDAX: Noch 40 Punkte … und dann wird es richtig seltsam

Aktuelle Analyse des TecDAX Index

Im Chart des TecDAX auf Tagesbasis präsentiert sich der Index in einem blitzsauberen Aufwärtstrend, der von der 20-Tage-Linie als „Sicherungsleine“ begleitet wird. So lange man rein charttechnisch agiert, indem man konsequent dem Trend folgt und die Stop Loss-Absicherung regelmäßig entlang dieses doppelten Leitstrahls nachzieht, kann man sich die Frage, wie lange das noch gutgeht, eigentlich sparen. Wer hingegen von der Wiederkehr der ewigen Hausse überzeugt ist, massiv mit Hebel spekuliert und Stoppkurse für unnötigen Aufwand hält, wäre gut beraten, sich diese Frage umgehend zu stellen. Denn der TecDAX hat einen Level erreicht, der weiter außerhalb der aktuellen Lage liegt als zum Höhepunkt des US-Handelskriegs. Und damals war das Eis schon sehr dünn.

Am Mittwochabend fehlten dem TecDAX gerade einmal 40 Punkte bis zum bisherigen Jahres-Verlaufshoch, das, wenn man seine Vorgeschichte als „Nemax“ mal ausblendet, zugleich das bisherige Rekordhoch war. Und natürlich setzen die Bullen mehrheitlich darauf, dass dieses Hoch bei 3.302,94 Punkten überboten wird. Da dürften einige auf die obere Begrenzung der großen Dreiecksformation schielen, die im ganz langfristigen Chart auf Monatsbasis eingezeichnet ist. Diese obere Linie verläuft momentan ca. bei 3.380 Punkten. Was indes auch nicht mehr umwerfend viel Luft nach oben wäre. Und es handelt sich hier um ein nach rechts offenes Dreieck, eine sogenannte „Trompetenformation“. Die lässt zunehmende Volatilität erwarten. In der Tat, die hatten wird. Aber es ist immer offen, in welche Richtung der endgültige Ausbruch erfolgt. Im März gelang es, dieses Dreieck auf Monats-Schlusskursbasis ebenso zu verteidigen wie die im Monatschart blau eingezeichnete 1.000-Tage-Linie. Aber muss der TecDAX deswegen jetzt nach oben ausbrechen?

Natürlich ist das nicht ausgeschlossen, weshalb es mehr als verwegen wäre, sich dieser wie auf Schienen laufenden Rallye einfach entgegenzustellen und Short zu gehen. Aber wenn der Index dieses im Februar markierte Hoch überwindet, wäre der Effekt der Virus-Pandemie auf die Wirtschaft binnen vier Monaten komplett ausgebügelt … in den Kursen. Nur nicht in der Wirtschaft selbst. Selbst in einem „Best-Case-Szenario“ könnte man nur hoffen, dass die Wirtschaftsleistung Mitte 2021 wieder den vorherigen Level erreicht. Mit viel Glück. Und dann wäre das Wachstum, das man zu Jahresbeginn für 2020 erwartet hatte und das längst im Kurs des TecDAX eingepreist war, noch nicht dabei. Das ist schon jetzt ein Kredit mit langer Laufzeit und hohem Ausfallrisiko, den man da aufgebaut hat. Würde der TecDAX also neue Hochs markieren, würde es richtig „seltsam“, dann darf und muss man sich die Frage stellen:

Da all das jeder wissen könnte, wer kauft dann noch? Ein Vorteil für das bullische Lager dürfte sein, dass viele Akteure erst spät ausgestiegen waren und noch später wieder eingestiegen sind … oder noch gar nicht. Zumindest deutet das der zuletzt noch recht hohe Bestand an Put-Optionen an. Aber wie viele verkaufen „unten“ und steigen „oben“ noch wieder ein, wenn dieses „oben“ fast das alte Hoch bedeutet? Wer jetzt Long geht, will damit ja Gewinn erzielen. Und wenn selbst die obere Begrenzung der „Trompeten-Formation“ nur knapp 120 Punkte entfernt liegt, fragt man sich, was sich solche Käufer vorstellen? Zumal das Argument, dass so manche TecDAX-Aktie noch zurückgeblieben und somit kaufenswert ist, nicht zieht, denn:

Zum einen sind die Aktien, die jetzt noch am Boden liegen, zu Recht dort, weil es da besonders fraglich ist, ob und wann das Unternehmen alte Gewinnlevels wieder erreicht. Zum anderen gibt es ja auch die Gegenseite: Die TecDAX-Aktien, die zuvor als „sicherer Hafen“ durch die Decke gekauft wurden und dadurch überteuert sind. Wenn man glaubt, dass die Wende längst gelungen ist, wozu dann noch solche Aktien halten, statt die Gewinne zu kassieren? Und der TecDAX ist stark besetzt mit solchen „Corona-Überfliegern“, das ist ja der Grund, warum er DAX und MDAX so sehr davon gelaufen ist.

TecDAX Chart auf Monatsbasis vom 03.06.2020, Kurs 3.263,47 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Wir bewegen uns hier rational betrachtet schon seit ein paar Wochen in einem Terrain, das man als „abgehoben“ ansehen muss. Sollte der TecDAX neue Hochs erreichen, womöglich sogar die „Trompete“ überwinden, haben wir hier so etwas wie eine Kombination aus irrealer Kaufpanik und Squeeze Out der letzten Bären … und damit die Basis für einen erneuten, kapitalen Kurseinbruch, der leicht auch ohne Vorwarnung eintreten kann. Es sei denn, die Rahmenbedingungen würden binnen ein, zwei Monaten wieder so sein wie zu Jahresbeginn … aber das würde momentan einem Wunder gleichkommen. Langsam wäre daher, auch, wenn man grundsätzlich noch dem Trend folgen kann, daran zu denken, bei einem Teil der Positionen den Gewinn mitzunehmen.

TecDAX Chart auf Tagesbasis vom 03.06.2020, Kurs 3.263,47 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

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