Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Ströer: Was ist hier eigentlich los?

Ströer SE ist ein vor allem in Europa tätiger Anbieter für Außen- und Online-Werbung. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als führendes digitales Multi-Channel-Medienhaus das werbetreibenden Kunden individualisierte und voll integrierte Komplettlösungen entlang der gesamten Marketing- und Vertriebswertschöpfungskette anbietet.

Das Marketingspektrum beinhaltet alles von klassischer Plakatwerbung bis hin zu digitalen Medien. Insgesamt vermarktet der Konzern europaweit rund 300.000 Außenwerbeflächen.

Contra

Seit dem Börsengang 2010 ist der Umsatz von 0,53 auf 1,33 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis entwickelte sich allerdings weitaus weniger erfreulich. Über Jahre hinweg machte man Verluste.
Diese Tatsache war einer expansiven Strategie und zahlreichen Übernahmen geschuldet.

Dadurch sind die Verbindlichkeiten auf ein bedenklich hohes Niveau gestiegen. In einer Branche mit notorisch niedrigen Margen, sind Schulden, die über dem Umsatz liegen, durchaus ein Warnsignal.

Am Ende des abgelaufenen Quartals schuldete man aber 1,896 Mrd. Euro und erwartete einen Jahresumsatz von 1,60 Mrd. Euro.

Noch ein bisschen mehr

Mit Blick auf den Halbjahresbericht tauchen noch mehr Probleme auf. Die Zahlen widersprechen sich teilweise und man wird nicht richtig klug daraus.

Der Umsatz kletterte um 24% auf 741,5 Mio. Euro. Ein Großteil ist allerdings auf weitere Zukäufe zurückzuführen, denn das organische Wachstum beziffert Ströer mit 7,8%. So weit, so normal.

Der freie Cashflow schwankt im selben Bericht jedoch zwischen 1,5 und 94,6 Mio. Euro, war aber in beiden Fällen rückläufig und vor M&A.

Die Marge ist gesunken, doch das Konzernergebnis kletterte um 16% auf 33,5 Mio. Euro. Das bereinigte Ergebnis ist, wie immer bei Ströer, mehr als doppelt so hoch.

Der Gewinn je Aktie gab allerdings von 0,59 auf 0,54 Euro nach.

Fundamentale Bewertung

Ein klares Bild sieht als anders aus und es ist kein Wunder, dass das Unternehmen in der Vergangenheit dafür teilweise scharf kritisiert wurde.
Die Anschuldigungen von Muddy Waters gehen wohl etwas zu weit, aber an einigen Kennzahlen lässt sich leider nicht rütteln.

Stimmt am Ende der Preis von Ströer, könnte die Aktie dennoch attraktiv sein.

Doch auch hier kommen Fragen auf. Laut Onvista wird in diesem Jahr ein Gewinnsprung von 1,72 auf 3,54 Euro je Aktie erwartet.
In diesem Fall läge das KGV bei 13,3 und die Aktie wäre offensichtlich nicht allzu teuer.

Das Problem ist aber, dass hier zwei verschiedene Kennzahlen als Grundlage herangezogen wurden. Man wechselt plötzlich vom Gewinn zum bereinigten Gewinn.

Anleger sollten sich also nicht täuschen lassen. Wie wir zuvor gesehen haben, ist der bereinigte Gewinn bei Ströer oft doppelt so hoch, wie das eigentliche Ergebnis. Der unbereinigte Gewinn war zuletzt rückläufig.

Nimmt man diese standardisierte Kennzahl als Grundlage, liegt das KGV plötzlich bei 26.

Doch auch die Schulden müssen natürlich berücksichtigt werden. Die Verbindlichkeiten belaufen sich schließlich auf horrende 1,896 Mrd. Euro, die Nettofinanzschulden immerhin noch auf 0,61 Mrd. Euro. Auch hier könnte man durchaus wieder kritisch ansetzen, doch belassen wir es dabei.

Bezieht man die Nettoverpflichtungen mit in die Rechnung ein, steigt das KGV auf 32.

Man kann dieser Überlegung folgen oder nicht. Entweder hat der Vorstand mit seiner, aus meiner Sicht, natürlich sehr positiven Darstellungsweise recht und das KGV liegt bei 13, oder eben nicht. Für einen Investor sollten die massiven Schulden und Zweifel an den Praktiken des Unternehmens als K.O. Kriterium ausreichen.

Charttechnik

Ströer befindet sich seit Jahren in einer hochvolatilen Seitwärtsbewegung. Bei der gegebenen Gesamtkonstellation sollten Anleger also einen Ausstieg am oberen Ende der Range in Betracht ziehen. Die maßgeblichen Widerstände befinden sich bei 52 und 57,50 sowie ultimativ 64 Euro.

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