Börsenblick

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Aktienanalyse:
Moderna: Mit dabei im Wettlauf um das ganz große Geld

Aktuelle Analyse der Moderna Aktie

Moderna ist ein US-Biotechnologieunternehmen, das sich am großen Wettlauf um einen Impfstoff gegen das Corona-Virus beteiligt. Das führte dazu, dass die Aktie, zuvor seit ihrem Börsengang im Dezember 2018 eher ein Mauerblümchen, Ende Februar plötzlich zum Leben erwachte. In der Spitze hatte sich der Kurs in weniger als drei Monaten mehr als vervierfacht.

Der bisherige Höhepunkt, der den Kurs am Montag auf das Rekord-Verlaufshoch von 87 US-Dollar trieb, könnte aber zugleich der Endpunkt der Super-Rallye werden. Denn kaum hatte die Aktie am Montag mit einem gewaltigen Aufwärts-Gap eröffnet, begannen Verkäufe. Was war da passiert?

Noch vor Handelsbeginn hatte Moderna mitgeteilt, die Zwischenergebnisse der Phase I-Studie zu dem entwickelten Impfstoff seien positiv. Das ließ die Anleger hoffen, hier einen der Gewinner im Rennen um den Corona-Impfstoff vor Augen zu haben. Denn klar ist ja: Immens viele Unternehmen versuchen zeitgleich, einen solchen Impfstoff zu entwickeln. Wer da am Ende die Nase vorn hat, wird unglaubliche Gewinne einfahren. Aber wer in diesem Wettlauf unterliegt, und das wird eben die Mehrzahl dieser Unternehmen sein, hat viel Zeit und Geld für nichts investiert. Dementsprechend stürzten sich die Marktteilnehmer auf die Aktie, die daraufhin am Montag mit einem Aufwärts-Gap von 29 Prozent in den Handel ging … dann aber sofort abzurutschen begann. Und das waren keineswegs einfach nur Gewinnmitnahmen.

Expertenmeinung: Denn Moderna nutzte die Gunst der frohen Botschaft und der daraus resultierenden Reaktion, um sofort am selben Abend eine Kapitalerhöhung durchzuführen, bei der bei institutionellen Investoren 17,6 Millionen neue Aktien zu je 76 US-Dollar untergebracht wurden. Das spülte dem Unternehmen mit einem Schlag 1,34 Milliarden US-Dollar in die Kasse. Da mochte sich mancher Investor gefragt haben, warum das so eilt. Einen Tag später bekamen die Skeptiker ein Argument. Denn die US-Fachzeitschrift StatNews zerpflückte die positiven Aussagen des Unternehmens: Man habe zu wenig konkrete Daten auf den Tisch gelegt, um der Fachwelt zu ermöglichen, sich ein Bild von diesen Fortschritten zu machen. Zudem veröffentliche Moderna seine Ergebnisse nicht in der Fachpresse, sondern nur über Pressemitteilungen, was in der Wissenschaft kein Vertrauen erzeuge.

Diese negative Beurteilung führte dazu, dass sich der roten Kerze des Montags am Dienstag eine weitere anschloss. Jetzt wird es darauf ankommen, ob Moderna konkretere Daten liefert und damit unterfüttert, dass wirklich wichtige Fortschritte gemacht wurden. Passiert da aber nichts, ist diese Kombination aus Nachricht, eiliger Kapitalerhöhung und negativer Reaktion der Fachwelt eine Mixtur, die leicht dazu führen kann, dass sich die „Goldgräber“ unter den Investoren, die versuchen, den oder die Gewinner im Impfstoff-Wettlauf im Depot zu haben, andere Kandidaten suchen. Zwar unterstrich das Unternehmen am Mittwochabend, dass die Kapitalerhöhung und die Meldungen zum potenziellen Impfstoff ein zeitlicher Zufall seien, aber wirklich überzeugen konnte man die Marktteilnehmer damit nicht, wie die eher mäßige Gegenbewegung der Aktie am Mittwoch zeigt. Aufgrund dieser rasanten Aufwärtsbewegung lägen die wichtigen Unterstützungen derzeit noch deutlich tiefer, im Bereich 56/57 und 48 US-Dollar. Spätestens, wenn die momentan bei 48 US-Dollar verlaufende März-Aufwärtstrendlinie gefallen wäre, wäre hier ein konsequenter Rückzug aus Long-Trades angezeigt. Hochspekulativ ist und bleibt diese Aktie aber auch oberhalb dieser Unterstützungen!

Moderna Aktie Chart vom 20.05.2020, Kurs 73,47 US-Dollar, Kürzel MRNA | Online Broker LYNX

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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