Börsenblick

Zurück November Weiter
Zurück 2018 Weiter

Aktuelle Analyse:
General Electric: Kurs gedrittelt. Kann man jetzt endlich einsteigen?

General Electric (GE) ist einer der weltweit größten Mischkonzerne, der in vielen Geschäftsbereichen eine führende Rolle einnimmt und in zahlreichen Branchen tätig ist. Darunter Transport, Bau, Infrastruktur, Maschinenbau, Konsum, Medizintechnik, Beleuchtung, Erneuerbare Energien und Finanzdienstleistungen.

Purer Schmerz

Das ehemals wertvollste Unternehmen der Welt hat ernstzunehmende Probleme. Das dürfte den Wenigsten entgangen sein.
Der Aktienkurs spricht Bände, für Investoren ist es ein Trauerspiel.

Mehrfach hatte ich vor der Aktie gewarnt, zuletzt bei 12,90 USD. Seitdem ging es noch einmal um 30% abwärts.

Ein kurzer Blick auf die Unternehmenszahlen reicht eigentlich aus.
Der Umsatz ist in den letzten zehn Jahren von 182,5 auf 120,5 Mrd. USD eingebrochen.
Die Marge ist rückläufig, der Gewinn hat sich in Luft aufgelöst und der freie Cashflow liegt mehr als 90% unter den Höchstwerten.

Das ist starker Tobak.

Wie läuft es aktuell

Es scheint auch kein Lichtblick am Horizont aufzutauchen.

Im dritten Quartal lag der Gewinn mit 0,14 weit unter den Erwartungen von 0,21 USD je Aktie. Der Umsatz verfehlte mit 29,6 Mrd. die Analystenschätzungen von 29,9 Mrd. USD ebenfalls.

Die wahre Hiobsbotschaft sollte aber noch folgen. Es wurde eine Restrukturierung der Energiesparte beschlossen und Abschreibungen in Höhe von 22 Mrd. USD vorgenommen.
Das ist selbst für ein Unternehmen mit einem Börsenwert von 85 Mrd. USD ein erheblicher Schlag.

Gleichzeitig wurde die Dividende abermals gekürzt, man müsste eigentlich sagen eingestampft. Die Quartalsausschüttung sinkt um 92% von 0,12 auf 0,01 USD je Aktie. Eigentlich nur ein symbolischer Wert, um Dividendenfonds nicht zum Ausstieg zu zwingen.

Schulden?

Zumindest an dieser Front hat man zuletzt Fortschritte erzielt. General Electric hat erkannt, dass von dem Schuldenberg erhebliche Risiken ausgehen. Das wird wohl auch der Hauptgrund für die Senkung der Dividende sein.

Dadurch spart man fast 4 Mrd. USD pro Jahr. Geld, welches man für den Abbau der knapp 100 Mrd. USD an Schulden dringend benötigt.

Dieser Schritt könnte allerdings zu spät kommen. Moody’s und Fitch senkten das Rating nach den Quartalszahlen jeweils gleich um zwei Stufen.
Es fehlt gar nicht mehr so viel zum „non-investment grade“.

Zerschlagung

Am Ende bleibt wohl nur eine Zerschlagung und dürfte auch für die Aktionäre die beste Möglichkeit sein. Über die Art und Weise kann man aber durchaus streiten. Nach Bekanntwerden zog die Aktie zumindest kurzzeitig an.

Tatsächlich hat man mit der „Restrukturierung“ bereits begonnen, man könnte auch von einem totalen Ausverkauf sprechen.

Das Healthcare-Geschäft soll abgespalten werden. Ein Teil des erst kürzlich übernommenen Öl- und Gasgeschäfts (Baker Hughes) wird verkauft. Gleiches gilt für Teile der Energiesparte, Eisenbahnen, GE Capital, das Medienhaus NBC Universal und Haushaltsgeräte.

Für die von Thomas Edison gegründete Lichtsparte sucht man ebenfalls einen Käufer.

Man darf also durchaus die Frage stellen, was am Ende noch übrig bleibt? Es sind die Bereiche Luftfahrt, Power und erneuerbare Energie. Im zurückliegenden Quartal entfielen rund 54% des Gesamtumsatzes auf die drei Sparten.

Es handelt sich also um tiefgreifende Umwälzungen und die sind auch notwendig.

Für die Aktionäre und Investoren wäre es aber wohl besser gewesen, die einzelnen Unternehmensteile eigenständig an die Börse zu bringen.

Dadurch wären die Schulden gesunken und die Aktionäre hätten entscheiden können, welcher Sparten sie etwas zutrauen. Diese Entscheidungen wurden nun vom Vorstand getroffen.

Fundamentale Bewertung

Die Gesamtsituation ist also mit erheblicher Unsicherheit verbunden und die Stimmung dürfte so ziemlich auf dem Boden sein.

Für Investoren kann das ein fruchtbarer Nährboden sein. Wer nach einem Minus von 70% in zwei Jahren noch nicht verkauft hat, wird es wohl nie tun. Und wenn die Stimmung auf dem Nullpunkt ist, kann sie schließlich nur noch steigen.

Zum passenden Preis kann man auch mit den Aktien von grauenhaften Unternehmen schöne Gewinne erzielen.

Leider ist das bei General Electric nicht der Fall. Im laufenden Geschäftsjahr wird man keinen Gewinn erzielen und die forward P/E liegt bei 11 – 14.
Bezieht man die Nettoverschuldung mit ein, steigt dieser Wert auf 16,7 – 21,3.

Beim Cashflow sieht es nicht besser aus und daher ist die Bewertung weiterhin zu hoch.

Kurzfristig ist der Wert aber dennoch überverkauft. Eine technische Gegenbewegung hätte durchaus Potenzial bis 11 USD.
Die übergeordnete Marschrichtung bleibt abwärts. General Electric könnte durchaus auch direkt weiter fallen. Nach wie vor gilt: Rette sich wer kann.

20181107-general-electric-kann-man-jetzt-endlich-einsteigen-kurzfristig20181107-general-electric-kann-man-jetzt-endlich-einsteigen

Handeln über LYNX Broker: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN