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Indexanalyse:
Euro Stoxx 50: Es wird langsam schwieriger, bullisch zu sein

Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

Im Grunde lebte die Hausse des Euro Stoxx 50 von Anfang an von geliehener Luft. Es war die Wall Street, die an Weihnachten 2018 auf dem Absatz kehrt machte und wie vom Teufel gejagt stieg. Weil man darauf hoffte, dass die US-Notenbank die Leitzinsen nicht mehr anheben, sondern senken würde und das das US-Wachstum wieder befeuert. Weil man hoffte, dass der Handelskrieg nicht so herb und langwierig werden würde wie noch im vierten Quartal 2018 befürchtet. Aber was die hausgemachten Aspekte anging, war dieser schon über ein Jahr lang währende Aufwärtstrend schon immer schwach besetzt. Ja, vielleicht würde der Brexit glimpflich und zügig über die Bühne gehen, vielleicht würde Donald Trump die Eurozone im Handelskrieg glimpflich behandeln, vielleicht könnte die EZB trotz Negativzinsen am Anleihemarkt irgendetwas tun, um das Wachstum wiederzubeleben. Aber …

… zum einen haben sich diese Hoffnungen nur teilweise erfüllt, das Gros der positiven Erwartungen musste man auf 2020 fortschreiben. Zum anderen war der europäische Leitindex schneller und weiter gestiegen, als die Realität hätte folgen können. Solange die Dynamik stark war, solange die immer wiederkehrende Angst beherzt von den Bullen niedergerungen wurde, war das kein großes Problem. Jetzt jedoch könnte es eines werden, denn:

Dem Index gehen die Zugpferde aus. Die „Fed“ tut derzeit in Sachen Leitzinsen nichts, die EZB kann kaum mehr tun. Was den Brexit angeht, stehen jetzt lange Verhandlungen darüber an, wie man nach der Übergangszeit miteinander umgehen will, Ergebnisse kommen da so schnell keine. Und in Bezug auf den Handelskrieg ist zwischen den USA und China jetzt erst einmal nichts mehr zu erwarten: Waffenstillstand bis nach der US-Wahl. Und es kann allemal sein, dass die aufkommende Sorge, Trump könnte aus Wahlkampfaspekten heraus ein paar die EU schmerzende Geplänkel mit Europa beginnen, um „Stärke“ zu demonstrieren, gar nicht so aus der Luft gegriffen ist. Und die jetzt nach und nach für das letzte Quartal 2019 einlaufenden Quartalsbilanzen dürften nicht so sehr überzeugen, um den Wegfall all dieser Zugpferde zu ersetzen.

Warum also sollten die Investoren ausgerechnet jetzt weiter zugreifen, nachdem 2019 ein Jahr mit kräftigen Kursgewinnen bei weiterhin kritischen Rahmenbedingungen war? Jetzt, nachdem die so lange erhofften Ereignisse wie die Einigung im Brexit und im Handelsstreit vorerst vom Tisch sind, dürften mehr Anleger als zuvor erkennen, wie weit sich diese Schere zwischen Kursen und Rahmenbedingungen aufgetan hat. Und das schlägt sich im Chartbild nieder.

Es ist schon bezeichnend, dass der „Vollzug“ der Hoffnungen, in Form der Wahl in Großbritannien am 12. Dezember sowie der Unterzeichnung des Phase I-Deals keine großen Aufwärtsimpulse mehr nach sich zogen. Der Euro Stoxx 50 notierte gestern etwa dort, wo er Mitte Dezember auch stand. Und damit kommt ihm bei zugleich überkaufter Markttechnik das Aufwärts-Momentum abhanden. Sie sehen, dass der Index knapp unterhalb des markanten Widerstands aus dem Hoch des Jahres 2015 (3.836 Punkte) auf der Stelle tritt. Ob mittelfristiger oder kürzerfristiger Aufwärtstrendkanal, der Tageschart macht deutlich, dass grundsätzlich noch allerhand Spielraum nach oben vorhanden wäre, bis der Euro Stoxx 50 an deren Begrenzungslinien stoßen würde, aber den Bullen gehen offenbar Zuversicht und Argumente aus. Eine Situation, in der man besser einmal zu oft als zu wenig nach unten sehen sollte.

Euro Stoxx 50 Chart auf Tagesbasis vom 16.01.2020, Kurs 3.774,14 Punkte, Kürzel ESTX50 | LYNX Online-Broker

Der Euro Stoxx 50 müsste über das letzte Hoch bei 3.807 Punkten hinaus und darüber schließen, um zumindest die Trader-Fraktion wieder in Wallung zu bringen. Aber erst, wenn er über das vorgenannte 2015er-Hoch bei 3.836 Zählern hinaus gelaufen wäre, wäre der Weg wieder frei. Knifflig angesichts der schwindenden Argumente und der überkauften Markttechnik. Aber noch tritt der Index nur auf der Stelle. Für die Bären wäre erst etwas zu holen, wenn im bullischen Lager umfassendere Gewinnmitnahmen beginnen und dadurch Unterstützungen brechen würden. Wo läge der Bereich, auf den man da achten sollte? Derzeit sollte man sein Augenmerk vor allem auf die untere Begrenzung des August-Trendkanals bei 3.725 Punkten legen. Erst, wenn diese Linie fällt, wären die Chancen auf der Short-Seite greifbarer … dann allerdings könnte es auch recht zügig abwärts gehen, so dass man mit aggressiven Long-Trades in dieser Linie eine sinnvolle Orientierung für einen Stop Loss vorfinden würde.

Euro Stoxx 50 Chart auf Wochenbasis vom 16.01.2020, Kurs 3.774,14 Punkte, Kürzel ESTX50 | LYNX Online-Broker

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