Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Dürr: Wird Ungeschicklichkeit zur Chance?

Dass man angehalten ist, für Investoren relevante Informationen umgehend zu veröffentlichen, sobald sie dem Unternehmen vorliegen, ist schon richtig. Aber wenn man eine Gewinnwarnung ausgerechnet ein paar Minuten vor dem Handelsende herausgibt, fragt man sich schon, ob da nicht irgendjemand schnell auf den Bus wollte. Denn das ist natürlich äußerst ungeschickt.

Der Anlagenbauer Dürr, der einen Schwerpunkt im Bereich der Automobilindustrie hat und daher ohnehin gerade in schwerer See unterwegs ist, verkündete am Mittwochnachmittag so knapp vor der Schlussglocke, dass man die Prognose für die operative Marge senken muss, dass die Marktteilnehmer keine Chance hatten, sich das genau anzusehen, bevor sie entscheiden mussten, ob es daraufhin auszusteigen gälte oder nicht.

Man sah nur schlagartig abrutschende Kurse. Was außer sicherheitshalber auszusteigen, bevor es am nächsten Tag zu spät sein könnte, tut man da? So gesehen darf man sich die Frage stellen, ob das dramatisch wirkende Minus von 9,58 Prozent nicht nur deswegen so groß ist, weil die Veröffentlichung dieser Meldung zu einem höchst ungeschickten Zeitpunkt erfolgte.

Expertenmeinung: Der Chart auf Wochenbasis macht deutlich, dass sich der Aktienkurs damit gegenüber dem Jahresanfang schon fast halbiert hat. Aber das alleine ist kein Grund, sich den Einstieg zu überlegen, da sollte man schon genauer hinsehen. Diese ad hoc-Meldung des gestrigen Tages beinhaltete, dass Dürr wegen der Kosten, die für die Trennung von einem verlustbringenden Geschäftsbereich anfallen, die operative Gewinnmarge niedriger ansetzt.

Man sieht jetzt einen Korridor zwischen 5,8 und 6,3 Prozent nach zuvor 6,8 bis 7,3 Prozent. Das ist durchaus nicht ohne, sicher. Aber es geht um einen Einmaleffekt. Zudem wurde das langfristige Ziel in Bezug auf die Gewinnmarge nach unten angepasst, was damit begründet wurde, dass Dürr eine ins Auge gefasste Akquisition aufgrund der momentan ungünstig hohen Unternehmensbewertungen nicht vollziehen will. Eigentlich auch nichts, das die operative Perspektive zwingend stark negativ beeinflusst. Und der Langfrist-Chart zeigt, dass die Aktie jetzt auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren gerutscht ist, am unteren Ende des mittelfristigen Abwärtstrendkanals notiert und der RSI-indikator sogar auf Wochenbasis nahe an der überverkauften Zone notiert, was oft zumindest eine Gegenbewegung indiziert.

Aber wer darüber nachdenkt, diese Konstellation als Glücksfall zum Einstieg zu nutzen, sollte im Hinterkopf haben, dass zum einen das Abwärtsmomentum die Bären anlockt und zum anderen die Automobilzulieferer insgesamt derzeit eine sehr wacklige Perspektive aufweisen. Dass die nächsten Nachrichten von Dürr wieder so gut sind, dass sie steigende Kurse nach sich ziehen statt eines Abverkaufs, ist keineswegs gesagt.

Chart vom 17.10.2018, Kurs 30,00 Euro, Kürzel DUE

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