Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Boeing: Am oberen Ende der Riesen-Trompete

Eine „Trompete“ ist eine nach rechts offene Dreiecksformation in der Charttechnik. Das heisst  im Gegensatz zu den üblichen, nach rechts zulaufenden Dreiecken, die öfter auftauchen, haben wir hier ein Dreieck, das immer mehr Spielraum zwischen seinen Begrenzungen zulässt, der auch vom Kurs entsprechend ausgelotet wird. Das ist eine Formation, die in den meisten Fällen entgegen der vorherigen Trendrichtung verlassen wird und das unter noch weiter zunehmender Volatilität. Und Boeing hat eine solche „Trompete“ ausgebildet. Aber:

Da diese Formation im Gegensatz zu normalen Dreiecksformationen ein offenes Ende hat, kann man nicht absehen, wann ein Ausbruch und die damit einhergehende Intensivierung der Volatilität stattfinden werden. Es ist nur wahrscheinlich, dass der Kurs bis dahin im Bereich der Dreiecks-Begrenzungen abprallen wird, sofern die Formation bereits bestätigt wurde, indem eine der beiden Linien aus mehr als zwei Punkten besteht.

Das ist hier gegeben, denn die untere Begrenzung sah ihre Bestätigung Ende Dezember. Die obere Begrenzungslinie ist derzeit nahe, sie befindet sich bei 406 US-Dollar. Dass spätestens dort erst einmal das Ende der Fahnenstange ist, die sich seit Weihnachten in Form fast senkrecht steigender Notierungen nicht nur als Redenwendung zeigt, ist gut möglich, denn:

Die Aktie ist in der vergangenen Woche mit einem Riesensatz an das bisherige Rekord-Verlaufshoch vom Oktober 2018 bei 394,28 US-Dollar herangelaufen und kommt an dieser markanten Charthürde, wie man im Chart auf Tagesbasis gut sehen kann, erst einmal nicht vorbei. Und der Anlass, der den Kurssprung am vergangenen Mittwoch auslöste, waren „good news“, die jetzt erst einmal vom Tisch sind. Denn da kam die Bilanz des vierten Quartals auf den Tisch – bis zu den nächsten Quartalsergebnissen werden jetzt drei Monate vergehen.

Chart auf Tagesbasis vom 01.02.2019, Kurs 387,43 US-Dollar, Kürzel BA | LYNX Online Broker

Nur eine wirklich beeindruckende Regelung im Handelsstreit mit China könnte eine vergleichbare Reaktion zeitigen. Aber das wird, so die derzeitige Nachrichtenlage, noch dauern. Und es ist gut möglich, dass eine solche Einigung hier ohnehin bereits eingepreist ist. Hinzu kommt: Was die kommenden Bilanzen angeht, ist die Messlatte jetzt hoch, denn Boeing hat ambitionierte Ziele verkündet, die erst einmal erreicht sein wollen:

2019 will das Unternehmen 895 bis 905 Flugzeuge ausliefern, deutlich mehr als 2018, als 806 Maschinen ausgeliefert wurden (was unter der eigenen Zielmarke von 815 Flugzeugen lag). Boeing hatte die Gewinnerwartungen der Analysten im vierten Quartal übertroffen, verdiente 5,48 US-Dollar pro Aktie statt der durchschnittlichen Schätzung von 4,58 US-Dollar (Vorjahr 3,06 US-Dollar), setzte 28,3 statt der prognostizierten 26,87 Milliarden US-Dollar um.

Aber ab jetzt wird die Aktie am Maß der für 2019 ausgegebenen Prognose gemessen. Und da erwartet Boeing eine Umsatzsteigerung um zehn Prozent gegenüber 2018 und einen Gewinnanstieg, der, bereinigt um Sondereffekte, bei 25 Prozent liegen soll. Für einen Flugzeugbauer, der ohnehin schon eine gewaltige Zunahme bei Umsatz und Gewinn sah, in einem Umfeld, das große konjunkturelle Risiken beinhaltet, eine gewagte Voraussage.

Falls Boeing nach unten dreht, sollte man da warten, bis diese „Riesen-Trompete“ mit Closings unter 290 US-Dollar nach unten verlassen wäre? Wer mittel- oder langfristig agiert, sollte das in der Tat. Aber aggressive Trader könnten bereits erste Short-Trades erwägen, sollte die Aktie das durch den Sprung als Reaktion auf die Bilanzdaten erzeugte „Gap“ schließen, dort weiter nachgeben und in der Folge die aktuell bei 348 US-Dollar laufende 200-Tage-Linie durchschlagen. Denn das wäre eine Indikation dafür, dass sich der Kurs in Richtung der unteren Begrenzung der Trompete bei 290 US-Dollar auf den Weg machen dürfte.

Chart auf Wochenbasis vom 01.02.2019, Kurs 387,43 US-Dollar, Kürzel BA | LYNX Online Broker

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