Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Alcoa zerlegt es nach Quartalszahlen

Alcoa war einer der weltweit führenden Förderer von Bauxit und Tonerde und Hersteller von verarbeitetem Aluminium. Im Bereich Aluminium wurde die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt, von der Gewinnung, Schmelze und Verarbeitung bis zum Recycling.

Ende 2016 wurde der Konzern allerdings in zwei nach Umsatz ähnlich große Unternehmen aufgespalten: Unter dem Dach von Alcoa verbleiben vor allem das Upstream-Geschäft, also die Bereiche Bergbau und die Herstellung von Rohaluminium.
Das Hauptgeschäft von Arconic entfällt auf die Verarbeitung von Aluminium und anderen Metallen.

Wie lief es bisher?

Zwar wurden für Alcoa und Arconic auch Daten für die Zeit vor dem Split vorgelegt, doch sie sind nur schwer vergleichbar. Beschränken wir uns daher auf die Zeit ab 2016/2017. Dass Alcoa in den letzten zehn Jahren nicht gerade zu den Überfliegern der Börse gehörte, dürfte den meisten ohnehin bekannt sein.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr stieg der Umsatz von 9,3 auf 11,6 Mrd. USD und der Gewinn lag bei 3,01 USD je Aktie. Der Vorjahreswert ist durch die Aufspaltung und entsprechende Sondereffekte leider nicht vergleichbar.

Für 2018 waren Analysten bislang von 4,20 USD je Aktie ausgegangen. Alcoa käme nach dem Kurssturz somit auf eine P/E von 13,6 und eine forward P/E von 9,7. Eine Dividende wird derzeit nicht gezahlt.

Die Bewertung erscheint auf den ersten Blick also eher niedrig. Doch man sollte nicht vergessen, dass die Ertragskraft der neuen Alcoa an diesem Punkt schwer abzuschätzen ist. Darüber hinaus sollten Zykliker stets niedriger bewertet werden, gerade Richtung Ende des Konjunkturzyklus.

Quartalszahlen werden nicht gut aufgenommen

Im zweiten Quartal lag der Gewinn mit 1,52 USD je Aktie deutlich über den Erwartungen von 1,33 USD. Der Umsatz übertraf mit 3,58 Mrd. USD ebenfalls die Prognosen von 3,56 Mrd. USD.

An den gemeldeten Zahlen wird es also nicht gelegen haben, denkt man. Doch auch hier trügt der erste Blick. Das Nettoergebnis inklusive der nun mal realen Sondereffekten lag bei 0,39 USD je Aktie.

Darüber hinaus war der Ausblick enttäuschend. Alcoa hat die Prognose für das EBITDA 2018 von 3,5-3,7 Mrd. auf 3,0-3,2 Mrd. USD gesenkt.
Dieser Schritt kam für Aktionäre in Anbetracht der guten Zahlen natürlich überraschend, blieb der Ausblick für den Aluminium-Markt doch komplett unverändert. Enttäuschung und Kurssturz sind also nachvollziehbar.

Wie sieht die Bewertung aus?

Viel interessanter ist aber ohnehin der Blick auf den Cashflow, den Geldfluss, Einnahmen und Ausgaben. Gerade Industriekonzerne haben zahlreiche Möglichkeiten, den gemeldeten Gewinn groß oder kleinzurechnen.
Plötzlich werden die echten Probleme sichtbar. Im Gegensatz zum gemeldeten Gewinn lag der freie Cashflow im zweiten Quartal bei Minus 525 Mio. USD. Der Cashflow aus dem operativen Geschäft war mit 430 Mio. USD ebenfalls negativ.

Zwar entfällt ein Großteil des negativen Cashflows auf Sondereffekte, aber auch im Quartal zuvor konnte kein Mittelzufluss erzielt werden. Die oberflächlich gemeldete P/E nutzt dem geneigten Investor demnach gar nichts.

Es bleibt einem nur, den realen ökonomischen Gewinn zu berechnen. Betrachtet man die letzten vier Jahre, liegt dieser quasi bei null. Die Nettovermögenswerte, also Assets abzüglich Verbindlichkeiten sind sogar rückläufig.
Der Ausblick hilft einem auch nicht weiter, denn für die kommenden Jahre wird ein stagnierendes Ergebnis erwartet.

Man müsste es kaum ausschreiben, aber der Autor kann aus fundamentaler Sicht keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Charttechnischer Ausblick

Mit dem Kursrutsch unter 44,20 USD hat die Aktie ein bedeutendes Verkaufssignal ausgelöst. Das erste Kursziel bei 40,20 USD sollte zeitnah erreicht werden. Dieser Support ist von zentraler Bedeutung, denn darunter würde sich das Chartbild weiter eintrüben und den Weg in Richtung 37,20 und vielleicht sogar 32,20 USD freimachen.

Gelingt hingegen eine Stabilisierung oberhalb von 40,20 USD, wäre eine Erholung in Richtung 44,20 USD möglich. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Wert hier scheitern würde.

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