15 Fragen an Profitrader und Aktienportalbetreiber Achim Mautz

"Trading ist wie Zähneputzen"

Ausgewählte Trader beantworten unseren standardisierten Fragebogen. Die Vergleichbarkeit der Fragen und die Unterschiedlichkeit oder eben die Ähnlichkeit der Antworten zeichnen dieses Interviewkonzept aus. Heute antwortet der Profitrader Achim Mautz, der gleichzeitig Assetmanager, Betreiber der Aktiencommunity www.ratgebergeld.at und Redakteur des Börsenbriefs „InvestorAlert“ ist.

 

Guten Tag Herr Mautz, die Lynxbroker-Redaktion freut sich sehr, dass Sie sich Zeit für ein Interview mit uns nehmen. Vielleicht können Sie sich uns zu Beginn ein wenig vorstellen und uns erzählen wann und wie Sie auf die Börse gekommen sind?

Das Rauf und Runter der Kurse hat mich schon als Kind in der damaligen Tageszeitung interessiert. Im Alter von 15 Jahren habe ich dann gleich mal mein erstes Portfolio an die Wand gefahren. Damals waren es noch Optionen, von denen ich nicht mal wusste, was ein Put und was ein Call war. Die Zahlen im Teletext haben mich trotzdem fasziniert. Man konnte sich ja damals noch nicht einfach über Google informieren. Erst später nach etlichen Jahren fand ich heraus, dass man eine Strategie haben muss, um diese ganzen Sachen zu handeln. Nun mache ich das schon seit mehr als 15 Jahren und bin nunmehr konstant profitabel, unabhängig ob die Börsen steigen oder fallen.

Jeder erfolgreiche Trader oder Anleger hat zu Beginn seiner Laufbahn als „Lehrgeld“ mindestens ein, wenn nicht gar mehrere Konten „platt“ gemacht, so hört man immer wieder. Können Sie auch auf schmerzhafte Niederlage zurückblicken und was haben Sie daraus gelernt?

Wie eingangs bereits erwähnt schon im Alter von 15 Jahren. Später schaffte ich das Kunststück natürlich noch zwei Mal. Doch es waren immer super kleine Einsätze und für mich war es gottseidank damals immer Spielgeld, dessen Verlust nie weh getan hat.

Gab es außer Verlusten noch andere Schwierigkeiten (z.B. psychologisch, zu wenig Startkapital…) die Sie schließlich meistern konnten?

Das kam erst später, als mehr Kapital im Spiel war. Der psychische Stress, damals noch ohne Strategie und mit viel Bauchgefühl zu handeln, war immens hoch. Schlussendlich bekam ich sogar Herzrasen und ich wusste, ich muss entweder das Handtuch werfen, oder die Emotionen wirklich ausklammern. Mit Strategie und viel Fleiß wurde der Druck immer kleiner und Traden ist derzeit eine Routine fast wie das tägliche Zähne putzen.

Was glauben Sie, warum sind Sie als Trader erfolgreich in diesem Geschäft geworden und haben letztendlich den Durchbruch geschafft, während viele andere letztlich scheitern?

Ich wollte es einfach schaffen und ich konnte es mir einfach nicht vorstellen, warum ich dies nicht hinkriegen sollte. Dass es aber wirklich so viel harte Arbeit erforderte, um schlussendlich zum Ziel zu kommen, hätte ich mir nicht gedacht.

Haben Ihnen Vorbilder oder Mentoren geholfen ihren Weg zu finden?

Nein leider. Zu meiner Zeit, als ich begann war Traden in Österreich noch ein Fremdwort. Damals waren sogar die Themen wie beispielsweise Fonds etwas ganz neues. Ich musste sehr viel selbst beobachten und analysieren d.h. von der Pieke auf selber beibringen. Später habe ich dann bei unzähligen Webinaren und Seminaren teilgenommen. Ich wollte mir von jedem Trader das beste Sahnestück abschneiden und es dann für meinen Tradingplan zu nutzen.

Mit welchem bekannten Trader oder Investmentlegende würden Sie denn gerne einmal einen Kaffee trinken?

Nun ich weiß nicht, ob er so bekannt ist, aber mit Scott Redler aus New York von T3Live würde ich gerne mal einen heben gehen. Von ihm habe ich beispielsweise das sogenannte „Outside Reversal“ gelernt. Ein cooler Typ, der das Trading und die gesamte Tradingszene ebenso locker sieht wie ich. Traden soll Spaß machen und es geht nicht nur ums Geld machen. Ist aber natürlich ein schöner Nebeneffekt.

Wie sieht Ihr Tagesablauf aus, halten Sie sich strikt an einen speziellen Tradingplan oder führen ein Trading-Tagebuch?

Mein Tradingtagebuch sind quasi all meine Trades, die ich auch live auf www.ratgeberGELD.at täglich poste. Ja ich habe einen strikten Tradingplan, von dem ich im Laufe der Zeit immer weniger abweiche. Je weniger Fehler ich im Trading mache, umso besser läuft es.

Das soziale Umfeld von Arbeitskollegen oder Kunden fehlt bei den meisten Berufs-Tradern. Viele sind deshalb auch in sozialen Netzwerken unterwegs um sich mit Trader-Kollegen auszutauschen. Sehen Sie sich als beruflichen „Lonely Wolf“ bzw. wie gehen Sie mit diesem Thema um?

Das ist sicherlich auch einer der Mitgründe, warum ich die Plattform www.ratgeberGELD.at gegründet habe. Dort findet man Gleichgesinnte und man fühlt sich nicht wie ein Nerd in seinem Tradingbüro, wenn man ganz alleine vor sich hin tradet.

Was bedeute Ihnen Trading bzw. eigenständiges Anlegen und was ist für Sie das schönste daran?

Ach es macht einfach Spaß, wenn man eine Aktie kauft und gerade diese dann unmittelbar einen Homerun macht und so richtig explodiert. Dieses Gefühl will man immer wieder haben und ich vergleiche es gerne mit Golf. Auch dort will man den einen legendären Schlag, der einem einmal gelingt immer wiederholen. Es ist quasi wie eine Sucht.

Was würden Sie denn beruflich machen, wenn das mit dem Trading nicht geklappt hätte?

Nun dann würde ich mich weiterhin auf das Asset Management in meiner zweiten Firma konzentrieren, das ich ja auch schon seit mehr als 15 Jahren betreibe.

Ist Ihnen mal ein außergewöhnlicher Trade gelungen an den Sie gerne zurückdenken?

Nicht wirklich. Ehrlich gesagt hatte ich nie das Glück, dass ich all mein Kapital in eine Aktie gesteckt habe, die sich dann verdoppelt oder verdreifacht hätte. Liegt wohl an meinem strikten Money- und Riskmanagement.

Jeder Trader oder Anleger braucht einen individuell passenden Handels-Stil basierend auf Techniken, Märkten und Zeitrahmen. Wie sieht Ihr Stil aus, nach welchen Gesichtspunkten wählen Sie Ihre Trades aus?

Nun ich bin quasi ein Hybrid zwischen Daytrader und Swingtrader. Wenn die Märkte beginnen nervös zu werden, schalte ich recht rasch auf Daytrading um. Bei nachhaltigen und schönen Anstiegen im Markt liebe ich hingegen das Swingtraden, da gerade in solchen Phasen das Laufen lassen von Gewinnen super viel Spass macht.

Welche Wünsche und Ziele haben Sie als Trader/Anleger und im privaten Bereich?

Ein Ziel wäre ein eigenes riesiges Tradingbüro, das gefüllt ist mit erfolgreichen und lockeren Tradern, die den Spaß an der Arbeit so wie ich „leben“. Es sollte eine Mischung zwischen Austausch extrem guter Setups zwischen den Tradern untereinander, das Mitteilen neuer Trades gepaart mit dem Hauch von Partystimmung sein. Ich denke es gibt selten einen Beruf indem sich Arbeit, gute Stimmung, Ernst und auch Party so vereinen lassen, wie beim Trading. So in etwa, wie es so manche crazy Social Media Unternehmen in den USA machen.

Welche Hobbies begeistern Sie, d.h. wie verbringen Sie tradingfreie Tage am liebsten?

Nun eine Runde Golf oder eine Tennispartie sind mir da eigentlich am liebsten. Natürlich auch die Zeit mit meiner Familie, die neben dem Traden für mich den Kern eines erfüllten Lebens darstellt.

Welche Tipps geben Sie unerfahreneren Kollegen oder Lesern mit auf den Weg?

Eröffne nie einen Trade ohne einen Stopp Loss. Das macht das Traderleben um einiges leichter.

 

Herr Mautz, herzlichen Dank für das interessante Gespräch.

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