DER FUTURES-HANDEL
Was ist ein Future?
(Quelle: wikipedia.de)
Ein Future ist ein verbindlicher Börsenvertrag (Kontrakt) zwischen zwei Parteien (im Gegensatz zu halbseitig verpflichtenden Verträgen bei Optionen), eine Art von börsengehandelten Termingeschäften.
Charakteristika:
- Lieferung (für den Verkäufer) bzw. Abnahme (für den Käufer)
- eines genau bestimmten Vertragsgegenstandes (Basiswert)
- in einer bestimmten Menge (Kontraktgröße) und Qualität
- zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft (Termin) und
- zu einem konkreten, bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis.
Beispiel:
Ein Oktober-Kontrakt ”Gold” (Basiswert oder Underlying) an der New Yorker Warenterminbörse NYMEX umfasst
immer 100 Unzen Feingold mit einem Reinheitsgrad von mindestens 0,995 bei einer Fälligkeit am letzten Werktag des Oktober.
Dies ermöglicht einen transparenten Handel, geringe Handelskosten und einen leichten Marktzugang.
Sehr wohl müssen beide Vertragspartner aber eine Vorschusszahlung leisten. Sie dient als Sicherheitsleistung, und wird auch ”Einschusszahlung”, ”Sicherheitsleistung” oder ”Initial Margin” genannt. Sie beträgt nur einen Bruchteil des Kontraktwertes – z. B. fünf Prozent des Kontraktwertes oder auch einen fixen Betrag – und kann je nach vorherrschender Volatilität nach oben oder unten korrigiert werden. Der Betrag wird in Form von Bargeld oder der Hinterlegung erstklassiger Staatsanleihen vor der Ausführung eines Auftrags auf ein Margin-Konto eingezahlt.
Preisbildung
Der Kurs eines Futures unterliegt der freien Preisbildung aus Angebot und Nachfrage an der Terminbörse. Er bewegt sich im Allgemeinen synchron zum tagesaktuellen Preis auf dem Kassamarkt des Underlying-Kurses (z.B. DAX-Index, EUR-USD, Unverbleites Benzin, Orangensaftkonzentrat etc.). Abweichungen und divergente Entwicklung zwischen Kassamarkt und Future ermöglichen Arbitragegeschäfte, also Geschäfte mit weitgehend risikolosem Gewinn. Deshalb können Future-Preis und Kassapreis sich nicht weit auseinander entwickeln.
Dass der Future-Preis dennoch in der Regel vom Preis desselben Basiswertes abweicht, ist dazu kein Widerspruch: Denn der "wahre Wert" eines Future-Kontraktes folgt zwar – in den meisten Fällen – dem Tages-Kassapreis, aber je nachdem wie weit der Erfüllungszeitpunkt noch in der Zukunft liegt, nach oben verschoben. Ein September-Future 2006 auf einen beliebigen Basiswert (insbesondere eines Rohstoffs) wird am 1. Juli 2006 also mehr kosten als der Juli-Future 2006, dessen Erfüllungstermin kurz bevorsteht. Der Grund: Irgendjemand muss dafür sorgen, dass die Ware (der Wert) auch tatsächlich bis zum Erfüllungstermin bereit gehalten wird.
Handel
In den modernen Futures-Märkten werden weniger als drei Prozent der Kontrakte durch Realtausch erfüllt. Der überwiegende Teil wird durch ein Gegengeschäft vor dem Fälligkeitszeitpunkt ”glattgestellt”. Der Inhaber einer Short-Position (Verkäufer) erwirbt also eine Long-Position und umgekehrt. Die Differenz zwischen den Preisen der beiden Kontrakte ergibt einen Spekulationsgewinn oder -verlust.
Der starke Überhang an Spekulationsgeschäften zu ungunsten der traditionellen, auf Realtausch basierenden Hedgegeschäfte hat in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre zu einer Vervielfachung des Handelsvolumens an den Futures-Börsen geführt und deren Liquidität dramatisch erhöht. Im Jahr 2002 wurden allein an der größten Derivatenbörse, der Eurex, über eine halbe Milliarde Kontrakte gehandelt.
Dessen ungeachtet werden Futures aber immer noch als Absicherung (Hedging) gegen den Eintritt unerwünschter Preisentwicklungen eingesetzt. In diesem Zusammenhang nutzen "Hedger" Futures, um makroökonomische Risiken gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Spekulanten abzugeben.
